Schreiben, Aufräumen, Sinn, Veränderung

Ich merke, wie ich wieder Lust habe, mit Texten und Bildern am Computer zu arbeiten. Entlang der Linien, die ich bisher entwickelt habe. Kurze Texte, eher Fragmente aus meinem Denken. Beobachtungen und bisherige Versuche. Frage natürlich – wozu?

Der Sinnmacherei habe ich mich bislang verweigert. Eher ist es so, dass ich gerne einige Verbindungslinien skizzieren möchte, vielleicht nur für mich. Möglich aber auch, dass es die fehlenden Puzzle-Stücke sind, die auch anderen Leuten gerade nicht präsent sind. Nützlichkeit niemals ganz auszuschließen.

Kürzlich hatte ich ein Buch über Neuropsychologie seit ewiger Zeit mal wieder zur Hand und drin gelesen. Sehr spannend. Daran orientiert erklärt sich mein Verhalten komplett aus der Funktionswiese des Gehirns, so wie es sich entwickelt hat. Lernen baut Hirnareale aus – die, um sich selbst zu erhalten, aktiv bleiben. Deswegen mache ich viele Dinge, die ich mal gelernt habe, weiter. Auch nicht so wichtig, vielleicht.

Bedeutsam aber, ungewöhnliche Lebensumstände schaffen ungewöhnliche Gewohnheiten. Man gewöhnt sich an alles, und Veränderungen lösen dann Ängste und Zweifel und Vermeidungsverhalten aus. So geht mir das gerade. Ich habe die Chance, etwas an meinem Messie-Chaos zu ändern, Ordnung zu schaffen. Allerdings würden dabei viele Dinge weg kommen, und ich brauche zwar keines dieser Bücher, aber nehme ich auch nur eines in die Hand, fatal – schon interessiert es mich wieder. Nicht alle Bücher, aber tendenziell bin ich in der Lage, für praktisch jedes überflüssige Ding einen guten Grund zu finden, wieso ich es nicht entsorgt habe. Jedenfalls gefühlt ist das so. Natürlich bullshit, aber Leiden entsteht durch Anhaftung, da ist was dran.

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Zeit für eine Veränderung

Der Riss geht durch uns mitten durch – wir sind als Rädchen im System natürlich an der Zerstörung von Lebendigem durch die planetare Abbaumaschine beteiligt. Und die Ökonomie zwingt uns, so wird gesagt. Weil ich am Stadtleben gerade keine Freude mehr habe – sieben Jahre sind genug – gehe ich aufs Land, auf einen Bauernhof.

Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem System angelegt und wollte irgendwie was besser machen, bin gegen Wände gelaufen und habe viel Ärger gehabt. Nun, wo die Arbeit als Therapeut weg ist, und weil ich meinen Sohn sowieso selten sehe, gibt es keinen Grund mehr, sich den Dreck und den Lärm und die vielen elenden Leute zu geben.

Ich will mal was anderes schaffen, mehr Aussteigerhippiepunklandkommune oder so. Wobei mir diese beschissenen Pseudo-Weltverbesserer mit ihrem Gelaber auch auf den Sack gehen. Keine Ahnung. Vernünftig, gesund und bescheiden leben, sich die Zeit mit Arbeiten gestalten, die tatsächlich ein Gefühl von Erfüllung geben, mit diesen Themen will ich mehr zu tun haben.

Habe mir lange genug diese winzige vollgestopfte Bude in einem Beton-Meer gegeben, wo du rundherum gar nichts darfst und nirgends wirklich mitmachen kannst. Mal wo sein, wo ich wirklich was machen kann … und der Rest der Welt, das werde ich eine Weile komplett ignorieren, was nicht heißt, dass es mir egal geworden wäre.

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Therapeutische Praxis

Ich habe als Psychotherapeut gearbeitet, mich 7 Jahre lang damit beschäftigt. Eine Approbation habe ich nicht erreicht, weil ich selbst zu verrückt für den Job bin. Wenn mir was arg quer liegt – und das ist in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie in sehr vielen Bereichen und praktisch überall so – dann rebelliere ich rum und will das verändern und stürze mich in sinnlose Gefechte, habe schrecklich recht bzw. bilde mir das ein, kriege aber kein Recht zugesprochen und stehe danach aufgrund von spektakulär dummen Aktionen meinerseits übelst im Abseits. Sozial geschickt geht irgendwie anders.

Auch verzettele ich mich super gerne, habe tausende Sachen vor und mache dann doch nix. So ein chaotischer Typ, halt.

Außerdem: Mein Gefühlsleben macht diese Art von Arbeit in dieser Form nicht mehr mit. Das habe ich für mich gelernt. Das Gesundheitssystem ist halt eher kein Ponyhof (sondern eine Fabrik mit Stückzahlen). Wie auch immer, ich will mich kurz fassen. Vor gar nicht allzu langer Zeit dachte ich, ich mache eine Praxis auf. Hatte die Homepage gemacht und den Raum schon, und dann kam eine Lawine von unerfreulichen Ereignissen mit der Folge, dass es nun ganz anders ist.

Jedenfalls hatte ich einen schönen Text geschrieben für die Seite, und um den aufzuheben (die Domain habe ich vom Netz genommen), tue ich ihn hier hin. Wird nicht die letzte Vision sein von etwas, was ich mir ausmale und was dann nicht wirklich sich realisieren läßt.

Das Scheitern gehört absolut dazu. So wie sich verlaufen (neue Ecken kennen lernen). Jedenfalls, wenn man sehr gerne eigene Wege geht.

Text für eine geplante Praxis-Niederlassung. Hab das aber nie gemacht, tatsächlich. Was ich hatte: Die Domain praxis-martin-wild.de Die ist aber nun abgeschaltet, weil ich das nicht machen mag, kann, darf.

