Mit jemand reden und danach Tanzen gehen (tat gut, aber viel zu teuer für mich)

Wirklich enorm, wie sowas gut tut. Drei Stunden getanzt, und vorher eine Stunde lang gegen Geld jemandem erzählt, was mich bezüglich meiner Lebenssituation beschäftigt. Prima, beides. War echt mal nötig.

Meine Zweitfrau ist ein Lastenrad … Iron Chariot … und ich bin ein Kuhdorf-Cowboy. Viva Cow-lonia!

Zuvor den Tag mit dem Verfassen eines Artikels für meinen Blog sowie einer Radtour und einem netten Aufenthalt am Rhein verbracht, nachdem am Radladen ich angepfiffen worden war, was mir denn einfiele, gegen den Jan die Polizei zu rufen. Hatte ich gemacht, weil der Kerl mir null Respekt entgegen bringt, dafür mich verleumdet bei allen anderen.  Mir war schlicht nichts anderes eingefallen, was überhaupt gehen hätte können …

Also, hatte meine erste Therapie-Stunde seit 10 Jahren, und meine erste Tanz-Session seit gefühlt einer Ewigkeit, bisherige Versuche in Köln eher weniger gut gewesen in den letzen Monaten.

HardPop & PussyPunk from Oldschool to Newschool. Miss Stereo & Kitty Atomic gehen musikalisch aufs Ganze. Ihr Tanzmädchenreport ist eine tabulose Grenzerfahrung des guten Geschmacks. Hier ist mehr drin als Frenchkiss und Händchen halten. Hier fängt LaBoum erst richtig an. Satisfaction guaranteed and don´’t tell your parents!

Wobei, neulich im Gebäude 9, da war es kostenlos (Getränke halt) und spitzenmäßig, Kitty Atomic und Miss Stereo, die beiden DJ-Frauen, die sind sehr genial.

Bloß bin ich ja ‚arbeitender‘ Harz-4-Mensch, Aufstocker genannt –  und von der Arbeit bleibt bei mir nicht mehr als ~ 2,70€ pro Stunde hängen. Aktuell arbeite ich fast nix, lediglich 3 Stunden in der Woche bezahlt und 2-3 unbezahlt sowie eine Supervisionsstunde ab und zu.

Wofür ich mir dann ein Mittagessen kaufe. Also Null Einnahmen.

Tatsächlich 8,10€ Einnahmen, abzüglich 3,20€ für KVB und 9,50€ für einen Burger mit einer Fritz-Cola bei Zimmerman’s Burger – die sind so dermaßen lecker, beste Burger ever! Und ja, es gibt Bio-Beef oder auch Vegan. Ergibt ein Minus von 4,60€. Bei einem Zeitaufwand von 5-8h.

Der Anreiz, mehr zu machen, ist da natürlich nicht gerade hoch.

Und weil ich gerade Krise hatte, hat mir der Chef auch untersagt, mehr Patienten zu nehmen (obwohl meine Warteliste voll ist und ich Stunden und Geld brauche). Allerdings ist es so, dass ich meine Seminare fast alle durch habe, und ich nehme chronisch zu wenig Supervision (weil die mir in der Regel wenig bis nix bringt, leider).

Die Arbeit wird immer erst ein halbes Jahr später vergütet, wobei ein ganzes Quartal auf einen Schlag ausgezahlt wird. Dadurch ist es immer eine Überraschung, wenn Geld kommt – und wie viel. Und kaum ist es da, ist es weg – für Schuldentilgung plus in der Regel eine Wunsch-Anschaffung.

6€ am Tag für alle Ausgaben gibt mir die Grundsicherung (und meine Miete von 450€ sowie die TK-Krankenversicherung). Da reißt ein Tag wie der heute, wo ich mal Mensch war, ein ziemliches Loch in den Finanzplan.

Ausgaben, die an sich erforderlich machen, dass ich 18 Tage lang nichts kaufe, weder Tabak noch irgendwas sonst, kein Essen, keine Bahnkarte – absolut nichts. Weswegen ich solche Tage auch in den letzten 6 Jahren nicht hatte. Köln ist eher teuer, wobei die Location eigentlich ging, preislich – bloß ich bin eher arm, daher alles über weite Strecken total unspaßig. Heute mußte es mal sein. Wollte ein wenig mich fühlen wie früher, als Ausgehen, reden, trinken, tanzen etc. was Normales waren. Hat sehr gut getan.

Tatsächlich würde rein gar nichts gehen, wenn nicht meine Eltern mir helfen würden. Wäre das nicht so, ich hätte wenig Alternativen zu Kriminalität und/oder Obdachlosigkeit. Brauche dringend ein zweites finanzielles Standbein. Oder eher überhaupt mal was, wo Geld rein kommt.

Ich fahre immer Fahrrad, heute war ich aber zu spät dran für Bahn oder Rad – und bin mit einem Funkmietwagen gefahren. Kostet 15€.

Rad fahren in der Innenstadt, immer lebensgefährlich. Im Schnitt zwei Mal pro Tag bin ich beinahe tot, wegen krasser Idiotie von Autofahrern. Weil mein Lastenrad kein Fahrrad ist (es ist mehrspurig, paßt auf Kölner Radwege nicht drauf, weil die teilweise Handtuch-breit sind, und darf da auch eigentlich gar nicht fahren), bin ich – wenn irgend möglich – auf der Straße unterwegs.

Neulich drängte mich eine Taxi-Fahrerin ab, ich fuhr in den 2-spurigen Gegenverkehr, der sich mit 70-100 Km/h näherte – und bin beinahe mit dem Dreirad umgekippt bei einem gefühlt Millimeter-knappen Ausweichmanöver. Die entgegenkommenden Fahrer haben fett gehupt (aber nicht gebremst), und ich wäre sicher tot gewesen, wenn sie mich erwischt hätten. An der Ampel erklärt mir diese türkische Taxi-Fahrerin dann aus dem Fenster heraus seelenruhig, sie habe ausscheren müssen, und überhaupt, es sei ja nichts passiert. Und ich, dem Herzinfarkt gefährlich nahe, ein Puls wie ein Boxer nach 10 Runden – war zu geschockt, um mir ihr Nummernschild zu merken bzw. sie zu fotografieren … weswegen ich diese Geschichte nicht mal zur Anzeige bringen kann.

Also vor der Therapiestunde wegen der Idee, lieber entspannt anzukommen, und wegen der knappen Zeit, mich chauffieren lassen. Am Barbarossa-Platz bemerkt, ich habe den Zettel mit der Adresse nicht dabei, also angerufen, und dann gelaufen.

