G20 – Hamburg 2017

G20 – der Staat haut rein. Die Polizei hat die „Welcome to Hell“-Demo geplant in eine Falle gesetzt und den schwarzen Block auseinander genommen. Viele Menschen sind durch die Polizei verletzt worden.

Video, wie die Demo aufgemischt wird – beste Übersicht über das Geschehen:

Die Staatsgewalt hat eine brutal harte Linie gegen bis dahin friedlichen Protest gefahren. Dann hat sie die Zerstörungen im Schanzenviertel laufen lassen. Und schließlich ganz einen auf dicke Hose gemacht, mit SEK und allem Schnickschnack.

Quelle: Postillion

Mehr wie ein Manöver, eine Krisen-Übung als wie der verantwortungsvolle Umgang mit einer von Menschen bewohnten Stadt und mit von Menschen mit Leben gefüllter politischer Protestkultur.

Demokratie geht anders. Insbesondere auch der Umgang mit den Linken.

Durch das ritualisierte Verhauen der rebellischen Jugend wird niemand auch nur ein winziges bisschen weniger frustriert und abgefuckt sein – eher bestärkt dieses Vorgehen die Weltsicht von Menschen, die in der Polizei lediglich Kampfroboter sehen.

Wie man es auch dreht und wendet –  Hartmut Dudde als polizeilicher Einsatzleiter des G20-Gipfels in Hamburg hat auf ganzer Linie versagt.

Zweite Perspektive:

Dudde dazu: „Wir hatten ja die Hoffnung, dass wenn wir die an die Flutschutzmauer … also, dass die (…) das abgrenzt. Das die Mauer nicht hoch genug war, dass man da flüchten konnte, so sind sie uns weg gekommen – das war nicht geplant“.

Dritte Perspektive:

Danach gab es dann Krawall im Schanzenviertel.

Und natürlich ist Aufmerksamkeit, wo Gewalt ist. Die vielen friedlichen Bilder werden von den Medien sehr viel weniger transportiert, dabei sind sie die Masse dessen, was Protest ausmacht.

Zusammenschnitt aus Facebook: Diverse Protestgeschehnisse

Ein Bild finde ich drückt verdichtet sehr viel davon aus, was in Hamburg passiert ist. Da steht eine junge Frau auf einem Polizei-Fahrzeug, und sie wird von mehreren Beamten mit Pfefferspray beschossen.

Ich finde, das hat Meme-Qualitäten.

Festspiele der Demokratie. Einigkeit und Recht und Freiheit. Gleichheit und wie Geschwister leben. Oper für Staatsgäste, Polizeigewalt für die Opposition, gerade so wie 68 oder sonst wann in diesem Spektakel.
 
Menschenrechte. Nicht theoretisch, sondern alles für alle sofort. Ganz praktisch. Das ist die Idee der Revolution.
 
Was ist mit Gerechtigkeit? Und wer regiert die Welt zu wessen Gunsten? Wie gehen wir mit diesem Planeten und seiner Biosphäre um? Wieso Krieg und Gewalt, wieso Hunger?
 
Die alte Ordnung sagt: Muss so sein. Und siehst du das nicht ein, gibt es halt auf die Fresse. Sogenannter konservativer Standpunkt.
Nicht die Festung Hamburg, sondern die mittlerweile historische Gefangenensammelstelle von Paris namens Bastille.
 
Revolutionäre sagen: Uns egal, wir hauen das zu Klump und machen es so, wie es uns dann besser erscheint.
 
Angesichts der krassen Überlegenheit des staatlichen Gewaltapparates gegenüber den verrückten Individualisten, den sektiererischen Kleingruppen und losen Zusammenhängen und auch gegen größeren Scenes gibt es keine Chance, tatsächlich irgendwie die Ordnung auszuhebeln.
 
Was bleibt, sind Inszenierungen von Ablehnung. Unmut bekunden. Eine Haltung einnehmen. Und ein Stück Raum, für eine kurze ZeitUnd es gibt die langen Linien. Wesentliches ist nie aufhaltbar – sondern passiert immer trotzdem. Die Welt bleibt nicht stehen.

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Mein Leben ist nicht einfach – oder: Shit happens

Unendlich dankbar dafür, dass das Jobcenter sich endlich bewegt hat. Ich war zuvor etwa acht Mal vorstellig geworden bzw. habe vergeblich versucht, zu den für mich zuständigen Leuten vorzudringen. Beim letzten Besuch hat es dann endlich geklappt, dass sie mein Ersuchen um Hilfe nun wieder bearbeiten. Auch wenn es nur eine kleine Atempause ist: Zwei Monate sind nun vorläufig bewilligt. Vorläufig, denn die Sachbearbeiterin, die für mich zuständig ist, ist im Urlaub. Wenn sie zurück ist, werden meine finanziellen Verhältnisse erneut geprüft. Während ich faktisch oft gehungert und knappe 25 Kg verloren habe – was man schwer übersehen kann, wenn ich vor dir sitze – sind die Jobcenter-Leute weiter daran, anhand von Papieren zu prüfen, ob ich nicht vielleicht doch heimlich reich geworden bin als Selbstständiger. Wirklich wahr. Was sie sehen und hören, was ein Mensch ihnen sagt und wie der aussieht, das zählt für sie nicht – nur was geschrieben ist, gilt als existent. Für mich ist das eine krass absurde und irreale Situation, jedes Mal wieder. Absolut unmenschlich und entwürdigend. Drei Monate lang habe ich keine Unterstützung bekommen, weil mein WBA (Weiterbewilligungsantrag) aufgrund eines(!) fehlenden Papiers schlicht nicht bearbeitet wurdeLag daran, dass ich arbeite und zugleich Unterstützung bekomme, weil die Arbeit nur wenig Geld einbringt (eher gar keins). Ich muss aber eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung machen, und das sind so Angelegenheiten, von denen ich wirklich nichts verstehe. Geld und Finanzen und der Umgang damit – das ist definitiv nicht meine große Stärke. Eher bin ich total unfähig, ich verstehe regelmäßig nicht, was diese Papiere mir sagen wollen und was ich wo wie eintragen muss. Finde auch dauernd nicht die richtigen Unterlagen. Echt scheußlich. Und weil ich in allen möglichen Schwierigkeiten gleichzeitig gesteckt habe, war ich auch psychisch ziemlich angeschlagen. Eher nicht in einem Zustand, wo du effektiv Angelegenheiten gut regeln und geduldig und freundlich auftreten kannst. Drei Monate ohne Unterstützung – das war sehr schwierig, weil ich als sogenannter Aufstocker (Arbeit für kleines Geld und parallel Harz 4) praktisch nichts verdient habe in meiner Arbeit und weil zudem die Auszahlung meiner Honorare quartalsweise erfolgte, so dass ich – ohne selbst Geld zu haben – für alle meine Ausgaben in Vorleistung treten musste.Irgendwas muss ich essen, irgendwie muss ich halbwegs respektabel auf der Arbeit aussehen, und irgendwie muss ich auch hin- und zurück kommen. Mobilität ohne Geld – da war es gut, dass ich alles mit dem Rad machen konnte. Bloß halt auch sehr lebensgefährlich, in Köln in der Stadt mit dem Rad unterwegs zu sein. Hatte mehrere Unfälle, zwei Mal eine üble Gehirnerschütterung – Auto auf Fahrradweg, Autotüre . Und recht oft bin ich sehr knapp dem Tod von der Schippe gesprungen – so wie in „Taxi drängt mich in den Gegenverkehr ab“ und ähnliches. Das ist kein Vergnügen, in einer Autostadt ein Radfahrer zu sein. Ohne Geld kann man Rechnungen nicht bezahlen, dann kommen Mahnungen und alles wird noch mal sehr viel teurer – wodurch es immer unmöglicher wird, an der Geld-Front wieder eine ruhige Situation herzustellen. Man wird sehr schnell ruiniert und obdachlos in unserem angeblich so sozialen Land. Mein Stromversorger hat mir gekündigt, ich hätte beinahe meine Krankenversicherung verloren, und wenn nicht meine Eltern mir geholfen hätten, auch meine Wohnung und vermutlich meine Freiheit. Denn ich hatte Ärger und viel Papierkrieg, und immer wurde gegen mich entschieden und ich wurde und werde mit Zahlungsanforderungen zugebombt, dass es aus ist.

