Wo sind die Utopien?

Wo sind die Utopien? Die Mächtigen haben uns erfolgreich dahin gebracht, dass wir nix mehr fordern und froh sind, dass sie uns beschützen. Weil uns unbekannte böse Menschen angreifen. Und nun kuscheln wir uns an den Staat, die Nation. Irre.

 

Widerwillen gegen die mediale Vereinnahmung, gute Sache. Damit gehörst du zu uns, den Guten, denen die kritisch und dagegen sind. Ach, auch diese Vereinnahmung läßt du dir nicht gefallen? Bist du ein Autonomer oder was? Weiter machen.

Habe versehentlich schon wieder auf Facebook was geschrieben. Dabei war ich wild entschlossen, keinen Quatsch aus Langeweile zu posten und keinesfalls mit Leuten irgendwelche Diskussionen anzufangen. Tja. Macht halt einfach so viel Spaß. Leider geil. 

Memo an mich selbst – nie auf Facebook etwas live schreiben. Immer den (offline-)Editor verwenden und auf meinem eigenen Blog veröffentlichen. 

Nun ist es nämlich eine Menge Arbeit, sowas zu transferieren. Stupido! Dabei habe ich doch den Blog, damit meine Inhalte weiter für mich verfügbar sind, während FB längst ein toter Saurierknochen in der Wüste ist. Absehbar verschwinden all diese Werbe-Schleudern auch wieder von der Bildfläche, und mit ihnen der nutzergenerierte Content. Habe ich schon einige Male so erlebt. Egal.

Memo an mich selbst – kein Online Editor, kein Drag-n-Drop.

Vorhin versehentlich eine komplette Installation von eine Python-Programm hoch geladen, mußte das dann alles einzeln händisch über die Web-GUI löschen, das war ziemlich unerfreulich. AJAX ist nett, aber oft unkontrollierbar und unbedienbar. Wie es heute ist eher keine gute Idee. Wobei manches schon sehr cool ist an Interaktivität, ich weiß vermutlich zu wenig drüber und bemerke es nur da, wo es total nicht funktioniert und mich mit dem Verschwindenlassen längerer Texte oder dergleichen plötzlich frustriert. Zurück zum FB-Post. War eher die Abschweifung, dieses. 

Ich kann es nicht mehr hören/lesen. Individuelle Befindlichkeiten und Wahrnehmungen werden pauschalisiert und auf Dritte oder am besten gleich auf die ganze Gesellschaft projiziert. Und dann am besten noch ein Feindbild generieren: „Wir“ gegen „Die“.
Kotzt mich in den Leitartikeln und Kolumnen schon an.
„Wir haben Angst“,“ Die Mächtigen haben uns…“ usw.
Nein! Ich sehe und fühle das komplett anders.
Du bist doch Psychologe,Martin,ich hab dich bis jetzt immer als differenzierter wahrgenommen.
Was soll der Scheiss?😃
P.S.: Schöne Feiertage!
Martin A. Wild

Pink Floyd Us and them. Gebe dir recht, Polarität macht un-einig. Die Verteilung der Macht und der Dinge, das wurde gezählt und ist somit ein Fakt, wenn es noch welche gibt. Meine Undifferenziertheit ist hart erarbeitet 😉 und danke für die Replik <3

EDIT: Es tauchte die Frage auf, gibt es „wir“ und „die“ überhaupt.
Und es ist ein Musik-Post geworden mit Kritik an den Verhältnissen, die recht weit weg vom ‚gesunden deutschen weißen Menschenverstand‘ formuliert ist.
Beste neue Band der letzten 1000 Jahre, was ich so live gesehen habe. Ich habe mir die LP auf Vinyl gekauft, dabei habe ich keinen Plattenspieler. <3
 
Ein „die“ gibt es, wenn ich ein „wir“ generiere, automatisch. Sobald ein Ziel gesteckt wird, gibt es Leute, die auch da hin wollen (=“wir“) und unweigerlich auch Leute die meinen, da dürfe man nicht hin (=“sie“). Wer mir im Weg steht, erfährt natürlich, wie ich mit sowas umgehe. Konflikt ist nicht vermeidbar.
„Sieh, dass du Mensch bleibst. Mensch sein ist von allem die Hauptsache. Und das heißt fest und klar und heiter sein;
ja heiter, trotz alledem.“
-Rosa Luxemburg-
Stimmt ja alles, aber:
Bin halt eine böse alte schwarze Seele. Weißt du doch. Und: Erst heiter trotz alledem, dann Kugel im Kopf von den Schweinen. Sag nicht, KPD gegen NSDAP wäre irgendwie aus individuellen Befindlichkeiten heraus und lediglich Projektion gewesen …
Da kommt mensch nicht drum rum – bloß weil wir so nicht sind, trauen wir denen den Massenmord nicht zu. Und danach: Leider vergast. Es ist nicht schlau, den Kopf in den Sand zu stecken, die Fresse zu halten. Oder sich nach Hippie-Hausen zu verkiffen. Die Menschheit, das ist keine nette Party (auch wenn es mal so sein kann/könnte), sondern halt auch Gemetzel und fies. Wer was wieso nicht mehr hören kann, ist mit schnurzegal.
Unbeschreiblich. Muss mensch gesehen haben. Und Beschwerden bitte an meinen Assistenten 😉

Und jetzt mal nach vorne. Mehr gute Musik, bitte.

Seeed – „Aufstehn“. Positive Vibrationen. Tanzen. Lachen. Kämpfen. Lieben. Das Leben ist es wert, in vollen Zügen gelebt zu werden, hier & jetzt.

Hier eine Playlist mit überwiegend fröhlicher und widerborstiger Musik.

Fanny van Dannen – Räumliche Distanz

Wenn man so rumsitzt und sich so umschaut
Sieht man die Welt rings umher
Und wenn sie schön ist benimmt man sich so
Als ob man ein Teil von ihr wär
Wenn man so rumsteht und sich so umschaut
Fällt vielleicht wieder mal Schnee
Und es wird Abend, wo ist die Liebe
Ist sie da wohin ich jetzt geh

Während du lachst sind viele andere traurig
Und wenn du stirbst werden viele einen Orgasmus haben
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Man kann seine Schönheit verkaufen
Und mancher verkauft sein Geschick
Man kann seine Kraft verkaufen
Und manche verkaufen ihr Glück
Manche verkaufen Geheimnisse
Manche nehmen sie mit ins Grab
Ich verkaufe meine Liebe
Das Beste was ich hab

Während du schläfst haben andere Hunger
Und während du frühstückst bringen andere sich um
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Wenn man so rumläuft und sich so umschaut
Sieht man vielleicht was – wer weiß
Und es wird morgen, ist das die Freiheit
Fragst du sie nach ihrem Preis
Was ist das Gegenteil von nichts
Hab ich dich einmal gefragt
Ist es etwas, oder alles
„Küss mich“ hast du gesagt

Während du verliebt bist sind andere völlig verzweifelt
Und während du verwöhnt wirst werden andere von Bomben zerfetzt
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Während du lachst sind viele andere traurig
Und wenn du stirbst werden viele einen Orgasmus haben
Das hört sich schlimm an – ist es aber nicht ganz
Denn zum Glück gibt es die räumliche Distanz

Fanny van Dannen – So enttäuscht vom Leben

Ach, ich weiß nicht, was stell‘ ich mir vor? Also ich mache nie große Pläne.
Wenn was schief geht versuch‘ ich’s noch