Sich nehmen dürfen, was man braucht

Kardinal Frings und seine Silvester-Worte 1946, als Kohle klauen in Deutschland notwendig war, um zu überleben:

Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder Bitten, nicht erlangen kann.

Christliche Soziallehre, ein Thema für sich. Wann war das je anders, wann war der Selbsterhalt je Sünde — „Stehlen“, das ist ja ein soziales Urteil darüber, wer was wie benutzen darf. Christlich gedacht: Alles gehört Gott, die Menschen sind Nutznießer und Gestalter dieser Welt, aber sie sind niemals auf Dauer die Eigentümer, auch wenn dem Kaiser zu geben ist, was des Kaisers ist, wie Jesus das formuliert. „In den Häusern der Reichen liegt das geraubte Gut der Armen“ (Jesaja), diese Kritik ist direkt von Gott durch die Propheten formuliert worden. Die Umverteilung von der Allmende (alles gehört allen zur gemeinsamen Nutzung) hin zu dem Zustand von „1% besitzen praktisch alle Eigentumsrechte“ – das System startet mit Privatisierung – die sogenannte „ursprüngliche Akkumulation“ als Grundlage für Besitz, Eigentum und erbliche Macht ist nichts anderes als Diebstahl an der Allgemeinheit, und der Prozess der Verwandlung von ALLEM in Ware macht vor nichts und niemandem halt. Ein Mensch, das ist in absehbarer Zukunft ein zahlender Nutzer der Systemleistung „Atemluft“ des privatisierten Bio-Systems Wald – wer nicht zahlt, soll auch nicht atmen – schöne, neue Welt. Privatisierung ist Diebstahl an der Allgemeinheit, allgemeiner formuliert: Eigentum ist Diebstahl. Schön am Imperialismus bzw. Kapitalismus, raubtierhafte mörderische Gewalt bei der Aneignung von Allgemeingut – Öl, Gas, Bodenschätze, Natur, Land – und Sklaverei in der Produktion – es wird zwangsläufig da produziert, wo die jeweilige Arbeitsleistung am Billigsten gekauft werden kann – sowie die Kriege, um Kontrolle über die Politik (und damit die Beuteverteilung) zu erhalten … all das ist durch die Kette von mit Geldtransfers verknüpften Interaktionen schön sauber getrennt vom Verbraucher, das liegt nicht in unserer Verantwortung (gemeint ist: Dafür zieht uns niemand juristisch erfolgreich zur Verantwortung, wir dürfen das). Niemand ist je verantwortlich für die Greul, die das Wachstum erforderlich macht. Und niemand will zugeben, dass es eigentlich absurd ist, wie wir mit dem Planeten umgehen, ein Paradies könnte das sein, und wir machen die Hölle daraus. Ob es legitim ist, zum Überleben auch Dinge zu nehmen, die einem nicht gehören — wenn es anders nicht geht, stellt sich die Frage nicht. So wie Flucht – es ist legitim, das eigene Leben durch Bewegung weg von Krieg und Not zu sichern — und nicht illegal in einem Staat, der die Menschenrechte anerkennt. Praktisch ist da vieles im Argen, weil das Eigentum nicht gut geregelt ist (gut im Sinne von ‚wirkt sich positiv aus auf das planetare Gemeinwohl‘). Ich bin gespannt, ob eines Tages da mal global bessere Regeln installiert werden. Und von wem. Na, lassen wir das. Es geht mir gerade um Politik auf der Basis von Werten (Religion).

Gefordert gehört: Alles für Alle, und zwar sofort! Jeder andere Zustand ist ungleich, diskriminierend, verletzt die Menschenwürde: Ich darf das, du nicht, weil. Und wieso nicht, das ist ganz willkürlich. Weil schwarz, Frau, Untermensch. Genauer hin geschaut, die letztliche Begründung von Macht ist stets physische Gewalt, das Recht des Stärkeren. Wenn du nicht folgst, dann passiert was. Perfide am System, wie es heute daher kommt: Die Identifikation mit dem Aggressor ist weit voran geschritten, jeder ein Unternehmer, alle Interaktionen hierarchisch strukturiert, die Strukturen der Ungerechtigkeit sind selbstverständlich und unhinterfragbar.

Natürlich gibt es Reiche und Arme, das war schon immer so. Natürlich werden Menschen eingesperrt. Natürlich geht es nicht gerecht zu in der Welt. Kind, gewöhn‘ dich daran. Nichts daran ist natürlich, nur so nebenbei.

Wie extrem es ist, wissen die Menschen nicht, und wollen es auch nicht sehen. Sie wollen – wenn die ersten Hürden auf dem Weg zu moralischer Flexibilität gemeistert wurden, was ich nicht so recht gepackt zu haben scheine – lieber selbst reich werden, die Seiten tauschen (falls es ihnen dämmert, dass es da Seiten gibt), einmal am längeren Hebel sein. Sowieso erstmal durch kommen. Erst das Fressen, dann die Moral. Stimmt. Bloß, auch dann ist Moral was für die anderen. Der Ehrliche ist der Dumme. Drum ist niemand ehrlich. Sich nicht mehr zu nehmen, als einer auch braucht, und damit verantwortlich umzugehen – das ist für mich moralisch angemessenes Handeln. Karma-technisch gar nicht dumm.

