Therapeutische Praxis

Ich habe als Psychotherapeut gearbeitet, mich 7 Jahre lang damit beschäftigt. Eine Approbation habe ich nicht erreicht, weil ich selbst zu verrückt für den Job bin. Wenn mir was arg quer liegt – und das ist in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie in sehr vielen Bereichen und praktisch überall so – dann rebelliere ich rum und will das verändern und stürze mich in sinnlose Gefechte, habe schrecklich recht bzw. bilde mir das ein, kriege aber kein Recht zugesprochen und stehe danach aufgrund von spektakulär dummen Aktionen meinerseits übelst im Abseits. Sozial geschickt geht irgendwie anders.

Auch verzettele ich mich super gerne, habe tausende Sachen vor und mache dann doch nix. So ein chaotischer Typ, halt.

Außerdem: Mein Gefühlsleben macht diese Art von Arbeit in dieser Form nicht mehr mit. Das habe ich für mich gelernt. Das Gesundheitssystem ist halt eher kein Ponyhof (sondern eine Fabrik mit Stückzahlen). Wie auch immer, ich will mich kurz fassen. Vor gar nicht allzu langer Zeit dachte ich, ich mache eine Praxis auf. Hatte die Homepage gemacht und den Raum schon, und dann kam eine Lawine von unerfreulichen Ereignissen mit der Folge, dass es nun ganz anders ist.

Jedenfalls hatte ich einen schönen Text geschrieben für die Seite, und um den aufzuheben (die Domain habe ich vom Netz genommen), tue ich ihn hier hin. Wird nicht die letzte Vision sein von etwas, was ich mir ausmale und was dann nicht wirklich sich realisieren läßt.

Das Scheitern gehört absolut dazu. So wie sich verlaufen (neue Ecken kennen lernen). Jedenfalls, wenn man sehr gerne eigene Wege geht.

Text für eine geplante Praxis-Niederlassung. Hab das aber nie gemacht, tatsächlich. Was ich hatte: Die Domain praxis-martin-wild.de Die ist aber nun abgeschaltet, weil ich das nicht machen mag, kann, darf.

Manchmal sind wir gefangen in unseren Verhaltensmustern. Dann leiden wir, weil es nicht so ist, wie es sein sollte. Und sind vielleicht ratlos, wie es denn anders oder besser gehen könnte.

Wir finden es schwer, jemandem zu vertrauen oder um Hilfe zu bitten. Andere haben uns verletzt, und das soll nicht wieder passieren – also fahren wir mit dickem Panzer durch das Leben oder verstecken uns, gehen den schwierigen Dingen aus dem Weg, verlieren uns in Grübeln und Angst, isolieren uns von den anderen. Je länger das geht, um so depressiver werden wir. Oder es passiert einfach zu viel und wir sind überfordert. Kann auch sein, es werden Wege gewählt, die – einmal beschritten – kaum wieder zu verlassen sind – Süchte und ’schräge‘, zwanghafte Angewohnheiten beispielsweise. Manche sind auch einfach in irgendeiner Hinsicht ‚anders‘, nehmen die Welt anders wahr, unterscheiden sich in ihrem Aussehen, Empfinden und Denken von ihrer Umgebung – und werden – möglicherweise bereits früh im Leben, mit lang anhaltenden negativen Folgen – ausgegrenzt. Wenn wir in solchen belastenden Lebenssituationen sind, ist guter Rat teuer. Und schlechten Rat gibt es überall, jeder gibt seinen Senf dazu, auch wenn sie keine Ahnung haben – so daß einem Menschen richtig zuwider werden können.

Was ich da skizzenhaft beschrieben habe, sind einige Aspekte von dem Phänomen, dass man psychisch und körperlich in Not gerät, krank wird, sich kaputt fühlt.  Es gibt etliche andere, und gemeinsam haben sie, dass es einem ganz und gar nicht gut geht.

Im Rahmen ärztlich-psychotherapeutischer oder auch psychiatrischer Expertise werden jeweils bestimmte Gruppen von Merkmalen gemeinsam als ‚Störung‘ bzw. ‚psychische Krankheit‘ definiert. DieWeltgesundheitsorganisation WHO beschreibt in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) im Kapitel V (‚fünf‘) die psychischen Beeinträchtigungen und ihre Diagnose-Kriterien. Es gibt viele Namen und Beschreibungen von Aspekten, und vieles kommt kombiniert vor. Und es gibt – das ist die gute Nachricht – geeignete Behandlungsmöglichkeiten, die Belastungen und Leiden nachweislich bedeutsam verringern.

Wer psychisch krank ist, kann zu einem Arzt oder approbierten Psychotherapeuten gehen und sich helfen lassen. Darauf haben Sie ein verbrieftes Recht, und das bezahlt Ihre Krankenkasse.

Allerdings ist es schwer, einen guten Therapeuten zu finden, und es gibt lange Wartezeiten. Oft dauert es drei Monate oder länger, und manche Menschen – die eine Schizophrenie, eine bipolare Störung oder eine Borderline-Persönlichkeitsstörung aufweisen, oder die viele komorbide Erkrankungen aufweisen (‚komorbid‘ bedeutet, es sind mehre Krankheiten gleichzeitig vorhanden, was eigentlich eher die Regel als die Ausnahme ist) – kriegen praktisch nirgends jemanden, der sich auf diese als ’schwierig‘ oder ‚bedrohlich‘ oder ‚unangenehm‘ empfundenen Themen einläßt.

Mit ‚gut‘ in ‚ein guter Therapeut‘ ist gemeint, jemand der sich auskennt und fachlich auf dem aktuellen Stand ist. Ob eine Zusammenarbeit fruchtet, hängt vor allem von der Qualität der Beziehung ab. Die angewendeten Methoden und Techniken – die sich schulspezifisch unterscheiden, denn ein Verhaltenstherapeut macht nicht das Gleiche wie ein Psychoanalytiker, ein Psychiater oder ein Heilpraktiker etc. – spielen letztlich keine so große Rolle für den Erfolg einer Therapie. Was nicht etwa meine Meinung ist, sondern Ergebnis der Psychotherapie-Forschung.

Ich bin Diplom-Psychologe und habe eine verhaltenstherapeutische Ausrichtung und Ausbildung (derzeit noch ohne Abschluß der Approbation).

Verhaltenstherapie geht von einer einfachen und gründlich belegten wissenschaftlichen Annahme aus, nämlich: Es ist grundsätzlich – abgesehen von Veranlagung und Temperament – alles gelernt, was wir tun und wie wir es tun. Und es kann alles Gelernte auch verändert werden. Nicht durch Zauberei und Hokuspokus oder Voodoo, sondern durch systematische Selbstbeobachtung, Verhaltensexperimente und konkrete Verhaltensveränderungen, die eingeübt werden. Die bringen den Erfolg, nicht irgendwelche ‚tiefen Einsichten‘, das potentiell ewig dauernde Rumbuddeln in der eigenen Biographie oder besondere Tricks und Kunststücke. Unser Verhalten strukturiert die Welt, in der wir leben, und wir können im Rahmen unserer Möglichkeiten dieses Verhalten so verändern, dass wir gut zurecht kommen. Das ist Verhaltenstherapie.