Manchmal sind wir gefangen in unseren Verhaltensmustern. Dann leiden wir, weil es nicht so ist, wie es sein sollte. Und sind vielleicht ratlos, wie es denn anders oder besser gehen könnte.

Wir finden es schwer, jemandem zu vertrauen oder um Hilfe zu bitten. Andere haben uns verletzt, und das soll nicht wieder passieren – also fahren wir mit dickem Panzer durch das Leben oder verstecken uns, gehen den schwierigen Dingen aus dem Weg, verlieren uns in Grübeln und Angst, isolieren uns von den anderen. Je länger das geht, um so depressiver werden wir. Oder es passiert einfach zu viel und wir sind überfordert. Kann auch sein, es werden Wege gewählt, die – einmal beschritten – kaum wieder zu verlassen sind – Süchte und ’schräge‘, zwanghafte Angewohnheiten beispielsweise. Manche sind auch einfach in irgendeiner Hinsicht ‚anders‘, nehmen die Welt anders wahr, unterscheiden sich in ihrem Aussehen, Empfinden und Denken von ihrer Umgebung – und werden – möglicherweise bereits früh im Leben, mit lang anhaltenden negativen Folgen – ausgegrenzt. Wenn wir in solchen belastenden Lebenssituationen sind, ist guter Rat teuer. Und schlechten Rat gibt es überall, jeder gibt seinen Senf dazu, auch wenn sie keine Ahnung haben – so daß einem Menschen richtig zuwider werden können.

Was ich da skizzenhaft beschrieben habe, sind einige Aspekte von dem Phänomen, dass man psychisch und körperlich in Not gerät, krank wird, sich kaputt fühlt.  Es gibt etliche andere, und gemeinsam haben sie, dass es einem ganz und gar nicht gut geht.

Im Rahmen ärztlich-psychotherapeutischer oder auch psychiatrischer Expertise werden jeweils bestimmte Gruppen von Merkmalen gemeinsam als ‚Störung‘ bzw. ‚psychische Krankheit‘ definiert. DieWeltgesundheitsorganisation WHO beschreibt in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) im Kapitel V (‚fünf‘) die psychischen Beeinträchtigungen und ihre Diagnose-Kriterien. Es gibt viele Namen und Beschreibungen von Aspekten, und vieles kommt kombiniert vor. Und es gibt – das ist die gute Nachricht – geeignete Behandlungsmöglichkeiten, die Belastungen und Leiden nachweislich bedeutsam verringern.

Wer psychisch krank ist, kann zu einem Arzt oder approbierten Psychotherapeuten gehen und sich helfen lassen. Darauf haben Sie ein verbrieftes Recht, und das bezahlt Ihre Krankenkasse.

Allerdings ist es schwer, einen guten Therapeuten zu finden, und es gibt lange Wartezeiten. Oft dauert es drei Monate oder länger, und manche Menschen – die eine Schizophrenie, eine bipolare Störung oder eine Borderline-Persönlichkeitsstörung aufweisen, oder die viele komorbide Erkrankungen aufweisen (‚komorbid‘ bedeutet, es sind mehre Krankheiten gleichzeitig vorhanden, was eigentlich eher die Regel als die Ausnahme ist) – kriegen praktisch nirgends jemanden, der sich auf diese als ’schwierig‘ oder ‚bedrohlich‘ oder ‚unangenehm‘ empfundenen Themen einläßt.

Mit ‚gut‘ in ‚ein guter Therapeut‘ ist gemeint, jemand der sich auskennt und fachlich auf dem aktuellen Stand ist. Ob eine Zusammenarbeit fruchtet, hängt vor allem von der Qualität der Beziehung ab. Die angewendeten Methoden und Techniken – die sich schulspezifisch unterscheiden, denn ein Verhaltenstherapeut macht nicht das Gleiche wie ein Psychoanalytiker, ein Psychiater oder ein Heilpraktiker etc. – spielen letztlich keine so große Rolle für den Erfolg einer Therapie. Was nicht etwa meine Meinung ist, sondern Ergebnis der Psychotherapie-Forschung.

Ich bin Diplom-Psychologe und habe eine verhaltenstherapeutische Ausrichtung und Ausbildung (derzeit noch ohne Abschluß der Approbation).

Verhaltenstherapie geht von einer einfachen und gründlich belegten wissenschaftlichen Annahme aus, nämlich: Es ist grundsätzlich – abgesehen von Veranlagung und Temperament – alles gelernt, was wir tun und wie wir es tun. Und es kann alles Gelernte auch verändert werden. Nicht durch Zauberei und Hokuspokus oder Voodoo, sondern durch systematische Selbstbeobachtung, Verhaltensexperimente und konkrete Verhaltensveränderungen, die eingeübt werden. Die bringen den Erfolg, nicht irgendwelche ‚tiefen Einsichten‘, das potentiell ewig dauernde Rumbuddeln in der eigenen Biographie oder besondere Tricks und Kunststücke. Unser Verhalten strukturiert die Welt, in der wir leben, und wir können im Rahmen unserer Möglichkeiten dieses Verhalten so verändern, dass wir gut zurecht kommen. Das ist Verhaltenstherapie.

Meine Praxis bietet derzeit keine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen und auch kein Kostenerstattungsverfahren an. Und ich nenne mich nicht „Psychotherapeut“, sondern Berater. Ich übe keine Heilkunde im Sinne der Gesetze aus, denn dafür bräuchte ich eine Approbation oder einen Heilpraktiker-Schein. Ich mache aktuell lediglich Beratung und Coaching.

Ich vereinbare ein frei verhandelbares Berater-Honorar.  Wohlgemerkt, es gibt keine Regel, wonach irgendeine sinnvolle Technik der Verhaltensmodifikation nicht auch außerhalb eines therapeutischen Rahmens nutzbringend angewendet werden könnte. Wer mich bucht, bucht einen Therapeuten, Berater oder Coach oder Diplompsychologen, je nach Bedarf und Belieben.

