Operation Mindfuck

Über Wilson, Leary, Crowley Lilly, Chomsky … da könnte ich viel schreiben, klar. Könnte man machen, aber. Wie stets beim Schreiben: Wozu es nochmal tun, wenn alles bereits dargelegt wurde.

Radikaler agnostischer Konstruktivismus, falls eine Nußschale reicht: Die Welt ist eine Konstruktion, auch die Wertsysteme (Gott) und dergleichen. Wesentliches Werkzeug sind die Begrifflichkeiten (Worte) usw. Und Schopenhauer dazu: Welt als Wille und Vorstellung. Sonderlich viel mehr Philosophie braucht es an sich nicht. Abgesehen von Fragen politischer Organisation (Macht) und Willensbildung etc. – wenn du sowas spannend findest. Und dann natürlich vor allem eines: Praxis. Bei mir war das so, als ich jünger war. Und natürlich ganz wesentlich: Invent your own religion. Natürlich ist mir eine gewisse Nähe zur diskordischen Bewegung keineswegs unangenehm.

Discordianism recognizes chaos, discord, and dissent as valid and desirable qualities, in contrast with most religions, which idealize harmony and order.

Sieht so gar nicht nach ernsthafter philosophischer Literatur aus 😉

Die „Illuminatus!“-Bücher habe ich mit 23 gelesen, natürlich begeistert. Dieses Phänomen der Verschwörungstheoretiker ist heute ja viel diskutiert, und die Idee der Realitätstunnel und Filterblasen etc. Wilson hat darüber sehr gut geschrieben. Fachlich spannend, insbesondere auch „Cosmic Trigger“.

Why ‘Welcome To The Dark Ages’ is the ushering in of the Horkosian era of Discordianism – a talk by Daisy Eris Campbell

Falls du Horkos nicht kennst … das ist eine Gottheit, die böse Leute jagt und zur Strecke bringt, die nämlich etwas geschworen haben – und dann nicht tun.

You should also know that if somebody intends to provoke me, I am accustomed to come back again the very same day“ – Horkus

Hesiod’s Theogony identifies Horkos as the son of Eris („strife“) and brother of various tribulations: Ponos („Hardship“), Lethe („Forgetfulness“), Limos („Starvation“), Algae(„Pains“), Hysminai („Battles“), Makhai („Wars“), Phonoi („Murders“), Androktasiai(Manslaughters“), Neikea („Quarrels“), Pseudea („Lies“), Logoi („Stories“), Amphillogiai(„Disputes“), Dysnomia („Anarchy“), and Ate („Ruin“).[4]

Bin auf Facebook drüber gestolpert, dass es in 2017 ein Festival23 gibt.
Und ein Theaterstück, basierend auf „Cosmic Trigger“.

https://cosmictriggerplay.com/

VICE-Artikel: https://www.vice.com/en_uk/article/qbn483/the-discordian-revival-chaos-festival

Daher ein wenig Werbung für die Discordia. Und Operation Mindfuck.

 

 

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Radio Giessen

Hatte kein geeignetes Logo zur Hand – das muss erst wieder in den Datenhalden gefunden werden.

Ein Projekt, was es schon seit über 10 Jahren gibt. Total unbekannt. Daher mal eine kleine Retrospektive.

x2beetree. Hochgeladen am 20. März 2008

Spuren der ersten Produktionen sind noch im Netz zu finden. Allerdings ist last.fm irgendwie nur noch ein funktionsloses Frontend für Spotify, und dort ist nichts an Daten mehr vorhanden. Google findet auch exakt NICHTS. Von wegen „das Internet vergisst nie“.

