Ein Blog, sie zu knechten

Schon lange habe ich mir gedacht, es gibt wenig Grund, die großen Player – Google, Facebook, Microsoft, Apple – mit Sympathie zu betrachten.

Mit ihnen ist es wie mit dem Staat – schwer vorstellbar, was ohne wäre, zugleich sperren sie dich ein und machen dumme Regeln und beleidigen deinen Intellekt. Außerdem hast du keine Kontrolle über irgendwas, sondern dein aufgeschriebenes Zeugs und deine Bilder gehören dir auf einmal nicht mehr selbst.

Also lieber einen eigenen Blog machen, so daß … ja was eigentlich anders ist?

Die Geheimdienste und die Polizei liest mit, sowieso und überall. Wer was liest, auch das eine gespeicherte Information, ob via Google oder Facebook oder über diese Torwächter (anders geht es ja nicht mehr) vermittelt. Alles im Internet kann ewig da sein, weiter kopiert werden. Aber das meiste wird nie bzw. praktisch nie gefunden. Der Traffic läuft auf wenige große Seiten.

Nicht weiter wild – ich habe es nicht eilig mit der Mitteilung dessen, was ich gefunden habe. Und es verbreitet sich genau so schnell, ob geschrieben oder nicht, nämlich vermutlich nur subtil.

‚vulnerare humanum est‘, es ist menschlich zu verletzen. Diese Seite will weh tun, weil das erforderlich ist. Ohne Schmerz und ohne Einsicht keine Veränderung. Ergo ist ’schmerzhafte Einsicht‘ hier beabsichtigt im Sinne von ‚zwingender Erkenntnis‘. Buddhistisch betrachtet ein völlig falscher Weg, vermutlich. Denen geht es immer um lieb sein, nicht verletzen, nicht töten, zumal wir alle zusammen in der gleichen Situation sind. Mir ist das aber egal. Ich würde gerne die anderen dazu zwingen, sich mit meinen Ansichten auseinander zu setzen, so mit einer eigenen Sittenpolizei und fiesen Gesetzen und allem. Die Martinokratie. Und da würde es natürlich spannend zugehen. „In Echt“ wäre das vermutlich ein ziemlicher Flop. Darum habe ich auch die Variante der literarisch-künstlerischen Verarbeitung gewählt – als wesentlich machbarer und unterhaltsam dazu. Aber zurück zum Schmerz, und wieso es heilsame Schmerzen gibt.

Viele ‚betäuben‘ ihren Schmerz, und das ist vielleicht kurzfristig auch eine tolle Strategie. Allerdings führen langfristig wirkungsvolle Verhaltensänderungen sehr viel wahrscheinlicher zu besseren äußeren und inneren Bedingungen. Wenn etwas nicht von alleine wieder gut wird – eh, wann war je alles gut, und für wen, und für wie lange? – was dann?

Wenn du deprimiert bist, hoffnungslos, ratlos, vor Angst wie gelähmt, nur noch rum vegetierst – kraftlos bist. Du machst, arbeitest, und du fühlst dich nur tot dabei. Was dann, was tun?

Tue sofort etwas anderes.Laß die Arbeit sein. Tue irgendwas, aber leg sofort los.

Abwarten, wegducken, das bringt es nicht. Alkohol, Drogen, Ablenkung. Musik, TV, Filme, Spiele, Internet, Pornos. Fußball gucken. Das ist eher passiv, aber gut für die Stimmung, wenn du es vorher nicht gemacht hast. Wichtig sind die aktiven Sachen: Raus gehen, Rad fahren, Freunde treffen, Tanzen gehen, Tischfußball spielen, schwimmen, Sauna, im Wald spazieren gehen, Feuer machen,Sport machen. Sex haben. Etwas aus Liebe tun. Weinen. Nachdenklich sein dürfen. Allein sein. Etwas erfinden, sich ausdenken, gestalten. Ein Lied singen.

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