Totengräber der Zivilisation – natürlich die CIA

Vault7. Wenn es was gibt, was das offizielle Ende-Gelände des Kapitalismus allen vor Augen führt, dann dies.

Snowden war gestern. NSA, alles Kleinkram. CIA kann mehr. Nämlich: Alles hacken. Smartphones, TVs (beide hören alle ab), Autos (die dich ferngesteuert töten).

Und nun haben sie ihre Tools verloren, wurden gehackt – will sagen: Diese Software-Waffen kursieren im Netz, für alle Kriminellen der Welt verfügbar.

Ergo: Du kannst einpacken, Westliche Zivilisation. Das war es.

Wer mag Auto fahren, wenn dich vielleicht dein mieser Nachbar gegen eine Brücke fahren läßt – weil er es kann? Vertrauen wird eher schwierig, zumal sowieso klar ist: Alles Verbrecher.

Sauberer Disel, menschenfreundliche Frontex, Demokratie im Irak …

https://wikileaks.org/ciav7p1/

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Umgang mit Wissen – Diskretion, Denunziation, Verleumdung, Rassismus, Ausgrenzung

Wer, wie ich, viele Leute kennt und viele Geschichten – da kommt natürlich die Frage, wie gehe ich damit um, was ich beobachte, weiß, erfahren habe.

Rechte Rede, rechtes Denken, rechtes Handeln (im Sinne von richtig, nicht von politisch ‚rechts‘) – was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.

Fresse halten, das fällt mir schwer. Wer schweigt, stimmt zu. Das hilft nur den Verbrechern, sich vornehm raus zu halten.

Aber auch wer viel redet, kann einen Anstand besitzen und wahren.

Jedenfalls meine ich das, und versuche es auch – obwohl ich natürlich rede und damit Politik mache.

Wer bei mir auf der Shitlist steht, über den rede ich überall. Klare Sache. Auf diese Liste spezieller Feinde kommt aber auch nicht jeder drauf, dafür musst du schon einiges dir geleistet haben.

So wie der Jan, deswegen denke ich gerade drüber nach. Ist nicht meine Art, über Leute persönliches an andere weiter zu geben, normalerweise.

Ich habe Fehler gemacht, und daraus gelernt. Beispiel aus der Vergangenheit: Wenn eine Frau laut im Bett ist, ist das cool. Darüber mit ihrem neuen Freund zu reden – total uncool. Als das passierte, war ich 25 Jahre jünger als jetzt. Und mir war nicht klar, dass es so unangemessen zu sein hat. Das war weder beabsichtigt noch in seinen Folgen absehbar. Und tat mir danach sehr leid. Inhaltlich na klar eher schade. Krampfig, diese Leute. Kann natürlich auch sein, bei ihm war sie still und unbefriedigt. Aber sie hat es verübelt, nicht er. Also diese Theorie wohl falsch. Jedenfalls seitdem, nicht reden über gehabten Sex. An sich schade – Fußball ist bescheuert, Sex spannend. Nur: Die Leute halt so nicht drauf. Weswegen sie auch eher lahm sind, finde ich.

Dann kenne ich Leute, die Gesetze brechen.

Darüber mit der Polizei reden, das verbietet sich von selbst. Stört bloß, und bringt niemandem was. Schwere Straftaten, andere Nummer: Kinder mißhandeln – da zeige ich natürlich an. Ist mir aber nie unter gekommen, bis auf eine Familie, die die Kinder raus geschickt hat, weil sie anschaffen muss und er halt säuft – da habe ich das Jugendamt angerufen, und die sagten mir, sie wissen das, sie könnten nix tun. Na toll.

Patienten, deren Geschichte natürlich sowieso super ihr Geheimnis, da habe ich starkes Interesse, meine Vertrauensbasis nie zu gefährden. Zumal das ganz unnötig wäre.

Ich habe weit über 1000 längere und noch mehr kurze Geschichten gehört, wie das Leben so laufen kann — da kann ich immer ganz allgemein sagen, ich habe schon erlebt, dass es bei manchen so war, dass … und als Beispiel auch mich verwenden, so wie in ‚ bei mir kenne ich das so, dass wenn …‘. Insofern da keine Schwierigkeit, die Diskretion zu halten.

Denunzitation, also Anzeigen, oder anonym Hinweise an die Staatsorgane oder die Presse geben – eine sehr zweischneidige Sache. Ich lehne das klar ab. Außer, wenn es nötig ist, um zu verdeutlichen, dass ich nicht immer nur Spaß mache. Als ultima ratio ist kein Mittel ausschließbar, nie.

Könnte theoretisch dazu beitragen, faktische Mißstände zu beseitigen. Aber real gibt es nur Ärger für die Hinweisgeber – niemand bedankt sich oder ändert was, es wird nur die undichte Stelle gesucht und mundtot gemacht, besonders die Wistleblower landen in fiesesten Schwierigkeiten, werden als Nestbeschmutzer etc. verunglimpft (wenn sie Glück haben) oder eben gefoltert und weg gesperrt oder umgebracht (typischerweise).

Zumal es gegenüber dem Staat keine Anonymität gibt, sie wissen, wer wer ist, immer. Da kannst du nichts machen.

Verleumdung – auch so ein Mist. Geht mit Mobbing Hand in Hand, es wird geredet, und irgendwas bleibt hängen, egal wie blöd das Gerede ist. So wie ‚Bielefeld existiert nicht‘. Spielt keine Rolle, dass das Quatsch ist – es ist da und geht nie wieder weg.

Wobei Mobbing immer mit dem Chef gemeinsame Sache machen ist – sonst ist es kein Mobbing.

Es ist ein Prozess, bei dem Einzelne durch eine Gruppe gezielt diskreditiert, ausgegrenzt und letztlich zerstört werden, weil sie als störend angesehen werden.

Und was mir auf dem Kunstgewerbehof passiert ist – dass ich da jetzt an allem Schuld bin, was in meiner Abwesenheit passiert ist – das führe ich auf Verleumdung durch diesen Schwaben zurück.

Verleumdung ist nicht harmlos, sondern tödlich. Kein Spaß, so was. Ich habe mehrfach festgestellt und klar gesagt, ich war das nicht mit Autos beschädigen – trotzdem erzählt der Kerl das allen weiterhin. Das geht nicht.

Klassisch, wie Rufmord zu Mord wird: Antisemitismus.

Erst wird eine Differenz erfunden, dann ausgebaut, und nachher die Untermenschen vernichtet, was niemanden von denen, die als die gute Gruppe definiert sind, stört.

Die Selbstaufwertung der Guten gehört natürlich dazu, ebenso wie der Raub am Eigentum der ‚Schlechten‘.

Dass die dunkle Hautfarbe angeblich eine Minderwertigkeit bedeutet, haben die Belgier erfunden, damit niemand was sagt, wenn sie in Afrika morden, rauben, plündern und brandschatzen.

Vorhin sagte mir eine Deutsche, die sich selbst wohl für ‚links‘ hält, sie habe mit Türken nichts zu tun, wegen deren Kultur. Autsch, scheißeblöd. Kurzer Versuch der Aufklärung, traf auf Widerstand, daher: Ich sofort aufgehört zu reden, weg. Dumme mag ich nicht, fiese erst recht nicht. Und Leute, die sich nicht bedanken, wenn ich was ausgebe, sowieso nicht doll.

Mit Türken nichts zu tun? Ach ja, scheißrassistenpack.

Die Türken (die durchaus auch Kurden, Armenier, sonstwas sonst sind; aber: Alles Ali oder was?) bauen unsere Autos, oder haben das gemacht, bevor die Roboter es übernommen haben. Sie fahren die Taxis und Funkmietwagen, putzen die Straßen und die Kernkraftwerke, arbeiten in den Kiosken, sind faktisch diejenigen, die Deutschland am Laufen halten … aber als weißer Mensch der deutschen Bio-Spießer-Bevölkerung hat man nichts mit ihnen zu tun, weil sie ihre Frauen diskriminieren und einen komischen Glauben haben.

So dumm sind diese ‚Deutschen‘.