Mal die Wayback Machine gefragt … dort gibt es eine gespeicherte Version meiner früheren Websites: www.grassplanet.de und www.usertesting.de

Bisher keinen Erfolg gehabt, irgendwas wieder zu finden. Seit mir mal 2 volle Festplatten abhanden kamen, bin ich sehr am Suchen, was davon ich *vielleicht* noch irgendwo wieder in Backups finde 😉

Die ersten Aufnahmen waren so, dass eine Session stattfand, einfach eine Unterhaltung vor dem PC, mit wechselnd und planlos eingespielter Musik dazu, und wir uns übel zugerichtet haben. Konzeptionell wie „Die Radiotrinkerin“ von Max Goldt.

Dann gab es Zoff, und danach nur Radio Giessen Solo-Produktionen von mir.

Zunächst und zuvorderst den schwarzen Weltraumtrümmer „Black Metal Dog“ — ein sehr intensives Stück, geschrieben als meine Ex unsere 110qm-Wohnung mir zum Bezahlen zurückließ und mit dem 4 Monate alten Sohn ausgezogen ist. Hab das Stück eigentlich immer auch gespielt, wenn ich Metal-Abend gemacht habe. Locker 10 Jahre habe ich ja Extreme Metal (Death, Black, Melodic Death, Gore, Grind, …) aufgelegt, zusammen mit Florian Michnacs, als „Die Jungen aus der Hölle“ in der Kultkneipe Domizil, dem legendären Musikkeller in Gießen (Braugasse 666). Leider vom Ordnungsamt derzeit geschlossen, und das Haus in Besitz der türkischen Hells in Gießen. Tja. Wir wollen die Kneipe wieder, bloß wird es wohl eher eine Shisha-Bar werden.

Zwischendurch eine ganze Menge Zeugs unter dem „Radio Giessen“-Brand und anderen gemacht, was mir gerade kaum richtig einfällt. Immer mal wieder. Poste ich hier, wenn ich was finde davon.

Das letzte Release von Radio Giessen – Lordz of Chaos – ist immerhin noch da. Allerdings ist das sehr hin gehuddelt gewesen, nach langer Pause. Egal.

Auch bekannt als „Die Unvollständige“.

01 – Pianotrack1

02 – Tanzdiktaturiatentum

03 – Drum And Bass

04 – Drum Bass Voice

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Wird wohl eher auf ein Re-Release hinauslaufen bei den meisten Sachen. Finde echt NIX wieder. So ein Shit.

.-.

„Dead Rabbit“ ist wieder im Wesentlichen klassischer Black Metal, gemischt mit meiner Vorstellung von GoreGrind und ein wenig Melodic Death. Und natürlich Hysterie, Pathos, was halt bei mir so am Start ist.

 

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Hippies (und vergleiche das mit dem, was hier für normal gehalten wird)

Wie arm und öde ist doch diese Geldmacher-Welt, wie kalt, langweilig, deprimierend. Kein Herz, keine Seele, traurige Leute und unsinnige Vorschriften, überall.

Man kann über Hippies sagen, was man will – aber nicht, dass es langweilig wäre, oder nichts mit den Leuten macht.

Der Impuls, zu einer Form von Gemeinsamkeit zu finden, Lagerfeuer, Musik, Liebe – das fehlt heute, wo wir nicht sind, also fast überall.

Aber es gibt uns weiter – und wir werden siegen.

Woodstock (geiler als Wacken)

Setzt sich musikalisch und philosophisch natürlich fort, diese Richtung …

Heute – 2017-03-20 ist Frühlings-Equinox. Ein neues Jahr beginnt. Auch wenn wir diese absurde christliche Zeitrechnung um uns herum sehen – alles Gute zum neuen Jahr!

 

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Ich bin erledigt, da komme ich nicht mehr raus (Oder: Wenn Sie dir alles zutrauen)

Wenn sie dir alles zutrauen, hast du verloren. Weiß ich. Bloß, wohin soll ich gehen? Ich wohne halt hier.

Der Reihe nach:

Ich bin durch meine ekelhafte und großmäulige Art in eine schlimme Situation geraten. Wenn ich nicht heute was richtig Sau-Blödes gemacht hätte, wäre es mir nicht einmal erzählt worden.