Die richtige Station wäre Eifelstraße gewesen, eine Station weiter, als ich mich habe bringen lassen.

So sieht es da nachts aus. Termin war 19 Uhr, also bis 20:30. Danach am Kiosk (im Bild rechts) die Sandra getroffen bzw. kennen gelernt. Die mußte noch 150€ zusammen schnorren, und hatte einen offenen Haftbefehl gegen sich laufen, unter anderem. Was ich bisher auch nicht wußte – wenn du wegen nicht gezahltem Geld in den Knast gehst, musst du es danach trotzdem voll zahlen, nicht etwa Geld zahlen ODER Knast, nein – beides. Finde ich total heftig. In was für einem tollen Land wir doch leben.

Mein Therapeut ist Heilpraktiker Psychotherapie, da habe ich sofort einen Termin gekriegt (statt Wartezeit von Monaten und Passung ausprobieren mit Psychologischen Psychotherapeuten) und privat 50€ für 90 Minuten gezahlt (statt dass die Krankenkasse 80€ für 50 Minuten zahlt).

Nix mit Diagnosen, Probatorik, Anträgen, Gesundheitskarte – sondern gleich in medias res. Angenehm, die 90 Minuten. Ich natürlich nach 50 Minuten den ‚Stunde ist zu Ende‘-Reflex gehabt, dann erleichtert festgestellt, paßt, ich habe noch Zeit. Sehr feine Sache.

Der Kai, der ist sehr sympathisch, vielleicht ein wenig zu normal für so eine Gestalt wie mich, keine Ahnung, ging aber — und er hatte mal einen Borderline-Freund, da hat er viel draus gelernt, er leitet jetzt eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die durch sowas geschädigt worden sind – also von daher ideal.

Da mir nie jemand freiwillig länger als 5 Minuten zuhört, wenn ich was Schwieriges von mir erzählen mag, war es ein verdammter Luxus, mal ohne Unterbrechung oder Abwertung und Einwände reden zu dürfen.

Auch toll: Tipps bekommen.

Danach musste ich mich allerdings erstmal sortieren, und habe an einem Kiosk ein Kölsch getrunken, und da die Sandra kennen gelernt, eine patente Frau, die aber sehr übel soziale Schwierigkeiten hat (da war wieder die ganz normale Situation, dass mir Menschen ihre Geschichten erzählen). War spannend und lehrreich, habe uns dann noch zwei Getränke besorgt.

Und dann weiter in der KVB, Linie 15 zum Friesenplatz … da war ein Blinder am Schnorren, dem habe ich ein Stück von meiner Schokolade gegeben, weil: Kein Geld mehr einstecken. Steck es mir einfach in den Mund, sagt er. Ich: Ist aber eine ganze Rippe. Paßte, fand er lecker, ich auch. Milka Karamell, 0,60€ am Kiosk. Weil, hatte noch nichts gegessen, und bloß Kaffee und Kippen gehabt.

Ein junger offenbar wohlhabender Schnösel mit entsprechender ‚Bildung‘ imponierte mir negativ, der meinte, laut anmerken zu müssen, dass der Blinde ja nur so tue; der sei gar nicht wirklich blind. Na klar. Vermutlich fährt er privat einen Porsche. Wie eigentlich alle solchen Sozialbetrüger. Und selbst wenn er nur behindert tut, wer meint, das Betteln leicht ist, soll es bitte mal machen. Ich habe das mal versucht, und es ist elend schwer, aus verschiedenen Gründen. Nicht zuletzt deswegen, weil die Konkurrenz enorm ist. Und die Herzen der Menschen aus Stein, und ihr Kopf voller BILD-Zeitung und TV und fiesen Vorurteilen.

Gibt wirklich extreme Kotzbrocken auf der Welt …

… während der Bettler mir auf mein Kompliment für seine durchdachte Technik, nämlich, dass er einen Karabinerhaken an seinem Schnorr-Becher hat, und den an der Jacke fest gemacht – erklärte, ja, das habe er seit vorgestern, denn da habe man ihn beraubt, als er aus dem McDonalds kam; jemand habe ihm den Becher mit Kleingeld aus den Hand gerissen, und das wolle er ungern wieder erleben müssen.

Am Friesenplatz beschlossen, ich brauche noch was, Bewegung und Musik, ich kann so unmöglich einfach heim gehen, wenn es in mir so am sich bewegen ist. Geld gezogen am Bankomat, 100€. Eltern haben Überbrückung gegeben, denn der WBA (Weiterbewilligungsantrag) für mein Harz-4 ist auf dem Amt noch nicht bearbeitet, weil meine Einkünfte noch nicht nachgewiesen und kleiner meiner Zuverdienstgrenze sind -ergo Null Kohle vom Amt gekriegt, bisher, obwohl ich bereits 3 Mal da war. Daher zahle ich auch wieder GEZ, weil: Kein Bescheid, keine Befreiung möglich. Uncool.

Dann zunächst ins scheue Reh, wo ich zwei Türken traf, die beide eine enorme Wuschelfrisur hatten, Zwillinge waren und gerade ihren 30. Geburtstag feierten. Sehr gutes Gespräch mit dem einen – auf Englisch, weil kein Deutsch, und mein Türkisch eher noch nicht so fließend.

Außerdem jemandem seine Tasche gesichert, die der einfach draußen hatte liegen lassen, mit Ausweis drin und allem. Wäre sicher weg gewesen, wenn ich nicht danach geguckt und sie drinnen abgegeben hätte – die Ecke wimmelt vor armen Leuten, die solche Gelegenheiten nutzen.

Dann ins Gewölbe, zum Tanzen. 10€ Eintritt, und Getränke (Cola, Wasser) auch so 3€. Rauchen draußen, tanzen drinnen, schwierig mit der Kälte und dem Schwitzen, ging aber irgendwie. Alle dort sehr jung, so 20-25 Jahre jünger als ich. Und tanzen haben sie sich kaum getraut, dafür Unmengen Alkohol zu brachialen Preisen in sich rein geschüttet und ziemlich viel sehr plattes Zeugs geredet, jedenfalls die, die in Hörweite von mir sich ausgetauscht haben. Ok, war ja nicht da, um neue Impulse zu kriegen, sondern meinen Körper durch zu bewegen.