Meine Praxis bietet derzeit keine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen und auch kein Kostenerstattungsverfahren an. Und ich nenne mich nicht „Psychotherapeut“, sondern Berater. Ich übe keine Heilkunde im Sinne der Gesetze aus, denn dafür bräuchte ich eine Approbation oder einen Heilpraktiker-Schein. Ich mache aktuell lediglich Beratung und Coaching.

Ich vereinbare ein frei verhandelbares Berater-Honorar.  Wohlgemerkt, es gibt keine Regel, wonach irgendeine sinnvolle Technik der Verhaltensmodifikation nicht auch außerhalb eines therapeutischen Rahmens nutzbringend angewendet werden könnte. Wer mich bucht, bucht einen Therapeuten, Berater oder Coach oder Diplompsychologen, je nach Bedarf und Belieben.

Das hat mehrere Auswirkungen, gute und weniger günstige:

1) Niemand hat Nachteile durch Kontakte zu mir – wie beispielsweise den, nicht verbeamtet werden zu können – zu befürchten, die durch die stigmatisierende Bezeichnung ‚psychisch krank‘ entstehen könnten. Denn es kommt nichts in irgendwelche Akten und Datenbanken, was später irgendwer gegen Sie verwenden könnte.

2) Es muss alles selbst bezahlt werden (was blöd ist für kranke Menschen mit wenig Geld – aber so ist der Kapitalismus nun mal, das habe nicht ich mir ausgedacht). Wer kein Selbstzahler sein kann, kann und muss den Weg über kassenzugelassene Psychotherapeuten gehen.

3) Es gibt den Raum, um ganz individuell und bedarfsbezogen zu arbeiten. Sich ‚krank und kaputt fühlen‘ ist nur EIN möglicher Anlass unter vielen. Beziehungsprobleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder einfach der Wunsch, sich selbst in irgend einer Hinsicht zielorientiert zu verbessern oder Dinge für sich zu klären, sind genau so wichtig und richtig und möglich. Das kann ein niedergelassener, approbierter psychologischer oder ärztlicher Psychotherapeut nicht tun, denn die Krankenkassen sind nur für Krankheiten zuständig. Ich mache auch Coaching und Beratung, ganz wie es für meine Klienten paßt und gewünscht ist.

4) „Psychologischer Psychotherapeut“ ist eine geschützte Bezeichnung. Dafür muss jemand studiert und eine Ausbildung gemacht sowie die staatliche Approbationsprüfung bestanden haben sowie sich einen Kassensitz gekauft haben, um eine ‚erstattungsfähige Praxis‘ (die mit der Krankenkasse abrechnen darf) zu betreiben.

Ich bin seit 2001 Diplompsychologe (mit einem sehr guten Diplom sowie einer nach 2 Jahren abgebrochenen Promotion). Seit 2010 bin ich – mit einer längeren Auszeit zwischendurch – in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Zugleich arbeite ich – als Teil der Ausbildung – bereits seit langem therapeutisch und werde supervidiert. Ein Jahr habe ich in einer Psychiatrie (LVR-Klinik Köln (Merheim) sowie ein halbes Jahr in einer psychiatrischen Tagesklinik (LVR Tagesklinik Adamsstraße) gearbeitet, schwerpunktmäßig mit von Depression, Manie bzw. paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie betroffenen Menschen. Ich finde gerade die Arbeit mit Menschen, die aus dem Raster fallen, mit denen praktisch kaum ein Verhaltenstherapeut arbeiten mag, wirklich spannend und sehe auch, dass da sehr viel erreicht werden könnte, wenn nicht die Spitzen der Gesellschaft sich aus ökonomischen Gründen gegen eine wirklich bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit psychosozialen Hilfsleistungen entschieden hätten.

Abartigerweise werden PsychotherapeutInnen in Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten während der 18 Monate Klinikzeit mit exakt 0€ vergütet, wogegen ich mit der Unterstützung der zuständigen Gewerkschaft ver.di und mehreren ebenfalls politisch engagierten KollegInnen – leider vergeblich – prozessiert habe. Diese Schweinerei ist für mich nach wie vor Grund, das ‚Gesundheitssystem‘, den LVR und die dort aktuell mächtigen Leute aus tiefstem Herzen zu verabscheuen: I hope you all drop dead soon.

Den Titel „Psychologischer Psychotherapeut“ darf ich derzeit noch nicht führen, das wird wohl 2018 der Fall sein. Was ich tue in meiner Arbeit ist natürlich genau das, was „richtige“ Therapeuten tun. Weil ich mich nicht strafbar machen mag, vermeide ich es, hier in einen Konflikt zu gehen mit dem System. Folglich mache ich in meiner Praxis fachlich das, was erforderlich ist und hilft – Beratung, Coaching, Verhaltenstherapie – darf es aber nicht Psychotherapie nennen. Sprich – auch wenn ich den Titel noch nicht führen darf, ist was ich tue, fachlich und durch Lebenserfahrung gut fundiert.

5) Als jemand, der beileibe nicht alles gut findet, was das Establishment betreibt, bin ich erfrischend anders als die meisten Therapeuten. Ich bin ein Freak, und das ist gut so. Die Haltung macht viel aus. Selbst mal Krisen gehabt zu haben und dazu zu stehen, sich nicht auf irgendwelche Gurus zu beziehen, den Schwachsinn von psychiatrischen „Transmittermangel“-Hypothesen klar als solchen zu benennen (und sich trotzdem ganz gut damit auszukennen, welche Medikamente wo helfen können) – wenn ich selbst jemanden suchen würde, dann so jemanden wie mich. Ich bin durchaus missionarisch unterwegs, und beziehe eine klare Position für das Leben und die Menschen, insbesondere für die Schwachen und Kranken. Ich bin parteiisch.

6) Weil ich als freiberuflicher Berater arbeite, ist es für mich möglich, Treffen auch außerhalb meiner Praxis dort abzuhalten, wo meine Klienten es wünschen. Ich kann mit Paaren oder Familien arbeiten, mit Firmen, politischen Organisationen oder Vereinen. Solche Freiheiten könnten sich niedergelassene KassenSitz-Psychotherapeuten im Rahmen von beantragten Therapien nicht erlauben.

7) Einen Pferdefuß gibt es noch: Mir zu vertrauen ist vielleicht schwieriger, weil es keine gesetzliche Schweigepflicht und keine Abstinenz-Regeln für Berater gibt.