Eigentum verpflichtet, wenn man das Ernst nimmt, ich meine es kommt dabei vielleicht und idealerweise eine Art Indianer-Kommunismus-Hippie-Anarchie raus:

  1. es wird der Einzelne in Zukunft ausnahmslos nicht mehr als das nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig braucht und was er gerade benutzt, um seine Arbeit auszuführen – jedem nach seinen Bedürfnissen
  2. es wird der Einzelne in Zukunft das tun dürfen, was er kann – jeder nach seinen Fähigkeiten – und aus sich heraus notwendig tun muss – jeder nach seiner Eigenart
  3. es wird sich alles danach richten, wie Leben in Liebe und Frieden gelingen kann

Soweit meine Predigt für heute 😉

Vielleicht noch, wieso „Liebe“ und „Frieden“? Wenn Verteilungskämpfe zwecklos sind, weil alles perfekt und dynamisch verteilt ist und alle mehr als genug haben, stellt sich Zufriedenheit ein, theoretisch. Krieg lohnt sich dann nicht. Muss mensch also mit Frieden klar kommen. Ob das angenehm ist, sei dahin gestellt. Da kommt Liebe, also das gemeinsame Projekt, die Verbindung zu allem anderen, ins Spiel. Das Leben ist schön durch Glück, und Glück ist ein soziales Erlebnis. Die Frage nach dem Brutto-Sozial-Glück dreht sich um Wohlstand, Liebe, Frieden und Selbstverwirklichung.

Alle anderen Fragen sind technisch lösbar – nicht aber die Sinnfrage. Da ist logischerweise das Gefühl gefragt, um eine befriedigende Antwort zu gestalten. Objektiv ist da nichts festgelegt, wie Dinge zu tun sind, wohl aber, was zu suchen wäre. Die Bedürfnis-Pyramide, Motivation, Wille.

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Buch: André Gorz – Wissen, Wert und Kapital

das geradezu totalitäre vorhaben des kapitals, sich der menschen bis in ihre denkfähigkeit hinein zu bemächtigen, und der widerstand, den letztere gegen diese instrumentalisierung ihrer selbst leisten, sind eine neue, zugleich diffuse und radikale form des klassenkampfes. sie entwickelt sich dort, wo wissen erzeugt, geteilt, gelehrt, bewertet, privatisiert oder vorenthalten wird. dort, wo das kapital es dadurch beherrscht, dass es mit wissen den menschen zugleich auch unwissen und ein bewusstsein von unzulänglichkeit vermittelt: in den betrieben, im bildungs- und ausbildungswesen.

So ist das. Fundstück von Society of Control

Gorz ist interessant, mir gefällt die Analyse von Humankapital: Menschen werden durch Maschinen ersetzt. Manche kann man bisher schlecht ersetzen, die sind das Humankapital.

Was durch die „neuen Technologien“ bisher nicht substituiert werden kann, sind Tätigkeiten, die Kreativität erfordern, und solche, die auf Beziehung beruhen; Tätigkeiten also, bei denen sich Professionalität nicht durch das Umsetzen erlernter Verhaltensweisen beweist, sondern darin, dass aus einer verinnerlichten Haltung heraus gehandelt wird. Die Art und Weise, wie in derartigen Bereichen menschlichen Handelns vorzugehen ist, kann nicht in vermittelbare Anleitungen gegossen und deshalb auch nicht befohlen bzw. kontrolliert werden. Sie verlangt von den Erwerbstätigen ein Sich-selbst-Einbringen – eine Bereitschaft aktiv zu werden, die über die extrinsische Motivation, die sich aus den Belohnungen der Warengesellschaft ableitet, weit hinausgeht.

Von Streifzüge.org

 

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Friedrich „Muck“ Lamberty und die Neue Schar

Gerade las ich über Friedrich Lamberty. Kannte ich nicht, na so was. Hab‘ ein wenig drüber zusammen geschrieben.

„Das müssen wir, wenn wir ehrlich sind, uns eingestehen und auch denen sagen, die noch an uns oder diesen Weg glauben. Unsere Aufrufe waren Aufrufe zum Rausch und unser Rufen nach Tiefe hatte oberflächliche Gefühlsschwelgereien zur Folge. Wir waren selbst schuld daran.“

So reden die, die sich abgekehrt haben vom sinnlosen Party-Machen und nun natürlich ebenfalls selbst schuld sind. „Tut uns leid, war nix mit dem tiefsinnigen Zeugs, wir waren nur sinnlose junge Leute.“. Pah! Auf der Autobahn zur Hölle? Ich geh‘ zu Fuß. Aber der Reihe nach:

Lamberty, auch Muck genannt. Erst Rockstar, dann geschmäht. Schluß mit Lustig.
Lamberty, auch Muck genannt. Erst Rockstar, dann geschmäht. Schluß mit Lustig.

