Behold a Pale Horse (was erzählen eigentlich die Verschwörungstheoretiker, und wieso)

[EDIT] War ursprünglich ein FB-Post, nur wurde der Text dann zu lang. Nicht wirklich koherent werden mehrere Stränge von Nachdenken weiter entwickelt.

Kurzlink: http://wp.me/p8aGl5-Be

Als ein 386er noch ein Argument war: Habe eine „Bibel der Verschwörungstheoretiker“ (William Cooper, Behold a Pale Horse) mal angesehen – ein wilder Ritt durch die Alt-Right-Geschichtsinterpretationen, ziemlich verrücktes Zeugs.

Hier kann man Cooper im Video sehen.

Ein Prototyp. Cooper hat die Truther quasi erfunden. Ganser tritt ganz ähnlich auf.

Massig Details und Andeutungen, und immer wieder Geheimnisse in Geheimnissen etc. Und alles ist immer „absolut wahr“. Dieser Habitus erscheint ganz wesentlich zu sein. Gut zu sehen auch in diesem Video. Ziel dieser Form der Mitteilung scheint zu sein, den Leser durch scheinbare „Fakten“ zu erschlagen. Nicht Inhalte werden vermittelt, sondern es wird ein Sammelsurium alternativer Fakten herunter gebetet. Offenbar weiß der Autor sehr viel, und man muß ihm glauben, allein schon, weil das Volumen der angebrachten „Beweise“ völlig unüberprüfbar wäre.

So lesen sich auch andere angeblich aufklärende Publikationen der Rechten – es wird vermutet und gemunkelt und konstruiert, und dahinter stecken natürlich die Juden. Antisemitismus, letztlich ist das immer die verbindende Gemeinsamkeit extrem rechter Ideologien.

Dabei auf diese Stelle gestoßen, wo Cooper die Bevölkerungsexplosion bespricht und nebenbei anmerkt, er habe das privat nachgerechnet auf seinem 386er-PC. Köstlich.

Paranoide Weltkonstruktion ist natürlich immer ein Eigenbau – wenn alles, was die anderen sagen, gezielt unwahre Aussagen sind, dann kann ja eine eigene Welterklärung nur auf dem aufbauen, was man selbst herausgefunden hat oder für gegeben hält. Letztlich würde so eine Welterklärung für andere unverständlich ausfallen ohne geteilte Erzählstränge, vermute ich.

Und wie immer, die Anhänger solcher Weltmodelle tauschen sich dann aus und identifizieren gemeinsame Themen. Darunter UFOs, Chemtrails, FEMA, FED, Bilderberger etc.

Charlottesville (unite the right) war so eine Art Klassentreffen für Rechtsextremisten.

Fields mit seinen Kumpels (der in der Mitte)
Rechtsterrorist Fields rast mit seinem Auto in die Menschenmenge

Wenig verwunderlich, dass sich diese Leute aufführen, wie sie es tun – auf der Basis dieser „Ideologie„. Hate Groups gibt es natürlich ziemlich viele. White supremacy ist ein wesentliches verbindendes Element dieser teilweise ideologisch disparaten Gruppierungen.

Praktisch relevant wären gesellschaftlich wirkungsvolle Gegenmaßnahmen gegen solche gefährlichen Spinner wie die „Militia Movements“. Und das sie gefährlich sind, ist nicht erst seit dem Oklahoma City Bombing bekannt. In ihreren eigenen Fantasy-Büchern schwärmen sie von ihren Schußwaffen und träumen davon, die anderen halt endlich über den Haufen zu schießen. Und ein Cooper erreicht irgendwann einen aus seiner Fan-Base, der wirklich aus diesem Murks einen Impuls zu einer terroristischen Tat entwickelt. Wie Timothy McVeigh, beispielsweise.

[Quelle] A Culture of Conspiracy: Apocalyptic Visions in Contemporary America By Michael Barkun
Als Psychologe interessiert mich natürlich auch, welche Wege gibt es, um aus einem solchen Wahnsystem auszusteigen. Also ein therapeutischer Ansatz. Da wäre die Frage, wozu dient das Verhalten auf individueller psychologischer Ebene, welche sozialen Konsequenzen hat es, wie sind die aufrecht erhaltenden Bedingungen?

So habe ich gearbeitet – ich nehme mir das Weltbild der Person, mit der ich arbeite, versetze mich da hinein, und schaue dann dort – wo ist die „neue Tür“, wie kann dieses System modifiziert werden, damit jemand nicht gezwungen ist, den bisher ausschließlich verfolgten Mustern weiter zu folgen.

Im Fall von Wahn natürlich in erster Linie, wie kann eine Art von Realitätsprüfung angeboten werden, ein Austesten der zusammen gesponnenen Hypothesen, logischerweise mit der Möglichkeit, einschränkende Glaubenssätze möglicherweise zu hinterfragen und deren ungünstige Wirkungen auf das eigene Sozialverhalten zu verändern.

Oft dient natürlich ein Wahnsystem dazu, fehlende Befriedigung von psycho-physiologischen Grundbedürfnissen über einen Umweg doch zu erreichen.

Wer nicht versteht, was die Welt ist und wie sie funktioniert, ist in einer demütigen und schwachen Position. Sich eine Illusion der Kontrolle und des Wissens zuzulegen, hebt das Gefühl der Selbstwirksamkeit – ein sinnvoller Rahmen wird gesetzt, typischerweise „wir gegen die“. Und schon können Handlungen in Hinblick auf das Ziel als mehr oder weniger sinnvoll bewertet werden. Viele Verrücktheiten können ganz gut nachvollziehbar gemacht werden, wenn man nur das Bedürfnis nach einer grundlegenden Orientierung annimmt und die persönliche Ideologie danach abklopft, wie sie biographisch zusammen gebaut worden ist.

Nun könnten wir vermuten, alle diese Versuche einer „starken Ideologie“ wären lediglich Ausdruck einer starken Verunsicherung, und die wiederum eine direkte Folge der Dekonstruktion von ritualisierten gesellschaftlichen Wahrheiten. Das scheint mir in der Tat der beste Ansatz zu sein, um die frustrierten und wütenden (ängstlichen) weißen Männer zu verstehen, die letztlich den Kern der rechtsextremen Bewegungen bilden.

Anekdotisch ein kleiner Schwenk, mir ist da mal folgendes passiert. In einer Kneipe, ein Idiot fängt an mit rassistischen Sprüchen, und ich werde wütend auf den. Statt das wir vor der Tür uns geschlagen haben, gab es dann ein Gespräch mit viel Alkohol bis morgens um fünf. Am Ende war der „Nazi“ ein trauriger Typ, der auf schwarze Frauen steht, aber ökonomisch so mies dasteht, dass es für ihn wenig Hoffnung auf irgendeine Beziehung gibt.

Von dem ganzen ideologischen Überbau war nichts mehr übrig, nur das psychosoziale Elend ist letztlich konstatierbar gewesen. Gewalt als stummer Schrei nach Liebe. Der Rassenkrieger, ein ungeficktes Arschloch. Wäre das so, dann könnte jeder da rein rutschen und auch so sein, und natürlich käme auch jeder da wieder raus durch funktionierendere soziale Beziehungen. Entsprechende Zusammenhänge wurden ja bereits für andere Extremistengruppen ausgemacht, insbesondere die „Gotteskrieger“ (eine Variante des gleichen Phänomens).

Wie viel ist dran an solchen psychologisierenden Erklärungsversuchen? Wissenschaftlich betrachtet ist das eine kniffelige Angelegenheit – es gibt viel mehr Faktoren, als prüfbar wären. Eigentlich immer so in der Soziologie. Ob etwas davon stimmt, ließe sich in praktischer therapeutischer Arbeit mit solchen Leuten prüfen. Wäre den Versuch wert, vielleicht. Wird aber meines Wissens nach nicht gemacht.

Deshalb sehe ich auch eher die Möglichkeit, psychologische Hypothesen als eine mögliche Konstruktion des „Wieso?“ neben anderen zu verwenden. Hinweise finden sich, dass die Gegner der aktuell dominierenden Weltmodelle solche Leute sind, denen es gerade entweder nicht gut geht oder die sich in Gefahr sehen, sich zu verschlechtern. Umgekehrt natürlich ist nur ein verschwindend kleiner Teil der Leute, denen es relativ gesehen weniger gut geht, kritisch gegen die Umstände. Mieser sozioökonomischer Status oder ungünstige ökonomische Perspektiven bedingen noch nicht eine bestimmte Sicht auf die Welt – da ist immer ein Element von Haltung bzw. Bewußtsein, eine Entscheidung, was man denn glauben mag. Die natürlich subjektiv und an das eigene Fühlen zurück gebunden ist.

Woraus wird das Weltmodell gebaut, das erklärt ja auch viel. Bauteile werden benutzt, die verfügbar sind, also das elterliche Modell wird kopiert und variiert, danach modifiziert durch eigene Bildung und durch das, was wir gemeinhin Lebenserfahrung nennen – es passieren Dinge, und wir sortieren die für uns und bauen sie irgendwie in unsere sinnstiftende Erzählung ein.

Bau dir ein Bild/so wie es dir paßt/sonst ist an der Spitze/für dich kein Platz – Fehlfarben, Monarchie und Alltag

Die Bauteile sind womöglich archaisch. Jedenfalls gibt es eine Reihe von Metaphern und Archetypen, die immer wieder und unweigerlich verwendet werden, vermutlich, weil sie unserer Struktur eingebaut sind. Wie viel davon als Folge der Evolution in uns auf der Ebene von grundlegenden Mechanismen bereits fest eingebaut ist, darüber läßt sich trefflich streiten. Damit das nicht zu schwammig bleibt – als Beispiel der starke Führer. Vermutlich sind es evolutionäre Anlagen, die Männerhorden dazu bringen, einen starken Führer zu suchen.

Wer brüllt am Lautesten, das würde solche Phänomene wie den aktuellen US-Präsidenten vielleicht bereits erklären. Weil die soziale Durchsetzungsfähigkeit eher prüfbar ist als die sonstigen Fähigkeiten einer Person (und womöglich auch, weil eine hierarchische Gruppe nicht mit einem Beta-Männchen an der Spitze funktionieren kann), würde sich stets ein lauter und aggressiver Affe gegen eine leisen und klugen durchsetzen – wenn, ja wenn es nicht die „Verschwörungen“ (Absprachen, den Anführer gemeinsam zu stürzen) bereits im Tierreich geben würde (was beobachtet worden ist).

Soweit erstmal die Analyse und das Erklären. Letztlich egal. Was mich interessiert sind immer die originellen Beiträge – also die individuelle Leistung darin, sich etwas Kommendes vorzustellen, die kreativen Anteile.

Ich sammele solche spinnerten Versuche, aus der Normalität möglichst weit auszuwandern, unter anderem weil ich ein Buch schreibe, das eine möglichst große Bandbreite von abgedrehten Utopien in eine Art von Fantasy- bzw. SciFi-Zukunft hinein weiter phantasiert. Keine Ahnung, ob die bisherigen Fragmente tatsächlich so ein Buch werden irgendwann in meiner Lebenszeit. Möglich auch, es wird mir gehen wie anderen Autoren, die nie über den Teil der Materialsammlung hinaus gekommen sind.

Einem guten Teil meiner inneren Beweger ist es egal, ob Produkte entstehen aus meiner Beschäftigung mit der Welt, ob ich mich irgendwie in Teilspekten verdinglichen kann und Warenförmigkeit erreiche. Wäre ein Spaß, aber auch eine Quälerei, und letztlich bin ich faul und auch irgendwie von der Idee eingenommen, es gäbe ohnehin nichts Neues unter der Sonne.

Ganz anders Cooper. Wie alle Prediger tritt er auf mit der spektakulären neuen Wahrheit (wie anders sollte man sich eine Anhängerschaft gewinnen, als die ollen Kamellen zu etwas großartigem und nie dagewesenen aufzublasen, sich im Habitus des Enthüllers der wahren Prophezeiung zu gebärden.

Böse neue Weltordnung, totale Kontrolle durch Elektronik und Chemie, Staatsreligion, dystopischer Zusammenbruch der Zivilisation (außer in Wohlstandsinseln der Reichen). Soweit wenig neu oder originell.

UFOs und der verschwiegene Erstkontakt (sie sind bereits unter uns).

Nixon wollte uns die Wahrheit über die UFOs sagen (sehr kurios, gerade der Typ ist nun wirklich nicht für seine Gradlinigkeit und Wahrheitsliebe bekannt gewesen).

Natürlich wußte der Papst Bescheid. Merke: keine gute Verschwörungstheorie kommt um den Vatikan drum herum. Ebenso Templer und Jesuiten. Und die Offenbarung des Johannes.

Das ist ein offenbar frei erfundenes Zitat. Es wird einem Kapitel vorangestellt, wo es darum geht, das der Planet bereits von Außerirdischen kontaktiert wurde und von ihnen infiltriert wird. Dumm nur, dass dieser Papst 1935 nicht gelebt hat. Pope John XXII war Papst vom 7. August 1316 bis zu seinem Tod im Jahre 1334.

Die NSA macht in Wirklichkeit auch die Auswertung außerirdischer Kommunikation – das ist mal eine Enthüllung.

Letztlich ist es aber nicht die Art, irgendwelche Bauteile zu verwursten, sondern das Zusammenspinnen von wirrem Zeugs mit dem Versprechen, dahinter läge irgendwo die Wahrheit.

Beispiel für eine solche Passage:

Ob Jesus ein Außerirdischer ist oder nicht? Vielleicht ist ja alles nur ein kosmischer Scherz. Nachdem Cooper eine Fülle von zu seiner Zeit kursierenden verschwurbelten Ideen zusammen geschmissen hat, gibt er zu, dass er damit selbst nicht wirklich was anfangen kann.

Die Besiedlung des Mars ist bereits erfolgt, aber natürlich streng geheim. Auch das irgendwie ein wenig abwegig, aber wieso nicht. Auch der Mond ist bewohnt, nur sagt uns das keiner.

Ok, soweit ein paar Samples aus dem Buch. Es dürfte klar sein, dass es sich um vollkommen irres Zeugs handelt.

Zurück zum Ausgangspunkt – eine verrückte Welterklärung macht etwas mit den betroffenen Individuen. Und sie erfüllen Zwecke für die Person.

Wer von sich glaubt, er oder sie wisse wirklich Bescheid, wird natürlich im Selbstwert angehoben. Diese Funktion der narzisstischen Aufwertung – „ich bin wichtig, wissend, bedeutend“ – ist vermutlich der Kick bei den Alt-Reality-Leuten. Bzw. es fällt etwas weg – nämlich das nagende Gefühl der eigenen Bedeutungslosigkeit. Um sowas stabil zu halten, sind sicher ein paar Anhänger gut – und es lassen sich immer welche finden, die so einen Welterklärer auf einen Schild heben. Egal, wie schräg irgendwas daher kommt.

Ein schönes, weil minimales Beispiel: Dr. Axel Stoll über Arier, Reichsflugscheiben und die Haare von Frauen

Stoll ist amüsant, vor allem seine Redeweise ist herrlich. „Muss man wissen!“.