Es ist ja so, das Gesetz schützt theoretisch die Patienten: Kein Psychotherapeut darf private Kontakte zu Patienten haben, während bzw. bis 2 Jahre nach einer Therapie – was theoretisch den Mißbrauch einer asymmetrischen Macht- und Wissenskonstellation für private Zwecke der Therapeuten verhindern soll.

Entstanden ist diese Regel, weil entsprechende sexuelle und psychische Grenzverletzungen und krasser Mißbrauch durch angebliche „Therapeuten“ – in der Zeit, als Therapie noch automatisch Psychoanalyse war und es sonst nichts gab – häufig vorgekommen sind.

Von Psychoanalyse halte ich überhaupt nichts: Diese angebliche „Fach-Richtung“ ist weitgehend zutiefst unwissenschaftlich und unseriös und hat sehr viele Menschen erheblich geschädigt mit ihrem dummen Zeugs, was sich bis heute fortsetzt. Es gibt gute Analytiker nur trotz und nicht wegen der gelehrten Inhalte.

Auch heute passiert Mißbrauch durch Ärzte, Therapeuten, Priester, Vertrauensleute etc. unter dem Deckmantel von ’sich um Schwache kümmern‘, solche üblen Geschichten haben mir Patientinnen auch schon oft berichtet. Immer, wenn Menschen mit wenig Risiko für sich selbst Schweinereien machen können, machen das auch sehr viele.

Allerdings wird niemand dafür je zur Rechenschaft gezogen. Googeln Sie das, wenn Sie es nicht glauben.

Die angebliche „Sicherheit“ beim Fachmann ist also lediglich fiktiv. Während ich darauf angewiesen bin, dass meine Arbeit wirklich Resultate bringt und ich weiter empfohlen werde. Was ein guter Grund ist, wieso ich diskret und verschwiegen arbeite und Grenzen wahre. Kann auch sein, ich habe Prinzipien. Ich bin Steinbock, nur falls Sie zufällig Astrologie mögen. Praktisch gesehen ist es irrelevant, was ich dazu schreibe. Sie können selbst feststellen, wie Ihr Gefühl zu mir ist und ob das taugt, was ich tue.

Dipl.-Psych. Martin Wild

Praxis: Meine Praxis in Köln-Mülheim – auf der Buchheimer Straße, nahe dem Wiener Platz – befindet sich im Aufbau. Derzeit steht sie bedauerlicherweise noch nicht für Publikumsverkehr zur Verfügung.

Kontakt: Wenn Sie Fragen haben oder ein Gespräch mit mir vereinbaren wollen, rufen Sie mich an

oder schreiben Sie eine Mail an meine Praxis-Adresse

Telefon: ​+49 221 69069601

Elektronische Mail: martinwild@praxis-martin-wild.de

Postadresse

Ferdinandstr. 15-17
51063 Köln

Es ist auch möglich, mich privat anzuschreiben, wenn es nicht um Arbeit gehen soll: martinwild@web.de

Sie werden mich sicher googeln, um herauszufinden, wie ich ticke. Würde ich auch so machen. Stört mich nicht die Bohne. Während viele KollegInnen sich der irrigen Annahme verschrieben haben, dass Therapeut zu sein bedeutet, sich persönlich möglichst unsichtbar und distanziert zu gerieren, sehe ich das komplett anders. Nur ein Mensch, zu dem ich Vertrauen haben kann, ist auch jemand, dem ich vielleicht tatsächlich vertraue, wenn ich ihn ausreichend geprüft habe. Wer sich dem nicht stellt, ist für mich lediglich ein Hanswurst.

Damit es unkompliziert möglich ist, dass Sie sich ein eigenes Bild von mir machen, gebe ich eine Linkliste mit auf den Weg:

Mein Blog x2b3.de enthält meine bio-psycho-sozial-philosophisch-politische Weltanschauung in wenig geordneter Form. Da erfahren Sie, dass ich ein Menschenrechts-Aktivist bin.

Ich finde die UN-Deklaration der universellen Menschenrechte eine sehr gute Formulierung davon, worum es der Menschheit insgesamt und jedem einzelnen Menschen gehen sollte. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde seinerzeit mit viel Bedacht entworfen, und auch das ist ausgesprochen gut. Ob es den Herausforderungen der Jetzt-Zeit gerecht wird und was politisch, juristisch und gesellschaftlich daraus gemacht wird, mag eine andere Sache sein und nicht jede und jeder wird finden, dass dieses System geeignet ist, ein Leben in Gesundheit und Würde für alle zu ermöglichen. Das lasse ich mal so stehen.

Auf Facebook bin ich unter https://www.facebook.com/martin.wild.58 zu finden. Die albernen Privatheitseinstellungen benutze ich nicht – alles, was ich schreibe, kann von jedem des Lesens und der Sprache mächtigen (regelhaft Deutsch und Englisch, beides für mich flüssig les- und schreibbar, und das setze ich auch voraus) mitverfolgt werden. Wenn ich Geheimnisse haben sollte, dann schreibe ich diese logischerweise nicht ins Netz oder spreche darüber am Telefon, wo sicher ist, dass die Geheimdienste und die Staatspolizei das mitschneiden und auswerten – so viel Vernunft sollten Menschen in der Zeit nach Snowden und Manning besitzen. Wir alle werden ausspioniert, überwacht und manipuliert, das ist ganz normal und davor gibt es auch keinen wirksamen Schutz.

Es stört mich nicht, wenn Sie mich auf Facebook anschreiben oder sich vernetzen. Möglicherweise werden Sie denken, der Typ ist ja nicht ganz dicht, das geht doch so nicht. Dann ist das ein gutes Indiz dafür, dass Sie sich an jemand anderes wenden sollten.

***

Soweit dieser Text. Finde, ich habe mir durchaus konkrete Gedanken gemacht, für eine Weile habe ich wirklich gedacht, genau das ist es doch! Irgendwie wird es mal so ähnlich werden, vielleicht mehr ein Café als eine Praxis, relativ informelle Geschichten. Was ich nicht mehr so mag, ist diese Hierarchie und Abrechnungssysteme. Blablabla.

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Außerordentliche Kündigung des Ausbildungsverhältnisses

Das Ausbildungsinstitut hat mir gegenüber die außerordentliche Kündigung des Ausbildungsverhältnisses ausgesprochen.

Ich hätte durch meine kritischen Blog-Beiträge – allgemein zur Geschäftspolitik und zur konkreten Umsetzung von Arbeitsbedingungen sowie konkret bezogen auf die Thematik Hypnotherapie als verpflichtender Teil der Ausbildung – ihren guten Ruf geschädigt und mich zudem extrem unangemessen verhalten in Seminaren. Außerdem vorher Vandalismus in der Praxis. In der Gesamtschau sei damit klar, dass eine Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses ihnen nicht zugemutet werden könne.