Lamberty war ein Freak, hat seinerzeit einigen Wirbel gemacht. War ja eine schwierige Zeit, die Leute waren verwirrt und in Not und einige gingen ziemlich irre ab, sage ich mal. „Inflationsheilige“. Geld war nix mehr wert und die Leute predigten Jesus und so.

Im Mai 1920 begann unter Führung von Muck-Lamberty eine Gruppe Jugendlicher von der Stadt Hartenstein im Erzgebirge aus einen Zug durch Franken und Thüringen. Erstes Ziel war das Pfingsttreffen der Wandervögel im oberfränkischen Kronach. Dort rief Muck zur Gründung der „Neuen Schar“ auf und zog anschließend mit der Gruppe über Coburg, Sonneberg, Saalfeld, Rudolstadt, Jena, Weimar, Erfurt und Gotha nach Eisenach zur Wartburg.[5] Muck beschrieb den „Zweck der Wanderung: Sammlung aller jungen Menschen und Kampf für die Volksgemeinschaft gegen alles Gemeine, gegen Ausbeutung.“[6]

Die „Neue Schar“ zog singend, tanzend und predigend durchs Land und verkündete die „Revolution der Seele“.[7] Sie strebten einen Zustand des „Schwebens“ an und praktizierten Selbsterfahrung in gruppendynamischen „Thing“-Sitzungen. Gusto Gräser sprach an ihren Lagerfeuern, seine Gedichte schmückten ihre Flugblätter. Sie schliefen in der freien Natur, feierten in Kirchen, die sie mit Blumen und Zweigen schmückten, und verbreiteten auf ihrem Weg eine wahre Tanzeuphorie. Wie der legendäre Rattenfänger von Hameln zog Muck-Lambertys Gruppe erst hunderte, dann tausende von Menschen in ihren Bann.

Lamberty machte eine Art Tanz-Demo durch Deutschland und versuchte, ’ne Kommune zu gründen. Dann wurde ihm sexuelle Freiheit vorgeworfen, was wohl seinem Ruf arg abträglich war. Ganz grob zusammen gefaßt – und abgesehen von der ganzen Laberei von „Volk“ und „Seele“ und sonstigem Schmus wie Jugend, Seele, Natur, Reform und Handwerk.

Kommt mir bekannt vor, auf so Ideen kommen Menschen früher und auch morgen wieder, wenn Probleme da sind, die eine Art von Ausschwärmen und Lösungen suchen, die unkonventionell sind erforderlich machen. Dann spinnen sich Leute was zusammen, zum Beispiel gerne auch realitätsferne utopistische Gegensätze zur gesamtscheisse.

Zu viel Industrie, Krieg und Horror? Da wäre ja Frieden, Natur und Handwerk irgendwie schöner. Revolution aber zu blutig, also Reform. Geld nix wert? Dann könnte bloß noch Gott dich retten, also flott ultra-religiös werden. Zombie-Apocalypse? In dem Fall ist es egal, was der charismatische Anführer für einen Bullshit von sich gibt, solange er die Gruppe beisammen hält. Und letztlich nutzt es nichts.

Was bedeutet das letztlich? Hauptsache, es wird geglaubt.  An eine Veränderung, ein Einsehen, den sozialen Wandel. Gerade in der Krise wollen die Leute was zum Dran-Glauben. So wegen Hoffnung und Motivation und so. Wie bei der Trump-Wahl.

Ich liebe ja die Leute, die – idealerweise auf eine liebenswürdige Art und Weise – dafür Sorge tragen, dass es rund geht, mit Politik und Party. Wer das trennt, macht Politik unattraktiv. Kann ich nicht tanzen, dann ist es nicht meine Revolution. Aber die andere Seite sieht das anders: Rumtanzen, albern, wir machen hier Politik. Spaß hat damit nichts zu tun. Schluß mit Lustig. Aber niemand kann die Party stoppen.

Und ehrlich, wir Menschen wären schon längst ausgestorben ohne dieses verbindende Element von gemeinsamer rauschhafter Entgrenzung, was Grundbaustein menschlicher Kultur ist. Was uns wieder verbindet, wenn wir uns zuwider sind. Menschen, die sich kennen und lieben lernen und später teilweise Babies machen, also ich sage mal so, die Parties, die ich angezettelt habe, waren schon mit das Netteste, was ich auf diesem Planeten in sozialer Hinsicht so getrieben habe. War natürlich auch anderes im Spiel. Du willst immer nur ficken. Tja, und wer nicht. Bevor uns langweilig wird. Zurück zu Muck.

Ungefähr so. Der Muck.
Ungefähr so. Der Muck.

Der war auf jeden Fall ein Typ nach meinem Geschmack. Und die Mädels mochten ihn, aber es gab auch Zoff.

Ein weibliches Mitglied der Schar wandte sich – wahrscheinlich aus Eifersucht – an die Behörden und warf Muck vor, eine „Haremswirtschaft“ zu führen. Es kam zu einem Verhör, in dem Muck die gegen ihn erhobenen Vorwürfe unumwunden bestätigte und durch „die geschlechtliche Not der Frauen“ rechtfertigte.