Ökonomisch betrachtet leben viele dieser „Missionare“ davon, ihren selbstgebrauten Zaubertrank „Welterklärung“ unter das Volk zu bringen. Wer beispielsweise den Kopp-Verlag darauf hin untersucht, welche Alt-Reality-Themen sich anbieten und welche sich offenbar gut verkaufen, kann ganz gut nachvollziehen, welche Leute sich auf die Befriedigung entsprechender Enthüllungsbedürfnisse spezialisiert haben. Und die Seriosität der Angebote prüfen 😉

Wundermittel gegen Haarausfall, Krebs – und die „Wahrheit“ über die Politik, die UFOs etc.

 

Wer Lust hat, sich mit Quellen auseinander zu setzen: Originaltext William Cooper – Behold a Pale Horse

Was mich angeregt hat, mich damit zu beschäftigen: Verschwörungstheorien sind alt wie die Menschheit

Weiterführend: Why I read the most controversial books. Es geht neben Behold a Pale Horse um die Turner Diaries und White Man’s Bible, also um drei Basisbücher der White Suppremacy-Leute mit der gemeinsamen Message: The white race, facing extinction, needs to fight back.

Noch ein Satz zur Relevanz: Die Verschwörungstheorien sind nicht mehr randständige Phänomene. Bis vor wenigen Tagen war Steve Bannon als Chefstratege im Weißen Haus unterwegs. Und der ist ein Protagonist der Alt-Right, die eben aus vielen solchen schrägen Theorien ihre Legitimation schöpft.

Und wie würde diese Fraktion in meinem Buch (was ich vielleicht ja doch mal schreibe) beschaffen sein? Nun, natürlich hätten sie ihre Stadt gebaut, die Citadel. Diese als prototypisch angedachte rechtsextremistische Utopia-Stadt wurde ja bereits entworfen (rund um eine Waffen-Fabrik, logischerweise). Wer es nicht kennt, hier der Link.

Eine dystopische Welt, die in kleine Fraktionen zerfallen ist (ähnlich wie Metro 2033 oder sowas) würde natürlich möglich machen, verschiedene Utopien einfach mal als „läuft irgendwo“ hin zu setzen und dann zu gucken, wie würde es da wohl abgehen. Hier eine Siedlung, dort eine andere, und sowas wie ein Krieg der Stadtstaaten wie irgendwann in Griechenland oder Italien oder sonstwo, bevor es größere Nationalstaaten gab. So hatte ich mir das Grundgerüst der Story vorgestellt. Dazu ein paar SciFi-Geschichten, und ein wenig seltsame Psi-Phänomene (wie in Stalker). Und natürlich Zombies und Mutanten, einfach weil ich Fantasy mag. Weil es aber hier gerade nicht Thema ist, ein andermal mehr dazu.

Noch ein Aspekt, den ich spannend finde – und bei Gelegenheit mal ausarbeiten mag: Wie fundamentalistische Gruppen im christlich besetzen Deutungsraum unterwegs sind, und wie das mit den wirren rechten Spinnereien und der Esoterik eine Verbindung bildet. Barkun (A culture of conspiracy) dürfte ein Startpunkt auch dafür sein.

A Culture of Conspiracy: Apocalyptic Visions in Contemporary America By Michael Barkun

Along with the Internet playing a key role in introducing individuals to beliefs once consigned to the outermost fringe of American political and religious life, Barkun points to the convergence of two phenomena that influences contemporary American conspiracism:

  1. The rise of „improvisational millennialism“ — a belief in an imminent destruction of the world and the creation of a new world as a result of the triumph of good over evil, which is independent from any single religious or secular tradition (e.g., Christian premillennial dispensationalism, etc.) and indiscriminately syncretizes ideas from different traditions (e.g., Western esotericismEastern religionsNew Age movement, fringe scienceradical politics, etc.).
  2. The popularity of „stigmatized knowledge“ — claims to the truth that the claimants regard as verified (e.g., climate change deniallocation hypotheses of Atlantisastrologyalchemyfolk medicinealien abductionextraterrestrial hypothesis for UFOssuppressed cancer cures, etc.), despite the marginalization of those claims by the authoritative institutions that conventionally distinguish between knowledge and error (e.g., academiascientific community, etc.).

Unbedingt müßten auch solche Gruppierungen in einer ausgedachten Spielwelt präsent sein – als Kulte und Geheimgesellschaften. Einfach, weil es so unterhaltsam ist.

Militia Immaculatæ

Ok. Genug nutzloses Zeugs geschrieben für heute 🙂

Final ein Video, was zeigt, wie aus Trash Kult gemacht werden kann. Wieder Cooper, diesmal über den satanischen Plan, wie Gott zu werden.

Download PDF

Antisemitismus (einige Gedanken dazu)

Nicht sehr sortiert. Ein langer FB-Post. Damit er wiederfindbar ist, abgelegt als Notiz.

At every point Martin was available and he wanted to believe that the best outcomes were possible. A genuine humanitarian, someone whose writing of history taught him we could always do better in the future if we are able to learn the lessons of history.

— Gordon Brown

Sir Martin Gilbert ist mir aufgefallen, weil ich nachgelesen habe über die Geschichte der Familie Kushner.

In diesem Zusammenhang eine Menge an Gedanken, die als verbindendes Element Judentum und Antisemitismus haben.

Jared Kushner, Sohn von Joseph und Rae Kushner, ist ein millionenschwerer Immobilien-Manager und Berater von Donald Trump.

Er ist verheiratet mit Ivanka Trump und unter anderem für Mexiko und China der inoffizielle Ansprechpartner, außerdem als UN-Sonderbeauftragter zuständig für die Nahost-Friedensgespräche, ein Geschäftspartner von George Soros, Peter Thiel und der Familie Steinmetz, einer der reichsten Familien in Israel (Steinmetz Diamond Group). Natürlich hat er auch mit Goldmann Sachs zu tun. Zudem ist Jared als Chef der von Trump neu geschaffenen American Innovation genannten Gruppe für die Entbürokratisierung der Regierung zuständig. Mit seinem Bruder Murray Kushner (ebenfalls sehr reich und Immobilen-Manager) hat er sich offenbar dauerhaft überworfen.

Über diese Verflechtungen hat n-tv berichtet, und weil der Artikel von Hannes Vogel SEHR nach „jüdischer Weltverschwörung“ klang, dachte ich mir, ich recherchiere das mal. 
Ausgangspunkt waren diese beiden n-tv-Artikel: Die Kushner-Connection im Weißen Haus und Kushners geheime Millionen aus Israel.

Ich habe also damit angefangen, mir anzusehen, wer sind den „diese Kushners“.

Fertig bin ich damit natürlich nicht, sondern eher ganz am Anfang. Den habe ich zuerst gesucht, logischerweise.

Dabei kam ich historisch rückwärts suchend bis zu dem Zeitpunkt, wo es darum geht, was mit den 12.000 Juden und Jüdinnen in Novogrodek (Polen) nach dem Einmarsch der Russen passiert ist (Enteignung) und was dann nach der Besetzung durch Nazi-Deutschland passiert ist (Ghettoisierung, Vernichtung durch Massenmord).

Hier geht die Geschichte der Kushners – soweit dokumentiert – los: In Novogrodek ist Rae Kushner (Tochter von Zeidl Kushner, Frau von Joseph Kushner, dem Vater von Jared Kushner) 1923 geboren worden. 2004 ist sie gestorben. Sie hat den Holocaust überlebt, war mit 600 Menschen eingesperrt – dann Flucht durch einen heimlich gegrabenen Fluchttunnel, 170 Menschen haben es überlebt von den 250, die geflohen sind. Leben im Wald mit Partisanen, 1200 Partisanen waren das unter der Führung von Tovya Bielski. Von den geschätzt 20.000 – 25.000 Partisan*innen in Polen waren die meisten kommunistisch und in der Regel antisemitisch, so dass die jüdischen Partisanen auch gegen andere Partisanengruppen zu kämpfen gezwungen waren.

Artikel dazu: David Rosenthal – Jewisch Resistance in WW II (Jewish Frontier – NOVEMBER DECEMBER 1997 – story of bielkis partisans

In den Wäldern (markiertes Gebiet, Wälder und Sümpfe) gab es jüdische Widerstandsgruppen, die von den seit Generationen im Wald lebenden Holzfäller-Familien geleitet waren und die völlig ohne Unterstützung von Außen arbeiten mussten, da sie von den anderen Partisanen, die durch die Russen unter Stalin unterstützt waren, ebenfalls angefeindet wurden – deren Antisemitismus war ähnlich stark ausgeprägt wie der der Deutschen, so dass Erschießungen von Juden als „Spione“ durch von Russland unterstützte Partisanen-Gruppen durchaus oft passierten.

Martin Gilbert hat neben seinen vielen Arbeiten über Winston Churchill auch historisch geforscht über den jüdischen Widerstand in der Zeit des 2. Weltkrieges und – zeitlich später – über die Refuseniks – Menschen, die versucht haben, die Sovietunion zu verlassen; die Stellung eines Ausreise-Antrages führte regelhaft zu einer massiven Diskriminierung, meist Entlassung aus der Arbeit (für ALLE Familienangehörigen) und anschließend Gefängnisstrafen wegen „Sozialparasitismus“.

Der Antisemitismus in Europa – in Deutschland, Polen, Russland – ist kontinuierlich gewesen und von allen Seiten. Eine „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“ – wie es die Nazis stets gesagt haben – ist da nirgends erkennbar, die Bolschewiki haben Juden und Jüdinnen ebenfalls recht gnadenlos verfolgt.

Aber sie nicht systematisch und industriell ermordet – das ist speziell an den Nazis und macht die Singularität des Holocaust aus.

Genozide gab es oft in der Menschheitsgeschichte – aber nie und nirgends eine solche geplant durchgeführte totale Enteignung, Entrechtung und Vernichtung, die durch einen Staat über seine gesamte Bestehenszeit hinweg konsequent betrieben wurde. Das ist der Grund, weswegen Relativierungen unter Bezugnahme auf andere Menschheitsverbrechen – wie „aber Stalin hat in den GULAGS doch auch Millionen umkommen lassen“ – unangebracht sind.

Wobei unbestritten es etliche mörderische Episoden insbesondere (aber nicht nur) in der Neuzeit gibt, mit jeweils Millionen vertriebenen Menschen und Millionen Toten. Ich bin ganz sicher niemand, der historische oder aktuelle Verbrechen der autoritären Kommunisten, der Nationalisten oder der religiösen Gemeinschaften und generell von organisierten Gruppen nicht wahrnimmt oder gar leugnet.

Natürlich ist der sogenannte Labor Zionism stark sozialistisch orientiert gewesen, mit vielen Menschen, die ein Israel aufbauen wollten, in dem die Juden und Jüdinnen eben nicht kapitalistisch leben. Diesen Aspekt – das Menschen, die im Judentum verwurzelt sind, Vordenker*innen der sozialistischen Bewegung waren – bestreitet niemand.

Zurück zu Jared Kushner. Trumps Tochter Ivanka ist mit Jared verheiratet und wegen ihm zum Judentum konvertiert, und die Familie hat viel Geld und sehr reiche Freunde mit sehr dubiosen Geschäftsmethoden.

Antisemiten werden das freudig zur Kenntnis nehmen – aha, da ist doch wieder der Beweis, dass USA und Israel gemeinsam das Böse auf der Welt darstellen und hinter allem die bösen Juden stecken.

  • Gegen Juden sein, das vereint (extreme) Rechte weltweit.
  • Gegen Juden sein ist auch gemeinsamer Nenner von arabischen Nationalisten aller Art sowie von (vielen) islamischen und allen islamististischen Organisationen. Wobei das Goldene Zeitalter der jüdischen Kultur unter der schützenden Herrschaft der islamischen Zivilisation statt gefunden hat – in dieser Zeit waren die Europäer sehr unzivilisiert und gewalttätig und weit davon entfernt, irgendwie der fortschrittliche Kontinent zu sein, der sie in den Köpfen vieler westlicher Leute heute und hier angeblich schon immer waren. Dabei ist die „Barbarei“ historisch hier erst kürzlich beendet worden, wenn überhaupt. Mit dem Finger auf „die Muslime“ zeigen, das ist historisch gesehen dermaßen unsinnig, dass es zum Schreien ist. Hochkulturen, da ist Europa wirklich erst lange nach vielen anderen mal an der Reihe gewesen. Hier war kulturell praktisch nie was los, was der Rede wert gewesen wäre. Nicht mal schreiben konnten sie, und die EDDA ist zwar spannend, aber kein Vergleich zu dem, was anderswo so entstanden ist.
  • Bei den sogenannten Linken ist Anti-Amerikanismus weit verbreitet, worin die antisemitischen Stränge ebenfalls deutlich sind. Soweit mit links eine emanzipatorische und humanitäre Richtung gemeint ist, sind Antisemiten niemals links, und Linke niemals bewußt Antisemiten.
  • „Israel-Kritik“ ist lediglich ein anderes Wort für Antisemitismus, was weniger verbraucht und mörderisch klingt. Im Kern meint es: „Bloß weil die Juden und Jüdinnen ansonsten ausgerottet werden, haben sie dennoch kein Recht, sich eine Nation gewaltsam zu schaffen“. Übrigens gibt es für kein Land der Welt eine solche „Kritik“ – außer für Israel. Oder hat schon mal jemand von „Deutschland-Kritik“ gehört oder gelesen? Das gleiche gilt für die „Besetzten Gebiete“ – nirgendwo sonst gibt es diese besondere Floskel, höchstens für die ehemalige DDR, wo es auch eine Weile hieß „derzeit sowjetisch besetzte Gebiete“. Umstrittene Territorien gibt es allerdings jede Menge, praktisch bei JEDEM Staat und jeder Nation sind Gebiete da, die irgendwie mehr und andere, die irgendwie weniger dazu gehören – eben weil Nationen und Grenzen auf Macht und Gewalt basieren. Texas beispielsweise, wo liest man „derzeit von den USA besetzte mexikanische Gebiete“? Auch die „derzeit von Deutschland besetzten Gebiete der Dänen“ werden so in der Regel nicht bezeichnet. Womit ich jetzt NICHT mißverstanden werden mag – es ist mir nicht egal, wie es den Palästinensern ergeht, und kein Staat darf beliebig Menschenrechte mißachten (auch wenn alle Staaten das tun, in unterschiedlichem Ausmaß – wobei halt ohne Staaten wohl auch keine Menschenrechte da wären, aber das ist ein anderes Thema). Was ich aber sage: Jüdische Menschenrechte sind ohne einen Staat Israel praktisch nicht denkbar bzw. zu fragil, diese Ansicht teile ich.
  • Von den Verschwörungstheoretikern brauche ich gar nicht anzufangen, da läuft es IMMER auf Antisemitismus hinaus. „9/11 was an inside job“. Und was ist dann die Wahrheit der Truther-Bewegung? Natürlich diese: „Es stecken DIE Juden dahinter“. Und natürlich paßt das irgendwie, denn das WTC gehörte einem reichen Juden, und damit ist die „Theorie“ bereits bewiesen. Dass es zum Wesen einer Theorie gehört, dass sie prüfbar (widerlegbar) sein muss, ist zu hoch für die Truther. Nicht umsonst gibt es diese breiten Überschneidungen mit allen anderen Sorten von geglaubten Unglaublichkeiten bei dieser Bewegung von erklärungssuchenden Menschen – Aliens, Ufos, Blood Lines, gefakte Mondlandung, „Holocaust ist nie passiert“, Nazideutschland wurde von Polen angegriffen, Hohlwelttheorie, Chem-Trails, etc. pp.