Anzeigen wegen Körperverletzung (die ich gestellt hatte bei zwei körperlichen Auseinandersetzungen) – eingestellt

Anzeigen, die ich gestellt habe gegen Leute, die mich geschlagen haben, wurden eingestellt. Brille kaputt, das ist zwei mal so gewesen, jeweils ins Gesicht geschlagen worden. Keinerlei Gerechtigkeit, kein Ausgleich dafür – offenbar ist das nicht wirklich illegal, mir eine rein zu hauen. Da fühle ich mich so richtig gut in unserem Rechtsstaat. Nebenbei bemerkt – einmal war es ein Wachpolizist, der mir, als ich mit Handschellen gefesselt auf der Wache war, ins Gesicht geschlagen hat. Acht andere Polizisten drum herum, und sie haben sich geweigert, eine Anzeige wegen Körperverletzung aufzunehmen. Ganz großes Kino. So gewinnt der Staat seine Bürger sicher für ein gutes Verhältnis zu den Ordnungskräften. Nicht. Schon die Sado-Maso-Nummer mit den Handschellen war dermaßen übel – Handschellen super schmerzhaft eng, und wegen nichts – ich hatte lediglich verbal protestiert gegen eine völlig überzogene Maßnahme. Ordnungswidrig geparkt. Und dann krasser Stress mit Polizei. Wieso? Ich hatte angeboten, den Wagen korrekt zu parken. Aber der Polizist meinte, ich röche nach Alkohol und er wolle einen Test machen. Dem habe ich nicht zugestimmt, und schon ging es total brutal zur Sache, als wäre ich ein Terrorist oder so was. Heftig. Habe ich nicht für möglich gehalten, nicht in Deutschland in 2017. Fühlte sich eher an wie irgendeine beliebige diktatorische Bananenrepublik, wie ein ganz schlechter Film oder wie Faschismus. Jedenfalls nicht wie korrekte Polizeiarbeit. Aber wie gesagt – eingestellt. Nix passiert, alles super. Anzeigen gegen mich – ich bin tatverdächtig und muss zahlen, damit eingestellt wird. Und wieso? Da, wo ich geschädigt wurde, gab es keine Zeugen für mich. Es hätte welche geben können, aber ich war jeweils nicht in der Lage, es zu organisieren, dass diese Leute tatsächlich aussagen bzw. ich deren Kontaktdaten überhaupt habe. Allein ist sowas sehr schwierig, zumal wenn du vollkommen geschockt und verletzt bist und gar nicht recht kapierst, was abgegangen ist. Solche Sachen machen auch was mit deiner Psyche, es dauert, bis du wieder balanciert bist und klar denken kannst. Da, wo Leute mich angezeigt haben, war es stets eine Gruppe, die gemeinsam gegen mich vorgegangen sind. Angeblich hätte ich sie genötigt. Und wenn es mehrere Zeugen gibt, ist etwas natürlich eher auch – juristisch gedacht – wirklich wahr. Ich kann – offenbar dank meiner psychischen Superkräfte – eine ganze Gruppe von Leuten zu etwas zwingen. Sehr plausibel. Schön wäre es, bloß: Ich besitze gar keine Superkräfte. Nicht mal so viel Körperkraft, dass ich sie hätte verhauen können. Und ich habe auch niemanden beleidigt oder gar physisch angegriffen. Nur eine Meinung habe ich vertreten, und das deutlich. Hm. Egal, vorbei, wieder was gelernt. Wenn ich mich mit Leuten verbal anlege, ist das schon zu viel. Praktisch ein Maulkorb. Fresse halten – oder du kriegst eine rein. Meinungsfreiheit? Nur, wenn du die Meinung der Masse teilst. Dann allerdings brauchst du auch gar nicht irgendwas zu sagen.

Ausbildungsvertrag für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (Verhaltenstherapie) wurde mir gekündigt

So ähnlich ist es mit meiner Arbeit gelaufen. Das lief nicht gut, ich habe mich sehr kritisch geäußert dazu, dass im Rahmen von Verhaltenstherapie-Ausbildung völlig unwissenschaftliche Methoden und Techniken verpflichtend auf dem Lehrplan stehen. “Hypno-Therapie” nennt sich das. Keine wissenschaftliche Evidenz. Man könnte auch sagen: Pure Esoterik. Ich habe dagegen protestiert. Ergebnis – sie haben mir die Ausbildung gekündigt, in die bereits tausende Euros geflossen sind und wo sie an meiner Arbeit sehr gut parasitär verdient haben. Begründung: Ich bin unzumutbar. Auch das ist ganz großes Kino. So geht Kritikfähigkeit. Nicht. Von wegen Psychotherapeuten verstehen Menschen – ich hatte derbe soziale Schwierigkeiten, und alles, was sie tun, ist mir die Arbeit noch zusätzlich schwer machen. Dann wage ich auch noch, das Maul aufzumachen gegen postfaktischen Bullshit. Nee – das geht nun wirklich zu weit. Also haben sie mich raus geworfen. Weil ich ein verrückter, unzumutbarer Hooligan bin. Hm. Gibt mir zu denken. Offenbar bin ich wirklich nicht kompatibel mit irgendwas. und über die Scheiße, die mich umgibt, rege ich mich zu viel auf. Das ist auf Dauer ungesund. Vielleicht sollte ich mein Leben ändern. Auf einen Berg ziehen und dort alleine in einer Hütte oder Höhle leben. Wäre mir sehr recht.

Übler Fahrrad-Unfall

Anfang Juni 2017 – vor 10 Tagen – hatte ich dann einen üblen Fahrradunfall, bei dem ich fünf Zähne verloren habe. An einer Stelle am Rhein, wo es einen Hügel runter geht, ein kleiner Fahrfehler. So schnell kann es gehen. Bin da schon tausend mal runter gefahren. Diesmal ging es schief. Beinahe umgefallen, das wieder in den Griff bekommen, aber dann mit Wucht mit dem Metallzaun kollidiert – und mit dem Oberkiefer gebremst. Autsch. Krankenhaus. Zahnsplitter raus operiert aus Orten, wo sowas nicht hin gehört, sehr blutige und unschöne Geschichte. Am nächsten Tag war dann mein geliebtes Nihola weg. Nur ein paar meiner Sachen lagen da zertreten rum, vom Rad – was wegen Bruch des Lenksystems und des linken vorderen Rades an sich nicht mehr zu bewegen war – keine Spur. Sehr wahrscheinlich haben es kräftige Leute über den Zaun gehoben und in den Rhein versenkt.
Traurige Reste, wo tags zuvor noch mein Rad stand.
Meine Vermutung geht dahin, dass es die Gruppe von ukrainisch-stämmigen Nazis war, denen ich (mit anderen zusammen) in der Nacht vorher auf der Buchheimer Straße begegnet war. Die wollten uns zusammen schlagen, wir sind aber dank der Fahrräder schnell abgehauen. Am nächsten Tag waren diese Leute als Gruppe am Rheinufer unterwegs am nachmittag – da trafen sie mich wieder, es waren aber zu viele Leute da und sie sind nur durch gezogen, ohne was zu machen außer bedrohlich gucken. Nun denke ich, kann gut sein, sie waren nachts noch mal da, und mein kaputtes Rad stand halt genau am Unfallort, zwar ab- aber nicht an den Zaun angeschlossen. Wollte ich natürlich machen, blöderweise ging nicht, es weil das Schloß zu kurz war. So war es leider für diese Gruppe – oder andere Täter, genau sagen kann man es ja nicht – leicht gewesen, sich an dem Rad zu vergreifen. Wäre aus meiner Sicht eine plausible Erklärung, dass es diese Leute waren. Weil – es braucht schon sehr viel Kraft, ein Lastenrad weg zu tragen oder hoch zu heben. Die Dinger sind ordentlich schwer – das schaffen zum Beispiel sinnlos destruktive Jugendliche eher nicht. Aber ist nur ein Verdacht, es war ja niemand da und keine Zeugen. Könnte also jeder gewesen sein. Manche meinen, es sei bestimmt gestohlen worden. Dafür hätte es aber einen Transporter gebraucht, und der hätte auch nicht ans Ufer gekonnt, also wäre es nötig gewesen, das Rad ein Stück weit zu tragen. Wer hätte das gekonnt und gemacht, zumal es auch eine Reparatur in einer dafür vorbereiteten Werkstatt noch gebraucht hätte, bevor ein Dieb damit etwas hätte verdienen können. Deswegen glaube ich das eher nicht. Einer meinte, er hätte das Rad am nächsten Tag in der Wallstraße vor dem Computer-Laden gesehen (allerdings von recht weit weg, könnte auch eine Fehlwahrnehmung gewesen sein). Gesucht habe ich danach natürlich, nur nichts gesehen und auch sonst hat keiner was davon mit gekriegt. Aber egal, was fott es es fott.
Keine Ahnung, wie es weiter geht. Ich bin zwar verletzlich, aber zugleich unzerstörbar. Das ist einfach meine Haltung dazu – und irgendwie geht es schon weiter. Aufgaben kommt nicht in Frage. Eher werde ich härter und konsequenter durch solche Erfahrungen. Ein Mann geht seinen Weg. Was ihn nicht umbringt, macht ihn stark.
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Macht, Gewalt und Schmerz (Erziehung)

Viele Leute haben ein gespaltenes Verhältnis zu Gewalt. Ich auch. Macht und Gewalt, das ist letztlich das Gleiche.

Die beste Definition, die mir bisher unterkam: Macht ist die Fähigkeit, Schmerz zuzufügen. Findet sich bei Orwell im visionären Buch 1984 (was absolut alle Menschen gelesen haben sollten – denn es beschreibt exakt das, was gerade weltweit passiert). Die Definition von Macht als Fähigkeit, Schmerz zuzufügen, findet sich im Rahmen der Handlung dort, wo der Protagonist des Buches in der Folterkammer mißhandelt wird – namentlich dem Raum 101, wo alle Menschen auf das treffen, was sie am meisten fürchten.

Ziel von offener Gewalt ist es zumeist, sich überflüssig zu machen durch eine schmerzhafte Lernerfahrung. Danach hat das Gewaltopfer gelernt – ich kriege auf die Fresse, wenn ich mich nicht unterordne.

Diese Form von Gewalt – regelhaft praktiziert vom Gewaltmonopolisten – finden wir gleichzeitig schlecht und bejahen sie als Notwendigkeit.

Gewöhnlich werden wir uns der Widersprüche in uns selbst (nicht nur bezogen auf Gewalt) kaum bis gar nicht bewußt, weil unser Gehirn nach dem Prinzip arbeitet, Widersprüchlichkeit und daraus resultierende unangenehme Spannungszustände zu vermeiden und zu reduzieren. Angestrebt wird eine Balance, ein ausgeglichener Zustand, ein positives Selbstbild.

Wir wären gerne gut, und weil wir es nicht sind, schieben wir die unguten Anteile weg und verschieben sie auf andere – auf ein böses Außen, auf Fremde, auf Feinde etc.