Ich habe also meinen Praxis-Schlüssel abgegeben und meine Arbeit als Psychotherapeut in Ausbildung beendet.

Wie habe ich das aufgenommen?

Interessanterweise habe ich mich darüber nicht aufgeregt, sondern eher gedacht, wenn ich bloß als verrückter Hooligan angesehen werde und meine Kritik als Spinnerei abgetan wird, kann ich es mir sparen, meine Lebensenergie in die Veränderung von Strukturen zu investieren. Verstehen kann ich das natürlich – ich bin denen unangenehm, und sie wollen weiter machen ohne mich. Wäre ich nicht ich, ich würde es genau so sehen.

Seit 2010 bin ich in Köln, und habe also nun bald 7 Jahre meines Lebens darauf verwendet, diese dreijährige bis fünfjährige Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Es waren anstrengende und unangenehme Jahre.

Hätte klappen können. Bei den anderen Leuten, mit denen ich angefangen habe, hat es funktioniert. Einige sind zwischendurch verzweifelt und haben sich verabschiedet, für die meisten Ausbildungsteilnehmer*innen hat es aber wohl funktioniert. Die strampeln sich jetzt in neuen, ebenfalls recht schwierigen Verhältnissen ab. Einige werden halt aussortiert, bei denen es nicht paßt – und ich bin so einer.

Ähnliche Muster habe ich früher schon gesehen.

An der Uni war es so, da haben auch die allermeisten Leute, die das Grundstudium hinter sich gebracht hatten, letztlich das Diplom geschafft. Nämlich die, die finanziell gut unterstützt waren. Aufgegeben haben zumeist die, die eben keinen finanzstarken bürgerlichen Hintergrund hatten. Oder die irgendwann gemerkt haben, das ist mir hier zu doof, ich mache etwas, was mir wirklich gefällt.

Bei der Promotion – habe ich auch versucht, bin aber auf 2/3 des Weges gegen die Wand gefahren – da war es ähnlich. Die gut angepaßten und leistungsstarken Leute haben ihren Weg gemacht, haben sich den Titel unter hohen persönlichen Opfern hart erarbeitet. Teil davon immer die Bereitschaft, sich in Hierarchien gefällig ein zu ordnen. Ich wollte gerne ein Professor werden, das ging aber nicht. Schade – hatte mir das gut vorgestellt, so mit Ansehen und Einkommen und einer intellektuellen Tätigkeit. Illusionen, die halt irgendwann sich als solche heraus stellen.

Davor – am Gymnasium – war es ähnlich. Fast alle hatten irgendwann Abitur, die weiß und wohlhabend und deutsch gestartet sind – raus geflogen waren zuvor allerdings andere Menschen, die typischerweise migrantisch oder arm waren oder wo es zusätzliche Schwierigkeiten gab. Wer sich auffällig zeigte, wurde entfernt, aussortiert.

In der verhaltenstherapeutischen Psychotherapie-Ausbildung findet sich eine spezielle soziale Auslese – fast ausnahmslos weiße junge Frauen aus der oberen Mittelschicht und Oberschicht. Alle, die so nicht sind, haben es schwer, diese Ausbildung zu absolvieren, denn sie kostet viel privates Geld und wird nicht durch den Staat und die Gesellschaft getragen, zusätzlich enthält sie einen langen unbezahlten Arbeitsabschnitt von 12 bis 18 Monaten, der regelhaft nicht vergütet wird.

Weil die Aussichten, danach gut zu verdienen, auch nicht rosig sind, gibt es einen starken Effekt von Selbst-Selektion – Männer gehen nicht in diesen Frauen-Beruf, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Und Menschen, deren Familie sie nicht durchgehend finanzieren kann, gehen nicht in diesen Beruf. Auch da gibt es natürlich Ausnahmen, aber wenige.

Es mag bei anderen Psychotherapie-Schulen anders aussehen. Vermutlich ist es dort aber eher schlimmer, was die soziale Auswahl angeht – die Ausbildung als Psychoanalytiker*in kostet erheblich mehr als Verhaltenstherapie, und soweit ich weiß liegt die tiefenpsychologisch orientierte Ausbildung irgendwo dazwischen.

Ich bin immer privilegiert gewesen – deutsch, weiß, männlich, wohlhabend, heterosexuell, intelligent, keine wesentlichen Beeinträchtigungen durch körperliche Handicaps. Dadurch war es für mich praktisch kaum möglich, die Welt um mich herum zu verstehen, wo solche tollen Bedingungen eben zumeist nicht vorhanden sind. Glücklicherweise bin ich durch eine Lebensphase, die ich außerhalb von Deutschland verbracht habe, wesentlich geprägt worden. Aus der massiven Irritation, die der Versuch mit sich brachte, sich hier zu integrieren nach fünf noch mal mehr privilegierten Jahren in Istanbul, konnte ich dann viel lernen. Wenn Dinge in tausend Teile gehen, die für selbstverständlich gehalten wurden, und es danach nie wieder gut wird, dann ist das ein steter Quell von Erkenntnis und auch von Selbstkorrektur.

Gelernt habe ich – für die anderen ist die Welt viel härter. Und sie ist brutal, es ist schockierend und verletzend, wie ungleich und wie ungerecht die Verhältnisse historisch auf diesem Planeten gestaltet wurden und gestaltet werden – mit einer mörderischen Gewalt. So kam das, dass ich ein starkes Interesse an politischen und gesellschaftlichen Angelegenheiten entwickelt habe, und auch meine Positionierung als Mensch, der sich klar dafür einsetzt und engagiert, dass diese zerstörerischen Kräfte, die millionenfach Leben kaputt machen, durch irgend eine Form von positiver Kraft vielleicht eingehegt werden würden. Die Vorstellung, dass diese Welt immer so weiter laufen würde, war mir stets unerträglich – weswegen ich glauben wollte, das es dazu Alternativen geben könnte, die auch gesellschaftlich irgendwann zum Tragen kommen würden.

Natürlich sind die Ergebnisse aller Versuche, an denen ich mich beteiligt habe, konkrete Utopien mit Leben zu füllen, immer wieder kaputt gegangen, wohl deswegen, weil uns ein System umgibt, was Rahmenbedingungen setzt, die eine ökonomische Basis für solche utopistischen Ansätze nicht ermöglicht.