Sir Martin Gilbert ist Jude.

Bereits das reicht, um ihn für Antisemiten als unglaubwürdig zu stempeln. Entsprechenden Angriffen war er natürlich bereits des öfteren ausgesetzt.

Ein der historischen Forschung gewidmetes Leben und eine Liste von veröffentlichten Büchern, die gemeinsam ein enormes Regal füllen – voll mit kleinen und kleinsten Details und Quellenangaben, so wie bei Historikern allgemein üblich – ist dagegen irrelevant, denn:

Wer ein einfaches Weltbild hat, läßt sich durch Fakten bekanntlich nicht verwirren oder gar korrigieren.

Die schlimmste Weltanschauung, das ist die Weltanschauung der Leute, die sich die Welt nie angeschaut haben.

Selten habe ich etwas gehört, was so wahr ist, wie dieser eine Satz.

Für Komplexität haben viele Menschen wenig Verständnis.

Antisemitismus funktioniert wie ein Kurzschluss: Weil es mächtige reiche Juden gibt, ist er bereits bewiesen.

Ein Gegenbeweis ist in so einer Logik unmöglich.

Es gibt Juden, manche davon sind enorm reich und verwenden fiese Geschäftsmethoden – was sie mit Nicht-Juden übrigens gemeinsam haben, und wer das in Frage stellt, sollte mal zu einem Arzt gehen.

Weil das so ist, lassen sich immer „Connections“ zu Juden finden. Wir leben in einer Welt, die global verbunden ist durch das Börsensystem, durch Aktien und Investitionen. Jeder reiche Mensch hat da Anteile, ergo gibt es auch immer Anteile von jüdischen Personen und von Institutionen, wo Juden vertreten oder auch führend sind.

Allerdings sind keineswegs ALLE Juden reich oder mächtig, weder jetzt noch früher — sondern es sind die meisten Juden ermordet worden von Antisemiten, und das waren sehr oft bitter arme, ausgegrenzte Menschen.

Es sind auch keineswegs ALLE Juden jemals einer Meinung gewesen, oder werden es je sein – darin unterscheidet sich diese Gruppe nicht von irgend einer anderen auf der Welt, auch wenn das noch so oft behauptet wird im Rahmen der typischen Dämonisierung.

Dämonisierung, das ist ein wichtiger definitorischer Aspekt des Antisemitismus.

Inhaltlich: Alle Juden sind a) gleich und b) böse sowie c) nur böse.

Dämonisierung ist wiederum Bestandteil jeder Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit: Menschen werden anhand von EINEM Merkmal als Gruppe zusammen gefaßt, und es wird für alle Mitglieder der Gruppe gesagt, sie wären a) auch in ALLEN anderen Hinsichten gleich sowie b) sie wären schlecht, böse, etc.

Wieso ist es wichtig, über diese Dinge sich schlau zu machen?

Was Israel heute ist, läßt sich ohne Kenntnis der Geschichte – ohne ein fundiertes Wissen über die Verfolgung der Juden durch die gesamte Geschichte der Menschheitsgeschichte hindurch – nicht mal im Ansatz verstehen.

Auch, was in USA passiert, wird erst verständlich, wenn Geschichte bekannt ist.

Wer natürlich nur einen Feind sucht, ist mit den Juden perfekt bedient – das hat Hitler erkannt, und es ist in „Mein Kampf“ ja nachlesbar, wie er erklärt, dass zu Propagandazwecken alle faktisch unterschiedlichen Gruppierungen, gegen die er vorzugehen sich vorgenommen hatte, zu einem einzigen Feind gemacht werden müssen in der Demagogie, weil eben das Volk eine einfache Erklärung sucht, wünscht und braucht.

Mit anderen Worten: Hitler war sehr bewußt, dass es nicht stimmt, dass hinter allem die Juden stecken. Und ihm war klar: Eine solche Erklärung hat dennoch sehr viel Durchschlagskraft. Zumal sie auf Ressentiments aufbaut, die bis in die Entstehungszeit der Juden zurück reichen und für die es überall und weltweit Anhänger*innen gibt.

Antisemitismus war und ist ein weltweites Phänomen.

Antisemitismus ist in seinen heutigen Formen nicht verständlich, ohne auf den ursprünglich „christlichen“ Anti-Judaismus zurück zu schauen. Christlich in Anführungszeichen, den Jesus war natürlich Jude und ein Rabbi, ein Gelehrter der Schrift und des Glaubens – wer ein Christ sein mag, kann daher nicht wirklich zugleich ein Antisemit sein.

Anti-Judaismus ist Judenfeindschaft, die sich als theologisch begründet sieht – „die Juden haben den Messias umgebracht“. Korrekterweise müßte man sagen „Einige mächtige Juden haben einen politisch nicht sonderlich mächtigen, aber offenbar bedeutsamen Juden, der ihnen theologisch nicht gepaßt hat, hinrichten lassen“. Mal abgesehen davon, dass es natürlich die Römer waren, die zu der Zeit die Herrscher waren, aber niemand macht deren heutige Nachfolger – die Italiener – für den Tod des Messias verantwortlich, woran man schon sieht – das ist Unsinn. Bloß hat es halt die Basis gebildet für viele Feindschaften, die oft wirtschaftlich und politisch motiviert waren und dann theologisch verbrämt wurden.

Nebenbei bemerkt – der zweite Weltkrieg war angesichts leerer Kassen des Deutschen Reiches praktisch undurchführbar, wenn nicht das Regime den Raub- und Vernichtungskrieg organisiert hätte – also das systematische Ausschlachten aller möglichen Geldquellen unter planmäßiger Ermordung der Eigentümer. Wobei – das ist bekannt – die Schweizer Banken eine wichtige Rolle spielten. Ohne sie wäre diese kriminelle Unternehmung gar nicht möglich gewesen.

Übrigens – eine Welt, in der kein einziger Jude mehr lebt, wird dadurch nicht plötzlich unkapitalistisch oder sonstwie ein nationalsozialistisches Paradies.

Wenn ich auf Vertreter*innen von eliminatorischen Ansichten („alle Juden ausrotten“) treffe, frage ich immer nach – was wird anders sein, wenn sie alle tot geschlagen sind, und wie kommt das zustande?

Dann bricht das schnell zusammen, denn es ist offensichtlich, das auch noch so „reinrassige“ Nationen sich hierarchisch organisieren, mit Reichen und Armen, und dass es zwischen Menschen fies zu geht, egal welche es sind.

Das Nachfragen lohnt: Ich kannte mal einen, der war erst Metaller, später Nazi, und hatte da seine Skinhead-Freunde. Den habe ich nach Jahren wieder getroffen und gefragt, wie es denn mit seinen Freunden so gelaufen ist. Stellte sich heraus, er hat sich da abgesetzt, weil sie ihm im Suff die Bude zerstört hatten, und er das Ausländer-klatschen nicht wirklich mochte. Heute ist das ein prima Kerl, hoch anständig und geläutert, und ein Menschenfreund.

Auch das sollten Leute im Kopf haben oder sich bewußt machen, die antifaschistisch denken und handeln:

Mit „alle Nazis weg klatschen“ oder „Nazis raus“ ist per se nichts gewonnen. Sicher ist es gut, ihnen kein Territorium zu überlassen und rechten Straßenterror soweit möglich wirksam zu unterbinden. Aber das ist nicht mit Gewalt allein lösbar. Sondern, es geht darum, was steht dahinter – Bedürfnis nach Zugehörigkeit, nach Anerkennung, Freundschaft, soziale Unterstützung durch eine Gruppe, gemeinsame Aktivitäten.

Es kommt darauf an, Begegnungsräume auf zu machen, Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen, die aus Wertschätzung und gegenseitigem Respekt basieren, wo Menschen was über andere lernen können, wo es möglich wird, aus einem Freund-Feind-Schema aus wieder raus zu kommen und sich gegenseitig ein wenig zu kennen, gemeinsame Dinge zu finden und darauf aufzubauen.

Denn auch Nazis (oder Salafisten, „Terroristen“, etc.) sind in erster Linie Menschen, und eben keine „Monster“.

Die Ideologie ist mörderisch, der Mensch aber kann sich entwickeln und diese krude Ideologie auch wieder verlassen (egal welche es ist). Das ist eine Sache von Erfahrungen und Arbeit an sich selbst und von Arbeit, Sport und Spiel gemeinsam mit anderen.

Konkret: Sobald so ein Nazi-Hool eine Freundin hat, ein Kind, eine Arbeit – da sind dann ganz normale Dinge wichtig, nicht die Gewalt gegen „Feinde“.

Natürlich gilt das für alle gewaltbereiten und gewaltsuchenden Menschen – Nazis, Hooligans, Salafisten, Terroristen, Amokläufer – eigentlich wollen sie nicht töten und getötet werden, sondern gut und menschenwürdig leben und auf ihre Leistung stolz sein, Freunde und Freundinnen haben, lecker essen, sinnvoll arbeiten, angenehm wohnen etc.

Angst, Armut, fehlende Bildungschancen, fehlende Gelegenheiten gesellschaftlichen Mitmachens, abgehängte Menschen, generell soziale Isolation und Ausgrenzung und vor allem Abwertungserfahrungen sind der Nährboden für Gewalt, Kriminalität und Extremismus.

Genau darum nutzen auch verkürzte Lösungsansätze wie „mehr Polizei fängt mehr Verbrecher“ (FDP, CDU, AfD, Teile der SPD) rein gar nichts. Vom Einfangen und Einsperren gehen doch Verbrecher nicht weg, und da Verbrechen eine reichlich willkürliche Kategorie ist – es geht um Macht und Besitz, die angeeignet werden – wird es das IMMER geben, solange es da was anzueignen gibt und solange es manche brauchen oder für nötig halten, sich etwas notfalls auch gegen geltende Gesetze zu nehmen, was ihnen nicht bereits zur Verfügung steht.

Von Verbrechen wird gesprochen, wenn es kleine Leute tun. Wirtschaftskriminalität und insbesondere Steuerhinterziehung wird praktisch nicht verfolgt, da wo sie von den Großen betrieben wird – ebenso wenig wie der fortgesetzte Raubzug, den wir im Rahmen des Neoliberalismus als Privatisierung zu bezeichnen erzogen wurden.

 

Download PDF

Ein krankes System macht Menschen krank

Interessanter Artikel in der ZEIT: http://www.zeit.de/2016/30/gesundheit-medizin-patienten-zuwendung/komplettansicht

Wenn je etwas zum Guten sich wandelt im System, dann ist das, weil persönliche Betroffenheit von mächtigen Menschen passiert. So war es bei der Psychiatrie-Reform, und hier ist wieder so ein Fall.

Nun könnte eine denken, die ZEIT wäre progressiv, oder dieser Artikel ein Fortschritt, oder da gäbe es ein wahres Leben im Falschen. Not so.

Ich zitiere einen Absatz, der die Blindheit gegen die Problematik gut verdeutlicht:

In früheren Zeiten, erklärt Gray, standen die Ärzte ihren Patienten als Heiler und väterlicher Freund zur Seite. Dann sei das Zeitalter des Arztes als Wissenschaftler angebrochen. „Jetzt muss die nächste Phase folgen“, fordert Muir Gray, „der Arzt als Coach.“ Ein Begleiter, der zuhört, gründlich informiert und nach Lösungen sucht – am besten gemeinsam mit dem Patienten.

Das ist sehr viel mehr als nur falsch, in vielerlei Hinsicht. Diese Geschichte ist eine reine Propaganda, sie schreibt Geschichte um, und konstruiert etwas, was so nie war.

Alle Lügen, die heute die Menschen leiden lassen und ihnen zugleich die Sicht auf das, was passiert, verstellen, sind hier konzentriert enthalten.