Weder sind alle Türken hier Männer, noch gehören ihnen ihre Frauen (was soll dieser Unsinn?), sie sind auch nicht mehr oder weniger brutal und primitiv und patriarchal als Deutsche – noch sind sie alle gläubig, noch ist Islam irgendwie komisch oder im Vergleich mit Christentum oder Judentum irgendwie weniger gut und sinnig und sowas. Alles Ressentiments und Vorurteile, die aus der Segregation der Gesellschaft herrühren – keinen Deut anders als Südafrika zur Apartheitszeit. Gleiche Denke, gleiches Verhalten, gleich bescheuert.

Wenn einer ein Arschloch ist, na gut. Wenn einer mich anpißt, auch ok. Kann ja auch mal sein, dass jemand sich bloß ein wenig Luft machen mag.

Wer es übertreibt: Zerstören. Irgendwann ist Schluß mit Lustig.

Wie? Durch klares Benennen aller gesammelten Fehlleistungen, wenn die Zeit für Korrekturen verstrichen ist – und trotz aller Versuche, eine Einigkeit wieder herzustellen, kein Einlenken passiert.

Dann sage ich über einen Lügner, Betrüger, Verleumder, Abzocker, Poser, Arschgesicht und falsches Stück Scheiße genau das.

Da ist Gnade nicht mehr möglich.

Solche Leute braucht niemand, und will auch keiner haben – und sie graben sich ihr eigenes Grab, denn – kann ja sein, stimmt nicht, was ich sage – bloß: Wenn sich die Hinweise von vielen Seiten häufen, sollten solche Gestalten vielleicht neue Opfer anderswo suchen …

Damit das mal ganz klar ist.

 

 

 

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Familie Wild – astrologisch betrachtet – Teil 1: Mutter

In die Stunde schauen, anhand des Zeitpunktes der Inkarnation die Aspekte der Wesen beschreiben.

Hier ein Overlay meiner Familie.

War mal sehr bewandert darin, ist allerdings 25 Jahre her, daher nur schwammig meine Erinnerungen an diese Kunst.

Wenn zu viel auf einmal zu sehen ist, ist nichts mehr verständlich.

Also einfacher. Meine Mutter und ich.

Wir sind immer im Kampf gewesen, recht unfair, weil: Ich klein, sie groß. Wo ich Sonne, Merkur und Venus habe – im Steinbock – steht ihr Mars. Was mich ausmacht, das bekämpft sie.

Wo ich Mars habe, ist ihre Venus, und ihre Sonne recht nahe. Ich kämpfe um ihre Liebe, die kriege ich aber nicht, bzw. ich werde unterdrückt.

Wann immer ich Karten lege, ist zuverlässig eine dabei. Diese hier:

Mond, beide im Wassermann. Unsere Gefühlswelt ist jeweils offen und spekulativ, wir können vieles anschauen in uns drin, emotional, und damit wissenschaftlich umgehen – es erforschen.

Wie sie sich mitteilt: Immer Double-Bind, Merkur im Zwilling. Ganz nah an meinem Gefühl (Mond), geht mir sehr nahe. Noch nie habe ich eine emotionale Botschaft von ihr bekommen, die klar und eindeutig war. Stets ist auch das Gegenteil mit drin.

Ganz besonders bemerkbar ist das, wenn sie mich lobt (und damit zugleich heftig kritisiert, unterschwellig). Immer ist die Botschaft die: Was du tust, ist nicht befriedigend für mich – es macht mich traurig und unzufrieden. Egal was – es wird geseufzt darüber und gejammert, und befürchtet und geklagt.

Für gewöhnlich so, dass sie beispielsweise über eine Spitzenleistung in der Schule sagt: Ganz gut. In einem Ton, der mir emotional mitteilt: Auch das reicht bei Weitem nicht aus. Mehr Punkte holen geht nicht, aber sie ist traurig. Offenbar bin ich einfach immer schlecht – ich kann sie nicht glücklich machen. Scheiß-Kind. Das war meine Zeit als kleiner Mensch.

Entsprechend oft habe ich mich mit der Vergeblichkeit auseinander gesetzt – einem Geisteszustand, den ich kenne wie keinen anderen sonst.

Dadurch weiß ich auch: Ich bin unzerstörbar. Alles, was kaputt gehen könnte, war auch schon kaputt. Und ich bin immer noch da, und immer noch am Kämpfen, und immer wieder repariere ich mich.

 

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Private Dinge (gibt es nicht)

Oft höre ich, was du so schreibst gehört doch nicht ins Internet. Ach ja, echt?

Meine Wahrnehmung – alles, was nicht im Internet ist, ist nicht wahr. Wahrheit wird geprüft durch googeln, daher kommt das.

Private Tatsachen, beispielsweise. Bin ich der Vater meines Sohnes, wenn ich das sage? Nö. Aber ich habe Fotos davon, wie ich mich kümmere. Und die sind im Netz, auf Facebook und so. QED.

Fisting for Truth. Ganz tief in deinen Arsch – wenn du ein Arschloch bist, dann hast du es auch verdient.

Niemand glaubt etwas, was nicht nachlesbar ist. Kann ja sonst jede*r sagen. 

Und die Schweine kommen mit ALLEM und IMMER durch, wenn du es nicht im Internet öffentlich machst.

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Genetik und Vaterschaft – und „was ist gut für meinen Sohn?“

Denke nach über die Frage, was nutzt es dem Lukas, wenn eindeutig ist, wer der biologische Vater ist.

Vorteile

  1. Zu erwartende Krankheiten etc. mit genetischer Basis, da kann klar gesehen werden, was ist wahrscheinlich und was nicht.
  2. Jedes Kind hat das Recht, seine Erzeuger*innen zu kennen.

Nachteile

  1. Ihn fragt keine*r, ob er das will. Und wenn, er kann die Folgen ja erst recht nicht abschätzen, wenn ich das nicht kann. Außerdem zählt der Wille von Kindern ja nicht in unserer Eltern-Diktatur.
  2. Falls ich nicht der biologische Vater bin, ist das verwirrend und verunsichernd und verletzend für ihn – es könnte als „Ich bin belogen worden, die Welt ist unsicher, wo gehöre ich hin?“ etc. eine schlimme Sache für ihn sein.
  3. Irgendwer müßte ihm das dann erklären – und da ich mein Kind nicht sehen kann wegen seiner […]-Mutter, wird sie das tun, wie sie es sieht und versteht. Was mir mißfällt.

Weil es mehr Punkte dagegen gibt und sowas halt mehr Geld kostet, als die potentiellen Väter haben, wurde es bisher nicht gemacht.

Sowieso: Mutter zahlt allein. Ich zahle NIE mehr irgendwas, was sie will. Aus Prinzip nicht.

Unklar ist mir auch, was habe ich als sozialer Vater für Rechte, wenn ich nicht der Bio-Vater sein sollte? Was würde sich rechtlich ändern?

Bisher bin ich rechtlich und sozial eindeutig der Vater – mit gemeinsamem Sorgerecht, das haben wir vor seiner Aus-dem-Bauch-heraus-OP schriftlich und rechtsverbindlich und auf ewig vereinbart, ich und seine Mutter.

Und daran will ich nicht rühren. Auch wenn seine […]-Mutter mich aus seinem Leben entfernen will. Wird ihr NIE gelingen, es sei denn, sie erschießt mich.

War 2007 bei der OP natürlich dabei – die war nötig wegen Entbindung angeblich unmöglich auf natürlichem Wege. Er war zu groß – und daher falsch herum für Geburtskanal. Habe interessiert zugesehen; witzigerweise dachten wir, es wird ein Mädchen, und dann war da ein Pimmel dran – und dann sofort das Baby vor den Scheiß-Ärzten gerettet, mit Androhung von körperlicher Gewalt und laut und aggressiv. Weil sie den Lukas einer DNA-Analyse unterziehen wollten, um ihn in die Datenbank zu packen — wir hatten genau gegen diese Maßnahme vorher schriftlich Widerspruch eingelegt und DNA-Analyse ausdrücklich und eindeutig untersagt — aber sie hätten es trotzdem illegalerweise getan, wenn ich nicht dazwischen gegangen wäre. Pack! Verbrecher! Gewissenlose Schweine! Niemals einem Arzt vertrauen, Leute! Die sind nicht integer, und sie scheren sich nicht darum, was du verfügst. Ausnahmen freilich gibt es, aber es ist die Regel, dass sie so machen, wie es das Krankenhaus und der Chef sagen. 

Muss mich rechtlich beraten lassen, bevor ich was unternehme. Beim Väteraufbruch e.V, nächsten Montag. Und dann bei kompetenten Jurist*innen.