Nach drei Stunden Tanzen – unterbrochen durch einen Kaffee um die Ecke – war ich sehr Tiefen-entspannt, und hatte genug von der Elektro-Mucke. Immerhin, die war diesmal sehr viel abwechslungsreicher als neulich, wo ich da auch schon mal war. Sich für Leute zu interessieren kam mir nicht in den Sinn, und wäre auch schwierig gewesen, weil: Arg laut, viel buntes hektisches Licht, also Wahrnehmung sowohl erschwert als auch überladen mit Eindrücken. Und genau einen Menschen erspät, der auch tanzen konnte – alle anderen hatten wohl den Körperklaus-Tag oder so, vielleicht auch sozial gehemmt, ungeübt, keine Ahnung.

Wollte dann was essen, aber 2:30 am Hans-Böckler-Platz keine Chance, und auch eine Recherche ergab, nur der Nimet-Grill in Kalk hätte auf gehabt, oder La Strada in Lindenthal. Beides völlig außerhalb der Reichweite – jedenfalls hätte es 30€ gekostet, dem Türsteher – der hatte mich inständig gebeten, ihm was Herzhaftes zu besorgen, er sterbe vor Hunger – seinen Wunsch mittels Funkmietwagen und Hin- und Herfahrt zu erfüllen – da musste ich passen.

Also den Taxi-Fahrer nach einer Pauschale gefragt, weil ich nicht mehr als 15€ bereit war zu zahlen (auf Laufen aber keinen Bock hatte). Meint er, das macht er. Und stellte sich raus, er wohnt bei mir um die Ecke, machte dann Feierabend, und ja, es hätte mehr gekostet – auf der Auffahrt zur Zoobrücke waren die 15€ bereits überschritten, da hat er den Taxameter dann abgestellt. Schätze mal, es wären 25€ geworden; das ist mir vor 2 Jahren mal passiert, seitdem nie mehr Taxi gefahren.

Der Taxifahrer natürlich türkisch-kölsch, wie der auf der Hinfahrt auch, und eigentlich alle. 49, und sieht es so wie ich, wer nicht ausgeht, der geht ein. Er hatte einen erlesenen Musik-Geschmack, die Fahrt über gute Mucke und auch was wir beredet haben, prima — war ein Vergnügen mit ihm zu reden, und vielleicht sieht man sich bei Käptn Peng im Palladium.

Daheim, was zu Essen gemacht, und Lust gehabt, einen Tagebuch-Eintrag mit der Welt zu teilen.

 

 

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Etwas, was Größer ist als ich selbst (und nicht bloß stärker)

Über Menschen kann gesagt werden: Cogitant, ergo laborant. Sie denken, also leiden und arbeiten sie.

Lustig übrigens, das es das gleiche Wort ist, auf Latein. Arbeit == Leid. 

Wenn ich darüber nachspüre, wieso ich Zeit meines Lebens immer nach etwas gesucht habe, was größer ist als ich, komme ich auf den Punkt, das mein Ego eine Nichtigkeit ist – eine Sache, die zwar mir unendlich wichtig sein kann, aber letztlich ohne Bedeutung ist.

Ego will dies und das, und nie gibt es Ruhe. Was damit erreichbar ist – sich durch setzen, etwas kriegen. Habe ich gemacht. Bleibt unbefriedigend.

Zumal, oft ist es gerade diese Bewegung, die von allen anderen abschneidet, den Einzelnen völlig isoliert. Ein Mensch, der nur an sich selbst denkt, wird nicht geliebt.

Und dieses Bedürfnis nach Bindung und Liebe, das liegt außerhalb des Ego, in einer Sphäre, die meist als Selbst bezeichnet wird, was eine umfassendere Angelegenheit ist – weil Ego stark mit Ratio gekoppelt ist, mit dem bewußten Wollen, während Selbst alle Teile der Verhaltenssteuerung – Gedanken, Gefühle, Erinnerung, Bedürfnisse, Leiblichkeit – umfaßt.

Es kann das Ego nur verlieren, wenn es gegen das Selbst sich durch setzt – in der egomanischen Bewegung wird etwas eine überwertige Idee – eine Sache oder Angelegenheit wird so wichtig, dass ihr alles andere untergeordnet wird. Dann leidet der Körper – wird ausgezehrt, vernachlässigt, gering geschätzt.

Und ebenfalls leiden die sozialen Beziehungen – sie werden nach Funktionalität bewertet, aus der Sicht der Ratio zählen sie nur da, wo sie instrumentell sind, also dem Ziel dienen, und Menschen werden Objekte und Werkzeug für den Plan.

Ob nun ein Mensch ein Manager ist, und nur die Rendite im Kopf und Auge hat, oder ob einer ein religiöser Eiferer ist, und nur sein Modell von Gott im Kopf hat, ob es um eine fixe Idee oder einen Wahn geht, bleibt sich dabei gleich. Kein Unterschied zu einem Heroin-Junkie.

Ein unausgewogener Mensch, das ist die Definition von abweichend, verrückt, irre, wahnsinnig, psychisch krank ja letztlich:

Ungesunde Unausgewogenheit, die zu Leid bei sich und anderen führt – macht von etwas zu viel, und von etwas oder auch von allem anderen zu wenig. 

Für die ICD-Definitionen psychischer Krankheiten im Kapitel F werde ich das mal durch gehen. Weil, mir ist aufgefallen, ich leide und bin krank. Und wenn ich mit Patienten arbeite, merke ich – ich bin wie die auch.

Wieso? Weil jeder Mensch das hat, weil krank sein normal ist. Weil es uns ausmacht, dass wir empfinden und leiden und uns dagegen zu behaupten versuchen.

Jedes menschliche Wesen hat diesen Krieg in sich, und das kommt daher, dass wir über Bewußtsein verfügen und abgetrennt sind vom Naturzustand, in dem einfach eines sich aus dem anderen ergibt.

F1x – Gekauftes Glück == Sucht. Dem psychischen System wird Glück als Stoff von Außen zugesetzt, und das ist dann, wenn es entgleist und ganz einseitig wird, eine Sucht, eine Monomanie – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

Aktuelle Zahlen für die Bundesrepublik Deutschland. Koffein nutzen praktisch alle, den Einfach-Zucker auch, daher habe ich da nicht noch 56 Mio (Menschen über 18 und unter 65) hin geschrieben. Ethanol, das ist das Lösungsmittel, was trinkbar ist, also ‚Alkohol‘ (nur ist es eben bloß ein Stoff in der großen Gruppe der Alkohole, daher hier genau bezeichnet). Wer meint, das Alkohol nicht löst, ist dumm. Nikotin ist Botenstoff im zentralen Nervensystem, macht wach und konzentriert – ein Super-Zeugs. THC, Tetra-Hydro-Cabinol, das ist der Hauptwirkstoff von Gras. Hanf ist Gottes Geschenk an die Menschheit, wächst überall und ist damit eigentlich kostenlos allen zugänglich. Benzodiazepin ist ein Medikament, was Schmerzen löst und Schlaf anstößt (und extrem abhängig macht). Die Beschleuniger – Kokain, Amphetamin und Methamphetamin – habe ich zusammen gefaßt, weil der Unterschied bloß im Preis liegt.