  1. Die Heilkunst hat sich rund um den wichtigsten Vorgang auf der Welt herum entwickelt – die Geburt. Und sie war eine reine Frauen-Sache. Weise Frauen haben als Hebammen die Kinder entbunden. Männer hatten da nichts zu suchen.
  2. Durch millionenfachen Massenmord und systematische Verfolgung der Frauen als Hexen sind erst die Männer in diese Domäne hinein gekommen.
  3. Männer sind nicht die Urheber der Heilkunst, Ärzte sind keine Heiler, Zuhören ist keine männliche Eigenschaft, Gemeinsamkeit ist nie Ziel in einer Hierarchie.
  4. Die Wissenschaft hat sich aus der alchemistischen Suche nach philosophischer Wahrheit durch Experimente entwickelt. Wissenschaft war mal eins, alle heutigen Wissenschaften sind Ableger dieser einen Suche nach dem EINEN.
  5. Selbstverständlich waren Wissenschaftler immer illegal, denn sie wollten etwas tun, was durch die Kirche verboten war: Erkenntnis gewinnen, die es angeblich nicht geben konnte und durfte. Sie hatten ein Ziel, was nur gegen die Gesellschaft erreichbar war, nämlich die Integration von Körper, Geist, Seele und Welt im Rahmen von magisch-mystischen Experimenten. Darin lag und liegt das Heil, nicht in abgetrennten und toten Stoffen.
  6. Ärzte haben noch nie als Freund agiert, und sie waren auch keine Heiler. Sondern der Ärzte-Beruf stammt aus dem Militär, wo es darum ging, die Soldaten zu flicken. Weil ein Feldzug massenhaft Opfer forderte, und viele eben erst durch Wundfieber starben, war da aus der Sicht der Körper-Besitzer – der Herren – ein Potential für Verbesserungen. Auf dem Schlachtfeld wurden krasse Schäden angerichtet, und die Idee war, den Tod abzuwenden durch Ausbrennen von Wunden, Amputation und dergleichen.
  7. ‚Evidenzbasierte Medizin‘, das klingt gut, ist aber komplett falsch und irreführend. Was eigentlich Evidenz sein soll, weiß schon praktisch keine. Es klingt danach, dass etwas gesichert wäre durch Wissenschaft, und genau das meint es aber nicht. Sondern – es scheint klar, was Sache ist, durch die einzige stastistische Prozedur, die mehr als nur ein paar Menschen hinkriegen, das sogenannte Eye-Balling, also kurz drauf schauen. Evidenz, das ist das Offensichtliche. Was alle einsehen, weil: Sieht man ja, wie es ist. Das ist natürlich stets falsch. Nichts, rein gar nichts, können wir einfach sehen. Sondern: Alle Wahrnehmung ist gelernt, ist eine reine Konstruktion. Bis heute geht es um Macht und Geld, es haben sich niemals die Herrschenden für Beweise oder Wahrheit interessiert — höchstens mal privat, wenn es niemand mitkriegt — oder wären ihr gar gefolgt, sondern im Gegenteil ist diese Wissenschaftlichkeit nur der Nachfolger der Gottesstellvertreterschaft mit anderem Namen. Hoc est Corpus Christi, Hokuspokus, ein fauler Zauber, um Menschen zu blenden, in etwa so wahr wie die offensichtliche Tatsache, das die Sonne sich um die Erde dreht, die Erde eine Scheibe ist und die Sterne am Firmament kleben.
  8. Weswegen ich diesen Beitrag schreibe – es ist zum Kotzen, wie verdreht die Dinge dargestellt werden: Der Arzt als Wissenschaftler. NEIN. Ärzte experimentieren mit Patienten, wenn sie dürfen – so wie es Dr. Josef Mengele tat: Wann erfrieren Menschen, wie viel und welche Folter überleben sie wie lange, das wäre Arzt als Wissenschaftler.
  9. Wissenschaft ist systematisches Experiment. Aus ethischen Gründen ist das mit Patienten (denen, die ohnehin bereits leiden) verboten. Eine solche Phase gab es nie, nicht wirklich, jedenfalls nicht so, wie es hier an die Wand gemalt ist. Die Menschenversuche finden statt, nämlich in den versklavten Ländern Afrikas. In China. Und massenhaft.
  10. Wissenschaft liefert keine Beweise, weil: Beweis unmöglich. Falsifizierung ist das Prinzip. Ausprobieren, scheitern, dadurch begreifen, dass es so nicht geht. Falsche Annahmen beseitigen, bis etwas übrig bleibt, was meistens ganz gut klappt. Das ist Wissenschaft. Wer es nicht glaubt, lese mal Kant und Popper. Und Mary Daly, für eine Darstellung der tatsächlichen Arbeitsweisen des Gehirns.
  11. Der letzte Satz – ‚Ein Begleiter, der zuhört, gründlich informiert und nach Lösungen sucht – am besten gemeinsam mit dem Patienten.‚ – ist so dumm und voller Logik-Fehler, dass es zum monatelang laut Schreien ist. Ich weiß kaum, wo ich damit anfangen soll, das zu dekonstruieren, weil es dermaßen BULLSHIT ist. Andererseits eine echte Perle – alles Verkehrte in einem Satz, und vordergründig so gut und vernünftig.
  12. Vielleicht mit ‚am Besten‘ beginnen: Am Besten, also idealerweise. So würde MANN es tun, wenn die Zeit dafür wäre – es geht aber auch anders. Weil, praktische Arbeit, da kann nicht immer alles so gemacht werden, wie es eigentlich gemacht werden sollte. Muss man ja pragmatisch sein, ökonomisch usw. usf.
  13. Begleiten ohne Patienten, wie geht das? Nach Aktenlage, was bearbeitet wird, sind Papiere anderer Leute. ‚Wir begleiten diesen Menschen‘, das ist ein Euphemismus für: Wir verwalten diesen Menschen bürokratisch.
  14. Zuhören ohne Patienten, wie geht das? Dazu kann ich nach 18 Monaten unbezahlter Arbeit in der LVR-Klinik Köln folgendes sagen: Es ist FAKT, dass Ärzte praktisch keine Zeit MIT Patienten verbringen. Dazu haben sie zu viel zu tun. Sondern, sie hören sich gegenseitig zu und vor allem: Sich selbst reden. Je höher in der Hierarchie, umso geringer der Kontakt zu Patienten, das ist sehr gut wissenschaftlich belegt. Weil ich als Psychologe gearbeitet habe, und weil Psychologen in der Psychiatrie nicht vorgesehen sind, hatte ich die Freiheit, mit Patienten zu reden, wie es mir beliebte und angemessen schien. Ich bin mit den Menschen also spazieren gegangen, raus aus dem Haus, was Kranke macht. Und habe sie reden lassen, mich dafür interessiert, sparsam nachgefragt. Immer wieder wurde mir bestätigt, was ich vermutet hatte – das das normalerweise nie passiert. Nie hört jemand wirklich zu. Für das Team war ich dann auch DIE Quelle, wenn es darum ging, schwierige Patienten zu konstruieren. Die Routine ist, dass nach einem starren Schema gearbeitet wird, in der Regel eskalativ: Wenn es nicht hilft, ist die Dosis zu gering, dann wird mehr Gewalt angewendet.
  15. So funktioniert Psychiatrie: Ziel ist es, Ruhe und Ordnung und vor allem Unterwerfung herzustellen, wobei Patienten idealerweise nicht innerhalb des Hauses versterben. Bzw. wenn das passiert, sollte es nicht öffentlich werden. Weil, sieht nicht gut aus. Pharmaka töten, direkt und indirekt, jedes Jahr sterben hunderte allein in Deutschland. Und das System fordert Opfer, die alle als ‚individuelle Einzelfälle‘ gelten.
  16. Lösungen suchen ohne Patienten, wie geht das? In einer psychiatrischen Visite – wo der Patient gesehen wird – sitzen bisweilen 12 bis 16 Personen verschiedener Fachgruppen, die den oder die ‚Irre‘ mustern. Alle reden, die Redebeiträge gestaffelt nach Position in der Hierarchie, je mehr eine weiß, umso weniger darf sie reden, und die unwissenste Person – die Chefärztin – gibt dann die Entscheidung über den einzuschlagenden Weg bekannt. Erst wenn alles beredet ist, die Arbeitsaufteilung geklärt, dann MUSS der leidende Mensch sich kaputt gucken lassen von dieser Horde. Blicke, die krank machen und letztlich töten.
  17. Wenn die Entscheidung vom Chef oder der Chefin komplett falsch ist, widerspricht niemand. Ich habe es getan, und wurde zurecht gewiesen. Daraufhin habe ich gnadenlos auch noch die Dummheit dieser Person bloß gestellt, auf das fachlich völlig Unzutreffende ihrer Replik mir gegenüber sowie die absehbar destruktiven Folgen der Chef-Entscheidung für die Patientin und ihre drei Kinder hingewiesen. Folge war eine geschockte Belegschaft, und Spätfolge war, dass ich in diesem Hause keine Anstellung bekam. Der Patientin hat es freilich nicht genutzt, wie auch. Eine Korrektur von Fehlern ist nicht vorgesehen. 
  18. Also: Prinzipiell wird alles entschieden ohne die Patienten zu fragen, was sie brauchen und wollen, auch wenn so getan wird, gelegentlich.
  19. Wehrt sich eine Patientin oder ein Patient, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, das die ‚Krankheit‚ schlimmer ist als gedacht. Womit die Parallele zur Hexenverfolgung klar sein dürfte – verstockte Sünderinnen bedürfen zur seelischen Reinigung einer noch grausameren Folter, und das ist stets zu ihrem eigenen Besten. Wobei psychische Krankheiten und Sünden halt ausgedachte Konzepte sind, die sich nirgends messen lassen in der Biologie.
  20. Arzt als Coach. Ein komplett abwegiges Bild. Ein Coach, das kommt aus dem Sport. Wenn gute Sportler alt werden, werden sie Trainer oder Coach. Sie wissen und können und haben etwas praktiziert, und dann geben sie dieses Wissen begleitend weiter. Ärzte sind Menschen, die keine Ahnung haben. Liegt an der Ausbildung, die sie zu Göttern in Weiß qualifiziert. Fachlich wenig dahinter, und je weniger körperlich das Leiden, umso ahnungsloser sind sie. Reine Hybris.
  21. Ein guter Arzt kennt seine Medizin. Frag mal den Psychiater, welche Mittel sie bereits selbst genommen und erforscht hat, wenn du mir nicht glaubst. Ich habe viele Ärzte kennen gelernt, auch persönlich, und mit Medizinstudenten gewohnt, also wehe es widerspricht mir jemand, der das ohne Erfahrung glaubt, tun zu können. Da werde ich sicher sehr ätzend.
  22. Ärzte sind selbst die Berufsgruppe mit den meisten Suiziden, auch Drogenprobleme sind extrem häufig dank der Griffnähesie würden sich aber niemals in den Kliniken behandeln lassen, wo sie arbeiten.
  23. Weil ich Psychologe bin, erzählen mir Leute automatisch ihre Probleme. Über mir leuchtet das unsichtbare Schild, da steht drauf: Erzähl es mir. Immer passiert das. Ich habe in Not auch Psychiaterinnen aufgesucht, und begutachtet wurde ich auch mal, auf Anordnung eines Gerichtes. Immer war das so, dass nach kurzem Abhaken meiner Anliegen – in der Regel Verschreibung von Gift bzw. beim Gutachter die Feststellung meiner psychischen Gesundheit – diese kaputten Menschen und ihre Probleme Thema waren. Und immer ist da was: Depression, Spielsucht, Alkoholismus, Familienprobleme, sexuelle Probleme. Alle sind sie leidend und krank, und verzweifelt. Gesunde habe ich nie getroffen.
  24. Wie kann ein Mensch, der sich selbst nicht helfen kann, gegenüber anderen als Experte auftreten? Wie kann ein Mensch behaupten, sie wisse etwas, wo nichts klar ist? Wieso sieht anscheinend niemand, das des Kaisers neue Kleider gar nicht da sind, dass dieser Pfau nackt ist? Wie kann das sein, das diese Menschen Autorität ausüben, die praktisch unangefochten bleibt? Die Antwort: Soziale Konditionierung. 
  25. Was die Wirkung von Habitus und Autorität generell erklärt, sind zwei Dinge: Soziale Konditionierung – es wurde gelernt, was zu sehen und zu hören und zu denken ist, und zwar in der Familie und der Schule und der Uni und auf der Straße. Danach wird der Mensch versiegelt und immunisiert gegen die Lebenserfahrung, so gut es geht. So funktioniert diese Gesellschaft von egomanen Robotern. Und die Wirkung von allem basiert auf der bloßen Behauptung, der Suggestion, ist also ein magischer Transfer von Zuständen durch Sprache und Leiblichkeit entlang der Linien der Macht.

 

Download PDF

Ich bin erledigt, da komme ich nicht mehr raus (Oder: Wenn Sie dir alles zutrauen)

Wenn sie dir alles zutrauen, hast du verloren. Weiß ich. Bloß, wohin soll ich gehen? Ich wohne halt hier.

Der Reihe nach:

Ich bin durch meine ekelhafte und großmäulige Art in eine schlimme Situation geraten. Wenn ich nicht heute was richtig Sau-Blödes gemacht hätte, wäre es mir nicht einmal erzählt worden.

Also: Der Hof gegenüber, da hänge ich gerne mal ab. Vor dem Fahrradladen trifft man eigentlich immer Leute, und meistens irgendwie nett da, jedenfalls war das mal so, bevor ein Millionär das alles gekauft hatte und es nun durch gentrifiziert. Seitdem verschwinden Bäume, schöne alte Häuser, ruhige Ecken, und überall Lärm und Dreck und Gestank und EU-Ausländer.

In dem Laden habe ich meine Räder reparieren lassen oder selbst repariert, dort habe ich mein Nihola gekauft, und ich bin Kunde, habe dort sicher 3000€ gelassen … und generell ist es ein guter Ort, um schöne Musik zu hören, interessante Dinge zu erfahren etc.

Dort auf dem Hof habe ich den Rasta-Jan kennen gelernt, weil:

Der hat da in der schönen Jahreszeit im VW-Bus gehaust, und anfangs haben wir auch was zusammen gemacht. Er ein Open-Air-Kino, ich halt Feuertonne; war seine Idee, ich habe das geliebt, und dann auch noch gemacht, als er es nicht mehr gut fand, auch mal gegrillt, musiziert zusammen, so Zeug.

Hätte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein können, aber so hat es sich nicht entwickelt, eher im Gegenteil. Aber der Reihe nach …

Schon Jahre ist der Hof für viele ein Ort, wo es noch ein wenig Freiheit gibt. Und Ruhe, auch. Ansonsten braust die Zoo-Brücke, und der nächste irgendwie schöne Ort, also das ist eher weit weg. Köln ist um die Messe herum eher so total eine Beton-Wüste. Und dort, mit Kiosk und meiner Bude in Laufreichweite, der perfekte Platz.

Es war ein richtig schöner Flecken, da wo es zum Gebäude 9 geht. Was von der übrigen Gegend nicht so behauptet werden kann. Als ich zuhause nur noch Stress hatte, bin ich da eine Weile lang so oft gewesen, dass ich praktisch da gewohnt habe.

Spaß mit anderen, umsonst und draußen, Menschen lernen sich kennen, es wird geredet und sich mal tatsächlich ausgetauscht. Eine Weile gab es dort auch eine Feuer-Tonne, das war total cool. Aber es gab auch Leute, die das genervt hat, deswegen ist das nicht mehr. Na ja. Sonst geht sowas nirgends, und einen Kleingarten kriegt man nicht gemietet, am Rhein im Jugendpark geht sowas auch, bloß halt weit und sehr komische Leute nachts, eher gefährlich als angenehm.

Wie dem auch sei, der Jan und ich, wir sind uns immer weniger grün gewesen. Er der Rasta mit Gelegenheitsarbeiten aus Böblingen bei Stuttgart, ich Ex-Killer-Hippie Ex-Langhaar-Metaller-Ex-Punker mit Psycho-Job aus Frankfurt.

Beide stur wie die Hölle, beide innen drin total abgefuckt, und dann auch noch beide auf die gleiche Ecke scharf bzw. die irgendwie für unser Ding brauchend. Also die dumme Situation wie in Highlander – es kann nur einen geben.

Wenn ich da in ein Feuer gucken mag, um meine Seele zu beruhigen, dann stört den das. Wenn er einen Film dort zeigt oder total laut seine Reggae-Mucke aufdreht, stört es mich.

Quasi Spießer in der Kleingartenkolonie, und Problem: Nerviger Nachbar. Lösung natürlich: Kleinkrieg.

Nun sind unsere Karten sehr unterschiedlich gemischt, und ich habe definitiv im Wesentlichen die Arschkarte: Aufgrund meiner gestörten Persönlichkeit bin ich schnell überall unbeliebt, während seine gestörte Persönlichkeit zu allgemeiner Beliebtheit führt.

Ganz eine lustige Situation also. Er immer so grinsend und nett und nützlich für jedermann und nie an irgendwas interessiert außer dem Profit oder Mädchen, die gerne mal einen Hippie-VW-Bus von innen sehen wollen. Also sozial gut passend. Ich dagegen immer mies drauf, unfreundlich bis feindselig, nie und niemandem nützlich und stets politisch gegen den Strich löckend. Ich rede mit jeder und jedem, über alles, ohne Rücksicht auf Verluste. Er redet jedem nach dem Munde, wenn es Korrekturen gab, dann eher und zunehmend an meiner Erhabenen Person. Als er mich dann irgendwann so angegangen ist, wie das sein Alki-Vater mit ihm wohl gemacht hat, war es aus zwischen uns, jedenfalls auf einer privaten Ebene.

Die Psycho-Schiene: Beide haben eine Depression dahinter bzw. darunter, beide sozial im Überlebenskampf (wobei meiner materiell an sich Fake ist, weil unnötig bei meiner Herkunftsfamilie und meiner Ausbildung), beide jedenfalls Freaks.