Das hat mehrere Auswirkungen, gute und weniger günstige:

1) Niemand hat Nachteile durch Kontakte zu mir – wie beispielsweise den, nicht verbeamtet werden zu können – zu befürchten, die durch die stigmatisierende Bezeichnung ‚psychisch krank‘ entstehen könnten. Denn es kommt nichts in irgendwelche Akten und Datenbanken, was später irgendwer gegen Sie verwenden könnte.

2) Es muss alles selbst bezahlt werden (was blöd ist für kranke Menschen mit wenig Geld – aber so ist der Kapitalismus nun mal, das habe nicht ich mir ausgedacht). Wer kein Selbstzahler sein kann, kann und muss den Weg über kassenzugelassene Psychotherapeuten gehen.

3) Es gibt den Raum, um ganz individuell und bedarfsbezogen zu arbeiten. Sich ‚krank und kaputt fühlen‘ ist nur EIN möglicher Anlass unter vielen. Beziehungsprobleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder einfach der Wunsch, sich selbst in irgend einer Hinsicht zielorientiert zu verbessern oder Dinge für sich zu klären, sind genau so wichtig und richtig und möglich. Das kann ein niedergelassener, approbierter psychologischer oder ärztlicher Psychotherapeut nicht tun, denn die Krankenkassen sind nur für Krankheiten zuständig. Ich mache auch Coaching und Beratung, ganz wie es für meine Klienten paßt und gewünscht ist.

4) „Psychologischer Psychotherapeut“ ist eine geschützte Bezeichnung. Dafür muss jemand studiert und eine Ausbildung gemacht sowie die staatliche Approbationsprüfung bestanden haben sowie sich einen Kassensitz gekauft haben, um eine ‚erstattungsfähige Praxis‘ (die mit der Krankenkasse abrechnen darf) zu betreiben.

Ich bin seit 2001 Diplompsychologe (mit einem sehr guten Diplom sowie einer nach 2 Jahren abgebrochenen Promotion). Seit 2010 bin ich – mit einer längeren Auszeit zwischendurch – in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Zugleich arbeite ich – als Teil der Ausbildung – bereits seit langem therapeutisch und werde supervidiert. Ein Jahr habe ich in einer Psychiatrie (LVR-Klinik Köln (Merheim) sowie ein halbes Jahr in einer psychiatrischen Tagesklinik (LVR Tagesklinik Adamsstraße) gearbeitet, schwerpunktmäßig mit von Depression, Manie bzw. paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie betroffenen Menschen. Ich finde gerade die Arbeit mit Menschen, die aus dem Raster fallen, mit denen praktisch kaum ein Verhaltenstherapeut arbeiten mag, wirklich spannend und sehe auch, dass da sehr viel erreicht werden könnte, wenn nicht die Spitzen der Gesellschaft sich aus ökonomischen Gründen gegen eine wirklich bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit psychosozialen Hilfsleistungen entschieden hätten.

Abartigerweise werden PsychotherapeutInnen in Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten während der 18 Monate Klinikzeit mit exakt 0€ vergütet, wogegen ich mit der Unterstützung der zuständigen Gewerkschaft ver.di und mehreren ebenfalls politisch engagierten KollegInnen – leider vergeblich – prozessiert habe. Diese Schweinerei ist für mich nach wie vor Grund, das ‚Gesundheitssystem‘, den LVR und die dort aktuell mächtigen Leute aus tiefstem Herzen zu verabscheuen: I hope you all drop dead soon.

Den Titel „Psychologischer Psychotherapeut“ darf ich derzeit noch nicht führen, das wird wohl 2018 der Fall sein. Was ich tue in meiner Arbeit ist natürlich genau das, was „richtige“ Therapeuten tun. Weil ich mich nicht strafbar machen mag, vermeide ich es, hier in einen Konflikt zu gehen mit dem System. Folglich mache ich in meiner Praxis fachlich das, was erforderlich ist und hilft – Beratung, Coaching, Verhaltenstherapie – darf es aber nicht Psychotherapie nennen. Sprich – auch wenn ich den Titel noch nicht führen darf, ist was ich tue, fachlich und durch Lebenserfahrung gut fundiert.

5) Als jemand, der beileibe nicht alles gut findet, was das Establishment betreibt, bin ich erfrischend anders als die meisten Therapeuten. Ich bin ein Freak, und das ist gut so. Die Haltung macht viel aus. Selbst mal Krisen gehabt zu haben und dazu zu stehen, sich nicht auf irgendwelche Gurus zu beziehen, den Schwachsinn von psychiatrischen „Transmittermangel“-Hypothesen klar als solchen zu benennen (und sich trotzdem ganz gut damit auszukennen, welche Medikamente wo helfen können) – wenn ich selbst jemanden suchen würde, dann so jemanden wie mich. Ich bin durchaus missionarisch unterwegs, und beziehe eine klare Position für das Leben und die Menschen, insbesondere für die Schwachen und Kranken. Ich bin parteiisch.

6) Weil ich als freiberuflicher Berater arbeite, ist es für mich möglich, Treffen auch außerhalb meiner Praxis dort abzuhalten, wo meine Klienten es wünschen. Ich kann mit Paaren oder Familien arbeiten, mit Firmen, politischen Organisationen oder Vereinen. Solche Freiheiten könnten sich niedergelassene KassenSitz-Psychotherapeuten im Rahmen von beantragten Therapien nicht erlauben.

7) Einen Pferdefuß gibt es noch: Mir zu vertrauen ist vielleicht schwieriger, weil es keine gesetzliche Schweigepflicht und keine Abstinenz-Regeln für Berater gibt.