Den Erfurter Pfarrer Adam Ritzhaupt, der Muck durchaus positiv gegenüberstand, wunderte das nicht: „Die starke erotische Stimmung lag ja offen zutage. […] Man denke doch nicht, daß diese Lieder und diese Bewegungen etwas anderes seien als Erotik.“

Die politische Dimension – es bildet sich eine größere Gruppe von herumziehenden, jungen Menschen mit gemeinsamer Ideologie, die sich selbst organisiert – ist spannend.

Zweck der Wanderung: Sammlung aller jungen Menschen und Kampf für die Volksgemeinschaft gegen alles Gemeine, gegen Ausbeutung.

Das klingt nun wieder sehr verdummend. Wander-Nazis. So war der aber nicht. Es hatte was von OCCUPY, eine Gruppe kommt und spricht sich aus und macht drei Tage lang Action, dann geht es weiter, alles umsonst und draußen.

Flugblatt der Neuen Schar
Flugblatt der Neuen Schar
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Teach your children how to hate

Buffy Sainte-Marie – Little Wheels Spin and Spin

Little Wheels Spin and Spin Big wheels turn around & around (4x)

Merry Christmas Jingle Bells
Christ is born and the devil’s in hell
hearts they shrink Pockets swell
Everybody know and nobody tell
Little Wheels Spin and Spin Big wheels turn around & around (4x)

Oh the sins of Caesar’s men
cry the pious citizens
who petty thieve the 5 & 10s
and the big wheels turn around and around
Little Wheels Spin and Spin Big wheels turn around & around (4x)

Blame the angels, blame the fates,
Blame the Jews or your sister Kate
Teach your children how to hate
and the big wheels turn around and around
Little Wheels Spin and Spin Big wheels turn around & around (4x)

Turn your back on weeds you’ve hoed
silly sinful seeds you’ve sowed
Add your straw to the camel’s load
Pray like hell when your world explode
Little Wheels Spin and Spin Big wheels turn around & around (4x)

Swing your girl fiddler say
Later on the piper pay
Do see do, swing and sway
Dead will dance on judgement day
Little Wheels Spin and Spin Big wheels turn around & around (4x)

Pete Seeger (1964) – What Did You Learn in School Today 

What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?
What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?

I learned that Washington never told a lie.
I learned that soldiers seldom die.
I learned that everybody’s free,
And that’s what the teacher said to me.
Chorus
That’s what I learned in school today,
That’s what I learned in school.

What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?
What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?
I learned that policemen are my friends.
I learned that justice never ends.
I learned that murderers die for their crimes
Even if we make a mistake sometimes.
Chorus

What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?
What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?
I learned our Government must be strong;
It’s always right and never wrong;
Our leaders are the finest men
And we elect them again and again.
Chorus

What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?
What did you learn in school today,
Dear little boy of mine?
I learned that war is not so bad;
I learned about the great ones we have had;
We fought in Germany and in France
And someday I might get my chance.
Chorus

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Wohne lieber ungewöhnlich

Irgendwann habe ich mal gedacht, wenn ich groß bin, dann lebe ich in einer Villa. Dann stellte sich heraus, not so.

Auf das Wesentliche reduzieren - ein Selbstversuch
Auf das Wesentliche reduzieren – ein Selbstversuch

Über die Jahre ist es verschiedenen Umständen geschuldet dazu gekommen, das meine Behausung immer kleiner wurde, während ich recht erfolgreich tolle Sachen gesammelt habe. Mehrere Krisen hatten damit zu tun, dass ich meinen Berg von Besitztümern nicht einfach beamen kann, mich andererseits in meiner Vorstellung erst mein Ableben legitim von meinem Eigentum trennen kann, wenn ich dem nicht zustimme. Eigentum ist ein Grundrecht, und ich bin zwanghaft materiell (im gesetzlich gestatteten Rahmen, selbstverständlich).

Literaturhinweis: Max Stirner, „Der Einzige und sein Eigentum“. Wer keiner größeren Sache dient, sei selbst ein Nichts, so wurde Stirner begegnet. Und das höre ich ebenfalls oft. Seine Entgegnung ist klar und einfach:

„Ich bin [nicht] Nichts im Sinne der Leerheit, sondern das schöpferische Nichts, das Nichts, aus welchem Ich selbst als Schöpfer alles schaffe.“