Rund herum um dieses Psycho-Drama sind eine Menge Leute, die alle abgestresst sind vom Alltag, und irgendwie ihr Ding machen wollen. Künstler*innen, Musikveranstalter, polnische Baurabeiter, türkische Kiffer (die aus Angst vor der familiären Ächtung eine Rückzugsecke brauchen), einige völlig Verrückte, Obdachlose, also: Was sich so bewegt auf der Straße und abseits der teuren Schopping- und Vergnügungsmeile, die Köln letztlich nur noch ist.

Mehr und mehr haben sie mich ausgegrenzt, mehr und mehr habe ich dagegen gehalten, nun ist es eskaliert. Weil ich da keine Freunde habe, hat mir auch niemand erzählt, dass es zunehmend Vandalismus gibt. Und weil ich halt nachts nicht mehr dort bin, habe ich das auch nicht unterbunden, so wie früher, wo ich die Security nebenbei erledigt habe. Was ich nämlich gemacht habe: Ich gehe sofort dazwischen, wenn jemand Scheisse baut, Autos aufbrechen oder Einbruch oder Körperverletzung, solche Straftaten habe ich bereits im Ansatz und mehr als einmal erfolgreich unterbunden. Was ich nicht unterbinde: Graffitti an den Häusern, Aufkleber kleben, wenn Leute kiffen oder in die leeren Häuser rein gehen, wenn Pärchen in der Ecke ficken. Sowas finde ich gut. Und es ist vor allem für keinen wirklich schlimm, nicht mal für den Investor.

Jedenfalls, ich hänge anderswo ab, kriege nichts mehr mit, bloß dass es immer mehr Leute mit mir nicht mehr mögen, mich sehr böse ansehen, zunehmend. Während ich immer weniger dort mache, also sollte eigentlich mein schlechter Ruf kleiner werden – aber er wächst, und wieso, keine Ahnung gehabt. Bis heute.

Seit einigen Wochen bin ich genervt, weil Jan mit unterstellt, seine Autos beschädigt zu haben – was ich definitiv nicht war. Sachbeschädigung an Privateigentum kleiner Leute, da zeigt mein Kerbholz genau NULL Einträge. Und ich bin direkter – wer mit mir Stress hat, kriegt das sehr genau mit, weil ich offensiv handele – ich kome auf die Leute zu mit meiner Kritik. Hintenrum, nö, nicht mein Ding. Sondern seins, leider. Er also überall verbreitet, alles und jedes wäre ich gewesen. Bestreitet er natürlich – alle wären der Ansicht, das könne nur der Irre mit dem schwarzen Hut gewesen sein.

Heute hatte ich die Schnautze voll, diese ganzen fiesen sozialen Mikro-Aggressionen, das hatte sich angesammelt. Habe ich also völlig unnötig die Polizei geholt, als der Rasta mal wieder Benzin auf den Hof gekippt hatte, dabei war es ausnahmsweise mal gar nicht anders möglich, weil sein Bus einen kaputten Benzinzulauf hatte. Also FIES von mir. Und meine Reaktion auf die heimlich installierte Video-Überwachung, von der alle wußten bis auf mich, und die ich also als konkret und nur gegen mich gerichtet wahrnehme. Die übrigens illegal alle filmt, die in Gebäude 9 gehen, nur so nebenbei. Dass mich das stört und das ich eine Anzeige dagegen stellen werde, wenn das Ding da weiter ist, hatte ich mehrfach angekündigt. Der Rasta redet nicht mehr mit mir, weiß aber, dass ich diese Aktion scharf mißbillige.

Mächtiges Bild, passt irgendwie gut: Wenn die Scheiße in den Ventilator fliegt, dann bleibt niemand sauber.

Heute also kam erst die Polizei – auf einem 300PS-Motorrad, Donnerwetter! – und dann das Ordnungsamt. Und ich war da, um klar zu sagen, ja, ich war das. Ich habe die angerufen, und ich werde es wieder tun, bis mein Punkt wenigstens gehört worden ist. Ich lasse mich nicht tot schweigen. Die Aktion war natürlich ganz bewußt gewählt und gegen alle Spielregeln des gemeinschaftlichen Zusammenlebens, wo man sowas nicht macht.

Nur, ich scheiße auf Gemeinschaft, wenn sie vor allem eines gemeinsam haben: Dass ich nicht da sein soll. Ich habe immer noch Rechte, auch.

Also alle hassen mich nun offen, und auf einmal geht Reden doch wieder, und es gab fleißig Diskussionen über alles, was sonst hinter meinem Rücken diskutiert wird.

So erfuhr auch ich jetzt mal, dass jemand die Internet-Kabel durchgezwickt hat, dass es mehrere Einbrüche und Auto-Aufbrüche gegeben hat, dass Dinge geklaut wurden. Womit das Bedürfnis, Sicherheit irgendwie zu schaffen, mir sehr viel mehr erklärlich wurde. Und natürlich ganz wesentlich, ich habe erfahren, dass all das mir als Verdienst angerechnet wird – während ich tatsächlich nix damit zu tun habe.

Dumm für mich – ich wurde mal mit einem offensichtlich von mir stammenden Grafitti zur Rede gestellt, und weil ich wie jeder gute Jesuit eine Notlüge für legitim halte, habe ich angesichts der Inquisiton sofort vehement bestritten. Selbst belasten muß sich niemand, auch ich nicht. Nur: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er sonst die Wahrheit spricht.

Also ich allein dran Schuld an meinem bitterbös schlechten Ruf, den ich mir durch Abwesenheit plus seltsame Vorkommnisse zugezogen habe. Na toll. Nun ist es also eskaliert, und ich kriege wohl als nächstes schlimm Scherereien.

So, wie der Rasta quasi triumphierend abgezogen ist, hat er den Sieg über mich wohl in der Tasche. Hab den selten so glücklich gesehen. Ich Dummbatz habe mich vollkommen disqualifiziert. Wie un-genial. Allerdings: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich‘s gänzlich ungeniert. Und wie dem auch sei, ich weiche nie zurück vor Konflikten, sondern immer schön mit dem Kopf durch die Wand. Recht mitten durch, der Parzivâl, ein roter Ritter vom Feinsten.

Ist eine Art Reflex geworden über die Jahre. Mein Schädel ist sehr hart, da muss eine Wand schon aufpassen, dass sie mir nicht im Wege ist. Und dieser Aspekt meiner Inkarnation ist mir bereits geläufig. Polizist*innen der Gegend kennen und meiden mich, wenn sie einmal mir einen strafenden Zettel ausgefüllt haben, machen sie es ungerne wieder, weil ich halt dann eine extra-Stunde mit ihnen kostenlos mache. Und es gibt schon noch Meinungsfreiheitsreste in diesem Land, die ich nutze. Das ist psychisch anstrengend für Menschen, dem ausgesetzt zu sein. Früher und heute bin ich gegen Gewalt. Aber für verbale Gegengewalt sofort zu haben.

Ob Gewalt legal oder illegal oder dazwischen ist, zählt für mich nicht, auch strukturell oder sonstwie, das ist mir Schnuppe. Gewalt, das ist Zwang und Schädigung von Menschen, und es ist falsch. Als Therapeut arbeite ich mit dem, was Gewalt angerichtet hat, nämlich kaputten und leidenden Menschen. Privat habe ich eine klare Kante gegen sowas.

Wie gesagt, „Legal-Illegal“, mir egal. Gaskammer war legal, Vernichtungskrieg war legal. Eigentlich nicht, aber während es lief, von legal nicht zu unterscheiden, danach halt Organisierte kriminelle Verbrechen gegen die Menschlichkeit, was meine Definition von „Staat“ ist. Sondern: Wer schädigt wen? Ist das von Oben nach Unten oder ist es von Unten gegen Oben? Wenn Schwache gegen Starke angehen, dann ist es Notwehr, anders herum ist es Unterdrückung. Und wenn wer nicht mitmachen darf, sowas reizt mich sehr, weil es mir immer passiert ist, überall.

Ich also provoziert, und auf einmal brechen alle Dämme, und ENDLICH bin ich wenigstens als der Störenfried eine Person, mit der geredet wird. Schräg, das ich mich darüber freue, bloß vorher hatte ich das Gefühl, es ist was passiert, unklar was, und ich scheine tot zu sein, und durchsichtig, jedenfalls schaut mich niemand mehr an, und keiner hört zu, und wenn doch, dann nur, um mich sofort zu unterbrechen und zurecht zu weisen wie ein kleines dummes ungezogenes Kind.

Mit dem Hass und der offenen Ablehnung bin ich immerhin als Person wieder da, auch wenn es bedeutet, dass der Kalte Krieg nun heiß wird und vermutlich als nächstes die Polizei meine Messie-Bude durchstöbert. Was vermutlich zu Sachschäden führt. Ich würde es nicht tun wollen, reicht mir, wenn ich dauernd Kram nicht wieder finde.

Und auch das klar gesagt – ich wahre Grenzen, selbst wenn andere sie verletzen. Im Rahmen meiner begrenzten Geduld. Sprich: Rasta-Mann kriegt ab sofort IMMER Ärger, wenn er den Hof als Werkstatt nutzt, solange kein Frieden mit mir ist. Aber eben keine Anzeige wegen sonst etwas. Sollte allerdings eine Belästigung meiner Bude passieren, wird auch diese Freundlichkeit erwidert. Keine Drohung, weil: Wer droht, macht es nicht.

Ich aber mache, was ich sage.

Na ja, nee, ich mache NIE, was ich sage. Sondern, wenn etwas gedroht hat, muss etwas ganz anderes kommen, sonst ist es ja keine Überraschung mehr. Strategisch ist die Drohung immer eine Finte. Oder das Werk eines Idioten. Wobei ich ja mittlerweile sowohl als BÖSE als auch als KLUG als auch als VOLLIDIOT geoutet bin, neben anderen Dingen. So dass ich mich mit nix mehr raus ziehen kann. Mist, verdammter!

Ein kluger Mensch würde nun fliehen, weil das Ende naht. Verzweifelte Menchen allerdings sehen darin eine Art von Spaß. Und seit alles kaputt ist, was ich liebe, und ich allein dran schuld bin, ist es wenig wahrscheinlich, dass ich Lust habe, es anderswo wieder neu aufzubauen. Sondern eben: Bis zum bitteren Ende. Ut habeat finem. Bis sich entweder alles in Wohlgefallen auflöst, oder sie mich tot schlagen. Weil ich an Reinkarnation glaube, die sich ewig wiederholt, braucht mich mein Tod und dergleichen nicht zu schrecken, und alles unterhalb dieser Schwelle erst recht nicht.

Und, es ist interessanterweise überall so, wo ich nicht bin, ist der Teufel los. Was nur sehr überspannte Leute ganz allein mir anlasten können. Gott sei Dank bin ich in der Regel gut mit Alibi versorgt, und rein physikalisch kann ich nicht immer alles gewesen sein. Jetzt zum Beispiel ist es 20 Minuten vor 23 Uhr, und wenn gerade was ist, ich tippe am Computer. Zu Protokoll gegeben. Mein Facebook weiß auch, wann ich was gepostet habe. Also, wer mir was in die Schuhe schieben mag, sollte eine Pause im Stream dafür nutzen, nur so als Tipp. Wobei, ich habe auch Kassenzettel und so Zeugs, eben weil ich solche Framing-Geschichten kenne, wo Menschen mit fingierten Beweisen eingebuchtet wurden.

Was ich mich frage, und wo ich wirklich aufgeschmissen bin damit – ohne Freunde und Freundin und sozialen Support ist es schwer, im Leben gut zu laufen, und man ist hilflos gegen die Masse.

Offenbar habe ich das Fadenkreuz bereits auf den Rücken gemalt bekommen — und fällt ein Schuss, dann sagt niemand was, weil: Wird schon richtig sein.

Daher:

Ich BITTE um 1) Hilfe sowie 2) um Gnade und 3) Rat sowie 4) Asyl in einem sicheren Land.

Ich mag nicht kaputter werden, als ich bereits bin. Es reicht mir vollkommen aus, was bisher geschah, und was – beim besten bösen Willen dazu – nicht alles auf meinem Mist gewachsen ist.

Mir wäre recht, wenn die Dinge beredet und aus der Welt geschafft werden könnten, statt mich tot zu machen. Ich bin nämlich kein Nubbel. Sondern ein netter Mensch – nur komme ich oft nicht dazu, meine liebenswürdigen Seiten zu zeigen.

Download PDF

x2b3.de schöner und übersichtlicher lesen – auf Google Plus

Ein Blog ist nett, um zu schrieben. Zum Nachlesen sehr unübersichtlich. Findet man ja nix, was man nicht explizit sucht. Wer das gerne zugänglicher hätte:

https://plus.google.com/114244081853933291956

 

Download PDF

Über Wahrheit(en) – No Truth, Just Views

Beim Nachspüren fiel es mir mal wieder auf – meine „Wahrheit“ war ein Lügner. In vielerlei Hinsicht ist es mir sehr überzeugend vorgekommen, was ich geglaubt habe, und ich war mir sicher, so ist das, genau so und nicht anders.

Nun widerspricht der „Vollbesitz der Wahrheit“ meinem zentralen Dogma – immer skeptisch bleiben. Also konnte da was nicht stimmen.

Schon oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass das genaue Gegenteil oft ebenso wahr ist. Und das grundsätzlich immer aus These und Anti-These eine neue Synthese erwächst – der Kerngedanke dessen, was wir als Dialektik kennen.

Leute hassen das an mir, dass ich anscheinend beliebig irgendwelche Gegenpostitonen mit sauguten Argumenten vertrete, und immer so scheußlich konfrontativ bin. „Du drehst mir das Wort im Munde herum“, wie oft ich das gehört habe. Und es stimmt, teilweise.

Mir macht die Suche nach dem, was als gute und funktionierende, also passende, Wahrheitsannahme (Arbeitshypothese) durch gehen kann, ebenso viel Spaß wie die destruktive Kritik, das Auflösen von Gewissheiten in einem ätzenden Säure-Bad.

Letzteres ist emotional extrem unangenehm, beliebt macht sich ein solcher Mensch nicht, und den Schierlingsbecher hat der Sokrates auch nicht umsonst trinken dürfen. Sondern, weil seine liderliche, kynische und oft wohl auch reichlich besoffen vorgenommene Gotteslästerei den Menschen seiner Stadt irgendwann zu sehr auf die Nerven gegangen war.

Anlass dieser Meditation über Wahrheit war mein Artikel zu NPS und BPS, also narzistische Persönlichkeitsstörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Ich hatte diese Menschen als seelenlose Monster beschrieben, aus der Opfer-Perspektive.

Wieso? Weil meine Mutter NPS hat, und meine Ex eine BPS. Und weil ich daran fast kaputt gegangen bin. Aus meinem Erleben heraus bin ich ein Opfer, und für meine Kindheit und für die erste Zeit mit der Ex trifft das sicher zu, dass ich da sehr wenig ein Gegner oder gar selbst ein Täter war.

Nur – dann beginnt ja Interaktion, und es wird uneindeutig. Jemand kann nur ein reiner Täter sein, wenn jemand ein reines Opfer bleibt – und das drüfte NIE der Fall sein bei einer zeitlich ausgedehnten sozialen Interaktion. Tatsächlich drehen sich alle Dinge immer, und aus dem Einen wird das Andere.