Ohne meine Einwilligung geht es jedenfalls nicht, eine DNA-Analyse zu machen. Es sei denn, ein Gericht ordnet es an und beugt meinen Willen.

Mir wäre es eine Freude, wenn mir Leute dazu was Nützliches mitteilen würden: Mail an martinwild ät web Punkt de … Danke!

6 Jahre lang habe ich 50% der Zeit, Energie, der Betreuung und alles für meinen Sohn Lukas gemacht, trotz und gegen alle Widerstände seitens seiner Mutter. mal auch gemeinsam, mal gegen sie, aber immer – dran geblieben.
Könnte aber auch ein Sproß diese edlen Lenden sein. Oder von einem der Jungs, die die Mutter sonst so aufgerissen und weg geschmissen hat. Letztlich wäre das natürlich der Knaller, wenn keiner von den beiden nun ins Auge gefassten Männern genetisch was mit Lukas zu tun hätte. Wobei, mir egal, meine Liebe hat nicht mit DNA zu tun. Und, auch das: Gerne würde ich meine Scheiß-DNA nicht vererbt haben – das wollte ich nämlich NIE tun.
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Mit jemand reden und danach Tanzen gehen (tat gut, aber viel zu teuer für mich)

Wirklich enorm, wie sowas gut tut. Drei Stunden getanzt, und vorher eine Stunde lang gegen Geld jemandem erzählt, was mich bezüglich meiner Lebenssituation beschäftigt. Prima, beides. War echt mal nötig.

Meine Zweitfrau ist ein Lastenrad … Iron Chariot … und ich bin ein Kuhdorf-Cowboy. Viva Cow-lonia!

Zuvor den Tag mit dem Verfassen eines Artikels für meinen Blog sowie einer Radtour und einem netten Aufenthalt am Rhein verbracht, nachdem am Radladen ich angepfiffen worden war, was mir denn einfiele, gegen den Jan die Polizei zu rufen. Hatte ich gemacht, weil der Kerl mir null Respekt entgegen bringt, dafür mich verleumdet bei allen anderen.  Mir war schlicht nichts anderes eingefallen, was überhaupt gehen hätte können …

Also, hatte meine erste Therapie-Stunde seit 10 Jahren, und meine erste Tanz-Session seit gefühlt einer Ewigkeit, bisherige Versuche in Köln eher weniger gut gewesen in den letzen Monaten.

HardPop & PussyPunk from Oldschool to Newschool. Miss Stereo & Kitty Atomic gehen musikalisch aufs Ganze. Ihr Tanzmädchenreport ist eine tabulose Grenzerfahrung des guten Geschmacks. Hier ist mehr drin als Frenchkiss und Händchen halten. Hier fängt LaBoum erst richtig an. Satisfaction guaranteed and don´’t tell your parents!

Wobei, neulich im Gebäude 9, da war es kostenlos (Getränke halt) und spitzenmäßig, Kitty Atomic und Miss Stereo, die beiden DJ-Frauen, die sind sehr genial.

Bloß bin ich ja ‚arbeitender‘ Harz-4-Mensch, Aufstocker genannt –  und von der Arbeit bleibt bei mir nicht mehr als ~ 2,70€ pro Stunde hängen. Aktuell arbeite ich fast nix, lediglich 3 Stunden in der Woche bezahlt und 2-3 unbezahlt sowie eine Supervisionsstunde ab und zu.

Wofür ich mir dann ein Mittagessen kaufe. Also Null Einnahmen.

Tatsächlich 8,10€ Einnahmen, abzüglich 3,20€ für KVB und 9,50€ für einen Burger mit einer Fritz-Cola bei Zimmerman’s Burger – die sind so dermaßen lecker, beste Burger ever! Und ja, es gibt Bio-Beef oder auch Vegan. Ergibt ein Minus von 4,60€. Bei einem Zeitaufwand von 5-8h.

Der Anreiz, mehr zu machen, ist da natürlich nicht gerade hoch.

Und weil ich gerade Krise hatte, hat mir der Chef auch untersagt, mehr Patienten zu nehmen (obwohl meine Warteliste voll ist und ich Stunden und Geld brauche). Allerdings ist es so, dass ich meine Seminare fast alle durch habe, und ich nehme chronisch zu wenig Supervision (weil die mir in der Regel wenig bis nix bringt, leider).

Die Arbeit wird immer erst ein halbes Jahr später vergütet, wobei ein ganzes Quartal auf einen Schlag ausgezahlt wird. Dadurch ist es immer eine Überraschung, wenn Geld kommt – und wie viel. Und kaum ist es da, ist es weg – für Schuldentilgung plus in der Regel eine Wunsch-Anschaffung.

6€ am Tag für alle Ausgaben gibt mir die Grundsicherung (und meine Miete von 450€ sowie die TK-Krankenversicherung). Da reißt ein Tag wie der heute, wo ich mal Mensch war, ein ziemliches Loch in den Finanzplan.

Ausgaben, die an sich erforderlich machen, dass ich 18 Tage lang nichts kaufe, weder Tabak noch irgendwas sonst, kein Essen, keine Bahnkarte – absolut nichts. Weswegen ich solche Tage auch in den letzten 6 Jahren nicht hatte. Köln ist eher teuer, wobei die Location eigentlich ging, preislich – bloß ich bin eher arm, daher alles über weite Strecken total unspaßig. Heute mußte es mal sein. Wollte ein wenig mich fühlen wie früher, als Ausgehen, reden, trinken, tanzen etc. was Normales waren. Hat sehr gut getan.

Tatsächlich würde rein gar nichts gehen, wenn nicht meine Eltern mir helfen würden. Wäre das nicht so, ich hätte wenig Alternativen zu Kriminalität und/oder Obdachlosigkeit. Brauche dringend ein zweites finanzielles Standbein. Oder eher überhaupt mal was, wo Geld rein kommt.

Ich fahre immer Fahrrad, heute war ich aber zu spät dran für Bahn oder Rad – und bin mit einem Funkmietwagen gefahren. Kostet 15€.

Rad fahren in der Innenstadt, immer lebensgefährlich. Im Schnitt zwei Mal pro Tag bin ich beinahe tot, wegen krasser Idiotie von Autofahrern. Weil mein Lastenrad kein Fahrrad ist (es ist mehrspurig, paßt auf Kölner Radwege nicht drauf, weil die teilweise Handtuch-breit sind, und darf da auch eigentlich gar nicht fahren), bin ich – wenn irgend möglich – auf der Straße unterwegs.

Neulich drängte mich eine Taxi-Fahrerin ab, ich fuhr in den 2-spurigen Gegenverkehr, der sich mit 70-100 Km/h näherte – und bin beinahe mit dem Dreirad umgekippt bei einem gefühlt Millimeter-knappen Ausweichmanöver. Die entgegenkommenden Fahrer haben fett gehupt (aber nicht gebremst), und ich wäre sicher tot gewesen, wenn sie mich erwischt hätten. An der Ampel erklärt mir diese türkische Taxi-Fahrerin dann aus dem Fenster heraus seelenruhig, sie habe ausscheren müssen, und überhaupt, es sei ja nichts passiert. Und ich, dem Herzinfarkt gefährlich nahe, ein Puls wie ein Boxer nach 10 Runden – war zu geschockt, um mir ihr Nummernschild zu merken bzw. sie zu fotografieren … weswegen ich diese Geschichte nicht mal zur Anzeige bringen kann.

Also vor der Therapiestunde wegen der Idee, lieber entspannt anzukommen, und wegen der knappen Zeit, mich chauffieren lassen. Am Barbarossa-Platz bemerkt, ich habe den Zettel mit der Adresse nicht dabei, also angerufen, und dann gelaufen.

Die richtige Station wäre Eifelstraße gewesen, eine Station weiter, als ich mich habe bringen lassen.

So sieht es da nachts aus. Termin war 19 Uhr, also bis 20:30. Danach am Kiosk (im Bild rechts) die Sandra getroffen bzw. kennen gelernt. Die mußte noch 150€ zusammen schnorren, und hatte einen offenen Haftbefehl gegen sich laufen, unter anderem. Was ich bisher auch nicht wußte – wenn du wegen nicht gezahltem Geld in den Knast gehst, musst du es danach trotzdem voll zahlen, nicht etwa Geld zahlen ODER Knast, nein – beides. Finde ich total heftig. In was für einem tollen Land wir doch leben.