Er hätte auch sagen können, „Ich bin der Gott meiner eigenen Welt, und das hier ist mein Kram. Geh da dran und es gibt Ärger.“ Nicht schön vielleicht, absurd und existentialistisch alle Mal und ganz bestimmt, keine vernünftige und auf Kompromisse bedachte Haltung, und man kann das übertreiben, dann endet man als querulatorischer Reichsbürger oder dergleichen — aber so funktioniere ich eben auch ein Stück weit, ich kann das nachvollziehen, ich mache meinen Kram für mich allein – und das ist auch ganz allein meine Sache. not so. Es gibt soziale Grenzen – nicht die anderen stören und gefährden. Messies überschreiten gelegentlich die Grenze, was dann zu Kündigung führen kann – unsachgemäße Nutzung ist untersagt, genau wie natürlich entstehende bzw. gesteigerte Gefahr von Brand oder Wasserschaden durch zu-viel-Zeugs und ungenehmigte Einbauten wie Hochbetten und dergleichen. Maniker überschreiten Grenzen sowieso, im Grunde definiert genau das die Manie und die sozial unakzeptable Psychose. Das Tollhaus als frühe Form der Psychiatrie war ja dazu gedacht, die Angehörigen von Aufsicht und Pflege zu befreien gegen Geld. Damit die in Ruhe arbeiten gehen können und auch sonst ungestört leben, was ja auch fein ist. Andererseits, auch Verrückte haben ihre Nischen, wenn sie sich benehmen, auf sich gut Acht geben und nicht zu grob gegen die goldene Regel – safe, sane, consensual – verstoßen. Solche werden dann gemeinhin Künstler genannt, also die eher harmlosen Verrückten. Deren besserer Teil sogar Dinge von kulturellem Wert zu schöpfen vermag. Ich hab mich ja als Professor gewähnt, früher. Universitätskarriere aber nicht mein Ding, Karriere generell verträgt sich nicht mit meinen grundlegenden Mustern. Als Künstler würde ich mich ungern bezeichnet sehen, das machen schon mein Vater und mein Bruder. 21st century schizoid mess, na klar. Bipolar II. Früher hieß das manisch-depressiv. Also affektiv gestört, was bedeutet, dass jemand sensibel ist und heftig reagiert auf Veränderungen; das Gefühle nicht so brav und stetig sind wie bei anderen Menschen, sondern eben tiefe Verzweifelung und verrückte Höhenflüge mit funktionalen Phasen abwechseln. Irgendwie besteht das Leben dann aus einer Art von Perlenkette, und die Perlen sind die einzelnen Krisen (oder die Phasen dazwischen … und die Übergänge wären die Krisen … egal) – jedenfalls nach der Krise ist vor der Krise, was bei normalen Leuten eben so nicht läuft. Gesunde Menschen sind die, die mit dem um sich rum gut klar kommen, strukturiert leben, angemessen funktionieren und nicht weiter auffallen. Die Auffälligen sind anderes, krank. Und der Schmerz kann zu vielem werden, im günstigsten Fall zu einem sinnvollen Verarbeitungsprodukt, einem Werk. Kunst als Prozess der Verarbeitung von intensiver Erfahrung – insbesondere von Schmerz – lebt davon, dass da ein Herz und eine Seele sind, there has got to be passion. Der Gegensatz zu there is no room for ideals in this mechanical place. Was darauf hinweist, das Schmerz durch ideals (stark emotional besetzte unzutreffende Annahmen, also letztlich Irrtum wenn Erwartung enttäuscht bzw. Abweichung vom Ideal generell – etwas glauben, was sich als falsch herausstellt – und Ideologie – glauben, das man weiß, wie es sein soll) entsteht. Beides Zitate aus Anne Clarke – Our Darkness. Ich argumentiere mit Musik, weil ich diese für eine Fortschreibung der fortgesetzten Offenbarung Gottes halte, btw. In meiner Kirche sind Musikstücke Predigten, präziser formuliert Psalme. Wer es untheologischer mag, words of wisdom. So habe ich immer aufgelegt – mit Musikstücken, die sehr an ihrer Message entlang gewählt waren; quasi kulturelle Breitseite abfeuern. Fazit: Perlen vor die Säue. Will keiner haben. Anspruch nervt. Danach hab ich nur noch Metal aufgelegt. Und träume seitdem von einer eigenen Musik-Kneipe im Untergrund. So richtig frei und wild und chaotisch, und idealerweise gleichzeitig gut besucht und völlig unbekannt. In Träumen kein Problem, leider real will dieses Vorhaben nicht recht gelingen, vermutlich mangels engagierter Mitstreiter. Aber immer, wenn ich denke, es geht nicht mehr, ich mag nicht mehr, dann kommt automatisch die Idee wieder hoch. Gemäß dem Spruch: „Wer nichts wird, wird Wirt“. Wobei ich meine, es kann ein Mensch nichts besseres werden als eine Wirtin. Im Kern wohl doch ein Dyonisier. Kneipentod ist Demokratie-Sterben. Und: Eine Kneipe ohne Rausch und Rauch und Alkohol ist keine Kneipe. Gott, was ich das Domizil vermisse! Seit meine alte Stamm-Kneipe geschlossen wurde vom Ordnungsamt, bin ich heimatlos auf diesem Planeten. Kickern, saufen, tanzen, laute Musik und haufenweise Leute aus allen möglichen Schichten, kreatives Chaos bis der Arzt kommt. Kann ein mensch ohne sowas leben? Ich eher nicht, andere finden sicher ganz fein, das diese widerliche Spelunke endlich dicht ist. Mir sind seitdem die letzten Sozialkontakte spärlich und kompliziert geworden. Ich beschalle mich also selbst (in manierlicher Lautstärke) im heimatlichen Atelier.