Als Psychotherapeut habe ich mit beiden Störungsbildern gearbeitet, und die Menschen, die mit dieser Problematik bei mir an ihren Schwierigkeiten gearbeitet haben, immer als voll ok angenommen. Der Mensch ist in Ordnung, sie tut ihr Bestes, immer – nur der dämonische Reiter, das Monster, was sie auf sich sitzen haben und was sie bisweilen steuert, die PS, die muss neutralisiert werden.

Die therapeutische Perspektive sieht die Menschen und ihre Lernerfahrungen, die zugefügten Schädigungen, die einem unschuldigen Kind angetan wurden, und was aus einem guten menschen durch die böse Welt geworden ist. Das ist ebenso wahr wie die Beschreibung als Opfer. Was sicher falsch ist, dass ist die Idee von den geborenen Verbrechern. Es gibt einen Beitrag der Gene, vielleicht ist der sehr hoch, vielleicht sehr gering, nur es gibt sicher auch den Beitrag der Umwelt. Weil wir es nicht wissen, könnten wir einfach von 50:50 ausgehen, und sagen: Einen Teil bringt ein Mensch mit, ein anderer Teil wird gemacht und gelehrt und von Außen konfiguriert (Erziehung, Lernerfahrung). Beides steht immer in Interaktion.

Kein Mensch ist ein Monster.

Beweis: Auch Nazisau Adolf, die alte Methamphetamin-Hure, hat nicht nur gehasst und zerstört und gemordet, sondern eben auch (mindestens) einen Hund geliebt.

Der gleiche „Typ“ wird eben nicht in allen denkbaren Lebenssituationen sich gleich entwickeln. Und niemand schafft es, nur böse zu sein, egal wie böse definiert wird. Selbst mit der festen Absicht, nur Schlechtes zu tun, passieren gelegentlich gute Tagen, das ist unvermeidlich. Und genauso kommen aus lauter reinen Gedanken und der Absicht, nur mit Liebe zu handeln, gelegentlich scheußliche Dinge hervor. C’est la vie, alors.

Zurück zur Dialektik.

Kein Ding hat zwei Seiten, sondern: Immer sind es drei Seiten.

Beweis: Zeig mir etwas, und ich zeige dir, es ist 3D.

Nur theoretisch sind weniger Perspektiven denkbar, diese sind aber in unserem Anschauungsraum nicht sichtbar zu machen, es sei denn als Formel oder Wort.

Raum ist dreidimensional. Nicht wirklich, es sind wohl 16 Dimensionen, aber drei sehen wir.

Auch ein Pixel hat eine räumliche Ausdehnung. Sonst wäre es unsichtbar.

Wieso schreibe ich das?

Mir ist aufgefallen, dass ich meiner Mutter und meiner Ex Unrecht getan habe, sie als die total schlechten und fiesen Monster zu malen.

Schwarz anmalen, das ist eine Sache, die selbst ganz schwarz ist, und es färbt ab. Ich habe gemerkt, ich mache mich schuldig, wenn ich alle Schuld anderen gebe bzw. zuweise.

Ich habe meiner Mutter und meiner Ex – und allen anderen, die von diesen Persönlichkeitsstörungen betroffen sind – durch meine einseitige Beschreibung Unrecht getan. Und das tut mir leid.

Würde es nicht der Klarheit diesen, ich würde diese Beschreibung löschen, und mich entschuldigen. Allerdings, der Zeitpunkt dafür liegt, so glaube ich, in der Zukunft. Denn ich erwarte noch immer eine Entschuldigung von der anderen Seite, die logisch zuerst kommen müßte.

Was natürlich den Frieden blockiert. No justice, no peace. Fuck the police.

Ich bin gerne Kriegerin, ich vernichte den Gegner. Nicht körperlich, das wäre sinnlos. Alle kommen wir immer wieder, daher bringt es nichts, die Inkarnation zu beenden, wenn du einen Mißstand beenden willst. Sondern, was zerstört wird, sind die dämonischen Reiter. Die Gewissheiten, die Falschheiten, die Gemeinheiten.

Kein Mensch ist ein Feind. Aber auch: Kein Mensch ist ein Freund. Alle haben es verdient, angegriffen zu werden.

Wieso? Weil in mir der Hass und der Zorn und die Wut so stark geworden sind über all die Jahre. Die für die Erreichung von Glück zunächst ausgesprochen ungünstige Kombination aus Intelligenz und Sensibilität hat mich viel erleben lassen, und meistens in der Position, wo ich es ab bekommen habe.

Meine Verwundungen einfach in einem grandiosen Akt der Gnade zu vergeben – es würde mich befreien und alles lösen, ist aber aktuell eine absolut übermenschliche Herausforderung. Und ich kann nur vergeben, was ich los lassen kann.

Meine Selbstdefinition mit 18, da hat mich Astrid gefragt, wie ich mich selbst sehe. Eine kluge Frau, und ihr war aufgefallen, dass ich für einen Hippie reichlich martialisch rum lief. Ich habe es ihr erklärt, oder wenigstens den Versuch unternommen.

Ich habe gesagt: Ich lebe im KRIEG. Und das ist wahr, so lange schon, dass es scheint, als sei das immer und zu jeder Zeit der Fall gewesen (was historisch NICHT stimmt).

Diese Welt kennt seit 2000 Jahren keinen Frieden. Die sehr friedlichen, matriarchalen Gesellschaften, das ist lange her und stieß an Grenzen, als diese neue Idee – Grenzen, und damit gleich zu setzen: Krieg – in die Welt kam.

Nur, paradoxerweiese, genau weil das so ist, habe ich in mir den Frieden entwickelt, und das ist eher einfach. Denn wenn ich ein Kämpfer gegen das Unrecht bin, ist es kein Problem, dass es davon mehr als genug gibt, und es ist auch nicht weiter schlimm, wenn ich es nicht beenden kann, denn es ist klar, alleine ist das nicht zu schaffen. Dadurch ist die innere Spannung auf Null reduzierbar, immer.

 

 

 

Download PDF

i2p

https://geti2p.net/en/

C:\Users\x2beetree\Desktop\Projekt HORST\2017-02-23 -02- Martina Saeva 001289.png

9KEw96d8f4899u6rR76rpESa49633764Vzp6Ew3862d585CJ499zjA2A4vW8965K4S665m62F5YN3355z6m6U9z46462r4p36Svz

It’s easier to remember as:

9 KILO ECHO whiskey 9 6 delta 8 foxtrot 4 8 9 9 uniform 6 romeo ROMEO 7 6 romeo papa ECHO SIERRA alpha 4 9 6 3 3 7 6 4 VICTOR zulu papa 6 ECHO whiskey 3 8 6 2 delta 5 8 5 CHARLIE JULIET 4 9 9 zulu juliet ALPHA 2 ALPHA 4 victor WHISKEY 8 9 6 5 KILO 4 SIERRA 6 6 5 mike 6 2 FOXTROT 5 YANKEE NOVEMBER 3 3 5 5 zulu 6 mike 6 UNIFORM 9 zulu 4 6 4 6 2 romeo 4 papa 3 6 SIERRA victor zulu

meeting awesome people.

 

 

Download PDF

Stuff I did (in random order)

Download PDF

Polizei vor dem Haus die ganze Nacht

Übel. Wegen der Hausbesetzung gestern sind heute Nacht ständig Polizisten mit Taschenlampen zugange, alle paar Stunden. Das macht mich nervös, weil ich es via CCTV sehe (ich achte auf mein Fahrrad – wenn sich da was bewegt, zeigt mir das eine Kamera auf meinem TV). Die lösen bei mir dauernd Alarm aus. Nervt. Genau wie diese Verwarnung gestern morgen. Andererseits war mein Fahrrad vermutlich noch nie so sicher wie in dieser Nacht 🙂
Beobachtung – Georg Kreisler – Kreislers Purzelbäume
Der Chef gab mir vertraulich die Adresse
Ich solle mich gleich an die Arbeit machen
Es sei des Staates höchstes Interesse
Den Mann dort Tag und Nacht zu überwachen
Ich folgte diesem Mann auf allen Wegen
Ich stand vier Nächte lang vor seinem Haus –
Verlor ihn selbst beim Pimpern
Nicht einmal aus den Wimpern
Und dabei was seltsames heraus:

Er beobachtet mich
Ganz genau wie ich ihn
Wo ich bin ist auch er
Geh‘ ich grad, steht er quer
Und blickt wachsam zu mir hin
Erst verfolge ich ihn
Und dann geh‘ ich ein Stück voran –
Bis man zwischen uns keinen Unterschied merken kann

Ein Wissenschaftler, dem ich dieses sagte
Erzählte mir darauf bei ein paar Bieren:
„Der Virus den ich kürzlich erst erjagte
Der benimmt sich auch nicht so wie and’re Viren
Ich hab‘ ihn unter meinem Mikroskope
Mit Müh‘ und Sorgfalt endlich isoliert
Und hab‘ zu meinem Schrecken
Statt Neues zu entdecken
Bei diesem Virus deutlich konstatiert:

Er beobachtet mich
Ganz genau wie ich ihn
Schau ich durch, schaut er fort
Schau ich fort, ist er dort
Und blickt wachsam zu mir hin
Er ist sehr int’ressant
Und doch was fang‘ ich mit ihm an –
Wenn man zwischen uns keinen Unterschied merken kann?“

Ich glaub‘ wo immer Menschen sich bewegen
Entdecken wir die gleichen Komponenten
Bei Liebessachen, sowie bei Kollegen
Bei Mitarbeitern wie bei Konkurrenten –
Wir halten uns für praktisch und vernünftig
Für ehrlich und vor allem objektiv
Doch weil ja etwas schief ist
Wenn jeder objektiv ist
Bleibt zuverlässig jeder aggressiv

Sie beobachten mich
Ganz genau wie ich sie
Und sie denken sich still:
„Er singt nicht, was ich will
Und zur falschen Melodie!“
Alle Schuldigen schau’n
Alle Unschuldigen an –
Bis man zwischen beiden keinen Unterschied merken kann

Download PDF

Wo sind die Utopien?

Wo sind die Utopien? Die Mächtigen haben uns erfolgreich dahin gebracht, dass wir nix mehr fordern und froh sind, dass sie uns beschützen. Weil uns unbekannte böse Menschen angreifen. Und nun kuscheln wir uns an den Staat, die Nation. Irre.

 

Widerwillen gegen die mediale Vereinnahmung, gute Sache. Damit gehörst du zu uns, den Guten, denen die kritisch und dagegen sind. Ach, auch diese Vereinnahmung läßt du dir nicht gefallen? Bist du ein Autonomer oder was? Weiter machen.

Habe versehentlich schon wieder auf Facebook was geschrieben. Dabei war ich wild entschlossen, keinen Quatsch aus Langeweile zu posten und keinesfalls mit Leuten irgendwelche Diskussionen anzufangen. Tja. Macht halt einfach so viel Spaß. Leider geil. 

Memo an mich selbst – nie auf Facebook etwas live schreiben. Immer den (offline-)Editor verwenden und auf meinem eigenen Blog veröffentlichen. 

Nun ist es nämlich eine Menge Arbeit, sowas zu transferieren. Stupido! Dabei habe ich doch den Blog, damit meine Inhalte weiter für mich verfügbar sind, während FB längst ein toter Saurierknochen in der Wüste ist. Absehbar verschwinden all diese Werbe-Schleudern auch wieder von der Bildfläche, und mit ihnen der nutzergenerierte Content. Habe ich schon einige Male so erlebt. Egal.

Memo an mich selbst – kein Online Editor, kein Drag-n-Drop.

Vorhin versehentlich eine komplette Installation von eine Python-Programm hoch geladen, mußte das dann alles einzeln händisch über die Web-GUI löschen, das war ziemlich unerfreulich. AJAX ist nett, aber oft unkontrollierbar und unbedienbar. Wie es heute ist eher keine gute Idee. Wobei manches schon sehr cool ist an Interaktivität, ich weiß vermutlich zu wenig drüber und bemerke es nur da, wo es total nicht funktioniert und mich mit dem Verschwindenlassen längerer Texte oder dergleichen plötzlich frustriert. Zurück zum FB-Post. War eher die Abschweifung, dieses. 

Ich kann es nicht mehr hören/lesen. Individuelle Befindlichkeiten und Wahrnehmungen werden pauschalisiert und auf Dritte oder am besten gleich auf die ganze Gesellschaft projiziert. Und dann am besten noch ein Feindbild generieren: „Wir“ gegen „Die“.
Kotzt mich in den Leitartikeln und Kolumnen schon an.
„Wir haben Angst“,“ Die Mächtigen haben uns…“ usw.
Nein! Ich sehe und fühle das komplett anders.
Du bist doch Psychologe,Martin,ich hab dich bis jetzt immer als differenzierter wahrgenommen.
Was soll der Scheiss?😃
P.S.: Schöne Feiertage!
Martin A. Wild

Pink Floyd Us and them. Gebe dir recht, Polarität macht un-einig. Die Verteilung der Macht und der Dinge, das wurde gezählt und ist somit ein Fakt, wenn es noch welche gibt. Meine Undifferenziertheit ist hart erarbeitet 😉 und danke für die Replik <3

EDIT: Es tauchte die Frage auf, gibt es „wir“ und „die“ überhaupt.
Und es ist ein Musik-Post geworden mit Kritik an den Verhältnissen, die recht weit weg vom ‚gesunden deutschen weißen Menschenverstand‘ formuliert ist.
Beste neue Band der letzten 1000 Jahre, was ich so live gesehen habe. Ich habe mir die LP auf Vinyl gekauft, dabei habe ich keinen Plattenspieler. <3
 
Ein „die“ gibt es, wenn ich ein „wir“ generiere, automatisch. Sobald ein Ziel gesteckt wird, gibt es Leute, die auch da hin wollen (=“wir“) und unweigerlich auch Leute die meinen, da dürfe man nicht hin (=“sie“). Wer mir im Weg steht, erfährt natürlich, wie ich mit sowas umgehe. Konflikt ist nicht vermeidbar.
„Sieh, dass du Mensch bleibst. Mensch sein ist von allem die Hauptsache. Und das heißt fest und klar und heiter sein;
ja heiter, trotz alledem.“
-Rosa Luxemburg-
Stimmt ja alles, aber:
Bin halt eine böse alte schwarze Seele. Weißt du doch. Und: Erst heiter trotz alledem, dann Kugel im Kopf von den Schweinen. Sag nicht, KPD gegen NSDAP wäre irgendwie aus individuellen Befindlichkeiten heraus und lediglich Projektion gewesen …
Da kommt mensch nicht drum rum – bloß weil wir so nicht sind, trauen wir denen den Massenmord nicht zu. Und danach: Leider vergast. Es ist nicht schlau, den Kopf in den Sand zu stecken, die Fresse zu halten. Oder sich nach Hippie-Hausen zu verkiffen. Die Menschheit, das ist keine nette Party (auch wenn es mal so sein kann/könnte), sondern halt auch Gemetzel und fies. Wer was wieso nicht mehr hören kann, ist mit schnurzegal.
Unbeschreiblich. Muss mensch gesehen haben. Und Beschwerden bitte an meinen Assistenten 😉

Und jetzt mal nach vorne. Mehr gute Musik, bitte.