Den Schritt, das System zu bejahen und mich schlicht brav darin einzufügen, konnte ich nicht tun – warum, ist mir selbst nicht klar, aber es ging nicht, und wenn ich es versucht habe, ging es mir darin schlecht und elend. Ich ecke immer wieder an, und das ist nicht zufällig so. Es hat mit meinen wesentlichen Eigenschaften zu tun, vor allem damit, dass ich für mich festgestellt habe, dass Erkenntnisse zwingend sind. Was ich einmal für mich erkannt habe, dahinter kann ich nicht zurück. Und die Versuche, mich zur Annahme einer anderen Position zu bewegen, haben ihren Anteil an meiner Beharrlichkeit – wenn man mich bedroht oder angreift oder zu zwingen versucht, dann verfestigt sich bei mir die Wahrnehmung, dass ein systematisches Unrecht passiert.

Nun bin ich also mal wieder ausgegrenzt worden, weil mein Verhalten Anstoß und Ärger erregt. Gut. Vorher waren sehr viele Widersprüche da, die sich durch mich hindurch zogen – es war verwirrend unklar, wie ich mich sinnvoll und konstruktiv positionieren könnte. Viele Leute haben mir auch gesagt, dass sie nicht nachvollziehen können, wie jemand, der so anders und anti-konventionell fühlt und denkt und handelt, in einem Beruf arbeiten könnte, der ja vor allem daraus besteht, Menschen wieder passend zu machen für eine Arbeitswelt, die zutiefst nicht auf menschliche Bedürfnisse, sondern auf finanzielle Vorteile für die Chefs ausgerichtet ist. Wieso ich das gemacht habe, habe ich dann immer geduldig erklärt – Therapie ist nicht lediglich das Abtrainieren von störenden Eigenschaften und der Aufbau von sozial angepaßtem Verhalten, da steckt viel Wissen und Erfahrung drin, die für Menschen generell nützlich ist. Zum Beispiel wissen wir durch Forschung so einiges darüber, wie Menschen eigentlich funktionieren, und es gibt Methoden, die vieles bewußt beeinflußbar machen, was sonst als schicksalhaftes Leiden an die nächsten Generationen weiter gegeben wird. Im Rahmen von therapeutischen Prozessen sind Veränderungen im Leben von Menschen erreichbar, die sonst kaum vorstellbar wären. Leiden kann reduziert werden, es ist möglich, Gutes zu bewirken. Diese Motive waren stets tragend.

Aber nicht die einzigen – es gibt auch weniger altruistische Motive, namentlich Macht (als Therapeut*in hast du die Top-Position in einer dyadischen Beziehung automatisch, du steuerst einen Prozess) und Neugier (als Therapeut*in hast du Zugang zu einem enormen Informationspool, der unmöglich anderswo erschließbar wäre – so viele Lebensgeschichten, so viele Beispiele für Mechanismen, die menschliche Existenz prägen) und vielleicht auch Faulheit (als Therapeut*in hast du emotional schwer zu tragen, was mir zunächst nicht so klar war, aber körperlich ist es eher eine lockere Sache, und wenn du einmal kapiert hast, wie die grundlegende Arbeit – Identifikation und Modifikation von Verhaltensbedingungen – funktioniert, kannst du immer genau damit arbeiten) sowie Nicht-Langweiligkeit (als Therapeut*in hast du immer die Möglichkeit, es interessant zu machen, Variation einzubringen, zu gestalten – die Abläufe sind nie reine Routine, sondern immer herausfordernd).

Geld verdienen – dieses Motiv ist stets ein Proxy, dahinter steht immer etwas anderes, also Sicherheit, Macht, Bindung (Steigerung von sozialer Attraktivität, von Lebenschancen) etc. So ungeheuerlich das klingt, ich hatte immer genug Geld, außer ich habe mich ganz bewußt völlig abseitig bewegt (auch das habe ich für mich probiert, und festgestellt, es geht, aber es ist sehr sehr hart). Zugleich hatte ich immer das Gefühl, ich verdiene das nicht, dass es mir so gut geht, ich bin schuldig und irgendwie schlecht. Irgendwie müßte ich etwas tun, um mich als wertvoll zu beweisen – idealerweise etwas, was andere auch bejahen können.

Die Welt besser machen.

Wenn ich auf mein Leben zurück schaue, ist das offenbar ein uneingelöster Anspruch. Gut möglich, dass dies mit arg ungeeigneten Kriterien zusammen hängt. Die Welt ist groß, darin bin ich ein kleines Ding, und es ist völlig überheblich, individuelle Bedeutsamkeit zu behaupten. Besser, was soll das sein? Wenn etwas für mache besser wird, finden andere, es werde für sie schlechter. Auch das ist kaum geeignet, um zu sagen, ob ich das geschafft habe.

Was ich allerdings geschafft habe – Irritation auslösen, Anstöße geben, Veränderungsprozesse begleiten und auch teilweise aus Ideen mit anderen zusammen Projekte zu entwickeln, die über den Moment hinaus Bestand hatten. Ich kann ganz gut gegen etwas sein, und es ist leicht für mich, sprachlich harte Angriffe zu fahren. Wenn ich sozial geschickter wäre, könnte sich daraus was basteln lassen.

Ein System verlassen, was sich nicht reformieren mag, ist glaube ich gesund für Leute, die Veränderung und Lebendigkeit hoch schätzen.

Nun bin ich de facto kein Therapeut mehr, und auch kein Harz-4-Aufstocker mehr, sondern irgendwie draußen vor der Tür.

Auf das, was ich gelernt habe, kann ich sicher bauen, und nun steht es mir frei, neue und andere Ziele zu setzen. Viele spannungsreiche Kompromisse entfallen nun. Bin gespannt, was sich daraus machen läßt.

 

 

 

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AVT Köln GmbH vs. Wild

Ich habe Ärger mit meinem Ausbildungsinstitut gemacht. Nachdem meine Ex dort angerufen und mich als kaputtes Drogenwrack denunziert hat, in der Absicht, man möge mich aus der Ausbildung entfernen, gab es ein „klärendes Gespräch“, was nicht wirklich irgendwas besser gemacht hat für mich, außer dass ich – falls ich brav bin – weiter machen kann und man dieser Denunziation keine sonderliche Bedeutung beimessen wolle.

Ich habe allerdings ziemlich Krise geschoben wegen dieser Vorkommnisse, und weil mir zuvor mal wieder der Umgang mit dem Sohn abgesagt worden war. Tja. So weit, so schlecht.

Aber nun kommt meine spezielle Idiotie ins Spiel: Tage später habe ich dort, wo ich arbeite, reichlich betrunken Dinge zerstört und aus dem Fenster geworfen – unter anderem ein nicht programmierbares Telefon.