Es ist ja so, das Gesetz schützt theoretisch die Patienten: Kein Psychotherapeut darf private Kontakte zu Patienten haben, während bzw. bis 2 Jahre nach einer Therapie – was theoretisch den Mißbrauch einer asymmetrischen Macht- und Wissenskonstellation für private Zwecke der Therapeuten verhindern soll.

Entstanden ist diese Regel, weil entsprechende sexuelle und psychische Grenzverletzungen und krasser Mißbrauch durch angebliche „Therapeuten“ – in der Zeit, als Therapie noch automatisch Psychoanalyse war und es sonst nichts gab – häufig vorgekommen sind.

Von Psychoanalyse halte ich überhaupt nichts: Diese angebliche „Fach-Richtung“ ist weitgehend zutiefst unwissenschaftlich und unseriös und hat sehr viele Menschen erheblich geschädigt mit ihrem dummen Zeugs, was sich bis heute fortsetzt. Es gibt gute Analytiker nur trotz und nicht wegen der gelehrten Inhalte.

Auch heute passiert Mißbrauch durch Ärzte, Therapeuten, Priester, Vertrauensleute etc. unter dem Deckmantel von ’sich um Schwache kümmern‘, solche üblen Geschichten haben mir Patientinnen auch schon oft berichtet. Immer, wenn Menschen mit wenig Risiko für sich selbst Schweinereien machen können, machen das auch sehr viele.

Allerdings wird niemand dafür je zur Rechenschaft gezogen. Googeln Sie das, wenn Sie es nicht glauben.

Die angebliche „Sicherheit“ beim Fachmann ist also lediglich fiktiv. Während ich darauf angewiesen bin, dass meine Arbeit wirklich Resultate bringt und ich weiter empfohlen werde. Was ein guter Grund ist, wieso ich diskret und verschwiegen arbeite und Grenzen wahre. Kann auch sein, ich habe Prinzipien. Ich bin Steinbock, nur falls Sie zufällig Astrologie mögen. Praktisch gesehen ist es irrelevant, was ich dazu schreibe. Sie können selbst feststellen, wie Ihr Gefühl zu mir ist und ob das taugt, was ich tue.

Dipl.-Psych. Martin Wild

Praxis: Meine Praxis in Köln-Mülheim – auf der Buchheimer Straße, nahe dem Wiener Platz – befindet sich im Aufbau. Derzeit steht sie bedauerlicherweise noch nicht für Publikumsverkehr zur Verfügung.

Kontakt: Wenn Sie Fragen haben oder ein Gespräch mit mir vereinbaren wollen, rufen Sie mich an

oder schreiben Sie eine Mail an meine Praxis-Adresse

Telefon: ​+49 221 69069601

Elektronische Mail: martinwild@praxis-martin-wild.de

Postadresse

Ferdinandstr. 15-17
51063 Köln

Es ist auch möglich, mich privat anzuschreiben, wenn es nicht um Arbeit gehen soll: martinwild@web.de

Sie werden mich sicher googeln, um herauszufinden, wie ich ticke. Würde ich auch so machen. Stört mich nicht die Bohne. Während viele KollegInnen sich der irrigen Annahme verschrieben haben, dass Therapeut zu sein bedeutet, sich persönlich möglichst unsichtbar und distanziert zu gerieren, sehe ich das komplett anders. Nur ein Mensch, zu dem ich Vertrauen haben kann, ist auch jemand, dem ich vielleicht tatsächlich vertraue, wenn ich ihn ausreichend geprüft habe. Wer sich dem nicht stellt, ist für mich lediglich ein Hanswurst.

Damit es unkompliziert möglich ist, dass Sie sich ein eigenes Bild von mir machen, gebe ich eine Linkliste mit auf den Weg:

Mein Blog x2b3.de enthält meine bio-psycho-sozial-philosophisch-politische Weltanschauung in wenig geordneter Form. Da erfahren Sie, dass ich ein Menschenrechts-Aktivist bin.

Ich finde die UN-Deklaration der universellen Menschenrechte eine sehr gute Formulierung davon, worum es der Menschheit insgesamt und jedem einzelnen Menschen gehen sollte. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde seinerzeit mit viel Bedacht entworfen, und auch das ist ausgesprochen gut. Ob es den Herausforderungen der Jetzt-Zeit gerecht wird und was politisch, juristisch und gesellschaftlich daraus gemacht wird, mag eine andere Sache sein und nicht jede und jeder wird finden, dass dieses System geeignet ist, ein Leben in Gesundheit und Würde für alle zu ermöglichen. Das lasse ich mal so stehen.

Auf Facebook bin ich unter https://www.facebook.com/martin.wild.58 zu finden. Die albernen Privatheitseinstellungen benutze ich nicht – alles, was ich schreibe, kann von jedem des Lesens und der Sprache mächtigen (regelhaft Deutsch und Englisch, beides für mich flüssig les- und schreibbar, und das setze ich auch voraus) mitverfolgt werden. Wenn ich Geheimnisse haben sollte, dann schreibe ich diese logischerweise nicht ins Netz oder spreche darüber am Telefon, wo sicher ist, dass die Geheimdienste und die Staatspolizei das mitschneiden und auswerten – so viel Vernunft sollten Menschen in der Zeit nach Snowden und Manning besitzen. Wir alle werden ausspioniert, überwacht und manipuliert, das ist ganz normal und davor gibt es auch keinen wirksamen Schutz.

Es stört mich nicht, wenn Sie mich auf Facebook anschreiben oder sich vernetzen. Möglicherweise werden Sie denken, der Typ ist ja nicht ganz dicht, das geht doch so nicht. Dann ist das ein gutes Indiz dafür, dass Sie sich an jemand anderes wenden sollten.

