Etwas, was Größer ist als ich selbst (und nicht bloß stärker)

Über Menschen kann gesagt werden: Cogitant, ergo laborant. Sie denken, also leiden und arbeiten sie.

Lustig übrigens, das es das gleiche Wort ist, auf Latein. Arbeit == Leid. 

Wenn ich darüber nachspüre, wieso ich Zeit meines Lebens immer nach etwas gesucht habe, was größer ist als ich, komme ich auf den Punkt, das mein Ego eine Nichtigkeit ist – eine Sache, die zwar mir unendlich wichtig sein kann, aber letztlich ohne Bedeutung ist.

Ego will dies und das, und nie gibt es Ruhe. Was damit erreichbar ist – sich durch setzen, etwas kriegen. Habe ich gemacht. Bleibt unbefriedigend.

Zumal, oft ist es gerade diese Bewegung, die von allen anderen abschneidet, den Einzelnen völlig isoliert. Ein Mensch, der nur an sich selbst denkt, wird nicht geliebt.

Und dieses Bedürfnis nach Bindung und Liebe, das liegt außerhalb des Ego, in einer Sphäre, die meist als Selbst bezeichnet wird, was eine umfassendere Angelegenheit ist – weil Ego stark mit Ratio gekoppelt ist, mit dem bewußten Wollen, während Selbst alle Teile der Verhaltenssteuerung – Gedanken, Gefühle, Erinnerung, Bedürfnisse, Leiblichkeit – umfaßt.

Es kann das Ego nur verlieren, wenn es gegen das Selbst sich durch setzt – in der egomanischen Bewegung wird etwas eine überwertige Idee – eine Sache oder Angelegenheit wird so wichtig, dass ihr alles andere untergeordnet wird. Dann leidet der Körper – wird ausgezehrt, vernachlässigt, gering geschätzt.

Und ebenfalls leiden die sozialen Beziehungen – sie werden nach Funktionalität bewertet, aus der Sicht der Ratio zählen sie nur da, wo sie instrumentell sind, also dem Ziel dienen, und Menschen werden Objekte und Werkzeug für den Plan.

Ob nun ein Mensch ein Manager ist, und nur die Rendite im Kopf und Auge hat, oder ob einer ein religiöser Eiferer ist, und nur sein Modell von Gott im Kopf hat, ob es um eine fixe Idee oder einen Wahn geht, bleibt sich dabei gleich. Kein Unterschied zu einem Heroin-Junkie.

Ein unausgewogener Mensch, das ist die Definition von abweichend, verrückt, irre, wahnsinnig, psychisch krank ja letztlich:

Ungesunde Unausgewogenheit, die zu Leid bei sich und anderen führt – macht von etwas zu viel, und von etwas oder auch von allem anderen zu wenig. 

Für die ICD-Definitionen psychischer Krankheiten im Kapitel F werde ich das mal durch gehen. Weil, mir ist aufgefallen, ich leide und bin krank. Und wenn ich mit Patienten arbeite, merke ich – ich bin wie die auch.

Wieso? Weil jeder Mensch das hat, weil krank sein normal ist. Weil es uns ausmacht, dass wir empfinden und leiden und uns dagegen zu behaupten versuchen.

Jedes menschliche Wesen hat diesen Krieg in sich, und das kommt daher, dass wir über Bewußtsein verfügen und abgetrennt sind vom Naturzustand, in dem einfach eines sich aus dem anderen ergibt.

F1x – Gekauftes Glück == Sucht. Dem psychischen System wird Glück als Stoff von Außen zugesetzt, und das ist dann, wenn es entgleist und ganz einseitig wird, eine Sucht, eine Monomanie – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

Aktuelle Zahlen für die Bundesrepublik Deutschland. Koffein nutzen praktisch alle, den Einfach-Zucker auch, daher habe ich da nicht noch 56 Mio (Menschen über 18 und unter 65) hin geschrieben. Ethanol, das ist das Lösungsmittel, was trinkbar ist, also ‚Alkohol‘ (nur ist es eben bloß ein Stoff in der großen Gruppe der Alkohole, daher hier genau bezeichnet). Wer meint, das Alkohol nicht löst, ist dumm. Nikotin ist Botenstoff im zentralen Nervensystem, macht wach und konzentriert – ein Super-Zeugs. THC, Tetra-Hydro-Cabinol, das ist der Hauptwirkstoff von Gras. Hanf ist Gottes Geschenk an die Menschheit, wächst überall und ist damit eigentlich kostenlos allen zugänglich. Benzodiazepin ist ein Medikament, was Schmerzen löst und Schlaf anstößt (und extrem abhängig macht). Die Beschleuniger – Kokain, Amphetamin und Methamphetamin – habe ich zusammen gefaßt, weil der Unterschied bloß im Preis liegt.