Mein Therapeut ist Heilpraktiker Psychotherapie, da habe ich sofort einen Termin gekriegt (statt Wartezeit von Monaten und Passung ausprobieren mit Psychologischen Psychotherapeuten) und privat 50€ für 90 Minuten gezahlt (statt dass die Krankenkasse 80€ für 50 Minuten zahlt).

Nix mit Diagnosen, Probatorik, Anträgen, Gesundheitskarte – sondern gleich in medias res. Angenehm, die 90 Minuten. Ich natürlich nach 50 Minuten den ‚Stunde ist zu Ende‘-Reflex gehabt, dann erleichtert festgestellt, paßt, ich habe noch Zeit. Sehr feine Sache.

Der Kai, der ist sehr sympathisch, vielleicht ein wenig zu normal für so eine Gestalt wie mich, keine Ahnung, ging aber — und er hatte mal einen Borderline-Freund, da hat er viel draus gelernt, er leitet jetzt eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die durch sowas geschädigt worden sind – also von daher ideal.

Da mir nie jemand freiwillig länger als 5 Minuten zuhört, wenn ich was Schwieriges von mir erzählen mag, war es ein verdammter Luxus, mal ohne Unterbrechung oder Abwertung und Einwände reden zu dürfen.

Auch toll: Tipps bekommen.

Danach musste ich mich allerdings erstmal sortieren, und habe an einem Kiosk ein Kölsch getrunken, und da die Sandra kennen gelernt, eine patente Frau, die aber sehr übel soziale Schwierigkeiten hat (da war wieder die ganz normale Situation, dass mir Menschen ihre Geschichten erzählen). War spannend und lehrreich, habe uns dann noch zwei Getränke besorgt.

Und dann weiter in der KVB, Linie 15 zum Friesenplatz … da war ein Blinder am Schnorren, dem habe ich ein Stück von meiner Schokolade gegeben, weil: Kein Geld mehr einstecken. Steck es mir einfach in den Mund, sagt er. Ich: Ist aber eine ganze Rippe. Paßte, fand er lecker, ich auch. Milka Karamell, 0,60€ am Kiosk. Weil, hatte noch nichts gegessen, und bloß Kaffee und Kippen gehabt.

Ein junger offenbar wohlhabender Schnösel mit entsprechender ‚Bildung‘ imponierte mir negativ, der meinte, laut anmerken zu müssen, dass der Blinde ja nur so tue; der sei gar nicht wirklich blind. Na klar. Vermutlich fährt er privat einen Porsche. Wie eigentlich alle solchen Sozialbetrüger. Und selbst wenn er nur behindert tut, wer meint, das Betteln leicht ist, soll es bitte mal machen. Ich habe das mal versucht, und es ist elend schwer, aus verschiedenen Gründen. Nicht zuletzt deswegen, weil die Konkurrenz enorm ist. Und die Herzen der Menschen aus Stein, und ihr Kopf voller BILD-Zeitung und TV und fiesen Vorurteilen.

Gibt wirklich extreme Kotzbrocken auf der Welt …

… während der Bettler mir auf mein Kompliment für seine durchdachte Technik, nämlich, dass er einen Karabinerhaken an seinem Schnorr-Becher hat, und den an der Jacke fest gemacht – erklärte, ja, das habe er seit vorgestern, denn da habe man ihn beraubt, als er aus dem McDonalds kam; jemand habe ihm den Becher mit Kleingeld aus den Hand gerissen, und das wolle er ungern wieder erleben müssen.

Am Friesenplatz beschlossen, ich brauche noch was, Bewegung und Musik, ich kann so unmöglich einfach heim gehen, wenn es in mir so am sich bewegen ist. Geld gezogen am Bankomat, 100€. Eltern haben Überbrückung gegeben, denn der WBA (Weiterbewilligungsantrag) für mein Harz-4 ist auf dem Amt noch nicht bearbeitet, weil meine Einkünfte noch nicht nachgewiesen und kleiner meiner Zuverdienstgrenze sind -ergo Null Kohle vom Amt gekriegt, bisher, obwohl ich bereits 3 Mal da war. Daher zahle ich auch wieder GEZ, weil: Kein Bescheid, keine Befreiung möglich. Uncool.

Dann zunächst ins scheue Reh, wo ich zwei Türken traf, die beide eine enorme Wuschelfrisur hatten, Zwillinge waren und gerade ihren 30. Geburtstag feierten. Sehr gutes Gespräch mit dem einen – auf Englisch, weil kein Deutsch, und mein Türkisch eher noch nicht so fließend.

Außerdem jemandem seine Tasche gesichert, die der einfach draußen hatte liegen lassen, mit Ausweis drin und allem. Wäre sicher weg gewesen, wenn ich nicht danach geguckt und sie drinnen abgegeben hätte – die Ecke wimmelt vor armen Leuten, die solche Gelegenheiten nutzen.

Dann ins Gewölbe, zum Tanzen. 10€ Eintritt, und Getränke (Cola, Wasser) auch so 3€. Rauchen draußen, tanzen drinnen, schwierig mit der Kälte und dem Schwitzen, ging aber irgendwie. Alle dort sehr jung, so 20-25 Jahre jünger als ich. Und tanzen haben sie sich kaum getraut, dafür Unmengen Alkohol zu brachialen Preisen in sich rein geschüttet und ziemlich viel sehr plattes Zeugs geredet, jedenfalls die, die in Hörweite von mir sich ausgetauscht haben. Ok, war ja nicht da, um neue Impulse zu kriegen, sondern meinen Körper durch zu bewegen.

Nach drei Stunden Tanzen – unterbrochen durch einen Kaffee um die Ecke – war ich sehr Tiefen-entspannt, und hatte genug von der Elektro-Mucke. Immerhin, die war diesmal sehr viel abwechslungsreicher als neulich, wo ich da auch schon mal war. Sich für Leute zu interessieren kam mir nicht in den Sinn, und wäre auch schwierig gewesen, weil: Arg laut, viel buntes hektisches Licht, also Wahrnehmung sowohl erschwert als auch überladen mit Eindrücken. Und genau einen Menschen erspät, der auch tanzen konnte – alle anderen hatten wohl den Körperklaus-Tag oder so, vielleicht auch sozial gehemmt, ungeübt, keine Ahnung.

Wollte dann was essen, aber 2:30 am Hans-Böckler-Platz keine Chance, und auch eine Recherche ergab, nur der Nimet-Grill in Kalk hätte auf gehabt, oder La Strada in Lindenthal. Beides völlig außerhalb der Reichweite – jedenfalls hätte es 30€ gekostet, dem Türsteher – der hatte mich inständig gebeten, ihm was Herzhaftes zu besorgen, er sterbe vor Hunger – seinen Wunsch mittels Funkmietwagen und Hin- und Herfahrt zu erfüllen – da musste ich passen.

Also den Taxi-Fahrer nach einer Pauschale gefragt, weil ich nicht mehr als 15€ bereit war zu zahlen (auf Laufen aber keinen Bock hatte). Meint er, das macht er. Und stellte sich raus, er wohnt bei mir um die Ecke, machte dann Feierabend, und ja, es hätte mehr gekostet – auf der Auffahrt zur Zoobrücke waren die 15€ bereits überschritten, da hat er den Taxameter dann abgestellt. Schätze mal, es wären 25€ geworden; das ist mir vor 2 Jahren mal passiert, seitdem nie mehr Taxi gefahren.

Der Taxifahrer natürlich türkisch-kölsch, wie der auf der Hinfahrt auch, und eigentlich alle. 49, und sieht es so wie ich, wer nicht ausgeht, der geht ein. Er hatte einen erlesenen Musik-Geschmack, die Fahrt über gute Mucke und auch was wir beredet haben, prima — war ein Vergnügen mit ihm zu reden, und vielleicht sieht man sich bei Käptn Peng im Palladium.

Daheim, was zu Essen gemacht, und Lust gehabt, einen Tagebuch-Eintrag mit der Welt zu teilen.

 

 

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Etwas, was Größer ist als ich selbst (und nicht bloß stärker)

Über Menschen kann gesagt werden: Cogitant, ergo laborant. Sie denken, also leiden und arbeiten sie.

Lustig übrigens, das es das gleiche Wort ist, auf Latein. Arbeit == Leid. 