Also: Der Hof gegenüber, da hänge ich gerne mal ab. Vor dem Fahrradladen trifft man eigentlich immer Leute, und meistens irgendwie nett da, jedenfalls war das mal so, bevor ein Millionär das alles gekauft hatte und es nun durch gentrifiziert. Seitdem verschwinden Bäume, schöne alte Häuser, ruhige Ecken, und überall Lärm und Dreck und Gestank und EU-Ausländer.

In dem Laden habe ich meine Räder reparieren lassen oder selbst repariert, dort habe ich mein Nihola gekauft, und ich bin Kunde, habe dort sicher 3000€ gelassen … und generell ist es ein guter Ort, um schöne Musik zu hören, interessante Dinge zu erfahren etc.

Dort auf dem Hof habe ich den Rasta-Jan kennen gelernt, weil:

Der hat da in der schönen Jahreszeit im VW-Bus gehaust, und anfangs haben wir auch was zusammen gemacht. Er ein Open-Air-Kino, ich halt Feuertonne; war seine Idee, ich habe das geliebt, und dann auch noch gemacht, als er es nicht mehr gut fand, auch mal gegrillt, musiziert zusammen, so Zeug.

Hätte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein können, aber so hat es sich nicht entwickelt, eher im Gegenteil. Aber der Reihe nach …

Schon Jahre ist der Hof für viele ein Ort, wo es noch ein wenig Freiheit gibt. Und Ruhe, auch. Ansonsten braust die Zoo-Brücke, und der nächste irgendwie schöne Ort, also das ist eher weit weg. Köln ist um die Messe herum eher so total eine Beton-Wüste. Und dort, mit Kiosk und meiner Bude in Laufreichweite, der perfekte Platz.

Es war ein richtig schöner Flecken, da wo es zum Gebäude 9 geht. Was von der übrigen Gegend nicht so behauptet werden kann. Als ich zuhause nur noch Stress hatte, bin ich da eine Weile lang so oft gewesen, dass ich praktisch da gewohnt habe.

Spaß mit anderen, umsonst und draußen, Menschen lernen sich kennen, es wird geredet und sich mal tatsächlich ausgetauscht. Eine Weile gab es dort auch eine Feuer-Tonne, das war total cool. Aber es gab auch Leute, die das genervt hat, deswegen ist das nicht mehr. Na ja. Sonst geht sowas nirgends, und einen Kleingarten kriegt man nicht gemietet, am Rhein im Jugendpark geht sowas auch, bloß halt weit und sehr komische Leute nachts, eher gefährlich als angenehm.

Wie dem auch sei, der Jan und ich, wir sind uns immer weniger grün gewesen. Er der Rasta mit Gelegenheitsarbeiten aus Böblingen bei Stuttgart, ich Ex-Killer-Hippie Ex-Langhaar-Metaller-Ex-Punker mit Psycho-Job aus Frankfurt.

Beide stur wie die Hölle, beide innen drin total abgefuckt, und dann auch noch beide auf die gleiche Ecke scharf bzw. die irgendwie für unser Ding brauchend. Also die dumme Situation wie in Highlander – es kann nur einen geben.

Wenn ich da in ein Feuer gucken mag, um meine Seele zu beruhigen, dann stört den das. Wenn er einen Film dort zeigt oder total laut seine Reggae-Mucke aufdreht, stört es mich.

Quasi Spießer in der Kleingartenkolonie, und Problem: Nerviger Nachbar. Lösung natürlich: Kleinkrieg.

Nun sind unsere Karten sehr unterschiedlich gemischt, und ich habe definitiv im Wesentlichen die Arschkarte: Aufgrund meiner gestörten Persönlichkeit bin ich schnell überall unbeliebt, während seine gestörte Persönlichkeit zu allgemeiner Beliebtheit führt.