Die Zahl der Nutzer spricht eine klare Sprache: Mangel an Serotonin, Dopamin, Adrenalin/Noradrenalin, Oxytocin – also die biochemische Grundlage von Mangelgefühlen – wird kompensiert mit Medikation, die nicht vom Arzt verschrieben wurde. Praktisch jeder Mensch macht das.

Ohne Serotonin und Dopamin geht nix. Kein Glück, kein Antrieb, keine Aktion.

Um ein wenig Bildung in die Massen zu tragen, hier Strukturformeln und begleitende Erklärungen.

Alle Stoffe sind auf Wikipedia gelinkt, zur Vertiefung bei Interesse.  Allerdings in englischer Sprache, weil: Bessere Artikel, da mehr englischsprachige Leute sich die Ehre geben, die Wikipedia weiter zu entwickeln.

 

Dopamin. Ganz zentraler Botenstoff im zentralen Nervensystem. Fehlt das, geht wenig bis nix mehr.
Serotonin. Ebenfalls ganz zentral, auch hier: Fehlt das, ist es sehr schlecht.

 

Ethanol. Lösungsmittel. Zum Putzen, desinfizieren, innerlich angewendet zur Lösung von muskulärer, sozialer und psychischer Anspannung. Reduziert die Hyper-Frontalität (zu viel bewußt-rationale Kontrolle). Macht glücklich, weil Dopamin ausgeschüttet wird. Ohne Alk, da wäre der Alltag zu grau. Neuro-Toxizität ist umstritten (ob Zellen dadurch sterben). Anti-Bakteriell. Bei Abusus entstehen Leber-Schädigungen sowie Gefäß-Schädigungen.
Nikotin. Macht wach, konzentriert, steigert den Antriebe und den Metabolismus. Daher auch: Schnellere Ausscheidung von anderen Medikamenten, deren Wirkung im Körper wird daher reduziert. Unschädlich.
Tetrahydrocannabinol. Dope, Gras, Haschisch. Aus Hanf gewonnen. Wächst wie Brennnesseln; ist eine Pionier-Pflanze. Vermutlich haben die Planzen diesen Stoff evolutionär entwickelt zur Verteidigung gegen Fressfeinde. Unschädlich: Dockt logischerweise an körpereigene Rezeptoren an, also ein Agonist zu einem körpereigenem Botenstoff.
Andamid. Das Sanskrit-Wort ‚ananda‘ bedeutet Freude, Genuß. Erst kürzlich, nämlich 1992, wurde dieser Stoff bei der Untersuchung der Wirkmechanismen des THC gefunden. Es war klar, THC hat Rezeptoren im menschlichen Körper, und die haben einen evolutionären Sinn, sonst wären sie nicht da, und es muss daher zwingend einen Stoff geben, der diese bedient und der im Körper selbst gebildet wird.
Benzodiazepine – eine Stoffgruppe mit vielen Vertretern. Dealer: Die Hausärzte. Da der Körper sich darauf einstellt, kann eine Verwendung bereits nach mehr als 3-5 Tagen zu Abhängigkeit führen. Schlafen ohne Schlafmittel geht dann nicht mehr.
Kokain. Ein stark stimulierendes Mittel, wird geschnupft oder geraucht. Man fühlt sich wie Gott, nicht mehr wie ein Wurm. Natürlich befördert das jedwede Egomanie. Im Bundestag starkt vertreten, außerdem finden alle Macht-Menschen das sehr sehr geil. Daher auch legal und unreguliert in fast allen Teilen der Welt.
Amphetamin. Auftreten in zwei Formen – levo-amphetamin und dextro-amphetamin, Verabreichung immer gemischt. Aufputschmittel, macht wach und fit und aktiv, reduziert Schmerzempfinden und Schlafbedürfnis. Als Medikament auf dem Markt.
Methamphetamin. Als Crystal Meth aus der genialen Serie „Breaking Bad“ bekannt. Auch Meth oder Ice genannt. Adolf Hitler war Pervitin-Junkie – das ist dieses Zeugs. Macht irre, wahnsinnig, steigert den Antrieb, führt zu schmerzfreier totaler Ego-Manie. Man braucht weder Schlaf noch Liebe oder Nahrung. Wurde als Droge für die Weltkriegs-Soldaten auf breiter Basis (er hat ‚breit‘ gesagt – hihi) verwendet.
Methylphenidate. Ein Stimulans. Als Medikament ‚Ritalin‘ bzw. ‚Medikinet‘ auf dem Markt. Schlucken unsere Kinder gegen die weit verbreitete (manche sagen ‚überdiagnostiziert‘) Krankheit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung; also das, was Kinder normalerweise tun, nämlich aktiv sein, sich bewegen, ihr Ding machen, nicht anderen überflüssig zuhören oder Befehle akzeptieren oder still sitzen) verschrieben.