Wenn ich darüber nachspüre, wieso ich Zeit meines Lebens immer nach etwas gesucht habe, was größer ist als ich, komme ich auf den Punkt, das mein Ego eine Nichtigkeit ist – eine Sache, die zwar mir unendlich wichtig sein kann, aber letztlich ohne Bedeutung ist.

Ego will dies und das, und nie gibt es Ruhe. Was damit erreichbar ist – sich durch setzen, etwas kriegen. Habe ich gemacht. Bleibt unbefriedigend.

Zumal, oft ist es gerade diese Bewegung, die von allen anderen abschneidet, den Einzelnen völlig isoliert. Ein Mensch, der nur an sich selbst denkt, wird nicht geliebt.

Und dieses Bedürfnis nach Bindung und Liebe, das liegt außerhalb des Ego, in einer Sphäre, die meist als Selbst bezeichnet wird, was eine umfassendere Angelegenheit ist – weil Ego stark mit Ratio gekoppelt ist, mit dem bewußten Wollen, während Selbst alle Teile der Verhaltenssteuerung – Gedanken, Gefühle, Erinnerung, Bedürfnisse, Leiblichkeit – umfaßt.

Es kann das Ego nur verlieren, wenn es gegen das Selbst sich durch setzt – in der egomanischen Bewegung wird etwas eine überwertige Idee – eine Sache oder Angelegenheit wird so wichtig, dass ihr alles andere untergeordnet wird. Dann leidet der Körper – wird ausgezehrt, vernachlässigt, gering geschätzt.

Und ebenfalls leiden die sozialen Beziehungen – sie werden nach Funktionalität bewertet, aus der Sicht der Ratio zählen sie nur da, wo sie instrumentell sind, also dem Ziel dienen, und Menschen werden Objekte und Werkzeug für den Plan.

Ob nun ein Mensch ein Manager ist, und nur die Rendite im Kopf und Auge hat, oder ob einer ein religiöser Eiferer ist, und nur sein Modell von Gott im Kopf hat, ob es um eine fixe Idee oder einen Wahn geht, bleibt sich dabei gleich. Kein Unterschied zu einem Heroin-Junkie.

Ein unausgewogener Mensch, das ist die Definition von abweichend, verrückt, irre, wahnsinnig, psychisch krank ja letztlich:

Ungesunde Unausgewogenheit, die zu Leid bei sich und anderen führt – macht von etwas zu viel, und von etwas oder auch von allem anderen zu wenig. 

Für die ICD-Definitionen psychischer Krankheiten im Kapitel F werde ich das mal durch gehen. Weil, mir ist aufgefallen, ich leide und bin krank. Und wenn ich mit Patienten arbeite, merke ich – ich bin wie die auch.

Wieso? Weil jeder Mensch das hat, weil krank sein normal ist. Weil es uns ausmacht, dass wir empfinden und leiden und uns dagegen zu behaupten versuchen.

Jedes menschliche Wesen hat diesen Krieg in sich, und das kommt daher, dass wir über Bewußtsein verfügen und abgetrennt sind vom Naturzustand, in dem einfach eines sich aus dem anderen ergibt.

F1x – Gekauftes Glück == Sucht. Dem psychischen System wird Glück als Stoff von Außen zugesetzt, und das ist dann, wenn es entgleist und ganz einseitig wird, eine Sucht, eine Monomanie – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

Aktuelle Zahlen für die Bundesrepublik Deutschland. Koffein nutzen praktisch alle, den Einfach-Zucker auch, daher habe ich da nicht noch 56 Mio (Menschen über 18 und unter 65) hin geschrieben. Ethanol, das ist das Lösungsmittel, was trinkbar ist, also ‚Alkohol‘ (nur ist es eben bloß ein Stoff in der großen Gruppe der Alkohole, daher hier genau bezeichnet). Wer meint, das Alkohol nicht löst, ist dumm. Nikotin ist Botenstoff im zentralen Nervensystem, macht wach und konzentriert – ein Super-Zeugs. THC, Tetra-Hydro-Cabinol, das ist der Hauptwirkstoff von Gras. Hanf ist Gottes Geschenk an die Menschheit, wächst überall und ist damit eigentlich kostenlos allen zugänglich. Benzodiazepin ist ein Medikament, was Schmerzen löst und Schlaf anstößt (und extrem abhängig macht). Die Beschleuniger – Kokain, Amphetamin und Methamphetamin – habe ich zusammen gefaßt, weil der Unterschied bloß im Preis liegt.

Die Zahl der Nutzer spricht eine klare Sprache: Mangel an Serotonin, Dopamin, Adrenalin/Noradrenalin, Oxytocin – also die biochemische Grundlage von Mangelgefühlen – wird kompensiert mit Medikation, die nicht vom Arzt verschrieben wurde. Praktisch jeder Mensch macht das.

Ohne Serotonin und Dopamin geht nix. Kein Glück, kein Antrieb, keine Aktion.

Um ein wenig Bildung in die Massen zu tragen, hier Strukturformeln und begleitende Erklärungen.

Alle Stoffe sind auf Wikipedia gelinkt, zur Vertiefung bei Interesse.  Allerdings in englischer Sprache, weil: Bessere Artikel, da mehr englischsprachige Leute sich die Ehre geben, die Wikipedia weiter zu entwickeln.

 

Dopamin. Ganz zentraler Botenstoff im zentralen Nervensystem. Fehlt das, geht wenig bis nix mehr.
Serotonin. Ebenfalls ganz zentral, auch hier: Fehlt das, ist es sehr schlecht.

 

Ethanol. Lösungsmittel. Zum Putzen, desinfizieren, innerlich angewendet zur Lösung von muskulärer, sozialer und psychischer Anspannung. Reduziert die Hyper-Frontalität (zu viel bewußt-rationale Kontrolle). Macht glücklich, weil Dopamin ausgeschüttet wird. Ohne Alk, da wäre der Alltag zu grau. Neuro-Toxizität ist umstritten (ob Zellen dadurch sterben). Anti-Bakteriell. Bei Abusus entstehen Leber-Schädigungen sowie Gefäß-Schädigungen.
Nikotin. Macht wach, konzentriert, steigert den Antriebe und den Metabolismus. Daher auch: Schnellere Ausscheidung von anderen Medikamenten, deren Wirkung im Körper wird daher reduziert. Unschädlich.
Tetrahydrocannabinol. Dope, Gras, Haschisch. Aus Hanf gewonnen. Wächst wie Brennnesseln; ist eine Pionier-Pflanze. Vermutlich haben die Planzen diesen Stoff evolutionär entwickelt zur Verteidigung gegen Fressfeinde. Unschädlich: Dockt logischerweise an körpereigene Rezeptoren an, also ein Agonist zu einem körpereigenem Botenstoff.
Andamid. Das Sanskrit-Wort ‚ananda‘ bedeutet Freude, Genuß. Erst kürzlich, nämlich 1992, wurde dieser Stoff bei der Untersuchung der Wirkmechanismen des THC gefunden. Es war klar, THC hat Rezeptoren im menschlichen Körper, und die haben einen evolutionären Sinn, sonst wären sie nicht da, und es muss daher zwingend einen Stoff geben, der diese bedient und der im Körper selbst gebildet wird.
Benzodiazepine – eine Stoffgruppe mit vielen Vertretern. Dealer: Die Hausärzte. Da der Körper sich darauf einstellt, kann eine Verwendung bereits nach mehr als 3-5 Tagen zu Abhängigkeit führen. Schlafen ohne Schlafmittel geht dann nicht mehr.
Kokain. Ein stark stimulierendes Mittel, wird geschnupft oder geraucht. Man fühlt sich wie Gott, nicht mehr wie ein Wurm. Natürlich befördert das jedwede Egomanie. Im Bundestag starkt vertreten, außerdem finden alle Macht-Menschen das sehr sehr geil. Daher auch legal und unreguliert in fast allen Teilen der Welt.
Amphetamin. Auftreten in zwei Formen – levo-amphetamin und dextro-amphetamin, Verabreichung immer gemischt. Aufputschmittel, macht wach und fit und aktiv, reduziert Schmerzempfinden und Schlafbedürfnis. Als Medikament auf dem Markt.
Methamphetamin. Als Crystal Meth aus der genialen Serie „Breaking Bad“ bekannt. Auch Meth oder Ice genannt. Adolf Hitler war Pervitin-Junkie – das ist dieses Zeugs. Macht irre, wahnsinnig, steigert den Antrieb, führt zu schmerzfreier totaler Ego-Manie. Man braucht weder Schlaf noch Liebe oder Nahrung. Wurde als Droge für die Weltkriegs-Soldaten auf breiter Basis (er hat ‚breit‘ gesagt – hihi) verwendet.
Methylphenidate. Ein Stimulans. Als Medikament ‚Ritalin‘ bzw. ‚Medikinet‘ auf dem Markt. Schlucken unsere Kinder gegen die weit verbreitete (manche sagen ‚überdiagnostiziert‘) Krankheit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung; also das, was Kinder normalerweise tun, nämlich aktiv sein, sich bewegen, ihr Ding machen, nicht anderen überflüssig zuhören oder Befehle akzeptieren oder still sitzen) verschrieben.

