Blanke Gier (frisst unsere Lebensgrundlage)

Ich bin nicht seiner Ansicht. Er irrt mit der Analyse. Das Einpreisen von politisch-sozialen Werten in das System ist eine ungelöste Aufgabe, ok. Den Gier-Mechanismus angreifen, totaler Quatsch. Das Ding, da steht drauf: ANTRIEB. Bau es aus, und nix geht mehr. Meine Meinung. Daher #truth

Anmerkung des Editors: Eine typische narzistische Strategie der Selbstaufwertung besteht darin, jemand berühmtes und geachtetes beiläufig zu nennen und sich dann völlig ungeniert über den zu stellen, weil man selbst die Scheißwahrheitsquelle Selbst ist. Wer mal Freunde auf Kokain hat abschmieren sehen, der weiß, wie das nach einer Weile ein wenig dazu tendiert, Leute zu entnerven. Wer macht sowas noch? Trump, Nietzsche, Jesus, generell Propheten und Religionsstifter, so mit dem „ich aber sage euch“-Gestus verbunden. Als Menschen-Kategorie: Die Klugscheisser. Auf dem Affenfelsen recht weit oben, bewerfen sie zur Markierung der Dominanz die Unteren mit Kot. In der Form von gebildeten Fremdworten. Finden die, die dann nichts verstehen, meistens beschissen und beschämend. Kommt auch als bissiger proletarisierter prekärer Akademiker vor. Dann besonders gefährlich. Diese Sorte – Sokrates, Diogenes, generell die Kyniker (Hundemenschen), von denen wir das Wort Zynismus haben – die schmeissen alles immer in ein Säurebad, was jemand sagt, und sind dermaßen zersetzend und kognitiv zerfetzend, da kommt dann schon mal ein Schierlingsbecher in Frage. Ächtz. Die CSU fordert die Wiederbestrafung der Gotteslästerung. Ich würde ja gerne Galgen und Kreuzigungen auch recht medieval finden. Lustig lustig, ihr lieben Brüder!

Lachen, was ist das? Eine heftige Entladung psychischer Spannung in einer sozial geteilten Perspektive, der ganze Körper ist beteiligt, danach gelockert, es ist etwas abgeschüttelt, was nicht tragbar ist, ein Kreuz.

Die Tradition grimmiger Theologen

In der Frühzeit des Christentums wurde vielfach die Auffassung vertreten, der Christ dürfe in diesem Leben nicht lachen, vielleicht weil er, so könnte man spöttisch hinzufügen, in der strengen kirchlichen Hierarchie ohnehin nichts zu lachen hatte. Denn nicht von ungefähr spricht man heute noch vom „Heidenspaß“, während es schwerfällt, das Christentum mit Humor, mit Lachen und Scherzen in Verbindung zu bringen, zumindest in der evangelischen Kirche. Die katholische hat immerhin den Karneval in das Kirchenjahr fest integriert.

Der große Lehrer der Ostkirche aus dem vierten Jahrhundert Johannes, der den Beinamen Chrysostomos, zu deutsch Goldmund, trug, weil er herzergreifend zu predigen verstand, wies einmal in einer Predigt eindringlich darauf hin, dass der Christ, der doch mit seinem Herrn gekreuzigt sei, niemals lachen dürfe, sondern ständig weinen müsse, worauf, so berichtet Eike Christian Hirsch, einige Zuhörer lachten und ihm zuriefen:“Wir wollen Tränen sehen!“ Doch damit soll es selbst bei Johannes Goldmund nicht immer geklappt haben. Aber die Frage, ob Christen lachen dürfen, ist wiederholt diskutiert worden.

Womöglich war das Lachen im Mittelalter auch deshalb verpönt, weil es die Erlösung vorwegzunehmen schien. „Selig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen“, so heißt es in der Bibel. Vor allem fromme Eiferer, die wie alle Fanatiker und Besserwisser kaum Sinn für Humor haben, weil sie sich selbst zu ernst nehmen, waren fest davon überzeugt, dass die christliche Religion um so wahrer sei, je radikaler und unfroher sie von ihren Anhängern verkündet und vertreten werde.

Es gibt eine lange Traditionsreihe grimmiger Theologen, die das Lachen kritisiert und in ihm Weltlichkeit, sündhafte Dreistigkeit und mangelnden Glauben gesehen haben. Christliche Heilige lachen selten. Man hat zumindest nichts davon gehört, dass sie gelacht hätten, und wer die Bibel, das Alte und das Neue Testament, sowie die Geschichte der christlichen Theologie auf der Suche nach dem Komischen durchstreift, wird, jedenfalls nicht auf den ersten Blick, selten fündig. Offensichtlich fehlt in den heiligen Schriften und in der Theologie des Christentums ganz einfach der Humor. Selbst der fröhliche tierliebende Franz von Assisi soll an die überkommende kritische Beurteilung des Lachen angeknüpft und geglaubt haben, dass sich im Gelächter bloß eitles Geschwätz und albernes Gescherze spiegelt. Wie verbreitet die Meinung ist, dass Lachen im Christentum verpönt sei, zeigt eine kleine Geschichte von Karl Barth, in der er davon erzählt, dass er im November 1916 einen „aufrichtigen frommen Mann“ getroffen habe, der der Meinung gewesen sei, ein Christ dürfe nie scherzen.

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