Dieses Prinzip wurde unter vielen Namen in der Psychologie ausgeleuchtet.

Die unangenehme Spannung heißt zum Beispiel in der wissenschaftlichen Psychologie kognitive Dissonanz. Gut belegt – das Hirn will diese Dissonanz reduzieren. Wenn das gelingt, stellt sich eine Erleichterung ein, die als belohnend und angenehm erlebt wird. Deswegen ist es eine Entlastung, wenn ein Feindbild angenommen wird. Die Bösen sind die anderen.

Nun bleibt es nicht aus, dass im Leben Situationen der Konkurrenz und der Feindschaft auftreten. „Mein Schäufelchen – nein, meins!“.

Für beide Individuen ist natürlich das eigene Fühlen und Denken zugänglich, dass der anderen Person dagegen wird im Kopf simuliert auf der Basis von Vermutungen und Erwartungen. Es folgt eine Abwägung – kann ich mich hier durchsetzen? Was wird passieren? Und es passieren frühe Lernerfahrungen, die das ganze Leben prägen. Bin ich stark oder schwach? Bin ich im Recht oder im Unrecht? Bin ich geschützt – jemand hilft, wenn meine Rechte verletzt werden – oder bin ich hilflos ausgeliefert? Aus diesen Mustern, die sich in der Kindheit etablieren, kommen wir später nie wieder wirklich raus, jedenfalls nicht, was die Gefühle angeht.

Niemand ist gerne Opfer, wenn es um Gewalt geht. Macht erfolgreich ausüben – das ist schön. Aber es wird auch bestraft (sanktioniert), wenn die Gewalt gegen die Regeln ist.

Hier beginnt die Zerrissenheit. Kindern wird im Kindergarten gesagt: Du darfst nicht schlagen. Das ist eine Regel, und die wird mit Macht durchgesetzt. Bloß – was sie auch lernen MÜSSEN – wenn du dich nicht mit Gewalt behauptest, bist du verloren, denn die Erwachsenen sind nicht immer da als Schutz und Sicherheit, und andere Kinder sind zum Beispiel vom Temperament her sehr viel weniger regel-konform, nutzen Schläge also freimütig. Also wird vom kind erwartet, zu lernen, wann es mit wie viel oder wie wenig Gewalt wie gut durch kommt.

Und der Aspekt, den wir gerne nicht sehen wollen: Die Erzieherinnen verwenden andauernd Gewalt, sie strafen psychisch und physisch – was gerne abgeleugnet wird, aber mein Sohn hat es mir berichtet – zwicken, boxen, schmerzhaft fest greifen, herumziehen, einsperren, anschreien, beschämen, ausgrenzen, schikanieren, gezielt nicht helfen bei Situationen der Hilfsbedürftigkeit wie dem Klo-Gang etc. Vorschule, Schule, da ist es ähnlich.

Und natürlich verwenden Eltern viele Formen von Gewalt und Machtausübung. Erziehung ist leider nicht nur Lernen am Model (gutes Vorbild bzw. schlechtes Vorbild), sondern regelhaft ist sie gewaltförmig.

Wie sollte das auch anders sein? Einem Kind kannst du nicht argumentativ begründen, warum es besser sein soll, in die Kita zu gehen, als zuhause zu spielen. Wenn es nicht will, aber du zur Arbeit musst – dann zwingst du dein Kind, eben weil du selbst auch unter Zwang (Zeitdruck, Arbeitszwang, sogenannte Verantwortung) stehst.

Während ich das schreibe, höre ich eine Nachbarin im Treppenhaus, wie sie ihr Kind anschreit und zurechtweist. Es tut mir weh, und das Kind und die Mutter tun mir leid.

Eltern können nur sehr bedingt etwas dafür. Sie machen das ja nicht gerne. Sage ich was dazu, wenn ich so etwas sehe wie Mutter schlägt Kind, dann gibt es eine zornige aggressive Abwehr, die klar das zugrunde liegende Schuldgefühl offenbart.

Ein häufig vorgebrachtes Pseudo-Argument in diesem Zusammenhang: Ich schlage nicht. Also erziehe ich gewaltfrei. Damit fühlen sich Mittelklasse-Eltern den Proleten aus der Unterschicht moralisch überlegen. Leider stimmt das nicht.

Es ist wissenschaftlich sehr gut belegt, dass die FORM der Gewalt keine Rolle spielt für ein Gehirn. Der Schmerz – und damit die bleibende Programmierung, der psychische Schaden, das Trauma – ist genau gleich, egal ob psychisch, physisch oder beide Formen der Gewalt eingesetzt werden. Wer schreit, schimpft, psychisch Machtmittel benutzt, ist nicht gewaltfrei.

Möglicherweise – aber das wird sicher mißverstanden, trotzdem schreibe ich den Gedanken auf – ist eine Bestrafung physisch besser, denn sie ist ein körperlicher Kontakt von kurzer Dauer. Hintergrund: Strafe nutzt nur, wenn sie unmittelbar dem zu strafenden Verhalten zeitlich folgt. Sie muss eindeutig sein – weil sonst das Gehirn alle Verhaltensweisen hemmt, die rund um die Bestrafung aufgetreten sind. Strafe darf auch nur selten erfolgen, sonst passiert Gewöhnung, und die Strafe wird wirkungslos. Deswegen ist Schimpfen oft so dermaßen ohne Effekt. Auch wichtig zu wissen: Ein Teil der Menschen reagiert ÜBERHAUPT NICHT auf Bestrafung, egal wie hart. Und alle Menschen lernen nur dann wirklich etwas, wenn es Belohnung gibt – nur dadurch wird aktives Verhalten langfristig und beständig geprägt. Passivität (Angst, letztlich Depression) dagegen wird durch psychische Mißhandlungen gebahnt.

Nach diesem Ausflug in die Grundlagen der Psychologie kurz rekapituliert: Die Standardeinstellungen – was Leute sagen, dass sie für richtig halten. Es geht jeweils um Macht und Gewalt.

  1. Gewalt – definiert als verletzen, schlagen, töten – ist moralisch falsch.
  2. Kinder müssen Regeln lernen durch Erziehung. Man mus sie zwingen.
  3. Man darf und muss sich selbst behaupten. Das müssen Kinder lernen. Sie dürfen sich aber nur gegen andere auf gleicher oder niederer Hierarchie-Ebene durchsetzen – nicht etwa gegen Erwachsene.
  4. Ohne Staat und Polizei könnte eine Gesellschaft nicht existieren. Sie schützen die Institutionen Familie, Schule, Arbeitsplatz, Privateigentum etc.

Und noch mal der Hinweis – bei den meisten Konflikten geht es um wem gehört was und wer darf bestimmen.

Das ist deswegen wichtig, weil es die gesellschaftliche Dimension aufzeigt. Eigentum und Machtverhältnisse sind in unserer Gesellschaft ja weder zufällig noch durch eine gemeinsame Übereinkunft (Konsens) bestimmt. Sondern es haben welche Besitz, weil sie aus einer Familie mit Besitz kommen. Kinder haben, was Eltern ihnen geben (können). Und es haben welche Macht, weil sie in sozialen Rollen sind, die letztlich die vorher Mächtigen (der Staat und die Besitzenden) definiert und als Posten an von ihnen ausgewählte Personen vergeben haben.

Nun der Kernpunkt meiner Ausführung: Überall ist Gewalt. Die von oben nach unten wird für legitim erklärt, die von unten nach oben wird bestraft und kriminalisiert. Alle sind Opfer von Gewalt, und alle sind Täter. Was jeden Tag passiert, verletzt uns alle. Die Kinder heute tun es morgen ihren Kumpels und in der Zukunft den eigenen Kindern an. Und wir sind die Kinder von neulich, denen Gewalt angetan wurde.

Wofür das alles? Weil wir nicht frei sind, sondern arbeiten und profitabel sein müssen. Nennt sich Kapitalismus. Die Zurichtung von Menschen auf diesen Zweck bedingt die enorme verdeckte Gewalt in der Gesellschaft. Je mehr Konkurrenz, umso härter die Zurichtung. Das Spiel Alle gegen Alle ist kein Spiel, sondern es macht uns alle kaputt.

 

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Liberalisierung (Privatisierung) von Wasser

Ein lebenswichtiges Grundgut zum privaten Eigentum zu wandeln – das ist schon mit Land, Pflanzen, Tieren, uns Menschen, mit Häusern und Wohnungen etc. passiert. Das Ergebnis immer: Hast du nichts, kriegst du nichts. Es gibt Landlose und Wohnungslose, Hungernde, es gibt die grausame Realität der Tierfabriken, die abgeholzten Wälder.

Nun also Wasser. So sterben die Armen schneller aus – nur drei Tage, dann sind sie tot.

Zynisch, aber so sieht es aus. Wer meint, das sei so nicht – heute verhungern sehr sehr viele Menschen, während die Discounter Nahrung wegwerfen und Leute strafrechtlich belangen, die sich was aus dem Müll fischen.

Natürlich kommt dieser Aspekt – wenn Wasser privat ist, kann der Preis des Wassers leicht das überschreiten, was sich Menschen leisten können, die wenig oder kein Geld haben – in der Diskussion nicht vor, wenn mensch sich die Überlegungen des Umweltbundesamtes ansieht. Auch die Frage – was passiert in den Gegenden, wo es sich nicht mehr lohnt, die Versorgung anzubieten, wird nicht gestellt.

2000, Umweltbundesamt. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1/dokumente/1888.pdf

Bei der Eisenbahn haben wir es gesehen, bei der Telekommunikation auch: Es gibt automatisch abgehängte Gebiete.