Warum? Das Drecksding weigerte sich beharrlich, die Eingangstür auf zu sperren; eine Funktion, die ich aber unbedingt brauchte, weil ich teilweise zu Zeiten arbeite, wo sonst keiner da ist – später habe ich erfahren, dass es an den Leitungen in diesem speziellen Raum liegt und ein bekanntes Problem ist, aber ich hatte lange dran rum programmiert, natürlich vergeblich. Sowie eine mir sehr verhasste Senseo-Kaffee-Maschine – die hatte ich aufgrund von grober Verschmutzung zunächst geputzt, dabei ist sie mir runter gefallen, und dann bin ich wohl ein wenig durchgedreht. Mit der Senseo ist es wohl los gegangen, dann gab es da noch kaputten Schrott in der Ecke meines Arbeitsraumes, und besagtes Telefon. Insgesamt nicht so der Millionenschaden, eher – aus meiner Sicht – nutzloser bis ärgerlicher Plunder. Aber natürlich darf ich das nicht, zumal, wenn ich sowieso bereits angezählt bin.

Nicht sehr klug von mir, den Karneval so zu feiern. Hätte auch nicht mit den Bayern den Schnapps trinken sollen.

Dumme Aktion. Es gibt aber Hintergründe, die mir erwähnenswert erscheinen. Was ich an Klugem (oder was ich dafür halte) sagen könnte dazu, ist hier aufgeschrieben.

Los geht es mit einer spannenden Emotion: ÄRGER.

Vieles an dieser Psychotherapeuten-Ausbildung ist total beschissen, und auch sonst habe ich mich über vieles geärgert. Mit der AVT habe ich nicht wirklich Lust, mich an zu legen. Das war so nicht geplant.

An sich sind der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger der Kliniken sowie ganz speziell die LVR-Klinik Köln (Köln-Merheim, zuständig für 600.000 Kölner*innen) derzeit mein primäres Ziel, was politische Aktion und öffentlichen Angriff via Presse etc. angeht – da habe ich eine Rechnung offen, die haben mir noch 27.600€ zu geben für 18 Monate unbezahlte Arbeit.

Ich habe den Prozess in zweiter Instanz verloren, na gut. Der Richter hat klar gesagt, an sich muss Arbeit stets vergütet werden, BGB gibt die Sittenwidrigkeit (die wir festgestellt haben wollten) zwar im Prinzip her – aber hier konkret eben gerade nicht, eben weil das ausgesprochen armselige Machwerk namens Psychotherapeutengesetz (PTG) absichtlich dort eine klaffende Regelungslücke enthält, die einen skandalösen Zustand bundesweit über mittlerweile 15 Jahre zu betreiben gestattet — leider, zu seinem tiefsten Bedauern, müsse er meine und die Ansprüche von Dr. Peter Freytag abweisen … aber moralisch sei der Fall EINDEUTIG.

So hat er auch im Rahmen seiner Möglichkeiten gehandelt – er hat den Anwalt des LVR zwei Mal zum Telefonieren mit dem Mutterhaus geschickt, um einen Vergleich zu erreichen. Ergebnis: Keinen Cent haben sie raus gerückt, aus strategischen Gründen.  Könnte ja dann jede*r kommen. Also kein Vergleich. Nicht mal die Mitarbeiter-Kaffee-Tasse haben wir gekriegt (die hätte ich so gerne gehabt). Gab aber Kantinen-Essen und einmal einen 100€ Buchgutschein.

Ätzend. Und sie – der LVR und andere Träger von Kliniken – haben so viele abgezockt, ich habe es mal ausgerechnet, über 1500 komplette Menschenleben (!) unbezahlte Arbeit bundesweit – das ist Sklaverei, damit kannst du Pyramiden bauen, und nicht wenige! Also ist das für mich vorrangig.

Mein Prinzip: Immer die größten Schweine zuerst angehen. Folge deinem Hass, finde den Gegner – und drauf, mit allem, was erlaubt ist.

Die menschliche Ebene, da sind bei mir keine Erwartungen mehr. An niemandem. Menschen, sowas gab es mal. Sie wurden, glaube ich, alle gekreuzigt oder vergast oder so. Ist halt Deutschland. Fast nur gierige Geldzähler und Hohlmenschen unterwegs. Kann auch sein, es liegt am Neoliberalismus und den propagandistisch implantierten Hirnparasiten (Leistung, Eigenverantwortung, etc.). Und Leute wie ich, die mit großer Verständnislosigkeit angeschaut werden, wenn sie ein Fremdwort wie Rechtschaffenheit im Seminar oder sonstwo verwenden. Gottlosigkeit, wohin mensch schaut. Mammon über alles, schöner Schein, alles Ware, nichts dahinter. Totes, nutzloses Zeugs. Und allgemein eine Blindheit gegenüber der gesellschaftlichen Situation, die extrem krass ist. Vermutlich Ergebnis einer durch leuchtende Propagandamittel, vulgo TV, erzielten Komplettverdummung der Bevölkerung.

Nun mag die AVT *gerne* versuchen, mich zu disziplinieren oder los werden. Sie sind nicht die ersten, und sie werden nicht die letzten sein, die damit experimentieren. Wohl gemerkt, ich bin die Person, die die Korrekturen anmahnt. Nicht die Institution, die sich ändern muss. Mal sehen, wie das laufen wird. Ich jedenfalls habe damit viele unterschiedliche Erfahrungen. Seit meiner Schulzeit ecke ich an, und seit dem versuchen Leute, mich klein zu machen, und seitdem halte ich dagegen, mit wechselndem Erfolg und zunehmender Härte und Entschlossenheit.

Vordrängeln ist jedenfalls nicht, ich arbeite meine Shitlist systematisch ab, und die Ausbildungsinstitute sind aktuell an sich noch nicht dran.

Der beschränkte Gewaltbegriff der Bürgerlichen – Gewalt ist nur die illegitime Gewalt, die eigene Gewalttätigkeit wird nicht gesehen. Typisch, und zugleich arg beschränkt. Therapeuten richten Schaden an, auch Ausbilder. Aber wenn Auszubildende mal aggressiv werden, ist gleich Land unter. So eine Angst haben sie vor uns, sieh mal an.

Wenn ein Chef einen Untergebenen zurechtweist, ist das ein Stressor, der mit 30-50 Punkten auf der Stress-Skala bewertet wird. Je mehr Stress, umso höher die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Krise bzw. Erkrankung. Was krank macht, ist schädigend — das ist für mich Gewalt. Und auch mit dieser Ansicht stehe ich nicht allein.

Die Skala zur Messung belastender Lebensereignisse habe ich bereits gepostet.

Sie ist ausgezeichnet wissenschaftlich belegt, nicht meine Idee, sondern das Ergebnis zu Forschung zu belastenden Lebensereignissen und psychischer Erkrankung. Bei 300 Punkten 80% psychische Erkrankungen, darüber wird es immer weiter Wahrscheinlich, dass ein Zusammenbruch erfolgt.

Nachweislich ist es belastend, was sie tun. Und wieder tun.