Ganz eine lustige Situation also. Er immer so grinsend und nett und nützlich für jedermann und nie an irgendwas interessiert außer dem Profit oder Mädchen, die gerne mal einen Hippie-VW-Bus von innen sehen wollen. Also sozial gut passend. Ich dagegen immer mies drauf, unfreundlich bis feindselig, nie und niemandem nützlich und stets politisch gegen den Strich löckend. Ich rede mit jeder und jedem, über alles, ohne Rücksicht auf Verluste. Er redet jedem nach dem Munde, wenn es Korrekturen gab, dann eher und zunehmend an meiner Erhabenen Person. Als er mich dann irgendwann so angegangen ist, wie das sein Alki-Vater mit ihm wohl gemacht hat, war es aus zwischen uns, jedenfalls auf einer privaten Ebene.

Die Psycho-Schiene: Beide haben eine Depression dahinter bzw. darunter, beide sozial im Überlebenskampf (wobei meiner materiell an sich Fake ist, weil unnötig bei meiner Herkunftsfamilie und meiner Ausbildung), beide jedenfalls Freaks.

Rund herum um dieses Psycho-Drama sind eine Menge Leute, die alle abgestresst sind vom Alltag, und irgendwie ihr Ding machen wollen. Künstler*innen, Musikveranstalter, polnische Baurabeiter, türkische Kiffer (die aus Angst vor der familiären Ächtung eine Rückzugsecke brauchen), einige völlig Verrückte, Obdachlose, also: Was sich so bewegt auf der Straße und abseits der teuren Schopping- und Vergnügungsmeile, die Köln letztlich nur noch ist.

Mehr und mehr haben sie mich ausgegrenzt, mehr und mehr habe ich dagegen gehalten, nun ist es eskaliert. Weil ich da keine Freunde habe, hat mir auch niemand erzählt, dass es zunehmend Vandalismus gibt. Und weil ich halt nachts nicht mehr dort bin, habe ich das auch nicht unterbunden, so wie früher, wo ich die Security nebenbei erledigt habe. Was ich nämlich gemacht habe: Ich gehe sofort dazwischen, wenn jemand Scheisse baut, Autos aufbrechen oder Einbruch oder Körperverletzung, solche Straftaten habe ich bereits im Ansatz und mehr als einmal erfolgreich unterbunden. Was ich nicht unterbinde: Graffitti an den Häusern, Aufkleber kleben, wenn Leute kiffen oder in die leeren Häuser rein gehen, wenn Pärchen in der Ecke ficken. Sowas finde ich gut. Und es ist vor allem für keinen wirklich schlimm, nicht mal für den Investor.

Jedenfalls, ich hänge anderswo ab, kriege nichts mehr mit, bloß dass es immer mehr Leute mit mir nicht mehr mögen, mich sehr böse ansehen, zunehmend. Während ich immer weniger dort mache, also sollte eigentlich mein schlechter Ruf kleiner werden – aber er wächst, und wieso, keine Ahnung gehabt. Bis heute.

Seit einigen Wochen bin ich genervt, weil Jan mit unterstellt, seine Autos beschädigt zu haben – was ich definitiv nicht war. Sachbeschädigung an Privateigentum kleiner Leute, da zeigt mein Kerbholz genau NULL Einträge. Und ich bin direkter – wer mit mir Stress hat, kriegt das sehr genau mit, weil ich offensiv handele – ich kome auf die Leute zu mit meiner Kritik. Hintenrum, nö, nicht mein Ding. Sondern seins, leider. Er also überall verbreitet, alles und jedes wäre ich gewesen. Bestreitet er natürlich – alle wären der Ansicht, das könne nur der Irre mit dem schwarzen Hut gewesen sein.