Da gibt es dann in Zukunft halt kein Trinkwasser mehr? Wer privates Grundwasser anbohrt, ist ein Dieb? So wie früher, als das Wild im Wald auf einmal nicht mehr allen, sondern dem Fürsten gehörte – wodurch ein neuer Typ von Kriminellem geschaffen war – der Wilderer.

Hier ein Beitrag vom Deutschlandfunk zur Liberalisierung des Wassers. Mehr dazu, wenn ich mehr recherchiert habe (falls ich dazu komme).

Im Grundsatz – wo kommt das private Eigentum eigentlich überhaupt her? Es gab in der längsten Zeit der Menschheitsgeschichte wenig, was als Eigentum angesehen wurde. Das, was du an dir getragen hat, vielleicht eine Kiste voll. Vielleicht ein Pferd. Aber nicht 30% von New Jersey.

Dann kam ein Prozess, der sich durch die Geschichte zieht, und den Rosa Luxemburg beschreibt als ursprüngliche Akkumulation – das Allgemeingut (die Allmende) wurde zunehmend zum Privateigentum. Immer durch Gewalt und mit Macht gegen Widerstand durchgesetzt. Das kann bei Marx nachgelesen werden.

Historisch betrachtet trifft genau zu, was Proudhon gesagt hat: Eigentum ist Diebstahl.

Es findet sich ebenso in der Bibel: In den Häusern der Reichen liegt das geraubte Gut der Armen – das sagt der Prophet Jesaja.

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Antisemitismus (einige Gedanken dazu)

Nicht sehr sortiert. Ein langer FB-Post. Damit er wiederfindbar ist, abgelegt als Notiz.

At every point Martin was available and he wanted to believe that the best outcomes were possible. A genuine humanitarian, someone whose writing of history taught him we could always do better in the future if we are able to learn the lessons of history.

— Gordon Brown

Sir Martin Gilbert ist mir aufgefallen, weil ich nachgelesen habe über die Geschichte der Familie Kushner.

In diesem Zusammenhang eine Menge an Gedanken, die als verbindendes Element Judentum und Antisemitismus haben.

Jared Kushner, Sohn von Joseph und Rae Kushner, ist ein millionenschwerer Immobilien-Manager und Berater von Donald Trump.

Er ist verheiratet mit Ivanka Trump und unter anderem für Mexiko und China der inoffizielle Ansprechpartner, außerdem als UN-Sonderbeauftragter zuständig für die Nahost-Friedensgespräche, ein Geschäftspartner von George Soros, Peter Thiel und der Familie Steinmetz, einer der reichsten Familien in Israel (Steinmetz Diamond Group). Natürlich hat er auch mit Goldmann Sachs zu tun. Zudem ist Jared als Chef der von Trump neu geschaffenen American Innovation genannten Gruppe für die Entbürokratisierung der Regierung zuständig. Mit seinem Bruder Murray Kushner (ebenfalls sehr reich und Immobilen-Manager) hat er sich offenbar dauerhaft überworfen.

Über diese Verflechtungen hat n-tv berichtet, und weil der Artikel von Hannes Vogel SEHR nach „jüdischer Weltverschwörung“ klang, dachte ich mir, ich recherchiere das mal. 
Ausgangspunkt waren diese beiden n-tv-Artikel: Die Kushner-Connection im Weißen Haus und Kushners geheime Millionen aus Israel.

Ich habe also damit angefangen, mir anzusehen, wer sind den „diese Kushners“.

Fertig bin ich damit natürlich nicht, sondern eher ganz am Anfang. Den habe ich zuerst gesucht, logischerweise.

Dabei kam ich historisch rückwärts suchend bis zu dem Zeitpunkt, wo es darum geht, was mit den 12.000 Juden und Jüdinnen in Novogrodek (Polen) nach dem Einmarsch der Russen passiert ist (Enteignung) und was dann nach der Besetzung durch Nazi-Deutschland passiert ist (Ghettoisierung, Vernichtung durch Massenmord).

Hier geht die Geschichte der Kushners – soweit dokumentiert – los: In Novogrodek ist Rae Kushner (Tochter von Zeidl Kushner, Frau von Joseph Kushner, dem Vater von Jared Kushner) 1923 geboren worden. 2004 ist sie gestorben. Sie hat den Holocaust überlebt, war mit 600 Menschen eingesperrt – dann Flucht durch einen heimlich gegrabenen Fluchttunnel, 170 Menschen haben es überlebt von den 250, die geflohen sind. Leben im Wald mit Partisanen, 1200 Partisanen waren das unter der Führung von Tovya Bielski. Von den geschätzt 20.000 – 25.000 Partisan*innen in Polen waren die meisten kommunistisch und in der Regel antisemitisch, so dass die jüdischen Partisanen auch gegen andere Partisanengruppen zu kämpfen gezwungen waren.

Artikel dazu: David Rosenthal – Jewisch Resistance in WW II (Jewish Frontier – NOVEMBER DECEMBER 1997 – story of bielkis partisans

In den Wäldern (markiertes Gebiet, Wälder und Sümpfe) gab es jüdische Widerstandsgruppen, die von den seit Generationen im Wald lebenden Holzfäller-Familien geleitet waren und die völlig ohne Unterstützung von Außen arbeiten mussten, da sie von den anderen Partisanen, die durch die Russen unter Stalin unterstützt waren, ebenfalls angefeindet wurden – deren Antisemitismus war ähnlich stark ausgeprägt wie der der Deutschen, so dass Erschießungen von Juden als „Spione“ durch von Russland unterstützte Partisanen-Gruppen durchaus oft passierten.

Martin Gilbert hat neben seinen vielen Arbeiten über Winston Churchill auch historisch geforscht über den jüdischen Widerstand in der Zeit des 2. Weltkrieges und – zeitlich später – über die Refuseniks – Menschen, die versucht haben, die Sovietunion zu verlassen; die Stellung eines Ausreise-Antrages führte regelhaft zu einer massiven Diskriminierung, meist Entlassung aus der Arbeit (für ALLE Familienangehörigen) und anschließend Gefängnisstrafen wegen „Sozialparasitismus“.

Der Antisemitismus in Europa – in Deutschland, Polen, Russland – ist kontinuierlich gewesen und von allen Seiten. Eine „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“ – wie es die Nazis stets gesagt haben – ist da nirgends erkennbar, die Bolschewiki haben Juden und Jüdinnen ebenfalls recht gnadenlos verfolgt.

Aber sie nicht systematisch und industriell ermordet – das ist speziell an den Nazis und macht die Singularität des Holocaust aus.

Genozide gab es oft in der Menschheitsgeschichte – aber nie und nirgends eine solche geplant durchgeführte totale Enteignung, Entrechtung und Vernichtung, die durch einen Staat über seine gesamte Bestehenszeit hinweg konsequent betrieben wurde. Das ist der Grund, weswegen Relativierungen unter Bezugnahme auf andere Menschheitsverbrechen – wie „aber Stalin hat in den GULAGS doch auch Millionen umkommen lassen“ – unangebracht sind.

Wobei unbestritten es etliche mörderische Episoden insbesondere (aber nicht nur) in der Neuzeit gibt, mit jeweils Millionen vertriebenen Menschen und Millionen Toten. Ich bin ganz sicher niemand, der historische oder aktuelle Verbrechen der autoritären Kommunisten, der Nationalisten oder der religiösen Gemeinschaften und generell von organisierten Gruppen nicht wahrnimmt oder gar leugnet.

Natürlich ist der sogenannte Labor Zionism stark sozialistisch orientiert gewesen, mit vielen Menschen, die ein Israel aufbauen wollten, in dem die Juden und Jüdinnen eben nicht kapitalistisch leben. Diesen Aspekt – das Menschen, die im Judentum verwurzelt sind, Vordenker*innen der sozialistischen Bewegung waren – bestreitet niemand.

Zurück zu Jared Kushner. Trumps Tochter Ivanka ist mit Jared verheiratet und wegen ihm zum Judentum konvertiert, und die Familie hat viel Geld und sehr reiche Freunde mit sehr dubiosen Geschäftsmethoden.

Antisemiten werden das freudig zur Kenntnis nehmen – aha, da ist doch wieder der Beweis, dass USA und Israel gemeinsam das Böse auf der Welt darstellen und hinter allem die bösen Juden stecken.