Die Kaufsucht, Computerspielsucht, Internetsucht, Ess-Sucht, Sportsucht, Arbeitssucht – diese Süchte habe ich in der Tabelle nicht drin, weil sie so allgegenwärtig sind. Auch die Ablenkung mit Musik, Film, TV gehört in diese Kategorie. Weil das erst recht jeder Mensch macht, lohnt es nicht, Zahlen zu zeigen. Über sexuelles Verhalten gibt es wenig gute Zahlen, aber Pornographie würde auch in die F1x – Kategorie gehören.

Dass alle diese Dinge unnatürlich und damit meiner Ansicht nach abweichendes Verhalten sind, ist vielen unklar. Aber: Kein normaler Primat (Affe) macht sowas. Kann natürlich sein, sie machen es nicht, weil sie es nicht können.

Übrigens lehnen die heiligen Schriften diese Art von Ablenkung als Sünde gegen Gott und die Menschheit ab: Wir sind nicht hier, um uns breit und „zu“ zu machen und zu wichsen über unsere eigene Großartigkeit. Das ist uncool. Jedenfalls war das lange die Ansicht der Heiligen Menschen. Allerdings, wieso nicht, es geht ja so prima. Nur: Am Leid ändert konsequente Mindlessness nichts, sondern macht es langfristig schlimmer.

Konsum über das zur gesunden Selbsterhaltung hinaus notwendige Maß ist also ein Charakteristikum des modernen Menschen. Und psychische Erkrankung. 

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F2x – Imaginäre Beziehungen == Wahn. Dem psychischen System wird Glück als Idee von Innen zugesetzt, und das ist dann, wenn es entgleist und ganz einseitig wird, ein Wahn, eine Monomanie – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

Neben der paranoid-halluzinatorischen Schizophrene fallen in diese Kategorie alle illusionären und halluzinatorischen Identifikationen.

Hat das Ego keine Freunde, dann denkt es sich welche aus. Hast du einen Gott, bist du nie allein.

Die Tendenz, sich selbst als Gott oder Messias zu identifizieren, inklusive: Dann nämlich, wenn dir sonst keiner folgt. Und dann – müssen die Sünder alle geköpft werden. Außerdem ist das Ego hier im Recht, durch ein ‚höheres Gesetz‘, oder eine ‚höhere Autorität‘. Was natürlich verrückt ist.

In diese Kategorie fallen alle Sorten von Fans (Sport, Musik, etc.), alle Glaubensgemeinschaften, alle Sekten, alle sonstigen, das Ego und die eigene Person transzendierenden Identifikationen.

Auch der Nationalismus – die Fiktion, zu einer Nation zu gehören.

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F3x Affektive Störungen – Depression, Manie. Dem psychischen System wird weder Glück als Konsum noch Glück als Idee von Innen zugesetzt in einem ausreichenden Maße, um die Balance zu halten – und es entgleist und wird ganz einseitig, ein Wahn, eine Monomanie manifestiert sich – etwas, worum die betroffene Person ausschließlich kreist.