Die Zahl der Nutzer spricht eine klare Sprache: Mangel an Serotonin, Dopamin, Adrenalin/Noradrenalin, Oxytocin – also die biochemische Grundlage von Mangelgefühlen – wird kompensiert mit Medikation, die nicht vom Arzt verschrieben wurde. Praktisch jeder Mensch macht das.

Ohne Serotonin und Dopamin geht nix. Kein Glück, kein Antrieb, keine Aktion.

Um ein wenig Bildung in die Massen zu tragen, hier Strukturformeln und begleitende Erklärungen.

Alle Stoffe sind auf Wikipedia gelinkt, zur Vertiefung bei Interesse.  Allerdings in englischer Sprache, weil: Bessere Artikel, da mehr englischsprachige Leute sich die Ehre geben, die Wikipedia weiter zu entwickeln.

 

Dopamin. Ganz zentraler Botenstoff im zentralen Nervensystem. Fehlt das, geht wenig bis nix mehr.
Serotonin. Ebenfalls ganz zentral, auch hier: Fehlt das, ist es sehr schlecht.

 

Ethanol. Lösungsmittel. Zum Putzen, desinfizieren, innerlich angewendet zur Lösung von muskulärer, sozialer und psychischer Anspannung. Reduziert die Hyper-Frontalität (zu viel bewußt-rationale Kontrolle). Macht glücklich, weil Dopamin ausgeschüttet wird. Ohne Alk, da wäre der Alltag zu grau. Neuro-Toxizität ist umstritten (ob Zellen dadurch sterben). Anti-Bakteriell. Bei Abusus entstehen Leber-Schädigungen sowie Gefäß-Schädigungen.
Nikotin. Macht wach, konzentriert, steigert den Antriebe und den Metabolismus. Daher auch: Schnellere Ausscheidung von anderen Medikamenten, deren Wirkung im Körper wird daher reduziert. Unschädlich.
Tetrahydrocannabinol. Dope, Gras, Haschisch. Aus Hanf gewonnen. Wächst wie Brennnesseln; ist eine Pionier-Pflanze. Vermutlich haben die Planzen diesen Stoff evolutionär entwickelt zur Verteidigung gegen Fressfeinde. Unschädlich: Dockt logischerweise an körpereigene Rezeptoren an, also ein Agonist zu einem körpereigenem Botenstoff.
Andamid. Das Sanskrit-Wort ‚ananda‘ bedeutet Freude, Genuß. Erst kürzlich, nämlich 1992, wurde dieser Stoff bei der Untersuchung der Wirkmechanismen des THC gefunden. Es war klar, THC hat Rezeptoren im menschlichen Körper, und die haben einen evolutionären Sinn, sonst wären sie nicht da, und es muss daher zwingend einen Stoff geben, der diese bedient und der im Körper selbst gebildet wird.
Benzodiazepine – eine Stoffgruppe mit vielen Vertretern. Dealer: Die Hausärzte. Da der Körper sich darauf einstellt, kann eine Verwendung bereits nach mehr als 3-5 Tagen zu Abhängigkeit führen. Schlafen ohne Schlafmittel geht dann nicht mehr.
Kokain. Ein stark stimulierendes Mittel, wird geschnupft oder geraucht. Man fühlt sich wie Gott, nicht mehr wie ein Wurm. Natürlich befördert das jedwede Egomanie. Im Bundestag starkt vertreten, außerdem finden alle Macht-Menschen das sehr sehr geil. Daher auch legal und unreguliert in fast allen Teilen der Welt.
Amphetamin. Auftreten in zwei Formen – levo-amphetamin und dextro-amphetamin, Verabreichung immer gemischt. Aufputschmittel, macht wach und fit und aktiv, reduziert Schmerzempfinden und Schlafbedürfnis. Als Medikament auf dem Markt.
Methamphetamin. Als Crystal Meth aus der genialen Serie „Breaking Bad“ bekannt. Auch Meth oder Ice genannt. Adolf Hitler war Pervitin-Junkie – das ist dieses Zeugs. Macht irre, wahnsinnig, steigert den Antrieb, führt zu schmerzfreier totaler Ego-Manie. Man braucht weder Schlaf noch Liebe oder Nahrung. Wurde als Droge für die Weltkriegs-Soldaten auf breiter Basis (er hat ‚breit‘ gesagt – hihi) verwendet.
Methylphenidate. Ein Stimulans. Als Medikament ‚Ritalin‘ bzw. ‚Medikinet‘ auf dem Markt. Schlucken unsere Kinder gegen die weit verbreitete (manche sagen ‚überdiagnostiziert‘) Krankheit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung; also das, was Kinder normalerweise tun, nämlich aktiv sein, sich bewegen, ihr Ding machen, nicht anderen überflüssig zuhören oder Befehle akzeptieren oder still sitzen) verschrieben.

Die Kaufsucht, Computerspielsucht, Internetsucht, Ess-Sucht, Sportsucht, Arbeitssucht – diese Süchte habe ich in der Tabelle nicht drin, weil sie so allgegenwärtig sind. Auch die Ablenkung mit Musik, Film, TV gehört in diese Kategorie. Weil das erst recht jeder Mensch macht, lohnt es nicht, Zahlen zu zeigen. Über sexuelles Verhalten gibt es wenig gute Zahlen, aber Pornographie würde auch in die F1x – Kategorie gehören.

Dass alle diese Dinge unnatürlich und damit meiner Ansicht nach abweichendes Verhalten sind, ist vielen unklar. Aber: Kein normaler Primat (Affe) macht sowas. Kann natürlich sein, sie machen es nicht, weil sie es nicht können.

Übrigens lehnen die heiligen Schriften diese Art von Ablenkung als Sünde gegen Gott und die Menschheit ab: Wir sind nicht hier, um uns breit und „zu“ zu machen und zu wichsen über unsere eigene Großartigkeit. Das ist uncool. Jedenfalls war das lange die Ansicht der Heiligen Menschen. Allerdings, wieso nicht, es geht ja so prima. Nur: Am Leid ändert konsequente Mindlessness nichts, sondern macht es langfristig schlimmer.

Konsum über das zur gesunden Selbsterhaltung hinaus notwendige Maß ist also ein Charakteristikum des modernen Menschen. Und psychische Erkrankung. 