***

Soweit dieser Text. Finde, ich habe mir durchaus konkrete Gedanken gemacht, für eine Weile habe ich wirklich gedacht, genau das ist es doch! Irgendwie wird es mal so ähnlich werden, vielleicht mehr ein Café als eine Praxis, relativ informelle Geschichten. Was ich nicht mehr so mag, ist diese Hierarchie und Abrechnungssysteme. Blablabla.

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Fragen meiner Jugend

Als ich anfing, über die Welt nach zu denken.

Was passiert da? Wie ist das zu erklären, wie funktioniert es? Wieso ist das so? Muß das so sein? Welche Alternativen gibt es, da wo Dinge nicht so gut sind?

Der Umgang der Menschen untereinander und mit den anderen Dingen und Wesen um sie herum – da ist sehr viel sehr brutal und widerwärtig. Weltkriege, Sklaverei, Genozide, Armut, Obdachlosigkeit, Gewaltherrschaft, Folter, die Ausbeutung der Ressourcen gegen jede ökologische Vernunft. Der Umgang mit Nutztieren. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Der gemeinsame Nenner dieser Themen: Politik und Wirtschaft. Und was den Akteur „Mensch“ angeht: Psychologie.

Eine mögliche Lösung schienen die alternativen politischen Theorien zu bieten – Sozialismus, Anarchismus. Ganz offensichtlich politische Ideologien, die sich aus einem mit dem Christentum geteilten Strang von Werten – Gewaltlosigkeit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit – heraus entwickelt haben.

Könnten wir nicht alle respektvoll und egalitär miteinander umgehen?

Tun wir aber nicht. Treffen sich zwei Menschen, sortieren sie sich nach hierarchischen Kriterien. Zum Beispiel verhalten sie sich unterschiedlich zueinander, wenn sie sich als ungleich einstufen – sich als Mann und Frau, arm oder reich oder als weiß und schwarz klassifizieren etc. Welche Unterschiede von welchen Kriterien eine Rolle spielen, hängt dabei an einem sozialen System einer geteilten Weltanschauung.

Beispielsweise trifft eine geniale Bauersfrau einen dummen adligen Mann, es ist aber Mittelalter – dann hat die Frau verschissen. Heute wäre die Frau möglicherweise eine Mathematik-Professorin und der Mann ein Trinker am Kiosk. Der Unterschied von Geschlecht war im Mittelalter sehr sozial relevant, der von Intelligenz nicht – und vielleicht ist es heute anders und auch besser. Was natürlich daran liegt, dass ich Intelligenz für wichtiger und wesentlicher halte als biologisches Geschlecht.

Die Organisation von Menschen in Gruppen, das ist ein Thema, was mich immer wieder fasziniert hat. Wie macht man das, und wann kriegt man welche Resultate?

Leider sind die Ergebnisse ernüchternd: Was so einfach zu sein schien – es anders machen – erweist sich beim Ausprobieren als dermaßen schwierig, dass es für Leute, die trotzig an dieser Mission festhalten, praktisch nur eine Geschichte von gescheiterten Versuchen geben kann. Ist auch möglich, dass ich mich nur besonders bescheuert angestellt habe, na klar. Allerdings sehe ich um mich herum auch wenig, was dafür spricht, dass diese Ansätze tatsächlich funktionieren. Und die Leute, die ich für meine Helden halte, sind oft recht miserabel geendet.

Darunter Künstler, Philosophen, Heilige, Spinner, Wissenschaftler, Liebende. Was die spirituelle Seite angeht, mag ich nicht urteilen. Viele haben aber offenbar ihr Leben lang gesucht und gekämpft und sich eben einer einfachen Lösung der inneren Widersprüche entzogen, sondern bewußt es sich schwer gemacht. Vielleicht, weil sie nicht anders konnten. Wer weiß das schon so genau – den Unterschied von können und Wollen hat ja auch noch nie wer wirklich dingfest machen können.

Ich bilde mir nicht ein, ich wäre wichtig. Auch wenn ich mir das wie vermutlich jeder mal sehr gewünscht habe. In einem kleinen Rahmen jemanden etwas bedeuten, das ist schon fein. Aber selbst wenn nicht – bereits die eigene emotionale Beziehung zu irgendwem oder zu irgendwas reicht aus, sich selbst zu erhalten.

Auf meinem Blog schreibe ich über Themen, die mich beschäftigen – nicht für andere, sondern weil es mir selbst etwas bedeutet, diese Aspekte meines Denkens zu verschriftlichen. Und seit mein Zettelberg mir über den Kopf gewachsen ist, finde ich es sehr erstrebenswert, lieber mehr digialen Formen der Speicherung von Fragmenten meinen Hirnschmalz anzuvertrauen.

Tatsächlich habe ich mir gedacht, wie wäre es, wenn ich parallel zur Entrümpelung meiner Papierhalde eine Reihe von kurzen Beiträgen jeweils zu den Themen mache. Vielleicht mal dies und das einscanne. So habe ich ein wenig eine Essenz gebildet, falls das klappt.

Man soll sein Herz nicht an Dinge hängen. Wenn das mal so einfach wäre. Meine Beobachtung dazu – ich habe mit Dingen eine längere Beziehung als mit Menschen, und mehr Freude an Dingen als an Menschen. Vermutlich, weil Dinge eine Erweiterung meiner Möglichkeiten sind – Machtmotiv; etwas tun können.

Während Menschen regelhaft zwei Aspekte mit bringen, die ich nicht so geil finde.

  1. Sie machen nicht, was ich will, und sie behindern mich in meinem Willen
  2. Sie machen was, was ich nicht will, und behindern mich damit in meinem Wohlfühlen

Was natürlich dafür spricht, dass ich ein Problem mit sozialer Interaktion habe. Und ein komischer Egoist bin, der nicht gelernt hat, sich einzufügen. Die logische Konsequenz – sich irgendwohin zurück ziehen – geht nicht.