In der Depression geht ein Mensch ins Schwarze, in der Manie geht sie ins Weiße. Es geschieht eine totale Auflösung, Ego wird verlassen, alles ist entweder ganz leer oder ganz voll, ganz schlecht oder ganz gut, ganz furchtbar oder ganz wunderbar.

Der unhaltbare Zustand wird in der Manie für alle sichtbar, die Betroffene brennt aus und ruiniert sich selbst – in der Depression kriegt den unhaltbaren Zustand im ungünstigsten Fall niemand mit, und die Betroffene tötet sich dann selbst, wenn sie nicht wieder heraus findet.

 

F4x Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen. Dem psychischen System wird Glück als Konsum und Glück als Idee von Innen zugesetzt in einem ausreichenden Maße, um die Balance zu halten – aber diese Zufuhr ist offensichtlich bedroht, weswegen es entgleist und einseitig wird.

Phobie, Angst, Zwänge, Grübeln, unhintergehbare Vermeidungsverhalten manifestieren sich – etwas, worum die betroffene Person kreist, und was ihr zunehmend die Energie, die zur Lebensbewältigung benötigt würde, raubt.

Wie bei F1x bis F3x kann auch hier passieren, dass du mit diesem Menschen kaum noch was anfangen kannst, weil sie einfach nicht mit machen mag und kann und unter einer nicht nachvollziehbaren Einschränkung leidet, auch: Andere leiden läßt.

Neurotische Menschen sind schwierig. Sie streiten um Kleinigkeiten, haben Angst vor wenig gefährlichen Situationen und Dingen, nerven andere mit ihrer komischen Art, und fordern dafür Rücksicht, oder isolieren sich sozial. Oft ist auch der Leib der Austragungsort – es gibt diffuse somatische Beschwerden, etwas im Bauch oder Rücken, Kopfschmerzen, etc.

Aus F4x wird eskaliert – der Zustand ist unglücklich, also muss etwas geschehen. Praktisch immer kommt es zu Sucht und Depression, wenn der Zustand anhält und noch irgendwas passiert: Verlust der Arbeitsstelle, der Beziehung, Streit um Kinder, ein Umzug (Verlust von sozialen Beziehungen) oder sowas.

F5x Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren. Essstörungen · Nichtorganische Schlafstörungen · Sexuelle Funktionsstörungen Ist im Grunde genau wie F4.

F6x Spezifische Persönlichkeitsstörungen. Wenn es nicht in erster Linie der Körper oder die Gefühle sind, die gestört sind, sondern Denken, Wahrnehmen und Impulskontrolle.

Jede Persönlichkeit – persona, die Maske – ist eine Störung, wenn sie nicht zur Rolle paßt, die gesellschaftlich gefordert wird. 

Es geht um tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen.

Solche Verhaltensmuster sind stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.

Wie stark man selbst oder andere leiden, liegt einzig und allein an der gesellschaftlichen Passung. 

Daher ist es fraglich, ob es wirklich Sinn macht, Persönlichkeitsstörungen als individuelle ‚Krankheit‚ zu definieren.

Normalverteilung. Es ist immer so, egal was wir ansehen, wenn wir viele Ereignisse, Objekte oder lebende Wesen messen (einer ihrer Eigenschaften eine Zahl zuweisen; das bedeutet ‚etwas messen‘), stellt sich eine charakteristische statistische Verteilung ein. Messen wir Intelligenz, dann können nicht alle super klug sein, sondern: Die Meisten sind so mittelmäßig, manche drunter, manche drüber, sehr wenige sind sehr weit weg vom Durchschnitt.

F7x Intelligenzbeeinträchtigung. Ein Zustand von verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten; besonders beeinträchtigt sind Fertigkeiten, die sich in der Entwicklungsperiode manifestieren und die zum Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten.

Eine Intelligenzstörung kann allein oder zusammen mit jeder anderen psychischen oder körperlichen Störung auftreten.

Der Schweregrad einer Intelligenzstörung wird anhand standardisierter Intelligenztests festgestellt. Diese können durch Skalen zur Einschätzung der sozialen Anpassung in der jeweiligen Umgebung erweitert werden.