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F2x – Imaginäre Beziehungen == Wahn. Dem psychischen System wird Glück als Idee von Innen zugesetzt, und das ist dann, wenn es entgleist und ganz einseitig wird, ein Wahn, eine Monomanie – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

Neben der paranoid-halluzinatorischen Schizophrene fallen in diese Kategorie alle illusionären und halluzinatorischen Identifikationen.

Hat das Ego keine Freunde, dann denkt es sich welche aus. Hast du einen Gott, bist du nie allein.

Die Tendenz, sich selbst als Gott oder Messias zu identifizieren, inklusive: Dann nämlich, wenn dir sonst keiner folgt. Und dann – müssen die Sünder alle geköpft werden. Außerdem ist das Ego hier im Recht, durch ein ‚höheres Gesetz‘, oder eine ‚höhere Autorität‘. Was natürlich verrückt ist.

In diese Kategorie fallen alle Sorten von Fans (Sport, Musik, etc.), alle Glaubensgemeinschaften, alle Sekten, alle sonstigen, das Ego und die eigene Person transzendierenden Identifikationen.

Auch der Nationalismus – die Fiktion, zu einer Nation zu gehören.

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F3x Affektive Störungen – Depression, Manie. Dem psychischen System wird weder Glück als Konsum noch Glück als Idee von Innen zugesetzt in einem ausreichenden Maße, um die Balance zu halten – und es entgleist und wird ganz einseitig, ein Wahn, eine Monomanie manifestiert sich – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

In der Depression geht ein Mensch ins Schwarze, in der Manie geht sie ins Weiße. Es geschieht eine totale Auflösung, Ego wird verlassen, alles ist entweder ganz leer oder ganz voll, ganz schlecht oder ganz gut, ganz furchtbar oder ganz wunderbar.

Der unhaltbare Zustand wird in der Manie für alle sichtbar, die Betroffene brennt aus und ruiniert sich selbst – in der Depression kriegt den unhaltbaren Zustand im ungünstigsten Fall niemand mit, und die Betroffene tötet sich dann selbst, wenn sie nicht wieder heraus findet.

 

F4x Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen. Dem psychischen System wird Glück als Konsum und Glück als Idee von Innen zugesetzt in einem ausreichenden Maße, um die Balance zu halten – aber diese Zufuhr ist offensichtlich bedroht, weswegen es entgleist und einseitig wird.

Phobie, Angst, Zwänge, Grübeln, unhintergehbare Vermeidungsverhalten manifestieren sich – etwas, worum die betroffene Person kreist, und was ihr zunehmend die Energie, die zur Lebensbewältigung benötigt würde, raubt.

Wie bei F1x bis F3x kann auch hier passieren, dass du mit diesem Menschen kaum noch was anfangen kannst, weil sie einfach nicht mit machen mag und kann und unter einer nicht nachvollziehbaren Einschränkung leidet, auch: Andere leiden läßt.

Neurotische Menschen sind schwierig. Sie streiten um Kleinigkeiten, haben Angst vor wenig gefährlichen Situationen und Dingen, nerven andere mit ihrer komischen Art, und fordern dafür Rücksicht, oder isolieren sich sozial. Oft ist auch der Leib der Austragungsort – es gibt diffuse somatische Beschwerden, etwas im Bauch oder Rücken, Kopfschmerzen, etc.

Aus F4x wird eskaliert – der Zustand ist unglücklich, also muss etwas geschehen. Praktisch immer kommt es zu Sucht und Depression, wenn der Zustand anhält und noch irgendwas passiert: Verlust der Arbeitsstelle, der Beziehung, Streit um Kinder, ein Umzug (Verlust von sozialen Beziehungen) oder sowas.

F5x Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren. Essstörungen · Nichtorganische Schlafstörungen · Sexuelle Funktionsstörungen Ist im Grunde genau wie F4.

F6x Spezifische Persönlichkeitsstörungen. Wenn es nicht in erster Linie der Körper oder die Gefühle sind, die gestört sind, sondern Denken, Wahrnehmen und Impulskontrolle.

Jede Persönlichkeit – persona, die Maske – ist eine Störung, wenn sie nicht zur Rolle paßt, die gesellschaftlich gefordert wird. 

Es geht um tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen.

Solche Verhaltensmuster sind stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.

Wie stark man selbst oder andere leiden, liegt einzig und allein an der gesellschaftlichen Passung. 

Daher ist es fraglich, ob es wirklich Sinn macht, Persönlichkeitsstörungen als individuelle ‚Krankheit‚ zu definieren.

Normalverteilung. Es ist immer so, egal was wir ansehen, wenn wir viele Ereignisse, Objekte oder lebende Wesen messen (einer ihrer Eigenschaften eine Zahl zuweisen; das bedeutet ‚etwas messen‘), stellt sich eine charakteristische statistische Verteilung ein. Messen wir Intelligenz, dann können nicht alle super klug sein, sondern: Die Meisten sind so mittelmäßig, manche drunter, manche drüber, sehr wenige sind sehr weit weg vom Durchschnitt.

F7x Intelligenzbeeinträchtigung. Ein Zustand von verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten; besonders beeinträchtigt sind Fertigkeiten, die sich in der Entwicklungsperiode manifestieren und die zum Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten.

Eine Intelligenzstörung kann allein oder zusammen mit jeder anderen psychischen oder körperlichen Störung auftreten.

Der Schweregrad einer Intelligenzstörung wird anhand standardisierter Intelligenztests festgestellt. Diese können durch Skalen zur Einschätzung der sozialen Anpassung in der jeweiligen Umgebung erweitert werden.

Diese Messmethoden erlauben eine ziemlich genaue Beurteilung der Intelligenzstörung. Die Diagnose hängt aber auch von der Beurteilung der allgemeinen intellektuellen Funktionsfähigkeit durch einen erfahrenen Diagnostiker ab.

Intellektuelle Fähigkeiten und soziale Anpassung können sich verändern. Sie können sich, wenn auch nur in geringem Maße, durch Übung und Rehabilitation verbessern. Die Diagnose sollte sich immer auf das gegenwärtige Funktionsniveau beziehen.

F8x Entwicklungsstörungen. Wenn Kinder nicht so reifen und wachsen und lernen und sich entwickeln, wie es für normal gehalten wird. Aufgrund von inneren und äußeren Faktoren kann das passieren.

Die in diesem Abschnitt zusammengefassten Störungen haben folgende Gemeinsamkeiten:

  1. Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit;
  2. eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;
  3. stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive.

In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben.

