Deutsche Bank, Trump, Kushner – und Russland

Der Wahlkampf von Deutsche-Bank-Kunde Trump wurde möglicherweise via Russland finanziert. Es wird über die Rolle von Putin spekuliert. Mitten drin Jared Kushner, der sich mit Vertretern einer großen russischen Bank trifft, die eng in den Staatsapparat integriert ist und im Zusammenhang mit geheimdienstlichen Aktivitäten genannt wird. Putin sitzt dort im Aufsichtsrat. Die Bank steht unter US-Sanktionen. Kushner wollte angeblich gerne geheime Kommunikationskanäle mit Russland über die russische Botschaft installieren, um vor Nachforschungen des FBI geschützt zu sein.

Kushner met with the CEO of Russia’s state-owned Vnesheconombank in December 2016. The meeting came on the heels of Kushner’s meeting with Russia’s ambassador to the US, Sergey Kislyak, at Trump Tower, in which he reportedly floated the possibility of setting up a secure line of communication between the Trump transition team and Russia.

Kushner suggested using Russian diplomatic facilities in the US to communicate, which would essentially conceal the Trump team’s interactions with Russian officials from US government scrutiny, The Washington Post reported on Friday.

Kislyak reportedly orchestrated the meeting between Kushner and Vnesheconombank CEO Sergey N. Gorkov, The New York Times reported earlier this year. Gorkov was appointed by Russian President Vladimir Putin in January 2016 as part of a restructuring of the bank’s management team, Bloomberg reported last year.

Between 2012 and 2014, Vnesheconombank was used as cover for Russian spy Evgeny Buryakov as he attempted to recruit New York City residents as intelligence sources for Moscow, according to the Department of Justice. Before that, Buryakov used Vnesheconombank as a cover to spy and recruit assets in South Africa.

Quelle: http://www.businessinsider.de/kushner-meeting-russian-bank-gorkov-vnesheconombank-2017-5?r=US&IR=T

Hier ein Video von CNN zu dieser Geschichte.

Quelle: http://ht3.cdn.turner.com/money/big/news/2017/03/28/kushner-russian-banker-meeting-nyt-rosenberg.cnnmoney_1024x576.mp4

Die Deutsche Bank – wo Trump Kunde ist – mischt auch irgendwie mit. Trump hat um die 300 Millionen US-Dollar Schulden bei der Deutschen Bank. Sie hat gute Kontakte nach Russland, es gibt da diese Geschichte über Geldwäsche für russische Oligarchen mittels des Erwerbs von Immobilien (!) in den USA.

In January 2017, shortly after Trump took office, Deutsche Bank agreed to pay $630 million to settle allegations that its Moscow, New York and London branches helped wealthy Russians in a $10 billion money laundering scheme.

Last month, Democrats asked the bank whether accounts held by Trump and his family had any ties to Russia.

Quelle: http://money.cnn.com/2017/06/09/news/companies/deutsche-bank-trump-democrats/index.html

The lawmakers want the German bank, which has made loans to Trump’s businesses, to release any internal reviews it may have conducted into loans to Trump and his family members and tied to allegations Deutsche helped wealthy Russians launder billions of dollars.

(…) While other financial firms have been reluctant to work with Trump, Deutsche has been a steadfast financial backer of the former real estate mogul’s business interests.

Quelle: http://money.cnn.com/2017/05/24/news/economy/deutsche-trump-russia/index.html?iid=EL

Weltpolitik und Verschwörungsgerede. Mich hat es immer genervt und ich habe das vehement abgelehnt. Und zwar deswegen, weil diese sogenannten Erklärungen meist beliebig zusammen geworfene Fakten irgendwie verwursten und daraus eine Story machen, die dann grob vereinfacht und ein Verstehen eher unmöglich macht, als es zu befördern.

Schwierig, wenn diese Geschichten Gegenstand der Betrachtung sind. Es ist offensichtlich, dass die Trump-Administration ihre Machtposition nutzt für ihre privatwirtschaftlichen Interessen, und es sie offenbar nicht die Bohne interessiert, dass sie sich höchstwahrscheinlich jenseits der Legalität bewegen.

For years, Donald Trump has used a powerful tool when dealing with bankers: his personal guarantee.

Now that guarantee — employed to extract better terms on hundreds of millions of dollars of loans to the Trump Organization — is at the center of a delicate loan-restructuring discussion at Deutsche Bank AG, which is under investigation on several fronts by the U.S. Department of Justice.

The bank is trying to restructure some of Trump’s roughly $300 million debt as part of an attempt to reduce any conflict of interest between the loan and his presidency, according to a person familiar with the matter. Normally, the removal of a personal pledge might lead to more-stringent terms. But there is little normal about this interaction. Trump’s attorney general will inherit an investigation of Deutsche Bank related to stock trades for rich clients in Russia — where Trump says he plans to improve relations — and may have to deal with a possible multibillion-dollar penalty to the bank related to mortgage-bond investigations.