Diese Messmethoden erlauben eine ziemlich genaue Beurteilung der Intelligenzstörung. Die Diagnose hängt aber auch von der Beurteilung der allgemeinen intellektuellen Funktionsfähigkeit durch einen erfahrenen Diagnostiker ab.

Intellektuelle Fähigkeiten und soziale Anpassung können sich verändern. Sie können sich, wenn auch nur in geringem Maße, durch Übung und Rehabilitation verbessern. Die Diagnose sollte sich immer auf das gegenwärtige Funktionsniveau beziehen.

F8x Entwicklungsstörungen. Wenn Kinder nicht so reifen und wachsen und lernen und sich entwickeln, wie es für normal gehalten wird. Aufgrund von inneren und äußeren Faktoren kann das passieren.

Die in diesem Abschnitt zusammengefassten Störungen haben folgende Gemeinsamkeiten:

  1. Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit;
  2. eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;
  3. stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive.

In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben.

F9x Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend. Nicht mein Arbeitsbereich, also nur der Vollständigkeit halber …

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Info:
F90.- Hyperkinetische Störungen
F91.- Störungen des Sozialverhaltens
F92.- Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen
F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters
F94.- Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F95.- Ticstörungen
F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

 

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Weihnachten nervt

Ok, die Tage werden wieder länger, Sonnenwende – das ist ein Grund zu feiern. Der unbesiegte Lichtgott kehrt zurück, wird neu geboren. Der Welt ein neues Licht. Jesus. Alles großartig. Die Müll-Industrie dagegen nervt total. Inklusive der audio-visuellen Umweltverschmutzung. Wann ist dieser unerträgliche Mist vorbei?

Hinterher sind alle wieder lieb zueinander. Spätestens, wenn die Unendlichkeit sonst zu langweilig wird.
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Absichtlich gemacht

Welche Absicht dahinter steht, Absichten zu definieren, dürfte klar sein – es geht regelmäßig nicht um Lob, sondern um angemessenes Bestrafen. Eingehegte, legitime Rache. Eine Demonstration von Macht und Grenzen des Erlaubten. Schmerz, der zugefügt wird. Einst königliches Privileg, heute im Rechtsstaat in vernüftigen Grenzen öffentlich zugänglich – die Strafanzeige macht es möglich. Aber ob zivilisiert oder weniger zivilisiert, Strafe bedeutet Schmerz zufügen. Lerntheorie sagt, es wird nichts Sinnvolles gelernt aus Bestrafung. Also geht es nicht um etwas anderes als Machtausübung zur Befriedigung einer inneren Motivation des Strafenden. Und dafür braucht es Gründe, insbesondere für die gerechte Vergeltung einer bösen Tat. Da muß Absicht berücksichtigt werden. Absicht ist ein gerichteter Wille, eine Form von Vorsatz. ‚Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung im Bewusstsein der Rechtswidrigkeit‘, darum geht es den Juristen. Getan, um zu. So wird das formuliert.

Wenn etwas nicht gewollt war, kein Plan dahinter steckte, man etwas Schlechtes ohne böse Absicht getan hat, trifft einen auch weniger Schuld oder umgekehrt ist es schlimmer, etwas absichtlich (bewußt, gezielt, geplant, rational, kaltblütig, heimtückisch, unter Ausnutzung von erkennbaren Schwächen, mit Täuschungsabsicht) getan zu haben. Also Versehen, Irrtum, Fahrlässigkeit, Unkenntnis, heftige Emotion, Vollsuff und dann passiert was, das ist was anderes als genau so getan wie gewollt.

Manche können sowieso niemals nichts dafür, weil sie nichts kapieren oder einsehen können. Das wäre dann Unzurechnungsfähigkeit. Alles darüber von Georg Kreisler: Der „Onkel Joschi„. Dieser nette feine alte Herr. Hat es freilich auch gut, dass man ihn in Ruhe ließ, jedenfalls bis zum blutigen Ende. Ach, herrliches Lied.