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Bunte Kindergewehre und Zombie-Nachbarn

Lass uns Amerika wieder groß machen. Bunte Gewehre und Pistolen für alle Kinder. Da wir „The Walking Dead“ gesehen haben, wissen alle, wie die Geschichte läuft – irgendwann sind die Nachbarn nur noch Zombies, da musst du gut schießen können. Und auf die Kleinsten kommt es dann an, schließlich sind Kinder unsere Zukunft. Wie Cohen es beschrieben hat, I have seen the future, brother. It is murder. Die Verrückten und „Besorgten“, die Spinner, Apokalyptiker, Survivalists, Militias, rechtsextreme und fundamentalistische Strömungen, denen Weltbild bestimmt ist vom Krieg (ihrem gegen den Rest der Welt) – haben sich bereits bewaffnet. Und die passenden Ideologien und Feindbilder sind aufgebaut. Staaten haben aufgerüstet, Polizei ist mittlerweile militärisch gerüstet, die Gangster, die Armut und den Terror in den Städten sind wir zunehmend gewohnt. Über die massenhaften staatlichen Morde überall – z.B. Ägypten – mal eben 600 Muslim-Brüder an die Wand gestellt, das war neulich, aber Hauptsache stabile Verhältnisse und sichere Badestrände – willkürliche Verhaftungen massenhaft, Folter im Gefängnis, da sagt im Westen niemand kaum jemand mehr was. Das globale Schlachtfest geht in eine neue Runde. Kali Yuga. Kali Yuga will be full of extreme hardships for people with ideals and values. Zivilisation? Aufklärung war gestern, politisch Durchmarsch der extremen Rechten und eine globale Verbreitung der Argumente für das Töten durch den religiös-fundamentalistischen Todeskult daesch – jetzt kommen perspektivisch Krieg sowie Galgen, Scheiterhaufen und religiöse Gerichte etc. nach 60 Jahren Frieden auch im Westen wieder. Oder sehe ich nur gerade total schwarz? Frage ich mich, werde ich jetzt zynisch, besorgt oder bitter – oder ist bloß alles wie immer. Apathie, Resignation, Flucht ins Private wäre weiter möglich bis sie uns abholen kommen für eine Sonderbehandlung (Angst, gesteigert zur paranoiden Reaktion — andererseits hat es in Deutschland 1933 auch den großen Trend zur Selbsttäuschung gegeben, wird schon alles nicht so schlimm werden, wo es lebensrettend richtig war, schnell ab zu hauen), aber … letztlich ist es so, es kommt nicht drauf an, es zu interpretieren, sondern darauf was wir machen, und das von dem her zu steuern, was wir wollen und für richtig halten, Ziele und Werte. Ganz egal, was draußen vor sich geht. Der Hinweis auf Kali Yuga, ein Zeitalter im vedischen System, wir sind da schon eine Weile drin unterwegs. Kampf des Guten gegen das Böse, Kali gegen Kalki.

Kama. Desire, wish, passion, longing, pleasure of the senses, the aesthetic enjoyment of life, affection, or love, with or without sexual connotations
Kama. Any desire, wish, passion, longing, pleasure of the senses, the aesthetic enjoyment of life, affection, or love, with or without sexual connotations

Kurz das vedische System, Kama ist die sinnliche Seite des Lebens, Konsum und Sex, Haben-Wollen. Im Kali-Yuga kontrolliert sie die Menschen absolut.

Kama is one of the four goals of human life in Hindu traditions. It is considered an essential and healthy goal of human life when pursued without sacrificing the other three goals: Dharma (virtuous, proper, moral life), Artha (material prosperity, income security, means of life) and Moksha (liberation, release, self-actualization). Together, these four aims of life are called Puruṣārtha.

Aus Wikipedia

Liste der Eigenschaften des Kali Yuga – Zeitalters:

  1. Rulers will become unreasonable: they will levy taxes unfairly.
  2. Rulers will no longer see it as their duty to promote spirituality,
    or to protect their subjects: they will become a danger to the world.
  3. People will start migrating, seeking countries where wheat and barley form the staple food source.
  4. Avarice and wrath will be common. Humans will openly display animosity towards each other.
  5. Ignorance of dharma will occur.
  6. People will have thoughts of murder with no justification and will see nothing wrong in that.
  7. Lust will be viewed as socially acceptable and sexual intercourse will be seen as the central requirement of life.
  8. Sin will increase exponentially, while virtue will fade and cease to flourish.
  9. People will take vows and break them soon after.
    People will become addicted to intoxicating drinks and drugs.
  10. Gurus will no longer be respected and their students will attempt to injure them.
  11. Their teachings will be insulted, and followers of Kama will wrest control of the mind from all human beings.
  12. Brahmans will not be learned or honored, Kshatriyas will not be brave, Vaishyas will not be just in their dealings.

Diese Eigenschaften sind alle schon eine Weile gegeben, würd‘ ich sagen. So dass die Veden doch eher als ein Märchenbuch erscheinen könnten, was von anderen Zeiten erzählt – es war mal besser – und guten Leuten, die es mal gab, und die wieder kommen und helfen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, wenn endgültig alles verloren scheint.