  • Gegen Juden sein, das vereint (extreme) Rechte weltweit.
  • Gegen Juden sein ist auch gemeinsamer Nenner von arabischen Nationalisten aller Art sowie von (vielen) islamischen und allen islamististischen Organisationen. Wobei das Goldene Zeitalter der jüdischen Kultur unter der schützenden Herrschaft der islamischen Zivilisation statt gefunden hat – in dieser Zeit waren die Europäer sehr unzivilisiert und gewalttätig und weit davon entfernt, irgendwie der fortschrittliche Kontinent zu sein, der sie in den Köpfen vieler westlicher Leute heute und hier angeblich schon immer waren. Dabei ist die „Barbarei“ historisch hier erst kürzlich beendet worden, wenn überhaupt. Mit dem Finger auf „die Muslime“ zeigen, das ist historisch gesehen dermaßen unsinnig, dass es zum Schreien ist. Hochkulturen, da ist Europa wirklich erst lange nach vielen anderen mal an der Reihe gewesen. Hier war kulturell praktisch nie was los, was der Rede wert gewesen wäre. Nicht mal schreiben konnten sie, und die EDDA ist zwar spannend, aber kein Vergleich zu dem, was anderswo so entstanden ist.
  • Bei den sogenannten Linken ist Anti-Amerikanismus weit verbreitet, worin die antisemitischen Stränge ebenfalls deutlich sind. Soweit mit links eine emanzipatorische und humanitäre Richtung gemeint ist, sind Antisemiten niemals links, und Linke niemals bewußt Antisemiten.
  • „Israel-Kritik“ ist lediglich ein anderes Wort für Antisemitismus, was weniger verbraucht und mörderisch klingt. Im Kern meint es: „Bloß weil die Juden und Jüdinnen ansonsten ausgerottet werden, haben sie dennoch kein Recht, sich eine Nation gewaltsam zu schaffen“. Übrigens gibt es für kein Land der Welt eine solche „Kritik“ – außer für Israel. Oder hat schon mal jemand von „Deutschland-Kritik“ gehört oder gelesen? Das gleiche gilt für die „Besetzten Gebiete“ – nirgendwo sonst gibt es diese besondere Floskel, höchstens für die ehemalige DDR, wo es auch eine Weile hieß „derzeit sowjetisch besetzte Gebiete“. Umstrittene Territorien gibt es allerdings jede Menge, praktisch bei JEDEM Staat und jeder Nation sind Gebiete da, die irgendwie mehr und andere, die irgendwie weniger dazu gehören – eben weil Nationen und Grenzen auf Macht und Gewalt basieren. Texas beispielsweise, wo liest man „derzeit von den USA besetzte mexikanische Gebiete“? Auch die „derzeit von Deutschland besetzten Gebiete der Dänen“ werden so in der Regel nicht bezeichnet. Womit ich jetzt NICHT mißverstanden werden mag – es ist mir nicht egal, wie es den Palästinensern ergeht, und kein Staat darf beliebig Menschenrechte mißachten (auch wenn alle Staaten das tun, in unterschiedlichem Ausmaß – wobei halt ohne Staaten wohl auch keine Menschenrechte da wären, aber das ist ein anderes Thema). Was ich aber sage: Jüdische Menschenrechte sind ohne einen Staat Israel praktisch nicht denkbar bzw. zu fragil, diese Ansicht teile ich.
  • Von den Verschwörungstheoretikern brauche ich gar nicht anzufangen, da läuft es IMMER auf Antisemitismus hinaus. „9/11 was an inside job“. Und was ist dann die Wahrheit der Truther-Bewegung? Natürlich diese: „Es stecken DIE Juden dahinter“. Und natürlich paßt das irgendwie, denn das WTC gehörte einem reichen Juden, und damit ist die „Theorie“ bereits bewiesen. Dass es zum Wesen einer Theorie gehört, dass sie prüfbar (widerlegbar) sein muss, ist zu hoch für die Truther. Nicht umsonst gibt es diese breiten Überschneidungen mit allen anderen Sorten von geglaubten Unglaublichkeiten bei dieser Bewegung von erklärungssuchenden Menschen – Aliens, Ufos, Blood Lines, gefakte Mondlandung, „Holocaust ist nie passiert“, Nazideutschland wurde von Polen angegriffen, Hohlwelttheorie, Chem-Trails, etc. pp.

Sir Martin Gilbert ist Jude.

Bereits das reicht, um ihn für Antisemiten als unglaubwürdig zu stempeln. Entsprechenden Angriffen war er natürlich bereits des öfteren ausgesetzt.

Ein der historischen Forschung gewidmetes Leben und eine Liste von veröffentlichten Büchern, die gemeinsam ein enormes Regal füllen – voll mit kleinen und kleinsten Details und Quellenangaben, so wie bei Historikern allgemein üblich – ist dagegen irrelevant, denn:

Wer ein einfaches Weltbild hat, läßt sich durch Fakten bekanntlich nicht verwirren oder gar korrigieren.

Die schlimmste Weltanschauung, das ist die Weltanschauung der Leute, die sich die Welt nie angeschaut haben.

Selten habe ich etwas gehört, was so wahr ist, wie dieser eine Satz.

Für Komplexität haben viele Menschen wenig Verständnis.

Antisemitismus funktioniert wie ein Kurzschluss: Weil es mächtige reiche Juden gibt, ist er bereits bewiesen.

Ein Gegenbeweis ist in so einer Logik unmöglich.

Es gibt Juden, manche davon sind enorm reich und verwenden fiese Geschäftsmethoden – was sie mit Nicht-Juden übrigens gemeinsam haben, und wer das in Frage stellt, sollte mal zu einem Arzt gehen.

Weil das so ist, lassen sich immer „Connections“ zu Juden finden. Wir leben in einer Welt, die global verbunden ist durch das Börsensystem, durch Aktien und Investitionen. Jeder reiche Mensch hat da Anteile, ergo gibt es auch immer Anteile von jüdischen Personen und von Institutionen, wo Juden vertreten oder auch führend sind.

Allerdings sind keineswegs ALLE Juden reich oder mächtig, weder jetzt noch früher — sondern es sind die meisten Juden ermordet worden von Antisemiten, und das waren sehr oft bitter arme, ausgegrenzte Menschen.

Es sind auch keineswegs ALLE Juden jemals einer Meinung gewesen, oder werden es je sein – darin unterscheidet sich diese Gruppe nicht von irgend einer anderen auf der Welt, auch wenn das noch so oft behauptet wird im Rahmen der typischen Dämonisierung.

Dämonisierung, das ist ein wichtiger definitorischer Aspekt des Antisemitismus.

Inhaltlich: Alle Juden sind a) gleich und b) böse sowie c) nur böse.

Dämonisierung ist wiederum Bestandteil jeder Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit: Menschen werden anhand von EINEM Merkmal als Gruppe zusammen gefaßt, und es wird für alle Mitglieder der Gruppe gesagt, sie wären a) auch in ALLEN anderen Hinsichten gleich sowie b) sie wären schlecht, böse, etc.

Wieso ist es wichtig, über diese Dinge sich schlau zu machen?

Was Israel heute ist, läßt sich ohne Kenntnis der Geschichte – ohne ein fundiertes Wissen über die Verfolgung der Juden durch die gesamte Geschichte der Menschheitsgeschichte hindurch – nicht mal im Ansatz verstehen.

Auch, was in USA passiert, wird erst verständlich, wenn Geschichte bekannt ist.

Wer natürlich nur einen Feind sucht, ist mit den Juden perfekt bedient – das hat Hitler erkannt, und es ist in „Mein Kampf“ ja nachlesbar, wie er erklärt, dass zu Propagandazwecken alle faktisch unterschiedlichen Gruppierungen, gegen die er vorzugehen sich vorgenommen hatte, zu einem einzigen Feind gemacht werden müssen in der Demagogie, weil eben das Volk eine einfache Erklärung sucht, wünscht und braucht.

Mit anderen Worten: Hitler war sehr bewußt, dass es nicht stimmt, dass hinter allem die Juden stecken. Und ihm war klar: Eine solche Erklärung hat dennoch sehr viel Durchschlagskraft. Zumal sie auf Ressentiments aufbaut, die bis in die Entstehungszeit der Juden zurück reichen und für die es überall und weltweit Anhänger*innen gibt.

Antisemitismus war und ist ein weltweites Phänomen.

Antisemitismus ist in seinen heutigen Formen nicht verständlich, ohne auf den ursprünglich „christlichen“ Anti-Judaismus zurück zu schauen. Christlich in Anführungszeichen, den Jesus war natürlich Jude und ein Rabbi, ein Gelehrter der Schrift und des Glaubens – wer ein Christ sein mag, kann daher nicht wirklich zugleich ein Antisemit sein.

Anti-Judaismus ist Judenfeindschaft, die sich als theologisch begründet sieht – „die Juden haben den Messias umgebracht“. Korrekterweise müßte man sagen „Einige mächtige Juden haben einen politisch nicht sonderlich mächtigen, aber offenbar bedeutsamen Juden, der ihnen theologisch nicht gepaßt hat, hinrichten lassen“. Mal abgesehen davon, dass es natürlich die Römer waren, die zu der Zeit die Herrscher waren, aber niemand macht deren heutige Nachfolger – die Italiener – für den Tod des Messias verantwortlich, woran man schon sieht – das ist Unsinn. Bloß hat es halt die Basis gebildet für viele Feindschaften, die oft wirtschaftlich und politisch motiviert waren und dann theologisch verbrämt wurden.

Nebenbei bemerkt – der zweite Weltkrieg war angesichts leerer Kassen des Deutschen Reiches praktisch undurchführbar, wenn nicht das Regime den Raub- und Vernichtungskrieg organisiert hätte – also das systematische Ausschlachten aller möglichen Geldquellen unter planmäßiger Ermordung der Eigentümer. Wobei – das ist bekannt – die Schweizer Banken eine wichtige Rolle spielten. Ohne sie wäre diese kriminelle Unternehmung gar nicht möglich gewesen.

Übrigens – eine Welt, in der kein einziger Jude mehr lebt, wird dadurch nicht plötzlich unkapitalistisch oder sonstwie ein nationalsozialistisches Paradies.

Wenn ich auf Vertreter*innen von eliminatorischen Ansichten („alle Juden ausrotten“) treffe, frage ich immer nach – was wird anders sein, wenn sie alle tot geschlagen sind, und wie kommt das zustande?

Dann bricht das schnell zusammen, denn es ist offensichtlich, das auch noch so „reinrassige“ Nationen sich hierarchisch organisieren, mit Reichen und Armen, und dass es zwischen Menschen fies zu geht, egal welche es sind.