F9x Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend. Nicht mein Arbeitsbereich, also nur der Vollständigkeit halber …

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Info:
F90.- Hyperkinetische Störungen
F91.- Störungen des Sozialverhaltens
F92.- Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen
F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters
F94.- Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F95.- Ticstörungen
F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

 

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Knoten, die sich lösen (und auf einmal läuft es wieder)

Vermutet hatte ich das ja schon länger – ich stehe mir bloß selbst im Weg. Nun sind viele Knoten geplatzt, und – auf einmal läuft es wieder rund.

Bei mir sind es Fahrräder. Das ist gerade mein Ding, ich baue ein altes Postrad komplett von Grund auf neu auf, lerne, wie diese Sachen gehen. Tut mir so gut, mit den Händen was zu arbeiten, und den Respekt anderer Leute kriege ich so auch locker, während mein Geschwätz niemanden interessiert und alle nur nervt. Zu lange bei einer nicht funktionierenden Strategie geblieben. Heute konsequent jeden Depp sein lassen, wie er oder sie ist, und nur mein Ding gemacht.

Mein ausgesprochen sympathischer Therapeut rief an, der Termin ist verschoben. Kein Problem, ich habe den ganzen Tag in der Fahrradwerkstatt an einem Rad gewerkelt, war gerade zwecks Körperreinigung in der Badewanne, da kam mir das sehr recht, dass ich nicht noch mein Leben riskieren muss mit Radfahren in der Innenstadt und all den bereiften Mördern, sondern ganz gemütlich bleiben kann.

Nachdem ich gestern super blöd war, heute zerknirscht aufgewacht und dann Dinge wieder in eine bessere Harmonie gebracht. Und auf einmal sind Leute freundlich zu mir, so sehr, dass ich es zunächst nicht glauben konnte. Aber das Phänomen blieb den Tag über stabil, also ist wohl was anders geworden.

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AVT Köln GmbH vs. Wild

Ich habe Ärger mit meinem Ausbildungsinstitut gemacht. Nachdem meine Ex dort angerufen und mich als kaputtes Drogenwrack denunziert hat, in der Absicht, man möge mich aus der Ausbildung entfernen, gab es ein „klärendes Gespräch“, was nicht wirklich irgendwas besser gemacht hat für mich, außer dass ich – falls ich brav bin – weiter machen kann und man dieser Denunziation keine sonderliche Bedeutung beimessen wolle.

Ich habe allerdings ziemlich Krise geschoben wegen dieser Vorkommnisse, und weil mir zuvor mal wieder der Umgang mit dem Sohn abgesagt worden war. Tja. So weit, so schlecht.

Aber nun kommt meine spezielle Idiotie ins Spiel: Tage später habe ich dort, wo ich arbeite, reichlich betrunken Dinge zerstört und aus dem Fenster geworfen – unter anderem ein nicht programmierbares Telefon.

Warum? Das Drecksding weigerte sich beharrlich, die Eingangstür auf zu sperren; eine Funktion, die ich aber unbedingt brauchte, weil ich teilweise zu Zeiten arbeite, wo sonst keiner da ist – später habe ich erfahren, dass es an den Leitungen in diesem speziellen Raum liegt und ein bekanntes Problem ist, aber ich hatte lange dran rum programmiert, natürlich vergeblich. Sowie eine mir sehr verhasste Senseo-Kaffee-Maschine – die hatte ich aufgrund von grober Verschmutzung zunächst geputzt, dabei ist sie mir runter gefallen, und dann bin ich wohl ein wenig durchgedreht. Mit der Senseo ist es wohl los gegangen, dann gab es da noch kaputten Schrott in der Ecke meines Arbeitsraumes, und besagtes Telefon. Insgesamt nicht so der Millionenschaden, eher – aus meiner Sicht – nutzloser bis ärgerlicher Plunder. Aber natürlich darf ich das nicht, zumal, wenn ich sowieso bereits angezählt bin.

Nicht sehr klug von mir, den Karneval so zu feiern. Hätte auch nicht mit den Bayern den Schnapps trinken sollen.

Dumme Aktion. Es gibt aber Hintergründe, die mir erwähnenswert erscheinen. Was ich an Klugem (oder was ich dafür halte) sagen könnte dazu, ist hier aufgeschrieben.

Los geht es mit einer spannenden Emotion: ÄRGER.

Vieles an dieser Psychotherapeuten-Ausbildung ist total beschissen, und auch sonst habe ich mich über vieles geärgert. Mit der AVT habe ich nicht wirklich Lust, mich an zu legen. Das war so nicht geplant.

An sich sind der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger der Kliniken sowie ganz speziell die LVR-Klinik Köln (Köln-Merheim, zuständig für 600.000 Kölner*innen) derzeit mein primäres Ziel, was politische Aktion und öffentlichen Angriff via Presse etc. angeht – da habe ich eine Rechnung offen, die haben mir noch 27.600€ zu geben für 18 Monate unbezahlte Arbeit.

Ich habe den Prozess in zweiter Instanz verloren, na gut. Der Richter hat klar gesagt, an sich muss Arbeit stets vergütet werden, BGB gibt die Sittenwidrigkeit (die wir festgestellt haben wollten) zwar im Prinzip her – aber hier konkret eben gerade nicht, eben weil das ausgesprochen armselige Machwerk namens Psychotherapeutengesetz (PTG) absichtlich dort eine klaffende Regelungslücke enthält, die einen skandalösen Zustand bundesweit über mittlerweile 15 Jahre zu betreiben gestattet — leider, zu seinem tiefsten Bedauern, müsse er meine und die Ansprüche von Dr. Peter Freytag abweisen … aber moralisch sei der Fall EINDEUTIG.

So hat er auch im Rahmen seiner Möglichkeiten gehandelt – er hat den Anwalt des LVR zwei Mal zum Telefonieren mit dem Mutterhaus geschickt, um einen Vergleich zu erreichen. Ergebnis: Keinen Cent haben sie raus gerückt, aus strategischen Gründen.  Könnte ja dann jede*r kommen. Also kein Vergleich. Nicht mal die Mitarbeiter-Kaffee-Tasse haben wir gekriegt (die hätte ich so gerne gehabt). Gab aber Kantinen-Essen und einmal einen 100€ Buchgutschein.

Ätzend. Und sie – der LVR und andere Träger von Kliniken – haben so viele abgezockt, ich habe es mal ausgerechnet, über 1500 komplette Menschenleben (!) unbezahlte Arbeit bundesweit – das ist Sklaverei, damit kannst du Pyramiden bauen, und nicht wenige! Also ist das für mich vorrangig.