Denn zugleich habe ich ein sehr starkes Verlangen danach, mich mit Menschen auszutauschen, was mich immer wieder dahin zieht, wo was los ist. Das habe ich über mich gelernt, als ich in den Bergen in Südfrankreich war. Ab und zu auf den Markt und unter Leute kommen, schon sehr wichtig.

Was mir sehr fehlt – Leute, die ähnliche Sachen wie ich bearbeiten. Kann sein, ich bin da einen eigenen Weg so lange gegangen, dass es in der – bildlich gesprochen – Gegend, wo ich nun bin, niemanden sonst gibt, der da auch wandert. Das stimmt aber nur sehr partiell. Natürlich sind es eher Schichten. Tiefer drin bewegen mich die genau gleichen Dinge wie alle anderen Menschen, was die grundsätzlichen Fragen angeht. „Wie kann ich weiter machen?“ – die zentrale Frage des individuellen Lebewesens. „Wer hat mich lieb, wer schützt und tröstet mich?“: Weil wir kollektive Wesen sind, die Bindungsbedürfnisse haben. Und: „Was ist zu tun?“ – weil ein Apparat da ist, der etwas machen mag und dafür Orientierung benötigt. Ganz grundsätzliche menschliche Angelegenheiten, aus denen sich – falls man irgendwo ankoppelt – alles andere eigentlich auch „von selbst“ ergeben könnte.

 

 

 

 

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Die „Deutsche Mitte“

Die DM ist eine nationalistische Partei, die die Grenzen zu machen will und rechtsutopistische Ideen wie die Rückkehr der D-Mark und „volle Souveränität“ verfolgt.

Ihr Programm wimmelt von populären Forderungen. Dahinter steht die Fiktion, die Politik könne ganz anders laufen, als sie es derzeit tut, allerdings wie stets bei Populisten keinerlei Hinweis darauf, wie es möglich werden könnte, dass sich die Politik vollkommen umstellt. Mehr als nur ein bisschen Esoterik steckt auch im Programm. Und Reichsbürger.

Insgesamt mehr ein Wunschzettel des Populismus, dieses „Kurzprogramm“. Alles, was irgendwie von vielen Leuten auf Facebook abgelehnt wird, taucht auf – nur nicht der Kapitalismus. Was das angeht, ist die Parteilinie, einzelne Superreiche oder wenigstens vermögende Menschen gewinnen zu können. 

Vermutlich ist die DM eine sektenartige Struktur, die ihre Anhänger ausnutzt und deren Gründer sich lediglich bereichern – das wäre meine Vermutung. Eine richtige Partei ist es jedenfalls nicht. Mehr so die esoterisch-anthroposophische NPD.

Schön die Abgrenzung zu den „Reichsbürgern“ – nämlich keine:

Der private Erwerb eines sog. „Gelben Scheins“ durch DM-Mitglieder wird in der Deutschen Mitte geduldet, die Verbreitung damit in Zusammenhang stehender und weitergehender Gedankengebäude hingegen nicht. Der wichtigste Grund dafür ist, dass der Bevölkerung nicht nur bei diesem Thema umfassende und tatsachengerechte vertrauenswürdige Aufklärung verweigert wird.

Wir werden also über die Illegitimität der BRD nicht hinreichen aufgeklärt, aha. Dazu noch die Chemtrails, und fertig ist die Spinner-Partei.

Und natürlich stecken hinter dem Geo-Engineering die bösen USA. Antisemit will man aber nicht genannt werden. Lösung des Nahost-Konfliktes? Eine Einstaaten-Lösung unter palästinensischer Leitung, es wird der Vergleich mit Südafrika bemüht. Und natürlich wird BDS unterstützt, und auch die lassen sich nur ungern so nennen. Die DM wäre nicht die DM, wenn sie nicht auch noch den „was Semiten eigentlich sind“-Pseudodiskurs aufwerfen würden – aber das nur nebenbei.

Wer mir die Analyse nicht glaubt oder selbst mehr wissen will, möge sich mit dem Programm vertraut machen. Ich verlinke hier nichts davon.

[EDIT] Nach dem Post gab es sofort Action auf Facebook. Ich wurde mit weiterführenden Beweisen konfrontiert, und so was. Außerdem bin ich offenbar ein Handlanger der Konzernfaschisten, ein Versager etc. Und was ich so schreibe ist übles Geschwurbel. Dankeschön! Sehe ich auch so 😉

Eine Welt für sich – die BRD ein Konstrukt der Besatzungsmächte, die Welt beherrscht von Konzernfaschisten („Kartellen“). Auch von der Sprache her ist die DM keine normale Partei, sondern eine Glaubensgemeinschaft mit messianischen Weltrettungsphantasien sowie paranoider Bedrohungswahrnehmung.

EDIT 2: Interessanterweise sind DM-Leute tatsächlich bereit, sich mit dem Geschwurbel auf Facebook zu befassen, wenn es dabei um sie geht. Zugegebenermaßen ist jeder Verriss besser als gar keine Besprechung, zumal man sich ja als Rebell definiert und entsprechend besser fährt mit Gegenwind …

Link zum FB-Post:

 

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G20, Klassenbewußtsein und soziale Filterblase

Wer in einer „gut funktionierenden, progressiven“ Gesellschaft lebt, findet natürlich alle verrückt, die das ganz anders sehen.

Umgekehrt natürlich auch: Wer erlebt, wie kaputt unsere Gesellschaft ist, findet Leute verrückt, die allen Ernstes behaupten, es liefe alles irgendwie gut – weil es in ihrem kleinen Leben so zu sein scheint und sie sich das Elend und die Not der anderen Leute höchstens mal abschätzig aus der Ferne betrachten.

Das Phänomen, dass ein Mensch die Welt regelhaft so sieht und erlebt, wie es dessen ökonomischer Position im System entspricht, nennt sich Klassenbewußtsein.