Das Nachfragen lohnt: Ich kannte mal einen, der war erst Metaller, später Nazi, und hatte da seine Skinhead-Freunde. Den habe ich nach Jahren wieder getroffen und gefragt, wie es denn mit seinen Freunden so gelaufen ist. Stellte sich heraus, er hat sich da abgesetzt, weil sie ihm im Suff die Bude zerstört hatten, und er das Ausländer-klatschen nicht wirklich mochte. Heute ist das ein prima Kerl, hoch anständig und geläutert, und ein Menschenfreund.

Auch das sollten Leute im Kopf haben oder sich bewußt machen, die antifaschistisch denken und handeln:

Mit „alle Nazis weg klatschen“ oder „Nazis raus“ ist per se nichts gewonnen. Sicher ist es gut, ihnen kein Territorium zu überlassen und rechten Straßenterror soweit möglich wirksam zu unterbinden. Aber das ist nicht mit Gewalt allein lösbar. Sondern, es geht darum, was steht dahinter – Bedürfnis nach Zugehörigkeit, nach Anerkennung, Freundschaft, soziale Unterstützung durch eine Gruppe, gemeinsame Aktivitäten.

Es kommt darauf an, Begegnungsräume auf zu machen, Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen, die aus Wertschätzung und gegenseitigem Respekt basieren, wo Menschen was über andere lernen können, wo es möglich wird, aus einem Freund-Feind-Schema aus wieder raus zu kommen und sich gegenseitig ein wenig zu kennen, gemeinsame Dinge zu finden und darauf aufzubauen.

Denn auch Nazis (oder Salafisten, „Terroristen“, etc.) sind in erster Linie Menschen, und eben keine „Monster“.

Die Ideologie ist mörderisch, der Mensch aber kann sich entwickeln und diese krude Ideologie auch wieder verlassen (egal welche es ist). Das ist eine Sache von Erfahrungen und Arbeit an sich selbst und von Arbeit, Sport und Spiel gemeinsam mit anderen.

Konkret: Sobald so ein Nazi-Hool eine Freundin hat, ein Kind, eine Arbeit – da sind dann ganz normale Dinge wichtig, nicht die Gewalt gegen „Feinde“.

Natürlich gilt das für alle gewaltbereiten und gewaltsuchenden Menschen – Nazis, Hooligans, Salafisten, Terroristen, Amokläufer – eigentlich wollen sie nicht töten und getötet werden, sondern gut und menschenwürdig leben und auf ihre Leistung stolz sein, Freunde und Freundinnen haben, lecker essen, sinnvoll arbeiten, angenehm wohnen etc.

Angst, Armut, fehlende Bildungschancen, fehlende Gelegenheiten gesellschaftlichen Mitmachens, abgehängte Menschen, generell soziale Isolation und Ausgrenzung und vor allem Abwertungserfahrungen sind der Nährboden für Gewalt, Kriminalität und Extremismus.

Genau darum nutzen auch verkürzte Lösungsansätze wie „mehr Polizei fängt mehr Verbrecher“ (FDP, CDU, AfD, Teile der SPD) rein gar nichts. Vom Einfangen und Einsperren gehen doch Verbrecher nicht weg, und da Verbrechen eine reichlich willkürliche Kategorie ist – es geht um Macht und Besitz, die angeeignet werden – wird es das IMMER geben, solange es da was anzueignen gibt und solange es manche brauchen oder für nötig halten, sich etwas notfalls auch gegen geltende Gesetze zu nehmen, was ihnen nicht bereits zur Verfügung steht.

Von Verbrechen wird gesprochen, wenn es kleine Leute tun. Wirtschaftskriminalität und insbesondere Steuerhinterziehung wird praktisch nicht verfolgt, da wo sie von den Großen betrieben wird – ebenso wenig wie der fortgesetzte Raubzug, den wir im Rahmen des Neoliberalismus als Privatisierung zu bezeichnen erzogen wurden.

 

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Allen Kindern beide Eltern – Väteraufbruch für Kinder e.V.

Der Verein Väteraufbruch für Kinder bietet Unterstützung und Beratung für Väter, die erleben, wie ihren Kindern der Vater weg genommen wird durch Mütter, die glauben, sie dürften das.

Es gibt eine Website, eine Selbsthilfegruppe, Informationsveranstaltungen, und auch gelegentlich Demonstrationen für ein an die Realität angepaßtes Familienrecht. Denn dass es Väter gibt, die ihre Kinder lieben, kann niemand bestreiten. Auch nicht, dass es lieblose Mütter gibt. Und alles dazwischen, natürlich.

Daher: Allen Kindern beide Eltern. Ausnahmen müssen absolute Ausnahmen sein (dann, wenn es wirklich gar nicht geht) – nicht die Regel, wie es heute ist (weil der Mutter irgendwas nicht paßt oder sie sich am Ex rächen mag).


Kinder sind kein Besitz. Und sie sind keine Waffe gegen Ex-Partner.

Ein Kind so zu beeinflussen, dass es dem anderen Elternteil entfremdet wird und ihn (oder sie) schließlich nicht mehr sehen will, ist leicht. Das nennt sich Parental Alienation. Einen Mann als schlecht für das Kind hin zu stellen ist auch leicht. Und beides passiert oft. Der ist unzuverlässig (während sie die Verabredungen platzen läßt, was nie ihre Schuld ist). Der kümmert sich nicht (während sie ihn nicht informiert und nicht einbezieht). Und so weiter.

Außerdem kann immer behauptet werden, es habe Gewalt oder Bedrohung gegeben. Bereits die Andeutung von sowas reicht, einen Beweis führen braucht keine Mutter. Noch ein paar Krokodilstränen, und fertig ist das arme Opfer – was dann dazu führt, dass die Mutter das Sorgerecht alleine bekommt.

Oder, wenn verzweifelte Väter vor der Schule warten, um wenigstens das Kind mal aus der Ferne zu sehen, dann ist das schnell Stalking oder Belästigung. Noch mehr, wenn sie vor dem neuen Zuhause des Kindes auftauchen. Mütter, die einfach so umziehen, sind dagegen nie in Gefahr, irgendwie belangt zu werden – gemeinsames Sorgerecht hin oder her. Sie treffen Entscheidungen wie es ihnen paßt, und scheren sich einen Dreck um die Meinung des Vaters.

Leider machen auch Jugendämter und Gerichte oft genug bei diesem bösen und grausamen Verbrechen mit in der verbreiteten und völlig falschen Annahme, dass es einen Teil der Menschheit gibt, der irgendwie biologisch eher geeignet erscheint, gut mit kleinen Menschen umzugehen.

Bloß weil aus Menschen mit zwei X-Chromosomen eine Weile lang Milch raus kommt, heißt dass noch lange nicht, dass sie auch Liebe geben können. Oder eine Haltung zu ihrem Nachwuchs haben, die zu einem guten Aufwachsen substantiell beiträgt.

Aber wir leben hier in Deutschland in einer Gesellschaft, in der eine Frau automatisch im Recht ist, wenn es um ein Kind geht. In der eine Frau automatisch das Opfer und ein Mann automatisch der Täter ist – da muss Polizei und Justiz nicht mal drüber nachdenken.

Wie das heißt, weiß ich nicht – umgedrehter Sexismus?

So, wie wenn ein sogenannter weißer und ein irgendwie weniger weißer Mensch einen Konflikt haben – da ist dann der weniger weiße Mensch automatisch schuld. Was wir als Rassismus kennen.

Natürlich ist mir bewußt, dass es ansonsten überall so läuft, wenn ein Mensch sogenannt männlich ist und ein Mensch weniger männlich, dass dann der männlichere Mensch recht hat – also Patriarchat und Sexismus. Ist in jeder Diskussion zu erleben – Frau sein bedeutet, weniger Glaubwürdigkeit zu haben.

Bei Familie und Kindern ist es aber umgekehrt.

Da muss ein Vater sehr viel Geduld aufbringen und kämpfen, wenn die Mutter den Umgang vereitelt und das Kind abschneidet von der väterlichen Familienlinie.

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2017-04-07 Angriff der US-Kräfte (Flugzeugträger) auf Shayrat (eine Zusammenstellung von Recherche-Ergebnissen)

Statt am Ostermontag – wie ich es sonst eigentlich immer tue – auf den Ostermarsch zu gehen, habe ich mich diesmal lieber am PC mit Krieg und Frieden beschäftigt. Eher mit Krieg, tatsächlich.

Die untere der beiden Basen ist Shayrat.

Shayrat ist die zweitgrößte Luftwaffenbasis in Syrien und untersteht unmittelbar dem Assad-Regime.

Die größte Luftwaffen-Basis ist Hmeimim in der Küstenregion Latakia – diese Basis wird von den Russen selbst betrieben, die in Tartus ihren Stützpunkt für Marine haben – den einzigen überhaupt in der Gegend, daher von hoher Bedeutung für sie) – während Shayrat von den Syrern betrieben wird, aber eben auch russische Helikopter beherbergt.

Reichweiten des russischen S-400 Raketensystems (kann Flugzeuge abschießen): 40 Km, 120 Km, 250 Km, 400 Km.
Jedes Eingreifen von Türkei, Israel oder USA in den Krieg mittels Flugzeugen kann durch Russland potentiell verhindert bzw. erschwert werden, weil Putin anordnen kann, diese abzuschießen.
Die in Latakia stationierten russischen SU-24 Kampfjets haben eine Reichweite von 3000 Km. Hin- und Rückflug also 1000-1500 Km (roter Kreis).

Die Basen in Latakia (Airbase) und Taurus (Hafen) sind für Russland enorm bedeutsam. Sie sind der einzige russische Brückenkopf in dieser Region.