Zurück zur Schuld. Wenn – wie das fast immer der Fall ist, wenn Menschen was fraglich legales machen und nachher streiten, was da passiert ist und wer es verbockt hat – es um einen nicht gewollten, aber in Kauf genommenen Schaden geht, dann reicht statt Absicht auch der Eventualvorsatz:

Oft trifft man aber auf die Konstellation, dass ein Täter den Erfolg eigentlich gar nicht will, ihn aber als – möglicherweise sogar unerwünschte – Nebenwirkung seiner Handlung in Kauf nimmt. Dieses Inkaufnehmen der Verwirklichung des tatbestandlichen Erfolges wird Eventualvorsatz genannt. Allgemein herrscht Einigkeit, dass für die Strafbarkeit einer Tat Eventualvorsatz genügt.

Gegen wirtschaftliches Handeln ist erstmal ja nix zu sagen. Gewinnmaximierung ist logisch. Sie zu wollen also für den rationalen Unternehmer Pflicht.

Ein Mechanismus, sie alle zu knechten. Gewinnmaximierung.
Ein Mechanismus, sie alle zu knechten. Gewinnmaximierung.

Was die vielen Menschen angeht, die durch den Hunger, die Armut und die Gewalt zu schaden kommen als Nebenwirkung von billigen Konsumgütern …

Urwaldbewohner-Schlumpf im örtlichen Regenwald. Wirkt entspannt, hat aber eine Pike dabei.
Urwaldbewohner-Schlumpf im örtlichen Regenwald. Wirkt entspannt, hat aber eine Pike dabei.

z.B. die „Wilden“, die mal die Gegend bewohnt haben, bevor der Wald jemandem gehörte … ist ja keine böse Absicht, wenn hier Leute vertrieben werden — bloß die Maximierung des Gewinns.

Hm, nachdenk, warte mal – Nebenwirkung und Inkaufnahme reichen aus für Strafbarkeit. Wie wir produzieren lassen in anderen Ländern, dürfte bekannt sein. Ist nun der Unternehmer schuld, der Staat, der Konsument, der Söldner – alle, keiner, manche, wenige? Sind es die Multis? Ist es das System der Finanzierung? Wer ist schuld an den kriminellen Mißständen?

Ist es kompliziert – oder in Wahrheit ganz einfach?

Die perfekte Vereinfachung – es sind die Anderen schuld, idealerweise eine kleine abgegrenzte Gruppe, die überall für anders definiert werden kann – führt bei Welterklärungen der völkisch-populistischen Art stets zum Ressentiment, auf das sich alle Nicht-Juden einigen können: Schuld sind die Juden, das raffende Kapital, ein paar kranke Bösewichter in einer an sich gesunden Wirtschaft, teuflische Widersacher.

Hitler hat das Potential dieser fiesen Form von Exkulpierung voll erkannt und mörderisch ausgeschöpft. In Nazi-Kreisen ist logischerweise auch der Jude schuld am Weltkrieg, war ja alles nur Notwehr gegen die Polen etc.

Canalterror – Maximierung des Gewinns

Tote Fische, Gift im Boden, Luft verpesten, Wälder roden
Babynahrung, Killerwaffen, raffen raffen raffen raffen
Düngemittel und Kanonen, konzentrierte Produktion
Leben für den Zinseszins zur Maximierung des Gewinns
(Ref.)
Die Multinationalen haben die Welt in ihrer Hand
Die Multinationalen sind die Herren in diesem Land
kalkulieren, subtrahieren, produzieren, ausradieren
Zur Maximierung des Gewinns, zur Maximierung des Gewinns
kalkulieren, subtrahieren, produzieren, ausradieren
Zur Maximierung des Gewinns, zur Maximierung des Gewinns
Strategie der Unterdrückung und der Manipulation
Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, alle Werte blanker Hohn
Was sie tun hat nur ein Ziel, Mitleid zählt da nicht mehr viel
Menschenopfer für den Zins zur Maximierung des Gewinns
Ref.
Lebensqualität erhöhen haben die Multis nicht im Sinn
das Primärziel ihrer Wirtschaft lautet nur Bilanzgewinn
Nur ein Wort kann sie erheitern, das heißt ‚Kapital erweitern‘
und wir alle zahlen den Zins zur Maximierung des Gewinns
Ref.