Quelle: https://www.bloomberg.com/news/articles/2016-12-22/deutsche-bank-s-reworking-a-big-trump-loan-as-inauguration-nears

Der Guardian hat einen Artikel dazu, der die Auseinandersetzungen der Deutschen Bank mit Trump beschreibt – und wo klar wird, dass sich der oberste Bully der Welt auch gegenüber seinen Finanziers übelst aufführt.

Quelle: https://www.theguardian.com/business/2017/feb/16/how-donald-trump-became-deutsche-bank-biggest-headache

Nichts davon ist auch nur irgendwie im Rahmen normaler und legaler geschäftlicher Interaktionen – praktisch alles schreit geradezu nach irgend einer Form von Ermittlung und nach einer gerichtlichen Überprüfung.

Die Abgeordneten der Demokraten beschrieben die Beziehungen zwischen Trump und der Deutschen Bank als „unkonventionell“. Sie hoben hervor, dass das Institut eine der wenigen Banken war, die ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Immobilienmogul fortgesetzt hatten, nachdem in den 90er Jahren mehrere seiner Casinos pleite gegangen waren.

Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-1151455.html

Wozu die Stories gut passen, die Trump in Verbindung mit der Mafia bringen (es wird kolportiert, dass dessen Immobilien-Geschäfte nicht zufällig für ihn günstig liefen und er seinen Reichtum möglicherweise äußerst zwielichtigen Verbindungen verdankt). Träfe das zu, wäre Trump schlicht ein Gangster. Vielleicht schlauer, hier einen Konjunktiv zu verwenden, um nicht irgendwann schlimme Anwaltspost zu haben. Nützt natürlich nicht dagegen, Betonfüße verpasst zu bekommen.

Beginning three years earlier, he’d hired mobbed-up firms to erect Trump Tower and his Trump Plaza apartment building in Manhattan, including buying ostensibly overpriced concrete from a company controlled by mafia chieftains Anthony “Fat Tony” Salerno and Paul Castellano. That story eventually came out in a federal investigation, which also concluded that in a construction industry saturated with mob influence, the Trump Plaza apartment building most likely benefited from connections to racketeering.

Quelle: http://www.politico.com/magazine/story/2016/05/donald-trump-2016-mob-organized-crime-213910

Trump glaubt an Loyalität – Gefallen tun und erwidern, und wer das nicht tut, an dem wird er sich rächen. Auch das ist sehr eine Mobster-Einstellung.

Vom Prinzip her denke ich, was 2Pac über die Welt gesagt hat – the world is run by gangs – macht durchaus Sinn. Im Kleinen wie im Großen sind es Banden, die Territorien und Geschäfte kontrollieren. Eine rationale Weltsicht besteht in der Analyse von Systemen und Interaktionen, die aus den Daten eine Theorie gewinnt – im Gegensatz zu einer irrationalen Weltsicht, die ausgehend von einer Ideologie die Fakten passend einbaut und gegenteilige Informationen ausblendet, weil es darin eben nur um ein passendes Bild geht, nicht um eine Annäherung an tatsächliche Vorgänge.

Das Gute an der Ära Trump ist, dass die Art, wie die US-Regierung agiert, so krass und schräg und heftig ist, dass auch die Menschen, die so gerne an einen Rest von Anstand und ein wenigstens grundsätzlich nicht vollkommen verrottetes System würden glauben wollen, dies nun als Illusion erkennen müssen. Wie die USA mit dem Trumpismus klar kommen, wird wesentlich prägen, was von der Idee der repräsentativen Demokratie noch übrig bleibt. Im Trumps Team waren von Anfang an Leute, die das System zerstören wollten – und wie es scheint, haben sie durchaus dazu beigetragen, Politik und die Frage nach der Gestaltung der öffentlichen Ordnung generell wieder spannend und interessant zu machen. Kommt da ein neuer Faschismus, geht diese Geschichte durch, die Trump versucht – oder gibt es tatsächlich funktionierende Checks and Balances?

Der Trumpismus hat aus den USA eine Nation gemacht, die mehr wie Breaking Bad rüber kommt, als das sie irgendwie ein Vorbild für Demokratie in der Welt sein könnte. Entsprechend sank das Vertrauen der deutschen Bevölkerung zu den USA auf einem ähnlich niedrigen Stand wie das Vertrauen in Russland unter Putin. Während gleichzeitig aufgrund des zugegebenermaßen hohen Unterhaltungswertes dieser political crime series auf einmal Weltpolitik wieder spannend geworden ist. Und selbst Wissenschaftler*innen, die im leben nicht gedacht hätten, dass sie sich mal politisch betätigen würden, gehen demonstrieren, weil die postfaktische Weltsicht des Präsidenten ihnen (uns) schlaflose Nächte bereitet.

 

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