Die Kaufsucht, Computerspielsucht, Internetsucht, Ess-Sucht, Sportsucht, Arbeitssucht – diese Süchte habe ich in der Tabelle nicht drin, weil sie so allgegenwärtig sind. Auch die Ablenkung mit Musik, Film, TV gehört in diese Kategorie. Weil das erst recht jeder Mensch macht, lohnt es nicht, Zahlen zu zeigen. Über sexuelles Verhalten gibt es wenig gute Zahlen, aber Pornographie würde auch in die F1x – Kategorie gehören.

Dass alle diese Dinge unnatürlich und damit meiner Ansicht nach abweichendes Verhalten sind, ist vielen unklar. Aber: Kein normaler Primat (Affe) macht sowas. Kann natürlich sein, sie machen es nicht, weil sie es nicht können.

Übrigens lehnen die heiligen Schriften diese Art von Ablenkung als Sünde gegen Gott und die Menschheit ab: Wir sind nicht hier, um uns breit und „zu“ zu machen und zu wichsen über unsere eigene Großartigkeit. Das ist uncool. Jedenfalls war das lange die Ansicht der Heiligen Menschen. Allerdings, wieso nicht, es geht ja so prima. Nur: Am Leid ändert konsequente Mindlessness nichts, sondern macht es langfristig schlimmer.

Konsum über das zur gesunden Selbsterhaltung hinaus notwendige Maß ist also ein Charakteristikum des modernen Menschen. Und psychische Erkrankung. 

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F2x – Imaginäre Beziehungen == Wahn. Dem psychischen System wird Glück als Idee von Innen zugesetzt, und das ist dann, wenn es entgleist und ganz einseitig wird, ein Wahn, eine Monomanie – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

Neben der paranoid-halluzinatorischen Schizophrene fallen in diese Kategorie alle illusionären und halluzinatorischen Identifikationen.

Hat das Ego keine Freunde, dann denkt es sich welche aus. Hast du einen Gott, bist du nie allein.

Die Tendenz, sich selbst als Gott oder Messias zu identifizieren, inklusive: Dann nämlich, wenn dir sonst keiner folgt. Und dann – müssen die Sünder alle geköpft werden. Außerdem ist das Ego hier im Recht, durch ein ‚höheres Gesetz‘, oder eine ‚höhere Autorität‘. Was natürlich verrückt ist.

In diese Kategorie fallen alle Sorten von Fans (Sport, Musik, etc.), alle Glaubensgemeinschaften, alle Sekten, alle sonstigen, das Ego und die eigene Person transzendierenden Identifikationen.

Auch der Nationalismus – die Fiktion, zu einer Nation zu gehören.

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F3x Affektive Störungen – Depression, Manie. Dem psychischen System wird weder Glück als Konsum noch Glück als Idee von Innen zugesetzt in einem ausreichenden Maße, um die Balance zu halten – und es entgleist und wird ganz einseitig, ein Wahn, eine Monomanie manifestiert sich – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

In der Depression geht ein Mensch ins Schwarze, in der Manie geht sie ins Weiße. Es geschieht eine totale Auflösung, Ego wird verlassen, alles ist entweder ganz leer oder ganz voll, ganz schlecht oder ganz gut, ganz furchtbar oder ganz wunderbar.

Der unhaltbare Zustand wird in der Manie für alle sichtbar, die Betroffene brennt aus und ruiniert sich selbst – in der Depression kriegt den unhaltbaren Zustand im ungünstigsten Fall niemand mit, und die Betroffene tötet sich dann selbst, wenn sie nicht wieder heraus findet.

 

F4x Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen. Dem psychischen System wird Glück als Konsum und Glück als Idee von Innen zugesetzt in einem ausreichenden Maße, um die Balance zu halten – aber diese Zufuhr ist offensichtlich bedroht, weswegen es entgleist und einseitig wird.

Phobie, Angst, Zwänge, Grübeln, unhintergehbare Vermeidungsverhalten manifestieren sich – etwas, worum die betroffene Person kreist, und was ihr zunehmend die Energie, die zur Lebensbewältigung benötigt würde, raubt.

Wie bei F1x bis F3x kann auch hier passieren, dass du mit diesem Menschen kaum noch was anfangen kannst, weil sie einfach nicht mit machen mag und kann und unter einer nicht nachvollziehbaren Einschränkung leidet, auch: Andere leiden läßt.

Neurotische Menschen sind schwierig. Sie streiten um Kleinigkeiten, haben Angst vor wenig gefährlichen Situationen und Dingen, nerven andere mit ihrer komischen Art, und fordern dafür Rücksicht, oder isolieren sich sozial. Oft ist auch der Leib der Austragungsort – es gibt diffuse somatische Beschwerden, etwas im Bauch oder Rücken, Kopfschmerzen, etc.

Aus F4x wird eskaliert – der Zustand ist unglücklich, also muss etwas geschehen. Praktisch immer kommt es zu Sucht und Depression, wenn der Zustand anhält und noch irgendwas passiert: Verlust der Arbeitsstelle, der Beziehung, Streit um Kinder, ein Umzug (Verlust von sozialen Beziehungen) oder sowas.

F5x Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren. Essstörungen · Nichtorganische Schlafstörungen · Sexuelle Funktionsstörungen Ist im Grunde genau wie F4.

F6x Spezifische Persönlichkeitsstörungen. Wenn es nicht in erster Linie der Körper oder die Gefühle sind, die gestört sind, sondern Denken, Wahrnehmen und Impulskontrolle.

Jede Persönlichkeit – persona, die Maske – ist eine Störung, wenn sie nicht zur Rolle paßt, die gesellschaftlich gefordert wird. 

Es geht um tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen.

Solche Verhaltensmuster sind stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.

Wie stark man selbst oder andere leiden, liegt einzig und allein an der gesellschaftlichen Passung. 

Daher ist es fraglich, ob es wirklich Sinn macht, Persönlichkeitsstörungen als individuelle ‚Krankheit‚ zu definieren.

Normalverteilung. Es ist immer so, egal was wir ansehen, wenn wir viele Ereignisse, Objekte oder lebende Wesen messen (einer ihrer Eigenschaften eine Zahl zuweisen; das bedeutet ‚etwas messen‘), stellt sich eine charakteristische statistische Verteilung ein. Messen wir Intelligenz, dann können nicht alle super klug sein, sondern: Die Meisten sind so mittelmäßig, manche drunter, manche drüber, sehr wenige sind sehr weit weg vom Durchschnitt.

F7x Intelligenzbeeinträchtigung. Ein Zustand von verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten; besonders beeinträchtigt sind Fertigkeiten, die sich in der Entwicklungsperiode manifestieren und die zum Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten.

Eine Intelligenzstörung kann allein oder zusammen mit jeder anderen psychischen oder körperlichen Störung auftreten.

Der Schweregrad einer Intelligenzstörung wird anhand standardisierter Intelligenztests festgestellt. Diese können durch Skalen zur Einschätzung der sozialen Anpassung in der jeweiligen Umgebung erweitert werden.

Diese Messmethoden erlauben eine ziemlich genaue Beurteilung der Intelligenzstörung. Die Diagnose hängt aber auch von der Beurteilung der allgemeinen intellektuellen Funktionsfähigkeit durch einen erfahrenen Diagnostiker ab.

Intellektuelle Fähigkeiten und soziale Anpassung können sich verändern. Sie können sich, wenn auch nur in geringem Maße, durch Übung und Rehabilitation verbessern. Die Diagnose sollte sich immer auf das gegenwärtige Funktionsniveau beziehen.