Aber auch der linke Protestsong als Genre bedient sich gerne der rechts-offenen Klischées – böse Multis sind die mitleidslosen Herren der Welt und vergiften die Welt mit Dreck, Gift und Lügen, dahinter stecken wenige, und die gehören abgeschafft. Statt den Klassenfeind mal genauer zu analysieren, produziert sich so der linke gerade wie der rechte Judenfeind – der sich gegen Vorwürfe wehren wird, die ihn als Antisemit markieren – als mutiger Aufklärer gegen den Zinseszins und die Konzerne.

Noch mal zum Mitschreiben: ‚Weltverschwörung‘ ist KEINE Analyse von irgendwas. Es ist eine bekannte Propaganda ‚rechter‘ wie ‚linker‘ populistischer Menschenfeinde, die zu Gewaltexzessen führt. The soil of Treblinka is rich in your guilt. Der Ausrottung von Juden folgt kein Paradies, sondern die Ausbeutung geht ungerührt weiter, weil. Egal, wie viele Menschen sterben, das System wird davon nicht berührt.

Die Welt wird politisch, sozial, kulturell, militärisch, wirtschaftlich etc. kontrolliert von einer Interaktion von Machtzentren unterschiedlicher Größe, die sich auseinander setzen und zusammen tun, und darin sind chaotische Prozesse auf vielen Ebenen wirksam, die niemand steuern kann.

Prozesse sind nicht zu 100% kontrollierbar. Es reicht ein wenig Komplexität, um die Dinge unvorhersagbar zu machen. Und Menschen, ihre Absichten und Pläne und Strebungen, das IST komplex. Viele davon, die untereinander sich balgen um Status und Vorteile, sprich Politik.

Ganz zu Schweigen von Emergenz, wenn Systeme höherer Komplexität entstehen. Sprich: Kein Mensch kann alles kontrollieren, auch kein Gott oder Computer. Diese werden immer durch eine logisch größere Klammer gerahmt, so wie in ‚einer der bekannteren Götter auf dem Planeten Erde im Anthopozän war xyz‚, als Randnotiz in „Per Anhalter durch die Galaxis“.

Und Geld ist wirkungslos ohne den Rahmen, dem wir ihm geben – Geld regiert nicht die Welt, sondern Menschen, und genug Geld bedeutet ja auch nur Leben können, also scheissen sammeln jagen kochen essen werken trinken ficken schlafen. Wer mehr will als das Nötigste (also praktisch jeder außer dem Heiligen Martin, der Eremit ist) steuert mit am System von Kontrolle und ist logischerweise gefangen im Netz der Sünde – Konsum, her damit, was wollen wir noch? Und das Zeugs muss ja irgendwoher geholt werden und von irgendwem gemacht und so, und es muss was dafür geben, dass ich es kriege. Irgendwer hat dafür geblutet. Oder auch nur geschwitzt … oder es wurde lediglich Strom verbraucht. Idealerweise lediglich Licht einverleibt. Photosynthese macht vieles einfacher, moralisch gesehen. Als Mensch auch nicht so das Problem, von Pflanzen zu leben (weil sie anders bluten als wir). Und irgendwann bauen Nano-Maschinen aus Sonnenlicht und Irgendwas alles andere nach Belieben, dann ist die Erde im creative mode angekommen. Moralische Probleme beim Konsum, wieso überhaupt? Je näher der Konsum der Selbstverzehrung rückt, um so tabuisierter – nicht die eigenen Leute vergewaltigen, umbringen und aufessen – doch nicht solche, die sind wie ich. Das wir alle kapitalistische Menschenfresser sind, dog eat dog, das sollte und müßte so nicht sein. Möglich ist es, weil wir uns und die anderen als getrennt betrachten. Die Idee von Menschenrechten – alle Leute sind ‚die eigenen Leute‘, unverletzlich wie man selbst, egal wer und wie sie sind – bedeutet genau das Gegenteil. Alle sind eins. Was du anderen tust, tust du dir. Letztlich christlich. Jesus. Oder mystisch. Oder Buddha. Oder Atheisten mit Goldener Regel. Empathie und Respekt. Sich nicht teilen lassen. Ich bin du. Du bist ich. Alle sind letztlich eins, darin besteht ultimativ die Realität. Licht, Schwingungen. Und wer das anders sieht, der kriegt ein paar auf die Ohren. Bevor das hier zu Hippie-mäßig wird.

ORPHANED LAND – All Is One

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