Sehnsucht nach dem sinnstiftenden Mythos

Menschen können vermutlich nicht anders, als ihrem Bedürfnis nach einem großen sinnstiftenden Rahmen ihrer Existenz irgend eine Form zu geben. Ohne den Glauben an *irgendwas* geht es offenbar nicht. Man nehme folgende Zutaten:

  1. ein epischer Kampf von zwei Seiten, in dem du zur Gruppe der Guten gehörst
  2. eine Handvoll Leute, die das genau so sehen

und fertig ist die Laube.

Eine Form von eingebauter Gruppendynamik organisiert dann den Rest – es gibt eine Hierarchie, und jemanden, der die Inhalte weiter entwickelt, den Kult ausbaut.

Wird eine solche Gruppe größer, sprengt sie sich automatisch selbst in Splittergruppen auf.

Lustigerweise ist diese Geschichte bis heute nicht gelöst – in allen größeren Organisationen gibt es diese ausgeprägte Sinn-Leere, das „Unpersönliche“ – die wird dann wieder aufgefangen durch die Bildung von Kleingruppen mit hoher gefühlter Sinnhaftigkeit, die dann allerdings gegeneinander arbeiten.

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