Wohlstand, Arbeit, Kapital und Produktivität

Statistiken sind so eine Art von ‚Gedanken-Plastik‘. Wie eine Statue. Stellt etwas dar, und die Art, wie sie es tut, ist für den Zweck wesentlich.

Zum Beispiel dies hier. Ist das gut oder schlecht, wenn immer mehr Menschen in niedriger Entlohnung sind? Ohne Kontext eine sinnlose Sache. Was ist ‚low income‘ und wo wird produziert?

Produktion nach Einkommensregionen. Daten: Weltbank.

HIGH-INCOME ECONOMIES ($12,476 OR MORE): Grün, 79 Länder – das sind wir, der Westen – USA, Israel, EU – und die Öl-Scheichs. UPPER-MIDDLE-INCOME ECONOMIES ($4,036 TO $12,475): Gelb, 56 Länder, das sind u.a. die Chinesen, die Russen, Mexiko, Türkei. LOWER-MIDDLE-INCOME ECONOMIES ($1,026 TO $4,035): Orange, 52 Länder, das sind Indien und Kambodia, Nordafrika, arme Länder. LOW-INCOME ECONOMIES ($1,025 OR LESS): Blau, 31 Länder. Afghanistan, Subsahara-Afrika.

Die Weltkarte mit den Weltbank-Einkommenskriterien.

Damit sich das Gehirn nicht anstrengen braucht, die Kreisdiagramm-Grafik passend eingefärbt:

Das GDP nach Einkommensregionen – zweite Version mit zur Weltkarte korrespondierenden Farben.

Bedeutet: 600 Millionen Menschen leben mittlerweile in super-armen Ländern, wo praktisch nichts produziert wird.

Wie viele leben wo?

Bevölkerung

Zahlenmäßig die großen 10 Länder:

Die 10 einwohnerstärksten Länder und ihre Zuordnung zum Income entsprechen der World-Bank-Kriterien.

Datenquellen: https://datahelpdesk.worldbank.org/knowledgebase/articles/906519-world-bank-country-and-lending-groups

Grafik 1 – http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.TOTL?end=2015&locations=XM&start=1960&view=chart

Sehr schön auch diese Grafik – wie viel Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung des Planeten sind eigentlich arm?

Wer es genauer wissen will: http://data.worldbank.org/products/tools

Selbstreferentielle Zeitgeschichte. In ein paar Jahren wird die Erinnerung an Facebook ähnlich verschwommen sein wie die an das ehemals einzigartige Yahoo (alle haben das benutzt, lange her).
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Weltkarte mit korrekten Proportionen

Das Bild von der Welt, was wir im Kopf haben, insbesondere wie groß welche Landmassen sind, ist extrem verzerrt. Hintergrund ist die uralte Projektionsmethode von Gerhard Krämer (besser bekannt als ‚Mercator‘) von 1569, um etwas Sphärisches auf eine 2D-Fläche zu bringen. So kommt es, dass Afrika sehr viel kleiner gezeichnet wurde, während Antarktis und Grönland völlig überzogen riesig erscheinen.

Es gab diverse Versuche, das anders und vielleicht in mancher Hinsicht besser zu machen, wobei immer irgendwas geopfert werden muss. 1943 hat sich Richard Buckminster Fuller dran versucht. 

Seit 1999 gibt es von Hajime Narukawa eine neue Projektion (AuthaGraph genannt) und entsprechend eine neue Karte. Die sieht sehr anders aus, als was wir kennen. Und ist natürlich auch nicht ‚korrekt‘ oder perfekt. Anscheinend existiert keine public domain – Version. Also hier (im Sinne von fair use) ein kleiner, unscharfer Screenshot:

autagraph-world-map

Wie groß Afrika tatsächlich ist, hat Kai Krause (der Photoshop-Guru) vor Jahren gezeigt. Einfach, indem er die anderen Landmassen drüber gelegt hat. USA, China, Indien etc. — paßt alles in den Mutter-Kontinent.

 

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