Heute hatte ich die Schnautze voll, diese ganzen fiesen sozialen Mikro-Aggressionen, das hatte sich angesammelt. Habe ich also völlig unnötig die Polizei geholt, als der Rasta mal wieder Benzin auf den Hof gekippt hatte, dabei war es ausnahmsweise mal gar nicht anders möglich, weil sein Bus einen kaputten Benzinzulauf hatte. Also FIES von mir. Und meine Reaktion auf die heimlich installierte Video-Überwachung, von der alle wußten bis auf mich, und die ich also als konkret und nur gegen mich gerichtet wahrnehme. Die übrigens illegal alle filmt, die in Gebäude 9 gehen, nur so nebenbei. Dass mich das stört und das ich eine Anzeige dagegen stellen werde, wenn das Ding da weiter ist, hatte ich mehrfach angekündigt. Der Rasta redet nicht mehr mit mir, weiß aber, dass ich diese Aktion scharf mißbillige.

Mächtiges Bild, passt irgendwie gut: Wenn die Scheiße in den Ventilator fliegt, dann bleibt niemand sauber.

Heute also kam erst die Polizei – auf einem 300PS-Motorrad, Donnerwetter! – und dann das Ordnungsamt. Und ich war da, um klar zu sagen, ja, ich war das. Ich habe die angerufen, und ich werde es wieder tun, bis mein Punkt wenigstens gehört worden ist. Ich lasse mich nicht tot schweigen. Die Aktion war natürlich ganz bewußt gewählt und gegen alle Spielregeln des gemeinschaftlichen Zusammenlebens, wo man sowas nicht macht.

Nur, ich scheiße auf Gemeinschaft, wenn sie vor allem eines gemeinsam haben: Dass ich nicht da sein soll. Ich habe immer noch Rechte, auch.

Also alle hassen mich nun offen, und auf einmal geht Reden doch wieder, und es gab fleißig Diskussionen über alles, was sonst hinter meinem Rücken diskutiert wird.

So erfuhr auch ich jetzt mal, dass jemand die Internet-Kabel durchgezwickt hat, dass es mehrere Einbrüche und Auto-Aufbrüche gegeben hat, dass Dinge geklaut wurden. Womit das Bedürfnis, Sicherheit irgendwie zu schaffen, mir sehr viel mehr erklärlich wurde. Und natürlich ganz wesentlich, ich habe erfahren, dass all das mir als Verdienst angerechnet wird – während ich tatsächlich nix damit zu tun habe.

Dumm für mich – ich wurde mal mit einem offensichtlich von mir stammenden Grafitti zur Rede gestellt, und weil ich wie jeder gute Jesuit eine Notlüge für legitim halte, habe ich angesichts der Inquisiton sofort vehement bestritten. Selbst belasten muß sich niemand, auch ich nicht. Nur: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er sonst die Wahrheit spricht.

Also ich allein dran Schuld an meinem bitterbös schlechten Ruf, den ich mir durch Abwesenheit plus seltsame Vorkommnisse zugezogen habe. Na toll. Nun ist es also eskaliert, und ich kriege wohl als nächstes schlimm Scherereien.

So, wie der Rasta quasi triumphierend abgezogen ist, hat er den Sieg über mich wohl in der Tasche. Hab den selten so glücklich gesehen. Ich Dummbatz habe mich vollkommen disqualifiziert. Wie un-genial. Allerdings: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich‘s gänzlich ungeniert. Und wie dem auch sei, ich weiche nie zurück vor Konflikten, sondern immer schön mit dem Kopf durch die Wand. Recht mitten durch, der Parzivâl, ein roter Ritter vom Feinsten.

Ist eine Art Reflex geworden über die Jahre. Mein Schädel ist sehr hart, da muss eine Wand schon aufpassen, dass sie mir nicht im Wege ist. Und dieser Aspekt meiner Inkarnation ist mir bereits geläufig. Polizist*innen der Gegend kennen und meiden mich, wenn sie einmal mir einen strafenden Zettel ausgefüllt haben, machen sie es ungerne wieder, weil ich halt dann eine extra-Stunde mit ihnen kostenlos mache. Und es gibt schon noch Meinungsfreiheitsreste in diesem Land, die ich nutze. Das ist psychisch anstrengend für Menschen, dem ausgesetzt zu sein. Früher und heute bin ich gegen Gewalt. Aber für verbale Gegengewalt sofort zu haben.