F8x Entwicklungsstörungen. Wenn Kinder nicht so reifen und wachsen und lernen und sich entwickeln, wie es für normal gehalten wird. Aufgrund von inneren und äußeren Faktoren kann das passieren.

Die in diesem Abschnitt zusammengefassten Störungen haben folgende Gemeinsamkeiten:

  1. Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit;
  2. eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;
  3. stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive.

In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben.

F9x Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend. Nicht mein Arbeitsbereich, also nur der Vollständigkeit halber …

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Info:
F90.- Hyperkinetische Störungen
F91.- Störungen des Sozialverhaltens
F92.- Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen
F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters
F94.- Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F95.- Ticstörungen
F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

 

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Knoten, die sich lösen (und auf einmal läuft es wieder)

Vermutet hatte ich das ja schon länger – ich stehe mir bloß selbst im Weg. Nun sind viele Knoten geplatzt, und – auf einmal läuft es wieder rund.

Bei mir sind es Fahrräder. Das ist gerade mein Ding, ich baue ein altes Postrad komplett von Grund auf neu auf, lerne, wie diese Sachen gehen. Tut mir so gut, mit den Händen was zu arbeiten, und den Respekt anderer Leute kriege ich so auch locker, während mein Geschwätz niemanden interessiert und alle nur nervt. Zu lange bei einer nicht funktionierenden Strategie geblieben. Heute konsequent jeden Depp sein lassen, wie er oder sie ist, und nur mein Ding gemacht.

Mein ausgesprochen sympathischer Therapeut rief an, der Termin ist verschoben. Kein Problem, ich habe den ganzen Tag in der Fahrradwerkstatt an einem Rad gewerkelt, war gerade zwecks Körperreinigung in der Badewanne, da kam mir das sehr recht, dass ich nicht noch mein Leben riskieren muss mit Radfahren in der Innenstadt und all den bereiften Mördern, sondern ganz gemütlich bleiben kann.

Nachdem ich gestern super blöd war, heute zerknirscht aufgewacht und dann Dinge wieder in eine bessere Harmonie gebracht. Und auf einmal sind Leute freundlich zu mir, so sehr, dass ich es zunächst nicht glauben konnte. Aber das Phänomen blieb den Tag über stabil, also ist wohl was anders geworden.

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Ein krankes System macht Menschen krank

Interessanter Artikel in der ZEIT: http://www.zeit.de/2016/30/gesundheit-medizin-patienten-zuwendung/komplettansicht

Wenn je etwas zum Guten sich wandelt im System, dann ist das, weil persönliche Betroffenheit von mächtigen Menschen passiert. So war es bei der Psychiatrie-Reform, und hier ist wieder so ein Fall.

Nun könnte eine denken, die ZEIT wäre progressiv, oder dieser Artikel ein Fortschritt, oder da gäbe es ein wahres Leben im Falschen. Not so.

Ich zitiere einen Absatz, der die Blindheit gegen die Problematik gut verdeutlicht:

In früheren Zeiten, erklärt Gray, standen die Ärzte ihren Patienten als Heiler und väterlicher Freund zur Seite. Dann sei das Zeitalter des Arztes als Wissenschaftler angebrochen. „Jetzt muss die nächste Phase folgen“, fordert Muir Gray, „der Arzt als Coach.“ Ein Begleiter, der zuhört, gründlich informiert und nach Lösungen sucht – am besten gemeinsam mit dem Patienten.

Das ist sehr viel mehr als nur falsch, in vielerlei Hinsicht. Diese Geschichte ist eine reine Propaganda, sie schreibt Geschichte um, und konstruiert etwas, was so nie war.

Alle Lügen, die heute die Menschen leiden lassen und ihnen zugleich die Sicht auf das, was passiert, verstellen, sind hier konzentriert enthalten.