Dass mir die Ex das Kind entzieht und entfremdet, das sind schon mal ordentlich Stress-Punkte (150). Finanziell prekär, keine Kontrolle, noch mehr Punkte. Schwierigkeiten mit der Wohnsituation, sozial isoliert, Stress mit der Familie – noch mehr Punkte. Angriff und Opfer von Körperverletzung werden, Fahrradunfall – auch das schlägt zu Buche. Der Grund-Stress durch mein Anderssein in vielerlei Hinsicht, das bin ich gewohnt. Auch, dass ich keine Freunde habe, die irgendwie nahe sind. Dass ich nicht verstanden werde. Dass mir jeder Depp sagt, ich würde Unsinn reden. Während sie nicht wissen, was Alkohole und Kohlenhydrate sind 🙁 oder auch sonst, Wissen == Fehlanzeige, von Erkenntnis ganz zu schweigen.

Und der elende Papierkram, diese Anträge und Berichte an den Gutachter, die Dokumentation, alles unbezahlte Zusatzarbeit, das ist so ein blödsinniger Murks, es fällt mir sehr schwer. Ich habe fünf Mal meinen Praxisleiter um Hilfe gefragt, mit relativ geringem Benefit. Zu kapieren, dass ich nicht zuhause sinnvoll arbeiten kann, zumal wenn ich die Akten nicht mitnehmen darf, und dass ich daher WLAN brauche auf der Arbeit und dazu einen ruhigen Raum und die Gewissheit, dass ich den auch tatsächlich nutzen kann, und er nicht zwischendurch anderweitig belegt wurde, was auch immer mal vorkommt – nö. Alles schon zu viel verlangt. Ansprüchig. Überzogen. Die selbstverständlichsten Dinge – wie ein ergonomischer Stuhl – sind bereits unrealistisch (aber gesetzlich vorgeschrieben).

Aber: Wenn meine nicht-borderline-Ex mich bei der Ausbildungsleitung anschwärzt und denunziert mit der Absicht, mich aus der Ausbildung werfen zu lassen, weil sie einen Rachefeldzug führt — auf den Zug springen sie auf. Dann machen sie sich natürlich Sorgen um sich, den guten Ruf und ihre Geldflüsse — und lügen das um in Sorgen um meine Gesundheit und das Patientenwohl. Wobei klar ist, auf beides wird keinerlei echter Wert gelegt, denn sonst wäre vieles sehr anders.

Etwa generell Wasser zum Trinken aus Glas-Flaschen, denn: Plastik macht aufgrund von Weichmachern Leute weiblich wegen Östrogen-Agonisten (Impotenz bei Männern, Brustwachstum wird angeworfen) und in Wasserspendern bilden sich Bakterien-Kulturen, die enorm zahlreich und garstig sein können – sowie die Anschaffung eines angemessenen Stuhles für einen adipösen Patienten, da hatte ich mal vergeblich dafür gestritten – die Leiterin der Gemeinschaftspraxis fand es ok, dass ein Patient halt steht (!) oder einen Küchenhocker nutzt, weil er 120 Kg wiegt und die billigen IKEA Pöngs ein solches Körpergewicht nicht aushalten.

Dort war auch normal, dass die Therapeut*innen ihren Kaffee selbst bezahlen. Wobei ich noch mal dran erinnere – von 80€ pro Stunde, die die Krankenkasse zahlt, gehen 40€ an die Praxis, 8€ an die AVT GmbH, und weitere 12€ für Supervison ab. 20€ kriegt die Therapeutin, davon müssen natürlich noch Seminare bezahlt werden, mit denen wir unsere Wochenenden verbringen, wenn andere sich erholen.

Mich fand die Chefin arrogant und ansprüchig, ein Psychiatrie-Kunstwort übrigens, womit Leute im völlig kranken und korrupten Gesundheitssystem diejenigen Patienten bezeichnen, die immer nur irgendwas wollen und dabei maßlos sind. Junkies zum Beispiel gelten als ansprüchig.

Gesundheitssystem – ein Euphemismus, außerdem Gesundheit und System eigentlich Antonyme. Aber das nur nebenbei.

Ganz toll.

Weiter mit der aktuellen Praxis: Und dann sagt mir der Chef, da gibt es was zu besprechen – und läßt mich ganze 10 Tage mit einem Scheiß-Gefühl in der Luft hängen! Ich prüfe also gewissenhaft meine Arbeit, schaue wo ich Fehler gemacht haben könnte, solche Selbstkritik tut auch weh … und erst dann erfahre ich, es war die Ex am Werk, die möchte, dass ich raus geworfen werde. Mitnichten waren Patient*innen unzufrieden oder haben sich beschwert, auch ist bis dahin nichts Gravierendes gewesen. Völlig umsonst habe ich mich kirre gemacht bzw. machen lassen.

Jedenfalls, zurück zur Stress-Skala: Ich bewege mich seit langem immer wieder über den 300 Punkten Stress, und da werden 80-95% der Menschen psychisch krank. Ich halte tapfer und stählern durch, aber ich werde nicht bezahlt für Freundlichkeit gegenüber Nicht-Patienten. Also habe ich da auch gar keine übrig. Wenn mir einer dumm kommt, kriegt er oder sie das zu spüren, und deutlich und scharf.

Ich hasse es, wenn ich betteln muss.

Beim 6. Mal um Hilfe fragen, da hat die Ausbildungsleitung etwas wirklich Gutes für mich getan – meine abgeleisteten Therapiestunden (420 von 600) gezählt, und mir zum ersten Mal seit langem ein gutes Gefühl vermittelt. Danke dafür!

Für gewöhnlich gibt niemand irgendwie Lob oder Anerkennung oder Support, dafür hatte ich das ausgesprochene Mißvergnügen, von jungen Frauen aus wohlhabenden Elternhäusern, denen die eigene Angststörung als aggressive Projektion durchgeht, energisch runter geputzt und kritisiert zu werden in Seminaren – worüber ich auch kotzen könnte. „Männer“ gibt es praktisch keine in dieser Ausbildung, vielleicht 1:25, und das sind dann eher feminine Gestalten. Jedenfalls, wenn du so wie ich auch noch „uralt“ (47) bist, dann bist du überall sozial außen vor. No fun.

Um das ganz klar zu benennen:

Hilfe,

das ist, was hilft –

und das ist nur durch die oder den,

der bzw. dem geholfen wird,

anhand von spürbarer

Belastungsreduktion

messbar.

Fakt. Jede andere Definition ist ein Schwindel. Ganz besonders trifft das auf Hilfen wie die pharmakologische Psychiatrie zu, da habe ich noch nie zufriedene Kunden gesehen, obwohl ich dort 18 Monate gearbeitet habe.