Wir leben alle in sozialen Filter-Blasen – was wir mitkriegen, hängt davon ab, wo und mit wem wir unterwegs sind.

Ist ja kein Zufall, dass die Bürgerlichen eine gute Gesellschaft sehen, die gefährdet ist, während die Deklassierten und Marginalisierten eine fiese Gesellschaft erleben, die sie mißhandelt und ausgrenzt.

Was du sagst, spricht Bände darüber, wo du gesellschaftlich stehst. Die Reichen haben schon immer nicht verstanden, was eigentlich das Problem der anderen ist – „kein Brot? Sollen sie eben Kuchen essen“.

Und wer noch nie versucht hat, gegen gesellschaftliche Mißstände sozialer Art durch politische Mittel von unten her was zu verändern, kann natürlich von der Realität der polizeilichen Repression (und deren Gewalttätigkeiten) nicht viel wissen.

Meiner Meinung nach hat Hamburg 2017 klar gezeigt, wie dysfunktional Staat und Bürgergesellschaft tatsächlich sind. Brutaler Polizeistaatsgipfel. Seit dem Schah-Besuch 1968 hat sich nicht wirklich was geändert – die Reichen, Mächtigen und dadurch per se Guten besuchen die Oper, hören sich „Freude schöner Götterfunke“ an und lassen es sich an reich gedeckten Tafeln gut gehen. Die anderen, also Linke und „Pöbel“, kriegen auf der Straße von der Polizei was drüber und sind generell die bösen Chaoten.

Nachher machen die dann einen Riot – das ist Wasser auf die Mühlen der Leute, die schon immer mehr Polizei und weniger Freiheit wollen. Die Sozialdemokratie war mal verboten und wurde exakt so verfolgt, wie es heute den Linksradikalen passiert. Die SPD hat sich des Problems entledigt, indem sie komplett ins bürgerliche Lager gewechselt ist und alles Linke in ihrer Politik gnadenlos entsorgt hat.

So erklärt sich auch, das Scholz eine Gewalttätigkeit der Polizei nicht erkennen kann, auch wenn es unendlich viele Videos gibt von Polizisten, die Leute treten, schlagen, Mauern rauf treiben etc. pp.

Gegen G20 zu sein – dem Machtzentrum der westlichen Welt die Legitimation abzusprechen und sie verantwortlich zu machen dafür, wie es heute weltweit zu geht – sie machen schließlich die Politik und sind daher verantwortlich – das war schon zu viel Demokratie.

Dass ein Irrer die USA regiert, kein Problem. Auch die anderen Machthaber sind – egal, was es für fiese Schweine sind – herzlich willkommen und dürfen hier (wie die Saudis) schöne Rüstungsdeals machen. Die Welt fährt ökologisch gegen eine Wand, aber auch das ist egal. Klimawandel ja sowieso nur eine Erfindung der Wissenschaftler. Wenig überraschend sind die Eliten der Welt der Auffassung, alles sollte irgendwie so weiter gehen wie schon immer – was sicher so nicht gehen wird.

Das Elend von Flucht, Armut, Hunger und Krieg – irrelevant. Hauptsache, „Deutschland“ – tatsächlich die Profiteure der Wirtschaftsentwicklung – machen gute Geschäfte.

Dass das ganze System durch und durch verrottet ist, wird niemand jemals zugeben von denen, die angeblich die Verantwortung tragen dafür, dass es allen gut geht.Und es wird sich auch nicht ändern, weil alle, die daran verdienen, gemeinsam dafür Sorge tragen, das das System der Pfründe verteidigt wird.

Während die anderen so beschäftigt, abgestresst, abhängig, klein gehalten und verdummt sind, dass es von dieser Seite her keinen nennenswerten Widerstand gegen Verschlechterungen der Lebensbedingungen gibt – die faktisch ständig passieren.

Kapitalismus ist ein irres System. Alles um das Geld herum zu organisieren ist irre effektiv, um mehr Geld zu verdienen – ja. Nur macht es ansonsten alles kaputt, und das in einer irren Geschwindigkeit – seit es viele Menschen gibt, haben sie den Planeten sehr stark umgestaltet und sich untereinander sehr vieles angetan, was wir nicht unbedingt wiederholen sollten – Weltkriege zum Beispiel.

Angeblich haben wir ja Demokratie und Menschenrechte. Frage – wie lange noch, und wie viel Substanz haben diese Rechte – stehen sie auf Papier und sind ansonsten egal, oder ist es gelebte Realität? Da ist zumindest mein Befund: Rechte hast du nur, wenn du sie durchsetzen kannst, und dafür brauchst du Geld, Zeit und Kraft. Daher nutzt der Apparat nur denen, die wohlständig und bürgerlich leben. Und regelhaft befördert er auch nur deren Interessen.

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G20 – Hamburg 2017

G20 – der Staat haut rein. Die Polizei hat die „Welcome to Hell“-Demo geplant in eine Falle gesetzt und den schwarzen Block auseinander genommen. Viele Menschen sind durch die Polizei verletzt worden.

Video, wie die Demo aufgemischt wird – beste Übersicht über das Geschehen:

Die Staatsgewalt hat eine brutal harte Linie gegen bis dahin friedlichen Protest gefahren. Dann hat sie die Zerstörungen im Schanzenviertel laufen lassen. Und schließlich ganz einen auf dicke Hose gemacht, mit SEK und allem Schnickschnack.

Quelle: Postillion

Mehr wie ein Manöver, eine Krisen-Übung als wie der verantwortungsvolle Umgang mit einer von Menschen bewohnten Stadt und mit von Menschen mit Leben gefüllter politischer Protestkultur.

Demokratie geht anders. Insbesondere auch der Umgang mit den Linken.