Der Typ mit dem Schwert ist Kali
Der Typ mit dem Schwert ist Kali, ein Dämon, Gegenspieler der guten Götter und Herrscher des aktuellen Sünden-Zeitalters „Kali-Yuga“.

Kali, der Herrscher des Zeitalters, ist übrigens nicht die Göttin Kali, sondern ein Dämon. Quelle allen Bösen. Konnotiert mit:

gambling places, taverns, prostitution, slaughter and gold

Klingt nach Hells Angels, no offence meant. Sein Gegenspieler Kalki, der Zerstörer des Schmutzes, kommt übrigens am Ende der Zeit auf einem Weißen Pferd geritten, um mit seinem leuchtenden Schwert allen Schmutz zu vernichten, woraufhin ein neues goldenes Zeitalter der Wahrheit anbricht.

humanity is governed by gods, and every manifestation or work is close to the purest ideal and humanity will allow intrinsic goodness to rule supreme

Um ein wenig Ärger und Irritation zu erreichen, kurz dieses: Schopenhauer fand ja die Veden gut und hat den Quran als Religion der geistig Armen gedisst; er habe da nix Nützliches drin finden können. Selbst dran schuld, Doofie! Sag ich mal. Narzistische Selbstaufwertung, eine leichte Übung. Für ihn, für mich, für alle. Gurus will no longer be respected and their students will attempt to injure them. Da haben wir es wieder.

Weil ich „Welt als Wille und Vorstellung“ für mit Abstand das Beste zum Thema Philosophie halte – alle anderen Konzepte lassen sich darin subsummieren – stört mich natürlich diese dumme Platitüde ein wenig, ähnlich wie Adorno mit seinem Geschwätz zum Thema Jazz, aber hey, sind nicht alle Menschen mal peinlich unwissend aufgefallen? Quasi der RTL-2-Moment für Leute, die wie ich sich für schlau halten; und es nagt an ihnen, das sie oft so dumm sind – guck, der Typ, was ein fail … Womit klar wäre – Selbstaufwertung durch Herabsetzung anderer, nix was nur die bösen Anderen machen. #schwacherTrost.

Kurz die Synthese. Welt, das ist einmal unser Modell im Kopf, unsere Simulation, die Vorstellung, ein sich wandelndes Konstrukt, gebildet aus sinnlicher Erfahrung – sowie zweitens unsere Aktionen, gebildet aus der Auswertung unserer Simulation, die unsere letztlich unser Motivationssystem (Wille) umsetzen. schopenhauer in a nutshell. Zwingend ergibt sich aus der Interaktion solcher Systeme – es brauchen keine Menschen zu sein, ein Roboter hat das auch, wetware ist keine Voraussetzung dafür – das, was Luhmann beschrieben hat, also übergeordnete Systeme mit eigenen Regeln, wie Kultur, Religion, letztlich geteilte parameter. Eine menschliche Zivilisation, die auch humanistisch ist, ergibt sich aber nicht von alleine, sondern ist Ergebnis gemeinsamer Anstrengung. „Kampf, Erstarren, Flucht“. Evolutionär die grundsätzliche Auswahl, wenn Konfrontation ist. Weil dauernde Konkurrenz ziemlich anstrengend ist, lohnt sich Kooperation und die Bildung von Verbänden, wodurch Sozialverhalten zunehmender Komplexität entsteht. Weil alle höheren Systeme immer auch ausfallen können, ist das Überleben eines niedriger angesiedelten Systems davon weitgehend unabhängig. Systemwechsel sind vielmehr notwendig, damit neue globale Parameter gesetzt werden können. Weil Menschen lebenslang selbst programmierend bzw. selbstlernend sind, können sie auch intern globale Parameter ändern, was von anderen je nach wahrgenommener Intensität (Differenz, Ausprägung der Abweichung von der Normalität) verschieden bewertet wird. Was Trump so bedrohlich macht, ist die Verringerung des sicheren Korridors – wie anders darf Mensch sein – auf gefühlt Null. Falsche Farbe, falsche Religion? Ausweisen, Mauer bauen, alles Barbaren. Kein Kumpel von Trump? Verschissen. Nicht nützlich? Kein deal. Bürgerrechte und Menschenrechte, forget that crap, denn was nützt mir das. Es gibt nur „die USA“ und die anderen. Die Welt besteht aus Leuten, die für Trump arbeiten und seine Taschen füllen, Kumpels die in seinen Luxus-Hotels absteigen – und denen, gegen die er was hat. Andererseits ist das vielleicht ehrlicher, wenn Führer dazu stehen, dass sie populistische Kleptokraten sind. Soweit ich das kapiert habe, waren die Sultane da beispielsweise völlig ungeniert und – kurz nachgedacht, die Idee, das alles in letzter Instanz dem Chef gehört, weil er es sich ja jederzeit nehmen könnte – vermutlich auch logisch. Plus, ich merke, wie sehr ein Spektakel meine Aufmerksamkeit gefangen hält. Auswechselung einer Führungsperson, Atomwaffen und Gorilla, was ist neu daran, das Affen an den Knöpfen zur Auslöschung der Menschheit sitzen? Geh ich doch mal dran, mich um wichtigere Dinge kümmern.