Wenn mensch sich die Karten ansieht (die ich selbst gebastelt habe, also nicht unbedingt wirklich starke Daten, nur was ich eben im Internet dazu finden konnte, in grober Annäherung), da sind die Reichweiten des dort installierten Anti-Flugzeug-Raketensystems S-400 und der SU-24 Kampfjets eingezeichnet – wird klar, wieso dieser Krieg ohne Russland nicht beendet werden kann.

Roter Zeiger: Die angegriffene Airbase. Roter Diameter – die Reichweite der Raketen, die verwendet wurden. Der Abschuß erfolgte aus dem Mittelmeer von US-Flugzeugträgern. Mit Tomahawk-Raketen kann auch problemlos Iran angegriffen werden – das ist gut ersichtlich.

Nun zu den Tomahawk-Raketen. Die wurden von zwei Flugzeugträgern der US-Streitkräfte im Mittelmeer abgefeuert. Wie weit so eine Tomahawk-Rakete fliegen kann (1300 bis 1700 Km, je nach Typ) ist ebenfalls erstaunlich.

1,36 Millionen US$ kostet eine solche Tomahawk-Rakete.

Der Abschuss von 59 Tomahawk-Raketen auf den Luftwaffenstützpunkt Shayrat bei Homs, wo syrische und russische Luftwaffe stehen, hat nach meiner Rechnung 80 Millionen US $ gekostet – nur Materialkosten.

Kursverlauf der Raytheon-Aktie

Passend dazu sind die Aktien von Raytheon – dem Hersteller der Tomahawk – im Kurs gestiegen. Nicht enorm, aber doch genug, damit es sich lohnt für die Kriegsgewinnler, nicht zuletzt den Präsidenten: Denn natürlich besitzt Trump solche Aktien. Praktisch. So kann man auch gut Gewinne erzielen mit Krieg [1].

Eine kleine Abschweifung: Vannevar Bush, Gründer von Raytheon (1922), war auch der Mann, der das Manhattan Projekt angestoßen hat (die Entwicklung der Atombombe) und grundlegende Ideen zu dem, was später PC-Technik, Computer und Internet geworden ist, geliefert hat. Douglas Engelbart (der die Maus erfand) und Ted Nelson (der Hypertext erfand) würden durch seine Schrift As we may think wesentlich inspiriert.

Ergebnis des Bombardements nach US DOD:
Die Russen waren vorher gewarnt worden und haben wohl ihre Maschinen in Sicherheit gebracht.

Wo Sputnik (also Russland) dahinter steht, ist stets Skepsis angebracht, weil Sputnik und RT ständig und umfassend Disinformation betreiben, mit einer Mischung aus Falschmeldungen, Umdeutungen, Auslassungen etc. Da das sehr systematisch passiert, ist meine Ansicht, ich sollte die völlig außer Acht lassen. Aber das Bild war einfach zu gut.

Auch 5 syrische Jets haben es überstanden und sind wohl bereits wieder Einsätze von dort geflogen.

Militärisch also eher nutzlos, die Aktion. Ein paar Löcher in den Boden gesprengt – für 80 Millionen Dollar.

„Der Raketenangriff, bei dem 59 Tomahawk-Raketen des Rüstungskonzerns Raytheon zum Einsatz kamen, die 1,4 Millionen Dollar pro Stück kosten, ließ die Aktien des Unternehmens in die Höhe schnellen. Dieser Schub ließ am Freitagmorgen den Marktwert von Raytheon um rund $1 Milliarde Dollar ansteigen. Offenlegungsanträgen zufolge investiert Präsident Trump in Raytheon, was bedeutet, dass er direkt von dem Angriff profitiert hat.“ [1]

Quelle: 1. Democracy Now!: https://www.democracynow.org/2017/4/10/headlines

EDIT: Ansich will ich einen eigenen Artikel zu NATO und Türkei machen, aber das erscheint mir schon mal wichtig: Die USA gehen aus Adana (Incirlic) raus und beziehen Basen in Nordsyrien: http://www.debka.com/article/26004/US-Air-Force-to-quit-Incirlik-move-to-Syria-base

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Was an der Welt nicht stimmt

Leute regen sich auf über dies und das. Nackte, Nippel, nicht normale Menschen, Flüchtlinge, verspätete Bahnen. Und noch nie habe ich gehört, wie jemand über Bomben schimpft, die von Regierungen gemacht und geworfen werden.

Wer mag, sehe sich mal Deagel an. http://www.deagel.com/

Für Krieg sind immer Mittel da – nicht aber, um Menschen zu helfen, sie zu ernähren und zu kleiden, zu behausen, ihnen Bildung, Gesundheitsfürsorge und Alterssicherung zu geben.

Statt dessen Spielzeug für Mörder: https://youtu.be/5F-J7hnAhTs

Und dann diese schwachsinnigen Spinner, die Porno und Sex allgemein für obszön halten, aber Waffen sollten frei verfügbar sein. Ich finde das einfach nur irre.

Wie eine Vulva aussieht, ein erigierter Penis – das darf nicht gezeigt werden. Wie sich Leute tot schießen, jeden Abend im TV. Perverse Gesellschaft.

Und wo kommt es her? Monotheismus. Bücher über das Totschlagen im Namen Gottes. Wichtige Dinge wie ficken und Kinder groß ziehen, das wird als unwesentlich betrachtet. Aber wer tötet, ist prima.

Es ist höchste Zeit, Obszönität neu zu definieren. Regierungen, Waffen, Krieg, Armut, Hunger, Folter – DAS ist obszön.

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Depression

Depression, das ist eine Konfiguration des psychischen Apparats, wo wesentliche Verbindungen nicht funktionieren. Die Sub-Systeme sind da und arbeiten, aber die Integration ist nicht möglich.

Namentlich sind abgetrennt: Lust, Wohlgefühl & Genuß, Liebe — von Denken, Wahrnehmen, Planen, Handeln.

Resultat: Käptn Kopf fragt sich angesichts der Freudlosigkeit: Wofür?

Diese Konfiguration ist unnatürlich. Sie ist etwas Gemachtes. Und es ist sehr energie-intensiv, sie aufrecht zu erhalten. Weil eine negative Energie-Bilanz besteht, führt sie zudem unausweichlich zum Zusammenbruch. Bedeutet: Es kostet Kraft, aber es kommt keine neue Kraft nach, bis totaler Lustverlust und Erschöpfung erreicht und alle äußeren Ressourcen sinnlos ausgelutscht wurden. Und dann ist Suizid eine häufige Reaktion, falls nicht neue äußere Quellen erschlossen und dann leer gemacht werden können.

Weil die Integration nicht funktioniert, sind auch Beziehungen – wo ein ganzer Mensch gefragt ist – nicht führbar. Den Partner kostet es so viel Kraft, bis sie oder er genug hat – aber es ist immer nutzlos, Depressiven eigene Kraft abzugeben.

So funktioniert das nicht.

Sondern: Der Weg raus ist klar und gut beschrieben. Und er muss durch den Depressiven gegangen werden. Nämlich: In der Erkenntnis von ICH BIN KAPUTT steckt eine Aufgabe – REPARIERE DICH SELBST.

Und zwar so: Bereits das Wort KAPUTT gibt den entscheidenden Hinweis … Caput, der Kopf bzw. Schädel. Genau genommen das Frontalhirn, was uns steuert und plant und macht und tut.

Sehr viel von der Art, wie der psychische Apparat arbeitet, basiert auf Hemmung. Schaut man sich Neuroanatomie an, schalten immer Systeme auf andere Systeme mittels negativer Rückkopplung. Wenn A, dann nicht B oder C. Weil sonst das Hirn alles gleichzeitig wahrnehmen und integrieren und tun wollen würde, was Psychose macht, sprich: Totaler Irrsinn.

Das ist technisch nicht drin. Daher ganz gut, wie es eingerichtet ist. Bloß: Wenn halt das Frontalhirn alle anderen Systeme zugunsten von fragwürdigen Zielvorstellungen dauerhaft auf Null setzt, wird das Leben unlebbar.

Nicht Karriere oder tot, sondern (zu viel) Karriere == Tod.

Um ein typisches Beispiel zu nennen. In der Regel geht es nicht wirklich um positive Ziele, sondern um Vermeidung. Die Karriere ist ein Deckmantel für Streben nach Sicherheit durch Geld (eine Illusion), für Streben nach Liebe durch Leistung (noch eine Illusion), für Streben nach Auflösung der inneren Spannung durch symbiotische Verschmelzung mit einem dominanten Elternteil (noch eine Illusion).

Hinter allem steckt ANGST. Und zwar vor Schmerz, Strafe, Vernichtung. Was die Eltern und Lehrer in uns eingepflanzt haben: Sei nicht du selbst, sonst kannst du was erleben (Liebesentzug, eine Tracht Prügel, Abwertung, Beschämung, etc.). Sei ein guter Junge, ein richtiger Mann, eine echte Frau, ein guter Soldat, ein braver Katholik, ein leistungsstarker Mitarbeiter, blablabla.

Alles Bullshit, wenn mensch es damit übertreibt.

Weil Hyperfrontalität (zu viel Kontrolle durch die Ratio) gelernt ist und weil es unnatürlich ist, Inhalte für wahr zu halten, die unglücklich machen, kann der Zustand leicht revidiert werden: Nämlich durch Neues lernen.

Allerdings dauert lernen, und es ist mühsam, weil es wiederholt werden muß, damit das Hirn wächst und sich entwickelt. Ja, da wachsen neue Neuronen-Verbindungen, genau das ist Lernen. Zusätzlich ist blöd, dass unter Angst das Lernen sehr erschwert ist.