Seeed – „Aufstehn“. Positive Vibrationen. Tanzen. Lachen. Kämpfen. Lieben. Das Leben ist es wert, in vollen Zügen gelebt zu werden, hier & jetzt.

Hier eine Playlist mit überwiegend fröhlicher und widerborstiger Musik.

Fanny van Dannen – Räumliche Distanz

Wenn man so rumsitzt und sich so umschaut
Sieht man die Welt rings umher
Und wenn sie schön ist benimmt man sich so
Als ob man ein Teil von ihr wär
Wenn man so rumsteht und sich so umschaut
Fällt vielleicht wieder mal Schnee
Und es wird Abend, wo ist die Liebe
Ist sie da wohin ich jetzt geh

Während du lachst sind viele andere traurig
Und wenn du stirbst werden viele einen Orgasmus haben
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Man kann seine Schönheit verkaufen
Und mancher verkauft sein Geschick
Man kann seine Kraft verkaufen
Und manche verkaufen ihr Glück
Manche verkaufen Geheimnisse
Manche nehmen sie mit ins Grab
Ich verkaufe meine Liebe
Das Beste was ich hab

Während du schläfst haben andere Hunger
Und während du frühstückst bringen andere sich um
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Wenn man so rumläuft und sich so umschaut
Sieht man vielleicht was – wer weiß
Und es wird morgen, ist das die Freiheit
Fragst du sie nach ihrem Preis
Was ist das Gegenteil von nichts
Hab ich dich einmal gefragt
Ist es etwas, oder alles
„Küss mich“ hast du gesagt

Während du verliebt bist sind andere völlig verzweifelt
Und während du verwöhnt wirst werden andere von Bomben zerfetzt
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Während du lachst sind viele andere traurig
Und wenn du stirbst werden viele einen Orgasmus haben
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Fanny van Dannen – So enttäuscht vom Leben

Ach, ich weiß nicht, was stell‘ ich mir vor? Also ich mache nie große Pläne.
Wenn was schief geht versuch‘ ich’s nochmal, und ich mach‘ mir auch nichts aus
Tränen. Ich bin eigentlich auch bescheiden, ich bin dankbar für meine Seele,
doch da ist auch immer dieses Gefühl, als würde was wichtiges fehlen.
Und ich weiß ja, es hört sich so unverschämt an und ich hoffe Gott wird mir
vergeben, aber also, wie soll ich es sagen? Ich bin so enttäuscht vom Leben.
So enttäuscht vom Leben x4

Ich will mich ja garnicht beklagen, ich habe alles was ich brauche.
Und ich kann sogar tief durchatmen, seitdem ich nicht mehr rauche.
Das ist ja oft auch nötig, bei allem was so passiert. Dabei muss man ja schon zufrieden sein, wenn man nur seinen Glauben verliert. Es wird immer unschuldige Opfer, es wird immer Kriege geben. Also nö, ich muss schon sagen, ich bin so enttäuscht vom Leben.
So enttäuscht vom Leben x4

Das geht schon los bei der Geburt, das tut der Mutter so tierisch weh.
Dann bist du draußen, dir ist kalt und du kannst kein Wort verstehen.
Dann im Kindergarten all die andern, und immer Tomatensauce,
und dann lassen sie die Windeln weg und dann scheißt du in die Hose.
Das ist doch schon von Anfang an irgendwie total daneben.
Also ich kann’s nicht anders sagen, ich bin so enttäuscht vom Leben.
So enttäuscht vom Leben x4

Und dann heißt es: Aber die Schönheit, ja die Schönheit ist wirklich schön,
doch sogar die schönste Schönheit kann auf die Nerven geh’n.
Genauso Kreativität, Persönlichkeitsentfaltung,
egal, im Endeffekt dient alles nur der Arterhaltung.
Es ist alles nur Überlebenskampf, das Niveau kann niemand heben.
Also ich sag’s nochmal, ich bin so enttäuscht vom Leben.

Jetzt reicht’s ein leben ist zu kurz, die Zeit vergeht geschwind.
Die Teufel sind noch munter, wenn die Engel schon müde sind.
Die Teufel sind verdammt vital, das macht sie so attraktiv.
Doch wenn es heißt, das es ohne sie langweilig wäre, lache ich mich schief.
Für mich muss es nicht so Leute wie Bush und Bin Laden geben.
Und mir fallen noch so viele Namen ein, ich bin so enttäuscht vom Leben.

Woher kommt dieses Anspruchsdenken, gab es irgendwann bessere Zeiten?
War meine Kindheit zu glücklich? Sind das Luxusverstiegenheiten?
So als wäre das Leben ein Fernsehprogramm: täglich live und spannend und neu.
Und ich zappe weiter und rufe: Mutti, mein Film ist nicht dabei.
Ich schäme mich für meinen Überdruss, er ist wirklich voll daneben.
Aber trotzdem was soll ich machen? Ich bin so enttäuscht vom Leben.
So enttäuscht vom Leben x4

Ich sage nicht: Ich habe genug. Es gibt soviel das mir gefällt.
Und wir kennen ja nur einen winzigen Teil dieser unfassbar großen Welt.
Wir werden noch soviel entdecken, jenseits unserer Phantasie.
Und das es Glück und wahre Liebe gibt, bestreite ich auch nie.
Sogar dass ich an Wunder glaube, habe ich schon zugegeben.
Doch unterm Strich bleibt es dabei: Ich bin so enttäuscht vom Leben.

Zum Glück bin ich nur ein Einzelfall, ein Außenseiter eben.
Und wer weiß, vielleicht bin ich deshalb so enttäuscht vom Leben.
So enttäuscht vom Leben x4

K.I.Z. – Boom Boom Boom (Official Video)

Tut mir leid wenn ich den Untertanen Stolz jetzt verletze
Doch was quatscht ihr da
Es gibt nicht genug Ausbeutungsplätze
Ihr wollt Kapitalismus mit Herz
Fick mich, aber nicht im Etap Hotel
Sondern richtig schön mit Essen gehen
Und am nächsten Morgen noch Taxigeld
Vor der Glotze sauer auf die scheiß Sozialschmarotzer
Anstatt auf den Chef, der mit dem Geld aus eurer Arbeit
Seiner Tochter noch nen Lamborghini kauft
Alter, dann verdient ihr’s auch
Doch ich versteh, ihr regt euch lieber über Brangelina auf
Für’s Gewissen 10 Euro spenden
Dann kommen die hoffentlich nicht über die Grenzen
Und holen sich alles zurück, vielleicht lieber doch die Waffenlieferung canceln, fleißig wie ihr seid
Habt ihr doch die Sterbeurkunde schon vom Amt geholt
Der Knopf leuchtet in ampelrot
Tarek sag ihnen, was haben wir im Angebot!

Soll ich dich *stich*?
Willst du das *piu piu*?
Wie wärs mit *ratata*?
Oder lieber *boom*?
Ich hab ein‘ roten Knopf
Mit einem Totenkopf
Wenn ich ihn drücke, dann geht alles hoch am Block

Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um bring euch alle um
Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um bring euch alle um
Boom Boom Boom Boom

Meine Vorfahren haben wie (wild Scheine? Wildschweine?) gejagt
Jetzt lebe ich mit Barbaren, die tun was die Bildzeitung ihn‘ sagt
Ihr Partypatrioten
Seid nur weniger konsequent als diese Hakenkreuz-Idioten
Die gehn halt noch selber ein paar Ausländer töten
Anstatt jemand zu bezahln, um sie vom Schlauchboot zu treten
Die Welt zu Gast bei Freunden und so
Du und dein Boss ham nix gemeinsam bis auf das Deutschlandtrikot
Ich hab noch nie so treue Sklaven gesehen
Die bereit sind für mehr Arbeit auf die Straße zu gehen
Und Promis treten für die Truppen in Afghanistan auf
Wo sind bloß die Terroristen, wenn man sie grade mal braucht?

Soll ich dich *stich*?
Willst du das *piu piu*?
Wie wärs mit *ratata*?
Oder lieber *boom*?
Ich hab ein‘ roten Knopf
Mit einem Totenkopf
Wenn ich ihn drücke, dann geht alles hoch am Block

Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um bring euch alle um
Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um bring euch alle um
Boom Boom Boom Boom

Der Lynchmob ist krank vor Neid
Auf das 5-Sterne-Hotel im Asylantenheim
Der Lynchmob hat keinen Cent im Portemonnaie
Egal ob Merkel nun ein Minirock oder Kopftuch trägt
Ihr könnt im Wahllokal ankreuzen, wer den Puff besitzt
Es bleiben immer die gleichen Freier, den ihr ein lutschen müsst
Denkt ihr die Flüchtlinge sind in Partyboote gestiegen
Mit dem großen Traum im Park mit Drogen zu dealen?
Keine Nazis – ihr seid brave Deutsche
Die sich nicht infizieren lassen mit der Affenseuche
K.I.Z. Selbstmordattentäter
Ich sprenge eure Demo und es regnet Hackepeter

Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um bring euch alle um
Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um bring euch alle um
Boom Boom Boom Boom

Deichkind – So`ne Musik (Official Video)

Yeah
Verkauf das letzte Hemd
für die Karten vom Konzert
Alle wolln den Abriss
gefedert und geteert
Wir haben euch vermisst
es ist viel zu lange her
Die Show kann jetzt beginnen
und alle nur so: Yeah

Atme die Musik, denn das ist wie Ritalin
DK ist zurück, mit wunderschönen Melodien
D-D-Die Kalotte clippt
und sie fangen an zu streamen
Immernoch die Gören
keine Chance sie zu erziehen
Nicht so wie Jay-Z, wir benutzen AutoTune
Wir laden es ins Netz
denn sie lieben den Konsum
Silly Walk Access, völlig ungeniert
Wir agieren Sozigruppen orientiert
Don Perignon und da macht die Buddel PENG
Der Jumbo aus dem Game kommt aus de lamane
Wir müssen nichts erklären
denn das ist unser Slang
Du hängst in deiner Gang

aber wir hängen mit Sven

Und auf einmal hörst du:
So’ne Musik
Aus dem Kinderzimmer
Beim Gerätetraining
Wer macht denn heute noch:
So’ne Musik
Bei der Stellensuche
In der guten Stube
Endlich läuft mal wieder:
So’ne Musik
Auf der Party neulich
Beim Guerilla schaukeln
und aus dem Auto ballert:
So’ne Musik
Beim Elternabend

Beim Katerfrühstück

und im Oval Office

klatschen

Dann bist du ausgeloggt
von den Freaks und dem Smog
Ob ChilliCheese Pop oder heftigster Mosh
Erschaff deine Welt darin fühlst du dich safe
Kost ’n bisschen Geld aber is ja nur Geld
Soundtrack of your life
wird gepumpt mach es laut
Der zerrockte Clown, zerfeiert euch zu Staub
Wir zelebrieren den Krach
danach smashen wir Gitarren
Wir holen die Tröten raus
und fallen völlig aus dem Rahmen

Lalalala Bumm – die Musik geht aus dem Lime
Wie Primaten kloppen wir auf Stock und Stein
Drücken die ganze Nacht auf die 808
Bauen uns Papierflieger aus Noten von Bach

So’ne Musik
Beim Reifen wechseln
auf der Tourie-Meile
du hast richtig Bock auf:
So’ne Musik
Beim pubertieren
In der Mitlife-Crisis
denn deine Seele braucht:
So’ne Musik
Im Hobbykeller
Beim Klinkenputzen

In der Tagesklinik
So’ne Musik
Bei der Weiterbildung
In der Todeszone
Der ganze Laden feiert

Verkauf das letzte Hemd
für die Karten vom Konzert
Alle wollen den Abriss, gefedert und geteert
Wir haben euch vermisst, es ist viel zu lange her
Die Show kann jetzt beginnen und alle nur so
Yeah

DIE AERONAUTEN – Gegen Alles

Ich seh sie kommen
und ich weiß
nun wird alles gut.
Das goldene Schwert der Ungerechtigkeit
schlägt unerbittlich zu.

Lebt wohl, liebe Freunde!
Wir werden uns wiedersehen.
Vielleicht in einem anderen Leben
doch ich muss mit ihnen gehen

auf den Kreuzug
gegen alles, was schlecht ist
gegen alles, was gut ist
gegen alles, was schön ist
gegen alles, gegen alles,
gegen alles auf der Welt.

Ich wollte noch etwas nettes sagen,
doch ich wusste nicht mehr was.
Ich zog mir meine Jacke an
und leerte mein Glas.

Ich sah sie draußen vorbeireiten
und sie riefen mir: „Komm!“
Ich wollte noch etwas zum Abschied sagen,
doch sie zogen mich davon.

Lebt wohl, liebe Freunde.
Liebe Freunde, lasst mich gehen!
Denn sie reiten immer weiter
und sie bleiben niemals stehen

auf dem Kreuzug
gegen alles, was schlecht ist
gegen alles, was gut ist
gegen alles, was schön ist
gegen alles, gegen alles,
gegen alles auf der Welt.

Und alles wird gut.