Ob Gewalt legal oder illegal oder dazwischen ist, zählt für mich nicht, auch strukturell oder sonstwie, das ist mir Schnuppe. Gewalt, das ist Zwang und Schädigung von Menschen, und es ist falsch. Als Therapeut arbeite ich mit dem, was Gewalt angerichtet hat, nämlich kaputten und leidenden Menschen. Privat habe ich eine klare Kante gegen sowas.

Wie gesagt, „Legal-Illegal“, mir egal. Gaskammer war legal, Vernichtungskrieg war legal. Eigentlich nicht, aber während es lief, von legal nicht zu unterscheiden, danach halt Organisierte kriminelle Verbrechen gegen die Menschlichkeit, was meine Definition von „Staat“ ist. Sondern: Wer schädigt wen? Ist das von Oben nach Unten oder ist es von Unten gegen Oben? Wenn Schwache gegen Starke angehen, dann ist es Notwehr, anders herum ist es Unterdrückung. Und wenn wer nicht mitmachen darf, sowas reizt mich sehr, weil es mir immer passiert ist, überall.

Ich also provoziert, und auf einmal brechen alle Dämme, und ENDLICH bin ich wenigstens als der Störenfried eine Person, mit der geredet wird. Schräg, das ich mich darüber freue, bloß vorher hatte ich das Gefühl, es ist was passiert, unklar was, und ich scheine tot zu sein, und durchsichtig, jedenfalls schaut mich niemand mehr an, und keiner hört zu, und wenn doch, dann nur, um mich sofort zu unterbrechen und zurecht zu weisen wie ein kleines dummes ungezogenes Kind.

Mit dem Hass und der offenen Ablehnung bin ich immerhin als Person wieder da, auch wenn es bedeutet, dass der Kalte Krieg nun heiß wird und vermutlich als nächstes die Polizei meine Messie-Bude durchstöbert. Was vermutlich zu Sachschäden führt. Ich würde es nicht tun wollen, reicht mir, wenn ich dauernd Kram nicht wieder finde.

Und auch das klar gesagt – ich wahre Grenzen, selbst wenn andere sie verletzen. Im Rahmen meiner begrenzten Geduld. Sprich: Rasta-Mann kriegt ab sofort IMMER Ärger, wenn er den Hof als Werkstatt nutzt, solange kein Frieden mit mir ist. Aber eben keine Anzeige wegen sonst etwas. Sollte allerdings eine Belästigung meiner Bude passieren, wird auch diese Freundlichkeit erwidert. Keine Drohung, weil: Wer droht, macht es nicht.

Ich aber mache, was ich sage.

Na ja, nee, ich mache NIE, was ich sage. Sondern, wenn etwas gedroht hat, muss etwas ganz anderes kommen, sonst ist es ja keine Überraschung mehr. Strategisch ist die Drohung immer eine Finte. Oder das Werk eines Idioten. Wobei ich ja mittlerweile sowohl als BÖSE als auch als KLUG als auch als VOLLIDIOT geoutet bin, neben anderen Dingen. So dass ich mich mit nix mehr raus ziehen kann. Mist, verdammter!

Ein kluger Mensch würde nun fliehen, weil das Ende naht. Verzweifelte Menchen allerdings sehen darin eine Art von Spaß. Und seit alles kaputt ist, was ich liebe, und ich allein dran schuld bin, ist es wenig wahrscheinlich, dass ich Lust habe, es anderswo wieder neu aufzubauen. Sondern eben: Bis zum bitteren Ende. Ut habeat finem. Bis sich entweder alles in Wohlgefallen auflöst, oder sie mich tot schlagen. Weil ich an Reinkarnation glaube, die sich ewig wiederholt, braucht mich mein Tod und dergleichen nicht zu schrecken, und alles unterhalb dieser Schwelle erst recht nicht.

