Karl und Paul Follen

Um 1816 herum. Ein Stück Geschichte: Nationalismus, Burschenschaften. Und Auswanderer in die USA. Nur kurz notiert, weil ich es nachlesen mag später. Zwei Brüder, deswegen beide Stories hier. Einer mehr der Hippie, der andere mehr so Nazi. Platt gesagt. An ihren Werken sollt ihr sie messen.

Paul Follen gründet die Gießener Auswanderergesellschaft, macht sich ab nach USA und wird Siedler. Er ist bei den Republikanern und kämpft für die Sklavenbefreiung.

Wir müssen die Volksfreiheit erlangen durch jedes Mittel, welches nur immer sich uns bietet. Aufruhr, Tyrannenmord und alles, was man im gewöhnlichen Leben als Verbrechen bezeichnet und mit Recht straft, muss man einfach nur zu den Mitteln zählen, …zu den Waffen, welche gegen die Tyrannen allein uns übrig bleiben.

Karl Follen schwadroniert daher vom Tyrannenmord und dem Kampf mit allen Mitteln, weil: Glühender Nationalist. Gründet die Germania. Stiftet Karl Ludwig Sand an, den August von Kotzebue umzubringen. Geheimbund der Unbedingten. Der Burschenschaftler Sand begeht daraufhin eines der ersten ideologisch motivierten politischen Attentate in Deutschland. Und wird später geköpft dafür.

Als philosophischer Konstrukteur der Terror-Ideologie tritt Jakob Friedrich Fries auf. Der auch fordert, die Juden auszurotten. Und meint, Ahnungen seinen was Wichtiges (irgendwo zwischen Wissen und Glauben wächst die Überzeugung, dazu nehme man noch die richtige (bei Fries: rechte) Gesinnung, und schon ist der politische Akteur im Recht.

Wieso ist das interessant? Weil die extreme Rechte heute mit genau dem kocht, was auch die Nationalisten früher so in ihren Zutaten hatten. Eigentümlich, das immer so gerne vergessen wird, dass die Gewalt bei diesen Leuten immer einen zentralen Platz in der Vorstellung einnimmt – und das sie gerne mal terroristisch sind.

 

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