Mein Prinzip: Immer die größten Schweine zuerst angehen. Folge deinem Hass, finde den Gegner – und drauf, mit allem, was erlaubt ist.

Die menschliche Ebene, da sind bei mir keine Erwartungen mehr. An niemandem. Menschen, sowas gab es mal. Sie wurden, glaube ich, alle gekreuzigt oder vergast oder so. Ist halt Deutschland. Fast nur gierige Geldzähler und Hohlmenschen unterwegs. Kann auch sein, es liegt am Neoliberalismus und den propagandistisch implantierten Hirnparasiten (Leistung, Eigenverantwortung, etc.). Und Leute wie ich, die mit großer Verständnislosigkeit angeschaut werden, wenn sie ein Fremdwort wie Rechtschaffenheit im Seminar oder sonstwo verwenden. Gottlosigkeit, wohin mensch schaut. Mammon über alles, schöner Schein, alles Ware, nichts dahinter. Totes, nutzloses Zeugs. Und allgemein eine Blindheit gegenüber der gesellschaftlichen Situation, die extrem krass ist. Vermutlich Ergebnis einer durch leuchtende Propagandamittel, vulgo TV, erzielten Komplettverdummung der Bevölkerung.

Nun mag die AVT *gerne* versuchen, mich zu disziplinieren oder los werden. Sie sind nicht die ersten, und sie werden nicht die letzten sein, die damit experimentieren. Wohl gemerkt, ich bin die Person, die die Korrekturen anmahnt. Nicht die Institution, die sich ändern muss. Mal sehen, wie das laufen wird. Ich jedenfalls habe damit viele unterschiedliche Erfahrungen. Seit meiner Schulzeit ecke ich an, und seit dem versuchen Leute, mich klein zu machen, und seitdem halte ich dagegen, mit wechselndem Erfolg und zunehmender Härte und Entschlossenheit.

Vordrängeln ist jedenfalls nicht, ich arbeite meine Shitlist systematisch ab, und die Ausbildungsinstitute sind aktuell an sich noch nicht dran.

Der beschränkte Gewaltbegriff der Bürgerlichen – Gewalt ist nur die illegitime Gewalt, die eigene Gewalttätigkeit wird nicht gesehen. Typisch, und zugleich arg beschränkt. Therapeuten richten Schaden an, auch Ausbilder. Aber wenn Auszubildende mal aggressiv werden, ist gleich Land unter. So eine Angst haben sie vor uns, sieh mal an.

Wenn ein Chef einen Untergebenen zurechtweist, ist das ein Stressor, der mit 30-50 Punkten auf der Stress-Skala bewertet wird. Je mehr Stress, umso höher die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Krise bzw. Erkrankung. Was krank macht, ist schädigend — das ist für mich Gewalt. Und auch mit dieser Ansicht stehe ich nicht allein.

Die Skala zur Messung belastender Lebensereignisse habe ich bereits gepostet.

Sie ist ausgezeichnet wissenschaftlich belegt, nicht meine Idee, sondern das Ergebnis zu Forschung zu belastenden Lebensereignissen und psychischer Erkrankung. Bei 300 Punkten 80% psychische Erkrankungen, darüber wird es immer weiter Wahrscheinlich, dass ein Zusammenbruch erfolgt.

Nachweislich ist es belastend, was sie tun. Und wieder tun.

Dass mir die Ex das Kind entzieht und entfremdet, das sind schon mal ordentlich Stress-Punkte (150). Finanziell prekär, keine Kontrolle, noch mehr Punkte. Schwierigkeiten mit der Wohnsituation, sozial isoliert, Stress mit der Familie – noch mehr Punkte. Angriff und Opfer von Körperverletzung werden, Fahrradunfall – auch das schlägt zu Buche. Der Grund-Stress durch mein Anderssein in vielerlei Hinsicht, das bin ich gewohnt. Auch, dass ich keine Freunde habe, die irgendwie nahe sind. Dass ich nicht verstanden werde. Dass mir jeder Depp sagt, ich würde Unsinn reden. Während sie nicht wissen, was Alkohole und Kohlenhydrate sind 🙁 oder auch sonst, Wissen == Fehlanzeige, von Erkenntnis ganz zu schweigen.

Und der elende Papierkram, diese Anträge und Berichte an den Gutachter, die Dokumentation, alles unbezahlte Zusatzarbeit, das ist so ein blödsinniger Murks, es fällt mir sehr schwer. Ich habe fünf Mal meinen Praxisleiter um Hilfe gefragt, mit relativ geringem Benefit. Zu kapieren, dass ich nicht zuhause sinnvoll arbeiten kann, zumal wenn ich die Akten nicht mitnehmen darf, und dass ich daher WLAN brauche auf der Arbeit und dazu einen ruhigen Raum und die Gewissheit, dass ich den auch tatsächlich nutzen kann, und er nicht zwischendurch anderweitig belegt wurde, was auch immer mal vorkommt – nö. Alles schon zu viel verlangt. Ansprüchig. Überzogen. Die selbstverständlichsten Dinge – wie ein ergonomischer Stuhl – sind bereits unrealistisch (aber gesetzlich vorgeschrieben).

Aber: Wenn meine nicht-borderline-Ex mich bei der Ausbildungsleitung anschwärzt und denunziert mit der Absicht, mich aus der Ausbildung werfen zu lassen, weil sie einen Rachefeldzug führt — auf den Zug springen sie auf. Dann machen sie sich natürlich Sorgen um sich, den guten Ruf und ihre Geldflüsse — und lügen das um in Sorgen um meine Gesundheit und das Patientenwohl. Wobei klar ist, auf beides wird keinerlei echter Wert gelegt, denn sonst wäre vieles sehr anders.

Etwa generell Wasser zum Trinken aus Glas-Flaschen, denn: Plastik macht aufgrund von Weichmachern Leute weiblich wegen Östrogen-Agonisten (Impotenz bei Männern, Brustwachstum wird angeworfen) und in Wasserspendern bilden sich Bakterien-Kulturen, die enorm zahlreich und garstig sein können – sowie die Anschaffung eines angemessenen Stuhles für einen adipösen Patienten, da hatte ich mal vergeblich dafür gestritten – die Leiterin der Gemeinschaftspraxis fand es ok, dass ein Patient halt steht (!) oder einen Küchenhocker nutzt, weil er 120 Kg wiegt und die billigen IKEA Pöngs ein solches Körpergewicht nicht aushalten.