Und, es ist interessanterweise überall so, wo ich nicht bin, ist der Teufel los. Was nur sehr überspannte Leute ganz allein mir anlasten können. Gott sei Dank bin ich in der Regel gut mit Alibi versorgt, und rein physikalisch kann ich nicht immer alles gewesen sein. Jetzt zum Beispiel ist es 20 Minuten vor 23 Uhr, und wenn gerade was ist, ich tippe am Computer. Zu Protokoll gegeben. Mein Facebook weiß auch, wann ich was gepostet habe. Also, wer mir was in die Schuhe schieben mag, sollte eine Pause im Stream dafür nutzen, nur so als Tipp. Wobei, ich habe auch Kassenzettel und so Zeugs, eben weil ich solche Framing-Geschichten kenne, wo Menschen mit fingierten Beweisen eingebuchtet wurden.

Was ich mich frage, und wo ich wirklich aufgeschmissen bin damit – ohne Freunde und Freundin und sozialen Support ist es schwer, im Leben gut zu laufen, und man ist hilflos gegen die Masse.

Offenbar habe ich das Fadenkreuz bereits auf den Rücken gemalt bekommen — und fällt ein Schuss, dann sagt niemand was, weil: Wird schon richtig sein.

Daher:

Ich BITTE um 1) Hilfe sowie 2) um Gnade und 3) Rat sowie 4) Asyl in einem sicheren Land.

Ich mag nicht kaputter werden, als ich bereits bin. Es reicht mir vollkommen aus, was bisher geschah, und was – beim besten bösen Willen dazu – nicht alles auf meinem Mist gewachsen ist.

Mir wäre recht, wenn die Dinge beredet und aus der Welt geschafft werden könnten, statt mich tot zu machen. Ich bin nämlich kein Nubbel. Sondern ein netter Mensch – nur komme ich oft nicht dazu, meine liebenswürdigen Seiten zu zeigen.

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Martinismus – ein Fragment

Eine Religion für mich, die habe ich begründet seinerzeit in der Falkstraße. War ein besetztes Haus in Frankfurt, Bockenheim. Besetzt, na ja. Wir hatten einen Park besetzt, waren von den Grünen (Tom Königs) geräumt worden, hatten dann ein Grünen-Büro im Nordend besetzt, und nach Verhandlungen und anderen Versuchen („im Uhrig“, beispielsweise) eine Zwischennutzung für 1,5 Jahre erreicht.

Wir nannten uns „Initiative für gemeinsames Leben“ (IGEL), haben irgendwann auch einen Verein gegründet … weil es Schwierigkeiten gab bei der Positionierung – eher seriös oder eher autonom – heißen wir schließlich „SERIONOM e.V.“. Herrlich, im Rückblick sehr genial.

Ich habe dann dort das Café betrieben, was dreist und gut und ein toller Ort war. Jeden Tag von 14 bis 05 Uhr.

An sich war es aber alles kollektiv, damit hatte ich so meine Probleme. ‚Nie, nie – nie wieder Plenum!‘. So richtig der Demokrat war ich nie, eher so diktatorischer Alleinherrscher.

Es gab auch sehr heftige Spannungen zwischen der No-Fun-Fraktion (Anti-Liga, Motto „Politik ist kein Spaß“) und der Liga („Lässige Initiative für gemeinsames Abhängen“, die eher wie Emma Goldmann das Tanzen als Wesentlich für die Revolution betrachtete.  Wurde dort — nach erfolgreicher Spaltung der Gruppe in Bedürftige und Feier-Leute durch die Stadtpolitik und den kriminellen evangelischen Wohnraum“Hilfe“-Verein — vertrieben, wegen Selbstherrlichkeit und Anmaßung, und konsequentem Verstoß gegen die Gruppenregeln.