Wenn ich auf ein Päckchen Scheiße „Hilfe für dich“ drauf schreibe, ändert das den Inhalt nicht. Etwas ist nur so gut, wie seine Wirkung – alles andere ist Lüge und Falschheit, und unakzeptabel. Solche Sachen sollten kompetente Therapeuten aus dem FF kennen und anwenden. Tun sie nicht. Schlussfolgerung: Nachhilfe erforderlich. Und ich bin nachhaltig freundlich.

Kleine Abschweifung: Als ich gegenüber irgendwem über meinen Beruf meinte, ich bin im „Nachhaltig-freundlich-sein-Geschäft“, da guckte der irritiert, dann platzte eine Idee raus: „Schutzgelderpresser?“.

Ich habe herzlich gelacht. Wäre ich Gangster, würde ich nicht mit 2,67€ pro Stunde nach Hause gehen. Diese stolze Summe bekomme ich aktuell real nach Abzug aller Kosten, wobei KVB nur deswegen so günstig, weil ich als armer Mensch und Harz-4-Aufstocker das Monatsticket mit Köln-Pass deutlich günstiger kriege. Ansonsten wäre ich weiter im Unter-Null-Bereich.

Und hätte ich nicht meinen wohlhabenden Eltern höllisch Druck gemacht, doch bitte auch wirklich mich nachhaltig zu unterstützen mit der Ausbildung, und zwar so, dass ich nicht dauernd von einer Finanzkrise und Baustelle sofort in die nächste gerate – wäre ich definitiv und endgültig an den Arsch gegangen. So allerdings geht es denen jetzt auch ziemlich schlecht, und auch das war Gewalt, die ich ungern ausgeübt habe. Bloß, ich hatte keine Wahl. Ich muß das machen, sonst ist für meinen Sohn später keine Kohle da (jetzt kriegt er ein paar lumpige Euros, die der Staat mir vorstreckt und später von mir wieder kassieren wird).

420h Therapie, das sind 25.200€, die dieser Laden von den Krankenkassen-Geldern(!), die für die Verbesserung der Situation der Patienten gedacht sind, allein von mir kassiert hat. Und ich bin nur einer von Hunderten. Eine Senseo-Maschine kostet zwischen 50 und 60 Euro, also habe ich bereits 420(!) solcher Maschinen aus der Ausbeutung meiner Arbeitskraft finanziert. Eine(!) habe ich aus dem Fenster geworfen, big deal 😉 aber Abmahnung kassiert, und Schikanen wie die, ich solle meinen Schlüssel abgeben und in Zukunft klingeln 🙁 und meine Stunden weg verlegen, wo ich allein dort bin (was die Zeit ist, wo ich sinnvoll arbeiten kann, weil da Ruhe ist). Dabei habe ich diese Randstunden notgedrungen genommen, weil sonst nichts frei war.

Und das Beste – sie fragen sich im Ernst, wie kommt das nur, das der Herr Wild so völlig unverständlich manchmal sehr sauer ist?

Empathie, die einen Kopfschuss rechtfertigt. So sehe ich das. Aber ich bin abhängig von denen, also werde ich kämpfen darum, dass ich nicht sozial verschrottet werde.

 

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Ich mach was mit Datenbanken

Ich mach was mit Datenbanken„. Hab ich früher immer gesagt auf Partys, wenn ich keinen Bock hatte auf Zugelabert-werden („du bist doch Psychologe, also ich hätte da mal eine Frage …“). Funktioniert immer, niemand außer Fabian mag sich darüber unterhalten. Und gestimmt hat es auch, im engeren und weiteren Sinne. Meine Nebenfächer waren Medizin und Informatik, mit Computern habe ich sicher mehr aktive Zeit verbracht als mit (offline-)Menschen.
Weil mich Daten ziemlich interessieren, bin ich Naturwissenschaftler geworden, und Statistik ist die einzige Sorte Mathematik, die ich kapiere (leider Mathe wenig mein Ding, schade). Es ist zugleich die Grundlage für Sozialwissenschaft und Politik, und eine Philosophie, die Pro-Faktisch orientiert ist. Ich wollte Professor werden, was für mich faules eigensinniges Luder mit dem Staat und Uni-wie-sie-heute-ist nicht ging. Am Studieren hindert mich das wenig, bloß verdiene ich halt auch kein Geld mit der kristallinen Intelligenz. 
 
Parallelen zwischen menschlicher und maschineller Informationsverarbeitung sind übrigens enorm viele vorhanden, was natürlich auch daran liegt, das der PC das Paradigma für die Hirn-Modellierung ist und wir nur bauen können, was wir verstehen – und nur verstehen, was wir bauen. we are makers.
Achtsamkeit. Bewußt auswählen, den Augenblick intensiv erleben. Das Wesentliche erkennen und bewahren.
Der Screenshot beschreibt ein Problem, was Hersteller von technischen Gedächtnissen – vulgo Speichermedien, Festplatten, Server, Datenbanken – typischerweise haben. Irgendwas passiert oder wird gemacht, dabei auch gelernt (verändert, modifiziert) – und irgendwann später stellst du fest, das ist Mist und schief gelaufen und funktioniert so gar nicht. Beispiel bei Menschen: Wenn etwas getan und erlebt wird, dann wird es live verarbeitet und dann irgendwie gespeichert. Geht dabei was schief, hat mensch später Probleme mit den Daten und dem Weltmodell. PTBS, ADHS, BPD, alle F-Diagnosen aus ICD — immer geht es in der kognitiven Verhaltenstherapie um diesen Prozess, wie aus Erfahrung Welt gebaut wird, um die Veränderung von Annahmen und Gewohnheiten.
Fehlerkorrektur ist bei Menschen eingebaut, was sich in einer enormen Resilienz auf allen Ebenen bemerkbar macht (von den Genen bis zur Plastizität des Gehirns). Grundfunktionen – die Kinder erst mühsam lernen müssen – sind später im Leben auch unter heftigen Belastungen verläßlich verfügbar.
Meine depressiven Patienten erzählen gerne, sie ‚könnten nichts mehr‘. Das ist das Ergebnis einer Datenbank-Abfrage – [finde Erinnerungen, wo ich etwas wichtiges gut mache]. Der Kriteriumswert für ‚wichtig‘ bzw. ‚gut‘ ist bei Depressiven typischerweise falsch und viel zu hoch gesetzt, auf „lebenswichtig“ und „100% perfekt“ beispielsweise. Da kommt dann natürlich kein Ergebnis. Während ich kurz gucke und sage: „Aufgestanden, angezogen, Zähne geputzt, gegessen, hier her gefunden, pünktlich gewesen, bisher weder umgefallen noch eingeschlafen …“ – und dann lachen wir beide. Seit ich in der Tagesklinik mit Gruppen von Depressiven gearbeitet habe, weiß ich Humor zu schätzen. Nichts anderes macht dermaßen viele Räume auf.
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