Dort war auch normal, dass die Therapeut*innen ihren Kaffee selbst bezahlen. Wobei ich noch mal dran erinnere – von 80€ pro Stunde, die die Krankenkasse zahlt, gehen 40€ an die Praxis, 8€ an die AVT GmbH, und weitere 12€ für Supervison ab. 20€ kriegt die Therapeutin, davon müssen natürlich noch Seminare bezahlt werden, mit denen wir unsere Wochenenden verbringen, wenn andere sich erholen.

Mich fand die Chefin arrogant und ansprüchig, ein Psychiatrie-Kunstwort übrigens, womit Leute im völlig kranken und korrupten Gesundheitssystem diejenigen Patienten bezeichnen, die immer nur irgendwas wollen und dabei maßlos sind. Junkies zum Beispiel gelten als ansprüchig.

Gesundheitssystem – ein Euphemismus, außerdem Gesundheit und System eigentlich Antonyme. Aber das nur nebenbei.

Ganz toll.

Weiter mit der aktuellen Praxis: Und dann sagt mir der Chef, da gibt es was zu besprechen – und läßt mich ganze 10 Tage mit einem Scheiß-Gefühl in der Luft hängen! Ich prüfe also gewissenhaft meine Arbeit, schaue wo ich Fehler gemacht haben könnte, solche Selbstkritik tut auch weh … und erst dann erfahre ich, es war die Ex am Werk, die möchte, dass ich raus geworfen werde. Mitnichten waren Patient*innen unzufrieden oder haben sich beschwert, auch ist bis dahin nichts Gravierendes gewesen. Völlig umsonst habe ich mich kirre gemacht bzw. machen lassen.

Jedenfalls, zurück zur Stress-Skala: Ich bewege mich seit langem immer wieder über den 300 Punkten Stress, und da werden 80-95% der Menschen psychisch krank. Ich halte tapfer und stählern durch, aber ich werde nicht bezahlt für Freundlichkeit gegenüber Nicht-Patienten. Also habe ich da auch gar keine übrig. Wenn mir einer dumm kommt, kriegt er oder sie das zu spüren, und deutlich und scharf.

Ich hasse es, wenn ich betteln muss.

Beim 6. Mal um Hilfe fragen, da hat die Ausbildungsleitung etwas wirklich Gutes für mich getan – meine abgeleisteten Therapiestunden (420 von 600) gezählt, und mir zum ersten Mal seit langem ein gutes Gefühl vermittelt. Danke dafür!

Für gewöhnlich gibt niemand irgendwie Lob oder Anerkennung oder Support, dafür hatte ich das ausgesprochene Mißvergnügen, von jungen Frauen aus wohlhabenden Elternhäusern, denen die eigene Angststörung als aggressive Projektion durchgeht, energisch runter geputzt und kritisiert zu werden in Seminaren – worüber ich auch kotzen könnte. „Männer“ gibt es praktisch keine in dieser Ausbildung, vielleicht 1:25, und das sind dann eher feminine Gestalten. Jedenfalls, wenn du so wie ich auch noch „uralt“ (47) bist, dann bist du überall sozial außen vor. No fun.

Um das ganz klar zu benennen:

Hilfe,

das ist, was hilft –

und das ist nur durch die oder den,

der bzw. dem geholfen wird,

anhand von spürbarer

Belastungsreduktion

messbar.

Fakt. Jede andere Definition ist ein Schwindel. Ganz besonders trifft das auf Hilfen wie die pharmakologische Psychiatrie zu, da habe ich noch nie zufriedene Kunden gesehen, obwohl ich dort 18 Monate gearbeitet habe.

Wenn ich auf ein Päckchen Scheiße „Hilfe für dich“ drauf schreibe, ändert das den Inhalt nicht. Etwas ist nur so gut, wie seine Wirkung – alles andere ist Lüge und Falschheit, und unakzeptabel. Solche Sachen sollten kompetente Therapeuten aus dem FF kennen und anwenden. Tun sie nicht. Schlussfolgerung: Nachhilfe erforderlich. Und ich bin nachhaltig freundlich.

Kleine Abschweifung: Als ich gegenüber irgendwem über meinen Beruf meinte, ich bin im „Nachhaltig-freundlich-sein-Geschäft“, da guckte der irritiert, dann platzte eine Idee raus: „Schutzgelderpresser?“.

Ich habe herzlich gelacht. Wäre ich Gangster, würde ich nicht mit 2,67€ pro Stunde nach Hause gehen. Diese stolze Summe bekomme ich aktuell real nach Abzug aller Kosten, wobei KVB nur deswegen so günstig, weil ich als armer Mensch und Harz-4-Aufstocker das Monatsticket mit Köln-Pass deutlich günstiger kriege. Ansonsten wäre ich weiter im Unter-Null-Bereich.

Und hätte ich nicht meinen wohlhabenden Eltern höllisch Druck gemacht, doch bitte auch wirklich mich nachhaltig zu unterstützen mit der Ausbildung, und zwar so, dass ich nicht dauernd von einer Finanzkrise und Baustelle sofort in die nächste gerate – wäre ich definitiv und endgültig an den Arsch gegangen. So allerdings geht es denen jetzt auch ziemlich schlecht, und auch das war Gewalt, die ich ungern ausgeübt habe. Bloß, ich hatte keine Wahl. Ich muß das machen, sonst ist für meinen Sohn später keine Kohle da (jetzt kriegt er ein paar lumpige Euros, die der Staat mir vorstreckt und später von mir wieder kassieren wird).

420h Therapie, das sind 25.200€, die dieser Laden von den Krankenkassen-Geldern(!), die für die Verbesserung der Situation der Patienten gedacht sind, allein von mir kassiert hat. Und ich bin nur einer von Hunderten. Eine Senseo-Maschine kostet zwischen 50 und 60 Euro, also habe ich bereits 420(!) solcher Maschinen aus der Ausbeutung meiner Arbeitskraft finanziert. Eine(!) habe ich aus dem Fenster geworfen, big deal 😉 aber Abmahnung kassiert, und Schikanen wie die, ich solle meinen Schlüssel abgeben und in Zukunft klingeln 🙁 und meine Stunden weg verlegen, wo ich allein dort bin (was die Zeit ist, wo ich sinnvoll arbeiten kann, weil da Ruhe ist). Dabei habe ich diese Randstunden notgedrungen genommen, weil sonst nichts frei war.

Und das Beste – sie fragen sich im Ernst, wie kommt das nur, das der Herr Wild so völlig unverständlich manchmal sehr sauer ist?

Empathie, die einen Kopfschuss rechtfertigt. So sehe ich das. Aber ich bin abhängig von denen, also werde ich kämpfen darum, dass ich nicht sozial verschrottet werde.

 

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