Während Vermeidungsverhalten immer sofort eine Belohnung bringt – puh, den Vortrag abgesagt, ich hätte mich bestimmt blamiert – garstigerweise aber die ANGST damit gestärkt und bestätigt wird – ich werde nie Vorträge halten, ich merke auch, ich sage immer weniger gerne überhaupt was persönliches vor irgendwem … und raus gehen, lieber nicht. Etc.

So geht negative Rückkopplung, die entgleist. Normalerweise gibt es eine Art von Kreislauf, immer kommt ein System nach dem anderen dran, Arbeiten, Essen, Erholen, Schlafen, mal Tanzen, Ficken, raus in die Natur gehen, unter Leuten sein, alleine sein, … jede Monomanie ist tödlich, sprich: Immer mehr von immer weniger tun, immer mehr nur eine Sache machen, das ist die Crux bei dieser Geschichte.

Eine Aktivität kann nicht alle Bedürfnisse befriedigen.

Daher besteht die scheußliche Zumutung einer solchen Aufgabe darin, genau gegen das Verbot (was im Kopf programmiert ist) zu handeln. Das geht natürlich nur, wenn darin ein höherer Wert erkannt und dem eine emotionale Bedeutung gegeben werden kann.

Depressive sind nicht gut motivierbar, weil: Alles sinnlos, weiß man doch bereits. Ich habe früher immer gerne gesagt: Wird sicher ätzend. Und so war es dann auch, oft. Weil ein Mindset ja auch zu einer in einer bestimmten Weise eingefärbten Erfahrung führt – Wahrnehmung und Bewertung sind nur schwer zu trennen, und wenn die Bewertung von vorne herein fest steht, folgt ihr die Wahrnehmung natürlich.

Die, die Glück haben, kippen in andere Zustände und erleben da was Anderes. Rausch, Entgrenzung, Rituale – das sind typische Mittel für veränderte Bewußtseinszustände. In denen erfahrbar ist: Aha, ich kann durchaus anders fühlen, wenn mein Frontalhirn mal nicht das Sagen hat.

Um daraus nicht die falschen Schlüsse zu ziehen, bedarf es aber des Verstandes oder der Hilfe zur Erkenntnis – das nämlich einen Weg zu einem Ort zu finden mittels einer magischen Methode NICHT bedeutet, dass nun immer dieses Mittel genutzt werden will. Sondern: Es ist eine Vision, eine Vorschau auf den Menschen, der in einem darauf wartet, entwickelt zu werden, und zwar durch Arbeit an sich selbst.

Glücklicherweise sind Irrwege immer enttäuschend, und dieses Ende der Täuschung ist toll, denn es sagt dir: So nicht, probier was anderes. Und unterwegs lernt mensch nebenbei sehr viel, weswegen Umwege die Ortskenntnis erweitern (sich verfahren, das passiert nur Leuten, die es eilig haben, und an ihrem Leben vorbei leben).

Planen ist gut, weil es das Hirn vor-organisiert und weil es Materialbeschaffung im Vorhinein ermöglicht etc. — aber Pläne gehören insbesondere im privaten Bereich gemacht und dann sofort in die Tonne entsorgt, weil: Leben immer anders.

Ziele sind wichtig, Pläne müssen stabil-flexibel sein, also ich versuche es mal so und sofort wechseln, wenn das Feedback ist so geht es nicht. Stabil-flexibel bedeutet – das will ich erreichen, und zwar so oder so ähnlich (und zur Not auch ganz anders als zunächst gedacht).

So. Hier für heute Schluß, schreibe ich bei Gelegenheit weiter. Wieder ein Stück von dem Buch, was ich immer schreiben wollte, geschafft.

 

 

 

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Verneige dich vor deinen Eltern (als Akt der Selbstliebe)

Denn sie haben einiges dafür getan, dass du da bist und so, wie du heute bist.

Nicht meine Idee – sondern: Ich traf kurz nach 01:00 Uhr beim Heimkommen von ausgedehnter Radtour nach getaner Arbeit aus der Innenstadt daheim ein, mit lauter Taschen und Schlepperei, treffe im Hausflur meinen Vermieter, der ein schlecht verkleideter Bodhisattva ist.

Habe dem gesagt, was auch immer meine bekloppte Mutter ihm gesagt hat – sie hat alle möglichen Leute angerufen, weil sie meinte, ihre „Sorge“ berechtige sie dazu – bei mir alles ok.

Er hat sich na klar nicht beunruhigt, meinte dann, alle Eltern sind bekloppt, so ist das nun mal. Stimmt, ich bin auch Elter, und bekloppt, bloß halt anders als Mom.

Richtig ist: Sie haben einiges getan. Ist viel Arbeit, Elter zu sein. Und schwierig. Und teuer. Und trotzdem – ich könnte kotzen bei der Vorstellung, dass ich dankbar sein MUSS.

Muss einer auch erst mal einfallen, zuerst drei Wochen lang nie ans Telefon zu gehen, wenn ich anrufe, sondern meinen geistig nicht so wirklich auf diesem Planeten weilenden Vater dran zu schicken … und dann nach drei Tagen, die ich offline bin – Radtour gemacht, Handy verloren, gestern Nacht glücklicherweise wieder gefunden – sich Sorgen um mich zu machen.

Bullshit. Ich habe bloß nicht wie der dressierte Affe angerufen zum Geburtstag – that’s all. Zumal der Double-Bind – 1) ruf nicht an, aber 2) wehe du rufst nicht an – hier perfekt inszeniert ist. So ein krankes Hinkel.

Ich versuche alles, um den mörderischen Schmerz zu verarbeiten, den es gemacht hat, dass meine Ex mir meinen Sohn entzieht, speziell: Das letzte Treffen am 7. 3. 2017 kurz vorher per SMS abgesagt; ich sei ihrer Ansicht nach nicht stabil genug – da kann ich nur sagen [ … Bitte hier übelste Flüche, Beschimpfungen, Verwünschungen etc. einfügen nach Gusto, dann mal 1000 nehmen, und das ist nicht genug …]. Möglichst, ohne eine totale Krise zu kriegen und komplett vor die Hunde zu gehen. Braucht harte Maßnahmen, ich habe sehr heftig um Balance ringen dürfen.

Und Mutter? Sie schickt mir per Mail Bilder von

a) lieblichen Blumen (die es, wo ich lebe, nirgends gibt; hier ist nur Beton)

b) Bilder von meinen geliebten und schon Jahre toten Hunden (und ich kann hier keinen Hund haben, was mich ständig schmerzt)

sowie

c) Bilder von mir und meinem Sohn bei mir, wie ich ihm vorlese und wir zusammen lachen (wo klar ist – meine Ex hat einen sadistischen Spaß daran, dass es nie wieder so werden wird; das kann ich daher vergessen).

Bisher nicht ein tröstendes Wort von ihr gehört, nur Bullshit und Gejammer. Und vor so jemand soll ich … mich verneigen? Salz auf die Wunden, immer eine feine Sache. Weil, ich leide ja sonst nicht genug. Danke sehr.

Danke, dass du mich so hart gemacht hast, wie ich heute bin.

Danke, dass du mich so gemacht hast, dass ich keine Beziehungen haben kann.

Danke, dass du mich weiter mit deinem Schwachsinn traktierst, aber bisher nicht einmal auch nur ansatzweise zur Kenntnis genommen und irgendwie Verständnis für die ausführlich ausgebreitete Darlegung von was bei uns als Familie schief gelaufen ist gezeigt hast.

Durch dich habe ich gelernt: Verständnis, das ist was für Weicheier – immer Recht haben ist der Weg nach vorne.

Ich habe auch gelernt: Ich habe immer Unrecht (wenn Mutter in der Nähe ist). Und: Falsch ist richtig. Böse ist das neue Gut. Von Allem ist immer genau das Gegenteil wahr. 

So wurde ich der antagonistische Kotzbrocken, der ich heute bin, und das ist auch der Grund, weswegen ich mich und alle anderen so dermaßen liebe …

Danke auch, dass du deinen Mißbrauch so schön instrumentalisiert hast und damit mich seelisch zu einem Krüppel gemacht hast. Hätte ich ohne deine Hilfe wohl kaum so gut hin gekriegt.

Ich wußte genau, warum ich NIEMALS Kinder machen wollte – weil niemand so ein Leben verdient, und weil mir klar war, ich kriege das nicht mehr aus mir heraus.

Deswegen bin ich auch nicht Lehrer und Beamter (oder sonst irgendwas bürgerliches) geworden, weil:

Irgendwann meinte meine Freundin, ich träte ja in die Fußstapfen meiner Eltern, sie fände das gut. Und weil sie zwar nicht sonderlich helle war, aber hier in diesem Punkt emotional genau getroffen hatte, habe ich das sofort korrigiert und abgebrochen. Bin dann Punk und Hausbesetzer geworden, und seit dem gegen alles. Kann man pubertär finden; in dem Fall ist es wohl eine etwas längere Phase (nun 27 Jahre) und ich kann froh sein, dass das mit den Pickeln sich nach 21 gelegt hat 😉

Der Sohn, das ist passiert, und es war wunderschön, ich bin sehr gerne Vater (eigentlich Mutter), und wegen ihm habe ich sogar versucht, normal und Spießer zu werden (was nicht ging) und nach 6 Jahren war es auch vorbei mit 50:50, noch 3 Jahre drum gekämpft, ihn sehen und mitkriegen zu dürfen — aber heute: Kapitulation. Ich kann ihn nicht schützen vor seiner Mom, die genau so eine […] ist. Und ich nutze ihm nix. So, wie mein Vater nicht schützen konnte (tatsächlich ist er Komplize) und statt dessen halt in einer Anderwelt lebt.

History repeats itself. So ist das nun mal. Tata. Hier noch eine super tiefe Verbeugung.

 

 

 

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