K.I.Z. – Geld essen (Official Video)

Part 1: Werde Zeuge wie K.I.Z. übers Land zieht, mit vier-Sack-Antrieb,
du brauchst street-credibility und lässt dir Kugeln implantieren,
du hast Fans ich Jünger die vor deinem Studio explodieren,
du heulst ‚rum wenn einer Nutte oder Hurensohn sagt,
bist neidisch weil ich deine Alte mit’m Nudelholz jag,
was würden wir tun wenn wir diese Fans nicht hätten,
die das dritte Album kaufen auf dem wir ausschließlich über Schwänze rappen,
wir wollen Liebe und Scheine,
K.I.Z. ist Untergrund dann schließ dich in dei’m Keller ein
und denk du hast uns für dich alleine,
Frauen rufen an ich lege auf wie mein DJ,
setze mich setze mich an den Computer und check mein she-males,
rockstars bloß ohne Klampfe und H,
rappt ruhig über Waffen und Geld
doch es geht nur noch um Punchlines und Steaks,
Schwänze draußen bis zur letzten Melodie,
man sagt die guten sterben jung, doch die besten sterben nie…

Hook: Wir haben das Land gefickt,
steh’n auf der Bühne mit leerem Bauch und der Hand im Schritt,
Ich habe euer Maul gestopft aber meins noch nicht,
euer Maul gestopft meins noch nicht,
was bringt uns der Respekt wenn wir nix verdienen,
wir haben ausgestopfte Rapper über unser’m Kamin,
ich habe Hunger, ich habe Hunger,
ich will Geld essen, Geld essen,

Part 2: Diese Mordattentate sind eine Heuschreckenplage,
Kugeln treffen mich nicht weil ich 70 Goldketten trage,
Nach der Autobombe setz ich mich wieder zusamm‘
um ins Studio zu kommen nehm ich heut lieber die Tram,
Ich bin unbeliebt, seit dem ich beim Bunker unterschrieb,
mach ich menschenverachtende Untergrundmusik,
mir ist Scheißegal, ob sich dieser Mist verkauft,
Rapper flüchten auf Klo, kacken ihr Rückgrat aus,
Strippoker um dein Leben, mit deiner Frau im Garten,
ich nehme sie von hinten und schau ihr in die Karten,
sie sagt sie würd sich vor dei’m Fischstäbchen ekeln,
deine Oma möchte mir ein Strick für dich häkeln,
deine Mama wird gebumst bis sich dein Vater verfärbt,
70 Männer in ihr drin, ein trojanisches Pferd,
Opfer bring mir ein Drink, sei ein nützliches Kind,
deutscher Rap weckt meinen Beschützerinstinkt…

Hook: Wir haben das Land gefickt,
steh’n auf der Bühne mit leerem Bauch und der Hand im Schritt,
Ich habe euer Maul gestopft aber meins noch nicht,
euer Maul gestopft meins noch nicht,
was bringt uns der Respekt wenn wir nix verdienen,
wir haben ausgestopfte Rapper über unser’m Kamin,
ich habe Hunger, ich habe Hunger,
ich will Geld essen, Geld essen,

Part 3: Wir haben einen Pakt mit dem Teufel unterschrieben – ohlala,
frag mich wie dein Album ist – so lala,
das ist meine letzte Nacht, licht auf mich ich hol den Sack raus,
früher gab’s für sowas Ritalin, heute Applaus,
du musst es echt halten, trag nur noch Kleider und schmink dich,
das Licht im Bunker macht meine haut blass und ich bräune mich im Blitzlicht,
all diese Rapper sind Schlangen, sie nehmen Eier in den Hals,
ich komm nicht mit vor die Tür, wir gehen gleich in den Wald,
das ist freie Gewalt ich kämpfe für rohe Liebe,
zum Glück für dich ist der Rest meiner Leute im Zoo geblieben,
ich guck nicht länger zu während der Rest von euch abkassiert,
als ich klein war habe ich auf Catwomen masturbiert,
wir sind ’ne Boygroup, der Bunker ist nur Tarnung,
Groupies werden ohnmächtig, ich mache Arsch-zu-Mund-Beatmung,
Meiner Lehrer haben gesagt ich wär ein fauler Spasst,
doch heute schreien die Nutten „Jaa“ wie im Sportpalast,

Hook: Wir haben das Land gefickt,
steh’n auf der Bühne mit leerem Bauch und der Hand im Schritt,
Ich habe euer Maul gestopft aber meins noch nicht,
euer Maul gestopft meins noch nicht,
was bringt uns der Respekt wenn wir nix verdienen,
wir haben ausgestopfte Rapper über unser’m Kamin,
ich habe Hunger, ich habe Hunger,
ich will Geld essen, Geld essen,

K.I.Z. – Abteilungsleiter der Liebe (Official Video)

Grauer Tag, grau wie mein Macintosh.
Ich rede mit meinem Auto wie David Hasselhoff.
Doch mein Audi A6 will mir nicht helfen
Eine Träne fällt auf die silbernen Felgen.

Ich hab so Angst und ich rauch noch eine, (5 vor 8)
Ich muss in den Aufzug steigen.
Ich hab versucht ein Boss wie Captain Kirk zu sein
Ich hör sie im Fahrstuhl schon Happy Birthday schrein.
Um möglichst dieses Gefühl jetzt in Worte zu fassen
Die Kollegen haben mir eine Torte gebacken.

Denn ich bleibe auch in Zeiten der Krise
Abteilungsleiter der Liebe.
Ich bleibe auch in Zeiten der Krise
Abteilungsleiter der Liebe.
Ich pust die Kerzen aus und ich ernt Applaus.

Mein Herz wär fast erfrorn, doch hier wärmt es auf.
Wir hatten schwarze Zahlen, wir hatten rote Zahlen.
Zum Abschied bekommt jeder einen Schokohasen.
Wer von euch weiß was outzusourcen heißt
Es bedeutet das ihr rausgeworfen seid.
Doch auch wenn ich dich jetzt entlasse

Koch mir noch ein letzten Kaffee.
Doch auch wenn ich dich jetzt entlasse
Koch mir noch ein letzten Kaffee.
Denn ich bleibe auch in Zeiten der Krise

Abteilungsleiter der Liebe.
Ich bleibe auch in Zeiten der Krise
Abteilungsleiter der Liebe.
Hey Leute, das hier tut mir jetzt mehr weh als euch.
Ich meine… Ihr. Ihr verliert nur ein Job.

Ich… Ich verliere Freunde.
Aber wie schon Spiderman sagte:
Große Macht bringt auch große Verantwortung mit sich.
Ich weiß noch wie ihr kleine Küken wart, die ich am
Wegesrand aufgesammelt hab.
Und jetzt seid ihr große stolze Wildgänse.
Fliegt, fliegt, fliegt!
Denn ich bleibe auch in Zeiten der Krise
Abteilungsleiter der Liebe.
3x Ich bleibe auch in Zeiten der Krise
Abteilungsleiter der Liebe.

Pink Floyd – Us and Them

Us and them
And after all we’re only ordinary menMe and you
God only knows it’s not what we would choose to do“Forward!“ he cried
From the rear
And the front rank died
And the General sat
As the lines on the map
Moved from side to side

Black and blue
And who knows which is which and who is who?

Up and down
And in the end it’s only round and round and round

„Haven’t you heard
It’s a battle of words?“
The poster bearer cried.
„Listen, son,“
Said the man with the gun,
„There’s room for you inside.“

„Well, I mean, they’re gonna kill ya, so like, if you give ‚em a quick sh…short, sharp shock, they don’t do it again.
Dig it? I mean he got off light, ‚cause I could’ve given ‚I’m a thrashin‘ but I only hit him once.
It’s only the difference between right and wrong innit? I mean good manners don’t cost nothing, do they? Eh?“

Down and out
It can’t be helped but there’s a lot of it about

With, without
And who’ll deny it’s what the fighting’s all about?

Get out of the way,
It’s a busy day
And I’ve got things on my mind
For want of the price
Of tea and a slice
The old man died

Marteria – Kids (2 Finger an den Kopf) (Official Video)

Alle haben ’nen Job — ich hab Langeweile!
Keiner hat mehr Bock auf Kiffen, Saufen, Feiern
So ist das hier im Block, Tag ein Tag aus
Halt mir zwei Finger an den Kopf und mach:
Peng! Peng! Peng! Peng!

Alle spielen jetzt Golf, jeder fährt Passat
Keiner tätowiert sich Wu-Tang auf’n Arsch
Keiner tanzt mehr Moonwalk seit Michael Jackson starb
Alle auf Salat — keiner mehr verstrahlt
Jeder macht Diät — niemand isst mehr Fleisch
Niemand hat ’nen Trichter — alle saufen Wein
In der guten alten Zeit war’n alle Donnerstags schon breit
Ich sitz‘ auf’m Sofa, rauch das ganze Zeug allein
Alle sind jetzt „Troy“ niemand geht mehr raus
Keiner kämpft mehr bis zum „Endboss“ — alle geben auf
Jeder geht jetzt joggen, redet über seinen Bauch
Bevor die „Lila Wolken“ kommen sind alle längst zuhaus‘

Jeder glücklich Zweiter, keiner mehr Verlierer
Keiner geht mehr klauen, freundlich zum Kassierer
Alle ziehen aufs Land in die große Stadt nie wieder
Silbernes Besteck — Goldener Retriever
Alle mähen Rasen, putzen ihre Fenster
Jeder ist jetzt Zahnarzt — keiner ist mehr Gangster
Keiner fälscht mehr Stempel — alle gehen schwimmen
Jeder steht jetzt auf der Liste — niemand geht mehr hin
Keiner will mehr ballern, treffen um zu reden
Keiner macht mehr Malle, alle fahren nach Schweden
Jeder liebt die Bayern, vor’m Essen beten
Leben die kleinen Träume, verbrennen die großen Pläne

Randale und Krawall, die Zeiten sind längst vorbei
Wo sind meine Leute hin, die waren früher überall
Was all die anderen starten sieht wie ne Landung aus
Und die Welt sie dreht sich weiter nur nicht mehr ganz so laut

(Peng! Peng! Peng! Peng!)

ALLIGATOAH – Willst Du (Official Video)

Album ‚Triebwerke‘

Wie man eine Liebe maximal romantisch lebt,
Will jeder wissen, keiner hilft uns, Fair play
Gott sei dank gibt es Film und Fernsehen
Da, wo ich meine Bildung her nehm‘
Glaub mir, das wird super, für deine Story hab ich schon den Grund
Weshalb du in deiner Jugendphase wutgeladen bist
Dein Papa kam nicht zu deinem Schultheaterstück
Bei mir finden wir schon was, wo der Schuh gerade drückt
Wir kennen uns seit X Jahren
Du brauchst jetzt nix sagen
Ich wollt dich fragen, wollen wir den nächsten Schritt wagen?
Willst du mit mir Drogen nehmen?
Dann wird es rote Rosen regnen
Ich hab’s in einer Soap gesehen
Willst du mit mir Drogen nehmen?
Komm, wir gehen,
Komm wir gehen zusammen den Bach runter
(Komm) Komm, wir gehen,
Komm wir gehen zusammen den Bach runter
(Komm) Komm,

Vierkanttretlager – Gib dem Leben keinen Sinn

Das Sein ist kurz
Kein Weg mehr lang
Wir hören auf neu anzufang‘
Steh nie mehr still
Sag nie mehr nein
Sei stolz genug um Mensch zu sein
Um Mensch zu sein

Nackt und schön und ohne Schmerz
Stich dieser Zeit mitten ins Herz
Ohne Ziel und ohne Zweck
Zieh dieser Zeit die Beine weg
Nur ohne Zwang lockt der Gewinn
Gib deinem Leben keinen Sinn
Nur ohne Zwang lockt der Gewinn
Gib deinem Leben keinen Sinn

Schäm dich nicht für die Momente
Die jeder liebte wenn er könnte
Du musst nicht kämpfen, musst nicht schreien
Sei stolz genug um Mensch zu sein
Sag nie du weißt genau wohin
Gib deinem Leben keinen Sinn
Sag nie du weißt genau wohin
Gib deinem Leben keinen Sinn

Nackt und schön und ohne Schmerz
Stich dieser Zeit mitten ins Herz
Ohne Ziel und ohne Zweck
Zieh dieser zeit die Beine weg
Nur ohne Zwang Zieh dieser Zeit die Ohren lang
Wir machen jetzt das Beste draus
Fahrn diese Zeit ins Krankenhaus
Ins Krankenhaaaaa – ins Krankenhaus

LOVE A – 100.000 Stühle leer

Mauern, Fenster, Gründe
Lichter und Stimmen und Hass
Schaufenster und Wünsche
Aber leider auch Gestank

Man muss nicht alles mögen
Man muss nicht alles ändern wolln
Man würde gern verstehen
Man würde gerne weghören können

Träume und Gräben und Tote
Heimweh und Briefe und Angst
Große Ziele, kleine Sünden
Aber leider niemals Dank

Man muss nicht alles mögen
Man muss nicht alles ändern wolln

Wenn man sie kennt, kann man getrost die Regeln brechen
Weil die meisten doof sind, fällts uns gar nicht schwer
Nur wer mal aufgestanden ist, der darf sich setzen
Und darum bleiben hier so viele Stühle leer

Darum bleiben hier so viele Stühle leer

Väter, Jugend und Zweifel
Könner und Stümper und Zank
Helle Nächte, trübe Tage
Aber irgendwie auch Punk

Man muss nicht alles mögen
Man muss nicht alles ändern wolln

Wenn man sie kennt, kann man getrost die Regeln brechen
Weil die meisten doof sind, fällts uns gar nicht schwer
Nur wer mal aufgestanden ist, der darf sich setzen
Und darum bleiben hier so viele Stühle leer

Darum bleiben hier so viele Stühle leer

Shaban & Käptn Peng – Kündigung 2.0

Dieser Bus fährt falsch, denn der Fahrer ist geblendet,
hiermit erkläre ich diese fahrt für beendet. ich
steige aus bitte öffne die Tür (NEIN!)
Ich zähl bis drei, danach trete ich die Tür ein
mit einem gereimten Bein; ich nehm mich selber huckepack und laufe querfeldein. Ich
steche in See und verlasse den Hafen
und werde endlich wieder unter freiem Himmel schlafen. Er
ist befreit nach zerplatzen der Blase
Ich teibe aus mir kommmen Blumen aus der Nase. Ich
teleportiere mich den Rest zu Fuß
und schenke meinem Schatten einen letzten Gruß. Ich falte Uhrwek-Origamis aus einem Ziffernblatt.
Ich entfalte mich und ich streiche mich glatt um auf mir zu schreiben,
denn ich bin ein Manuskript, das nur wenn man es rückwärts liest einen Sinn ergibt. Ich
hab mich übersetzt, denn ich war codiert. Ich
war verschlüsselt und ich hab mich dechiffriert. Bis sich
Koordinaten ergaben. ich habe keine Zeit um lang in eurem Garten zu warten.
Bis jemand kommt und mir sagt wo ich lang muss (DA!). Ich
bewerfe euch mit einem 7kilo-Handkuss;
zerbrösele mein Gesicht mit dem Kopf. Ich zerbreche die Decke, spring aus dem Stand in den Stock der
Chefetage. werd mich vor die Vorgesetzten setzen um ihre Knebelverträge mit den Zähnen zu zerfetzen.
(Ach ja?! Ihren Job könn‘ sie vergessen!!)
Mir egaal, dann werd ich eben Espenlaub essen.
Mich in den Regen legen, betteln, und in
Lumpen laufen. Von der
Hand leben, nur das Nötigste kaufen. Doch
zu lang hab ich getanzt auf einer Party von Henkern.
Die Stimm’n in mir drin woll’n eure Party jetzt entern. Ich
war getarnt, habe alle Spiele mitgemacht. Bei
allen Witzen, die gerissen wurden mitgelacht. Doch ich verstummte,
denn ich verstand die Pointe. Der Witz ist dass ihr garkeinen Witz macht. Wie konnte
ich nur so lange diesen ganzen Mist nicht verstehn. Ihr sagt
ihr seid für, doch ihr seid gegen das Leben.
Ihr labert was von Darwin und ihr denkt ihr habt verstanden.
Der starke hat das Recht alle Schwachen zu misshandeln. Er
hat das Recht mit den Lebenden zu handeln. Der Starke hat genomm’n,
doch vergaß sich zu bedanken.
Ich möchte mich hiermit bei euch entschuldigen.
Doch hab ich bereits erwähnt ich bin gekommen um zu kündigen.
Will mit euren „Heiligen“ sündigen und euren „König“ samt seinen Verbündeten entmündigen.
Arriverderci, adieu und bis später.
Salute, cincin, prost ich geh mal. vergesst mich, ersetzt mich.
ich war nie hier. ich bitte euch hiermit mich zu exmatrikuliern. Ich
spielte eine Rolle, die Kultur hat mir souffliert:
Ich hab nicht die Form, die Form hat mich formuliert und so muss ich gehn
und die Autoren von mir deuten;
mein Buch umschreiben und neue Zeilen zeugen:
zwischen wilden Silben schlafen und den Weg verlassen
um in einer neuen Sprache mein Leben zu verfassen.

 

Download PDF