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Trump

Trump gewinnt die USA-Wahl 2016
8. 11. 2016: Donald Trump gewinnt die USA-Wahl 2016 (Screenshot von Google-Suche)

Ist das denn zu fassen?

Durchmarsch
Durchmarsch

Stupid white men. Idiocracy. Nun wird Amerika wieder großartiger.

Skyline aus "Idiocracy"
Skyline aus „Idiocracy“
Die Simpsons haben es vorhergesagt.
Die Simpsons haben es vorhergesagt.

Wir dürfen gespannt sein, wie der cholerische Wüterich die Welt umgestalten wird. Dass es um Ärger und Frustration der kleinen Leute geht und um die Teilhabe am amerikanischen Traum (eine Illusion), zeigt Katherine J. Cramer in „The Politics of Resentment: Rural Consciousness in Wisconsin and the Rise of Scott Walker (Chicago Studies in American Politics)“. Die Wählerschaft von solchen Rechts-Populisten sind die Leute, die auch einen Erdogan groß gemacht haben.

Bevölkerung tief gespalten
Bevölkerung tief gespalten

Hier eine Analyse:

Reaktionen: n24 titelt „Die amerikanische Sensation“ und sieht darin

einen Sieg über das Washingtoner Establishment, das politische System und die Eliten in Wirtschaft und Politik. Trump war angetreten mit der Botschaft, dass das System korrupt sei und gänzlich abgerissen werden müsse. Und auch wenn weite Teile der Bevölkerung ihn ablehnten, traf er damit einen Nerv.

Angesprochen wird, dass Trump die abgefuckten Weißen erreicht und mobilisiert hat.

In Trumps Kampagne war ständig die Rede von den „verschwundenen“ weißen Wählern, die sich in den vergangenen Wahlperioden gänzlich aus der Politik verabschiedet hatten. Offenbar ist es ihm gelungen, viele von ihnen wieder zu mobilisieren und an die Urnen zu bringen. Ganz zu schweigen von den weißen Rassisten, allen voran der Ku-Klux-Klan und die Alternative Rechte, die Trump als ihren Kandidaten sahen und in den sozialen Netzwerken gezieltes Mobbing gegen Trump-Gegner praktizierten.

Nun haben sich die USA statt für die Kandidatin des Establishments für den wütenden, Hass predigenden Bilderstürmer entschieden, dessen Wandel vor allem darin besteht, das Alte zerstören zu wollen – ohne deutlich gemacht zu haben, was er an dessen Stelle setzen will.

Welche Rolle spielten Moskau und das FBI? Beide haben geholfen, Clinton zu attackieren.

Nationalisten finden Trump prima und sehen ihn in einer Linie mit Putin und Le Pen. White male Suppremacy, vermutlich.
Nationalisten finden Trump prima und sehen ihn in einer Linie mit Putin und Le Pen. White Male Suppremacy, vermutlich.

Slate: This is how the West ends.

Zeit: Der Ernstfall

Was will Trump? Unternehmenssteuern radikal von 35 auf 15 Prozent senken. Die Einkommensteuer soll bei 33 Prozent für Großverdiener gedeckelt werden. Niedrigverdiener sollen über die Nutzung von Freibeträgen zum Teil gar keine Einkommensteuer zahlen. Außerdem: Krankenversicherung wieder abschaffen, Einwanderer kriminalisieren mit einer Null-Toleranz-Politik, generell hartes Law & Order, Waffen für alle, Folter ist erlaubt gegen Terror, Abtreibung kriminalisieren, Bildung dezentralisieren.

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Weiße Männer dürfen alles

Fett und häßlich, fies und dumm sein, dreist, ein Abzocker, Lügner, Gewalttäter, Rassist, Sexist, Vergewaltiger, Steuerbetrüger, Bankrotteur, Taugenichts: Alles kein Problem, wenn du weiß und männlich bist. Der good old boys club macht es möglich. Patriarchat.

Primaten mit Alpha-Männchen-Status
Primaten mit Alpha-Männchen-Status

Die Affen-Horde will Testosteron und den Silber-Rücken als Chef. Einen, der sie alle fickt. Da kannst du drauf bauen. Staatschef, EU-Kommissar, IWF-Chef, Präsidentschaftskandidat, CSU-Obermacker – Karriere geht ok, Hauptsache viril und kein Weichei. Dumme weiße Männer gibt es viele, und sie sorgen mit aller Gewalt dafür, dass die Vorherrschaft dummer weißer Männer aufrecht erhalten wird.

Prügel-Brigade (staatlich)
Prügel-Brigade (staatlich)

Falls du aber eher nachdenklich, abwägend, konziliant, vermittelnd bist, ist das bereits zu weiblich. Intelligenz sowieso unheimlich. Und wenn du dazu noch eine Frau bist oder gar Frau und nicht weiß, dann wird es sehr schwer.

 

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