  1. Die Heilkunst hat sich rund um den wichtigsten Vorgang auf der Welt herum entwickelt – die Geburt. Und sie war eine reine Frauen-Sache. Weise Frauen haben als Hebammen die Kinder entbunden. Männer hatten da nichts zu suchen.
  2. Durch millionenfachen Massenmord und systematische Verfolgung der Frauen als Hexen sind erst die Männer in diese Domäne hinein gekommen.
  3. Männer sind nicht die Urheber der Heilkunst, Ärzte sind keine Heiler, Zuhören ist keine männliche Eigenschaft, Gemeinsamkeit ist nie Ziel in einer Hierarchie.
  4. Die Wissenschaft hat sich aus der alchemistischen Suche nach philosophischer Wahrheit durch Experimente entwickelt. Wissenschaft war mal eins, alle heutigen Wissenschaften sind Ableger dieser einen Suche nach dem EINEN.
  5. Selbstverständlich waren Wissenschaftler immer illegal, denn sie wollten etwas tun, was durch die Kirche verboten war: Erkenntnis gewinnen, die es angeblich nicht geben konnte und durfte. Sie hatten ein Ziel, was nur gegen die Gesellschaft erreichbar war, nämlich die Integration von Körper, Geist, Seele und Welt im Rahmen von magisch-mystischen Experimenten. Darin lag und liegt das Heil, nicht in abgetrennten und toten Stoffen.
  6. Ärzte haben noch nie als Freund agiert, und sie waren auch keine Heiler. Sondern der Ärzte-Beruf stammt aus dem Militär, wo es darum ging, die Soldaten zu flicken. Weil ein Feldzug massenhaft Opfer forderte, und viele eben erst durch Wundfieber starben, war da aus der Sicht der Körper-Besitzer – der Herren – ein Potential für Verbesserungen. Auf dem Schlachtfeld wurden krasse Schäden angerichtet, und die Idee war, den Tod abzuwenden durch Ausbrennen von Wunden, Amputation und dergleichen.
  7. ‚Evidenzbasierte Medizin‘, das klingt gut, ist aber komplett falsch und irreführend. Was eigentlich Evidenz sein soll, weiß schon praktisch keine. Es klingt danach, dass etwas gesichert wäre durch Wissenschaft, und genau das meint es aber nicht. Sondern – es scheint klar, was Sache ist, durch die einzige stastistische Prozedur, die mehr als nur ein paar Menschen hinkriegen, das sogenannte Eye-Balling, also kurz drauf schauen. Evidenz, das ist das Offensichtliche. Was alle einsehen, weil: Sieht man ja, wie es ist. Das ist natürlich stets falsch. Nichts, rein gar nichts, können wir einfach sehen. Sondern: Alle Wahrnehmung ist gelernt, ist eine reine Konstruktion. Bis heute geht es um Macht und Geld, es haben sich niemals die Herrschenden für Beweise oder Wahrheit interessiert — höchstens mal privat, wenn es niemand mitkriegt — oder wären ihr gar gefolgt, sondern im Gegenteil ist diese Wissenschaftlichkeit nur der Nachfolger der Gottesstellvertreterschaft mit anderem Namen. Hoc est Corpus Christi, Hokuspokus, ein fauler Zauber, um Menschen zu blenden, in etwa so wahr wie die offensichtliche Tatsache, das die Sonne sich um die Erde dreht, die Erde eine Scheibe ist und die Sterne am Firmament kleben.
  8. Weswegen ich diesen Beitrag schreibe – es ist zum Kotzen, wie verdreht die Dinge dargestellt werden: Der Arzt als Wissenschaftler. NEIN. Ärzte experimentieren mit Patienten, wenn sie dürfen – so wie es Dr. Josef Mengele tat: Wann erfrieren Menschen, wie viel und welche Folter überleben sie wie lange, das wäre Arzt als Wissenschaftler.
  9. Wissenschaft ist systematisches Experiment. Aus ethischen Gründen ist das mit Patienten (denen, die ohnehin bereits leiden) verboten. Eine solche Phase gab es nie, nicht wirklich, jedenfalls nicht so, wie es hier an die Wand gemalt ist. Die Menschenversuche finden statt, nämlich in den versklavten Ländern Afrikas. In China. Und massenhaft.
  10. Wissenschaft liefert keine Beweise, weil: Beweis unmöglich. Falsifizierung ist das Prinzip. Ausprobieren, scheitern, dadurch begreifen, dass es so nicht geht. Falsche Annahmen beseitigen, bis etwas übrig bleibt, was meistens ganz gut klappt. Das ist Wissenschaft. Wer es nicht glaubt, lese mal Kant und Popper. Und Mary Daly, für eine Darstellung der tatsächlichen Arbeitsweisen des Gehirns.
  11. Der letzte Satz – ‚Ein Begleiter, der zuhört, gründlich informiert und nach Lösungen sucht – am besten gemeinsam mit dem Patienten.‚ – ist so dumm und voller Logik-Fehler, dass es zum monatelang laut Schreien ist. Ich weiß kaum, wo ich damit anfangen soll, das zu dekonstruieren, weil es dermaßen BULLSHIT ist. Andererseits eine echte Perle – alles Verkehrte in einem Satz, und vordergründig so gut und vernünftig.
  12. Vielleicht mit ‚am Besten‘ beginnen: Am Besten, also idealerweise. So würde MANN es tun, wenn die Zeit dafür wäre – es geht aber auch anders. Weil, praktische Arbeit, da kann nicht immer alles so gemacht werden, wie es eigentlich gemacht werden sollte. Muss man ja pragmatisch sein, ökonomisch usw. usf.
  13. Begleiten ohne Patienten, wie geht das? Nach Aktenlage, was bearbeitet wird, sind Papiere anderer Leute. ‚Wir begleiten diesen Menschen‘, das ist ein Euphemismus für: Wir verwalten diesen Menschen bürokratisch.
  14. Zuhören ohne Patienten, wie geht das? Dazu kann ich nach 18 Monaten unbezahlter Arbeit in der LVR-Klinik Köln folgendes sagen: Es ist FAKT, dass Ärzte praktisch keine Zeit MIT Patienten verbringen. Dazu haben sie zu viel zu tun. Sondern, sie hören sich gegenseitig zu und vor allem: Sich selbst reden. Je höher in der Hierarchie, umso geringer der Kontakt zu Patienten, das ist sehr gut wissenschaftlich belegt. Weil ich als Psychologe gearbeitet habe, und weil Psychologen in der Psychiatrie nicht vorgesehen sind, hatte ich die Freiheit, mit Patienten zu reden, wie es mir beliebte und angemessen schien. Ich bin mit den Menschen also spazieren gegangen, raus aus dem Haus, was Kranke macht. Und habe sie reden lassen, mich dafür interessiert, sparsam nachgefragt. Immer wieder wurde mir bestätigt, was ich vermutet hatte – das das normalerweise nie passiert. Nie hört jemand wirklich zu. Für das Team war ich dann auch DIE Quelle, wenn es darum ging, schwierige Patienten zu konstruieren. Die Routine ist, dass nach einem starren Schema gearbeitet wird, in der Regel eskalativ: Wenn es nicht hilft, ist die Dosis zu gering, dann wird mehr Gewalt angewendet.
  15. So funktioniert Psychiatrie: Ziel ist es, Ruhe und Ordnung und vor allem Unterwerfung herzustellen, wobei Patienten idealerweise nicht innerhalb des Hauses versterben. Bzw. wenn das passiert, sollte es nicht öffentlich werden. Weil, sieht nicht gut aus. Pharmaka töten, direkt und indirekt, jedes Jahr sterben hunderte allein in Deutschland. Und das System fordert Opfer, die alle als ‚individuelle Einzelfälle‘ gelten.
  16. Lösungen suchen ohne Patienten, wie geht das? In einer psychiatrischen Visite – wo der Patient gesehen wird – sitzen bisweilen 12 bis 16 Personen verschiedener Fachgruppen, die den oder die ‚Irre‘ mustern. Alle reden, die Redebeiträge gestaffelt nach Position in der Hierarchie, je mehr eine weiß, umso weniger darf sie reden, und die unwissenste Person – die Chefärztin – gibt dann die Entscheidung über den einzuschlagenden Weg bekannt. Erst wenn alles beredet ist, die Arbeitsaufteilung geklärt, dann MUSS der leidende Mensch sich kaputt gucken lassen von dieser Horde. Blicke, die krank machen und letztlich töten.
  17. Wenn die Entscheidung vom Chef oder der Chefin komplett falsch ist, widerspricht niemand. Ich habe es getan, und wurde zurecht gewiesen. Daraufhin habe ich gnadenlos auch noch die Dummheit dieser Person bloß gestellt, auf das fachlich völlig Unzutreffende ihrer Replik mir gegenüber sowie die absehbar destruktiven Folgen der Chef-Entscheidung für die Patientin und ihre drei Kinder hingewiesen. Folge war eine geschockte Belegschaft, und Spätfolge war, dass ich in diesem Hause keine Anstellung bekam. Der Patientin hat es freilich nicht genutzt, wie auch. Eine Korrektur von Fehlern ist nicht vorgesehen. 
  18. Also: Prinzipiell wird alles entschieden ohne die Patienten zu fragen, was sie brauchen und wollen, auch wenn so getan wird, gelegentlich.
  19. Wehrt sich eine Patientin oder ein Patient, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, das die ‚Krankheit‚ schlimmer ist als gedacht. Womit die Parallele zur Hexenverfolgung klar sein dürfte – verstockte Sünderinnen bedürfen zur seelischen Reinigung einer noch grausameren Folter, und das ist stets zu ihrem eigenen Besten. Wobei psychische Krankheiten und Sünden halt ausgedachte Konzepte sind, die sich nirgends messen lassen in der Biologie.
  20. Arzt als Coach. Ein komplett abwegiges Bild. Ein Coach, das kommt aus dem Sport. Wenn gute Sportler alt werden, werden sie Trainer oder Coach. Sie wissen und können und haben etwas praktiziert, und dann geben sie dieses Wissen begleitend weiter. Ärzte sind Menschen, die keine Ahnung haben. Liegt an der Ausbildung, die sie zu Göttern in Weiß qualifiziert. Fachlich wenig dahinter, und je weniger körperlich das Leiden, umso ahnungsloser sind sie. Reine Hybris.
  21. Ein guter Arzt kennt seine Medizin. Frag mal den Psychiater, welche Mittel sie bereits selbst genommen und erforscht hat, wenn du mir nicht glaubst. Ich habe viele Ärzte kennen gelernt, auch persönlich, und mit Medizinstudenten gewohnt, also wehe es widerspricht mir jemand, der das ohne Erfahrung glaubt, tun zu können. Da werde ich sicher sehr ätzend.
  22. Ärzte sind selbst die Berufsgruppe mit den meisten Suiziden, auch Drogenprobleme sind extrem häufig dank der Griffnähesie würden sich aber niemals in den Kliniken behandeln lassen, wo sie arbeiten.
  23. Weil ich Psychologe bin, erzählen mir Leute automatisch ihre Probleme. Über mir leuchtet das unsichtbare Schild, da steht drauf: Erzähl es mir. Immer passiert das. Ich habe in Not auch Psychiaterinnen aufgesucht, und begutachtet wurde ich auch mal, auf Anordnung eines Gerichtes. Immer war das so, dass nach kurzem Abhaken meiner Anliegen – in der Regel Verschreibung von Gift bzw. beim Gutachter die Feststellung meiner psychischen Gesundheit – diese kaputten Menschen und ihre Probleme Thema waren. Und immer ist da was: Depression, Spielsucht, Alkoholismus, Familienprobleme, sexuelle Probleme. Alle sind sie leidend und krank, und verzweifelt. Gesunde habe ich nie getroffen.
  24. Wie kann ein Mensch, der sich selbst nicht helfen kann, gegenüber anderen als Experte auftreten? Wie kann ein Mensch behaupten, sie wisse etwas, wo nichts klar ist? Wieso sieht anscheinend niemand, das des Kaisers neue Kleider gar nicht da sind, dass dieser Pfau nackt ist? Wie kann das sein, das diese Menschen Autorität ausüben, die praktisch unangefochten bleibt? Die Antwort: Soziale Konditionierung. 
  25. Was die Wirkung von Habitus und Autorität generell erklärt, sind zwei Dinge: Soziale Konditionierung – es wurde gelernt, was zu sehen und zu hören und zu denken ist, und zwar in der Familie und der Schule und der Uni und auf der Straße. Danach wird der Mensch versiegelt und immunisiert gegen die Lebenserfahrung, so gut es geht. So funktioniert diese Gesellschaft von egomanen Robotern. Und die Wirkung von allem basiert auf der bloßen Behauptung, der Suggestion, ist also ein magischer Transfer von Zuständen durch Sprache und Leiblichkeit entlang der Linien der Macht.

 

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