„Schluß mit Lustig!“, das war das Motto der letzten Party im Café, seinerzeit. Und irgendwie war ich dieser Herr Lustig. Trug dazu passend eine Baskenmützen-Variation mit Riesenschwengel oben drauf. Wenn schon, denn schon. Keine halben Sachen.

Danach bin ich nach Wüstems gezogen, in den Wald, ins Wochenendhaus-Exil. Vertreibung, jeder Prophet hat sowas zu erdulden. Irgendwo musste mein damals schon sehr umfangreicher Krempel ja auch hin. Dann, im Wald herum laufen, alleine sein, tief traurig über das Scheitern. Inklusive der totalen Schwarzwerdung, vulgo Depression, der Wanderung durch die innere Finsternis, ganz allein.

So gehört das ja schließlich auch.

Natürlich heißt die Religion nach ihrem Stifter, also Martinismus. Zentral ist stets der Imperativ: Genieße es.

Egal was, immer diese Haltung – ziehe daraus das maximale an persönlichem Erkenntnisgewinn und Lustgewinn, genieße es, mach etwas damit, dass es toll für dich ist. Auch und gerade die harten Sachen, die schweren Angelegenheiten, das Schreckliche. Da ist immer ein Stück Himmel im Katastrophengebiet. Was über Woodstock gesagt wurde, trifft auch auf alle anderen Orte und Räume zu.

Der Martinismus hatte einen zweiten Begründer, den hoch erwürdigen Martin Claudius Maischein, der heute in Berlin lebt, immer weiter geile Musik macht und damals als „der kleine Martin“ firmierte, weil ich halt älter und größer (im Sinne von Körperlänge) war, und vor allem es eine praktische Notwenigkeit gab, zu bezeichnen, welchen Martin man gerade gesucht hat in einem Haus mit 30+ Leuten … und wir waren mal wie Arsch auf Eimer, ein Team. Lange her. Ich erinnere mich, wie man ihn erst hörte und danach erst sah, weil er immer so stampfende Techno-Sounds von sich gab, während er rumlief – so eine Art Beat-Boxing. Das mache ich heute auch gerne, wenn ich eilig rum laufe – mir selbst dazu einen flotten Beat aufs Hirn geben, der in mir vibriert … viel besser als Kopfhörer sind selbstgenerierte Körpersonds, geht ja viel tiefer.

Natürlich gibt es den Martinismus historisch bereits, auch das gehört so, und der frühere Martinismus war eine radikale Sekte in Südfrankreich, mit Leuten, die christlich und kommunistisch waren, arm und entschlossen, die die Reichen töten wollten, um das Himmelreich wieder auf Erden zu etablieren 😉 nichts Neues unter der Sonne, sagte der Prediger Salomon.

Solche Anwandlungen wie den extremen Pauverismus habe ich nicht wirklich verfolgt — nur falls das ein potentieller Strafverfolger liest, das ist nicht unser Programm.

Häuserkampf, früher wie heute ist es wichtig und gut, Häuser zu besetzen. Die Häuser denen, die drin wohnen. Wem gehört die Welt, diese Frage muss immer wieder und mit einer gewissen nachhaltigen Ferundlichkeit öffentlich angegangen werden.

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x2b3.de schöner und übersichtlicher lesen – auf Google Plus

Ein Blog ist nett, um zu schrieben. Zum Nachlesen sehr unübersichtlich. Findet man ja nix, was man nicht explizit sucht. Wer das gerne zugänglicher hätte:

https://plus.google.com/114244081853933291956

 

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One

Wir sind Eins, aber wir sind nicht gleich.

Wird es denn besser? Oder fühlst du dich wie vorher? Wird es leichter? Hast du jemandem, dem du die Schuld (weiter-)geben kannst?

Bist du hier her gekommen, um Vergebung zu suchen?

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