Genetik und Vaterschaft – und „was ist gut für meinen Sohn?“

Denke nach über die Frage, was nutzt es dem Lukas, wenn eindeutig ist, wer der biologische Vater ist.

Vorteile

  1. Zu erwartende Krankheiten etc. mit genetischer Basis, da kann klar gesehen werden, was ist wahrscheinlich und was nicht.
  2. Jedes Kind hat das Recht, seine Erzeuger*innen zu kennen.

Nachteile

  1. Ihn fragt keine*r, ob er das will. Und wenn, er kann die Folgen ja erst recht nicht abschätzen, wenn ich das nicht kann. Außerdem zählt der Wille von Kindern ja nicht in unserer Eltern-Diktatur.
  2. Falls ich nicht der biologische Vater bin, ist das verwirrend und verunsichernd und verletzend für ihn – es könnte als „Ich bin belogen worden, die Welt ist unsicher, wo gehöre ich hin?“ etc. eine schlimme Sache für ihn sein.
  3. Irgendwer müßte ihm das dann erklären – und da ich mein Kind nicht sehen kann wegen seiner […]-Mutter, wird sie das tun, wie sie es sieht und versteht. Was mir mißfällt.

Weil es mehr Punkte dagegen gibt und sowas halt mehr Geld kostet, als die potentiellen Väter haben, wurde es bisher nicht gemacht.

Sowieso: Mutter zahlt allein. Ich zahle NIE mehr irgendwas, was sie will. Aus Prinzip nicht.

Unklar ist mir auch, was habe ich als sozialer Vater für Rechte, wenn ich nicht der Bio-Vater sein sollte? Was würde sich rechtlich ändern?

Bisher bin ich rechtlich und sozial eindeutig der Vater – mit gemeinsamem Sorgerecht, das haben wir vor seiner Aus-dem-Bauch-heraus-OP schriftlich und rechtsverbindlich und auf ewig vereinbart, ich und seine Mutter.

Und daran will ich nicht rühren. Auch wenn seine […]-Mutter mich aus seinem Leben entfernen will. Wird ihr NIE gelingen, es sei denn, sie erschießt mich.

War 2007 bei der OP natürlich dabei – die war nötig wegen Entbindung angeblich unmöglich auf natürlichem Wege. Er war zu groß – und daher falsch herum für Geburtskanal. Habe interessiert zugesehen; witzigerweise dachten wir, es wird ein Mädchen, und dann war da ein Pimmel dran – und dann sofort das Baby vor den Scheiß-Ärzten gerettet, mit Androhung von körperlicher Gewalt und laut und aggressiv. Weil sie den Lukas einer DNA-Analyse unterziehen wollten, um ihn in die Datenbank zu packen — wir hatten genau gegen diese Maßnahme vorher schriftlich Widerspruch eingelegt und DNA-Analyse ausdrücklich und eindeutig untersagt — aber sie hätten es trotzdem illegalerweise getan, wenn ich nicht dazwischen gegangen wäre. Pack! Verbrecher! Gewissenlose Schweine! Niemals einem Arzt vertrauen, Leute! Die sind nicht integer, und sie scheren sich nicht darum, was du verfügst. Ausnahmen freilich gibt es, aber es ist die Regel, dass sie so machen, wie es das Krankenhaus und der Chef sagen. 

Muss mich rechtlich beraten lassen, bevor ich was unternehme. Beim Väteraufbruch e.V, nächsten Montag. Und dann bei kompetenten Jurist*innen.

Ohne meine Einwilligung geht es jedenfalls nicht, eine DNA-Analyse zu machen. Es sei denn, ein Gericht ordnet es an und beugt meinen Willen.

Mir wäre es eine Freude, wenn mir Leute dazu was Nützliches mitteilen würden: Mail an martinwild ät web Punkt de … Danke!

6 Jahre lang habe ich 50% der Zeit, Energie, der Betreuung und alles für meinen Sohn Lukas gemacht, trotz und gegen alle Widerstände seitens seiner Mutter. mal auch gemeinsam, mal gegen sie, aber immer – dran geblieben.
Könnte aber auch ein Sproß diese edlen Lenden sein. Oder von einem der Jungs, die die Mutter sonst so aufgerissen und weg geschmissen hat. Letztlich wäre das natürlich der Knaller, wenn keiner von den beiden nun ins Auge gefassten Männern genetisch was mit Lukas zu tun hätte. Wobei, mir egal, meine Liebe hat nicht mit DNA zu tun. Und, auch das: Gerne würde ich meine Scheiß-DNA nicht vererbt haben – das wollte ich nämlich NIE tun.
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Meditation über die eigene Schuld – Mea Culpa, Mea Maxima Culpa

Theoretisch ist es klar: Unschuld gibt es nicht, wenn Kindheit vorbei ist.

Und wann ist es praktisch möglich, schuldig zu werden? Wann kann ein mensch zur Verantwortung gezogen werden?

Antwort: Sobald ein System Handlungsvarianten hat und Kontrolle über die Auswahl der Optionen besitzt. Wer nicht anders handeln kann oder nicht weiß, wie die Regeln sind, ist unschuldig bzw. nicht schuldfähig.

Ein Säugling kann nur laut geben, wenn Bedürfniss ist.

Ein 6-jähriges Kind kann bereits zum Mörder werden, also aus niedrigen Beweggründen töten.

So wie inscheiß-Bruder, den haue ich tot, auch wenn es nicht erlaubt ist‘. Ich erinnere mich, dass ich das versucht habe. Und dann war ich entsetzt wegen dem vielen Blut und dem Geschrei, und zusammen haben wir es vertuscht und als einen Unfall dargestellt. Aber es war meine Schuld, ganz allein. Ab da war ich ein schlechter Mensch, in meinen Augen. Und hatte Grund, mich zu bessern. Was ich nur partiell geschafft habe. Meinen Bruder finde ich heute noch Scheiße, und er mich auch.

Also würde ich sagen, Schuldfähigkeit entwickelt sich, hat System-Voraussetzungen, und es beginnt mit 6 Jahren. Davor ist sie technisch nicht möglich, und wer Verantwortung zuschreibt, geht darin fehl, wenn ein Kind unter 6 beschuldigt wird.

Mit 6 ist die Kindheit vorbei. Mit 12 ist ein Mensch geschlechtsreif. Und mit 40 tot. Jedenfalls ist das biologisch so, seit 12.000 Jahren. Klar, heute haben wir die Welt kulturell überformt, und einiges daraus gemacht, was anders ist als die Natur. Aber so ist es eigentlich immer gewesen.

Seit ich denken kann – und das würde ich als mit sechs Jahren definieren – habe ich auch Schuld auf mich geladen, Dinge so gemacht, wie ich wußte, so soll das eigentlich nicht gemacht werden.

Wieso? Weil es in meinem Interesse lag, die mir bekannten Regeln zu brechen. Denn die Regeln, das habe ich verstanden, dienen mir nicht, sondern sie dienen denen, die vor mir da waren. Die haben sie gemacht, und daher sind diese Regeln immer zu IHREM Vorteil und gegen mich.

Ich habe aber auch erkannt: Wenn kein Polizist neben mir steht, gelten Regeln nicht – es gibt sie schlicht nicht, es sei denn, ich habe sie mir zu eigen gemacht, dann bin ich mein eigener Polizist.

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