Durch das ritualisierte Verhauen der rebellischen Jugend wird niemand auch nur ein winziges bisschen weniger frustriert und abgefuckt sein – eher bestärkt dieses Vorgehen die Weltsicht von Menschen, die in der Polizei lediglich Kampfroboter sehen.

Wie man es auch dreht und wendet –  Hartmut Dudde als polizeilicher Einsatzleiter des G20-Gipfels in Hamburg hat auf ganzer Linie versagt.

Zweite Perspektive:

Dudde dazu: „Wir hatten ja die Hoffnung, dass wenn wir die an die Flutschutzmauer … also, dass die (…) das abgrenzt. Das die Mauer nicht hoch genug war, dass man da flüchten konnte, so sind sie uns weg gekommen – das war nicht geplant“.

Dritte Perspektive:

Danach gab es dann Krawall im Schanzenviertel.

Und natürlich ist Aufmerksamkeit, wo Gewalt ist. Die vielen friedlichen Bilder werden von den Medien sehr viel weniger transportiert, dabei sind sie die Masse dessen, was Protest ausmacht.

Zusammenschnitt aus Facebook: Diverse Protestgeschehnisse

Ein Bild finde ich drückt verdichtet sehr viel davon aus, was in Hamburg passiert ist. Da steht eine junge Frau auf einem Polizei-Fahrzeug, und sie wird von mehreren Beamten mit Pfefferspray beschossen.

Ich finde, das hat Meme-Qualitäten.

Festspiele der Demokratie. Einigkeit und Recht und Freiheit. Gleichheit und wie Geschwister leben. Oper für Staatsgäste, Polizeigewalt für die Opposition, gerade so wie 68 oder sonst wann in diesem Spektakel.
 
Menschenrechte. Nicht theoretisch, sondern alles für alle sofort. Ganz praktisch. Das ist die Idee der Revolution.
 
Was ist mit Gerechtigkeit? Und wer regiert die Welt zu wessen Gunsten? Wie gehen wir mit diesem Planeten und seiner Biosphäre um? Wieso Krieg und Gewalt, wieso Hunger?
 
Die alte Ordnung sagt: Muss so sein. Und siehst du das nicht ein, gibt es halt auf die Fresse. Sogenannter konservativer Standpunkt.
Nicht die Festung Hamburg, sondern die mittlerweile historische Gefangenensammelstelle von Paris namens Bastille.
 
Revolutionäre sagen: Uns egal, wir hauen das zu Klump und machen es so, wie es uns dann besser erscheint.
 
Angesichts der krassen Überlegenheit des staatlichen Gewaltapparates gegenüber den verrückten Individualisten, den sektiererischen Kleingruppen und losen Zusammenhängen und auch gegen größeren Scenes gibt es keine Chance, tatsächlich irgendwie die Ordnung auszuhebeln.
 
Was bleibt, sind Inszenierungen von Ablehnung. Unmut bekunden. Eine Haltung einnehmen. Und ein Stück Raum, für eine kurze ZeitUnd es gibt die langen Linien. Wesentliches ist nie aufhaltbar – sondern passiert immer trotzdem. Die Welt bleibt nicht stehen.

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Fragen, Antworten, Synchronizität

Wie stets kommt eines zum anderen. Mit der Auflösung meiner Verbindungen mit dem korrupten System öffnet sich der Raum für neue Bewegungen. Ich brauche nicht mehr so zu tun, als wären meine Fähigkeiten innerhalb dieser Systeme sinnvoll verwendbar. Also stellt sich mir die Frage – wohin mit der freien Energie? Wenn ich darauf verzichte, den Feldzug gegen die Wackness weiter zu führen – was ursprünglich mein Plan war, und es juckt mich schon, angemessene Maßnahmen durchzuführen – dann könnte ich anderen Impulsen Raum geben. Vermutlich gesünder für mich. Passend zu der Frage stellten sich heute Ideen ein, was mögliche Wege wären. Drei längere Gespräche mit Leuten geführt, die auf ihre Art Ähnliches getan haben und tun, und daraus viel für mich gezogen. Resonanz. Im Grunde gibt es viele gute Wege, an Mut mangelt es mir nicht, aktuell aber an Entschlossenheit – alleine mag ich mich nicht mehr ins Getümmel stürzen, sondern ich suche nach Verbündeten. Das wurde allerdings als ein wahrscheinlicher Irrweg markiert, so wie zuvor der irrwitzige Versuch, innerhalb des Systems zu arbeiten; auch da war ich an sich gewarnt – und ich habe das Gefühl, dass es irgendwie schlau wäre, meine Muster nicht zu wiederholen. Bloß – weder komme ich da raus, noch kann ich darin bleiben, und nichts tun ist auch keine wirklich gute Option. Also variiere ich lediglich kleine Dinge. Und halte die Sinne wach und offen, um mir eine neue Gelegenheit zu schnappen. Das Scheitern gehört absolut dazu, und wenn schon sonst nichts anderes – darin bin ich mittlerweile ganz gut geworden. Vielleicht gelingt ja auch mal eine gemeinsame Arbeit, das wäre gerade durchaus hilfreich.

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Kleinste gemeinsame Nenner

Ich habe in letzter Zeit einige Versuche von Gemeinschaftsbildung begleitet bzw. bin da dabei gewesen. Und stellte fest – nicht mein Verein, die verbindende Klammer von geteilten Anliegen hält nicht zusammen, was an Gegeneinander ebenfalls vorhanden ist. Theoretisch sollte „ein Mensch sein“ bereits ausreichen. Praktisch sind Menschen alle verseucht durch menschenfeindliche Einstellungen und Verhaltensweisen. Wir machen uns viel zu oft gegenseitig kaputt. Ist das nun schade, traurig, änderbar, ein zu akzeptierendes Ding? Ich weiß es nicht.

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