Wenn Kunst nützlich ist (dann ist es keine)

Nur so eine Idee. Weil ich mit dachte, ’nutzloser Künstler‘ ist an sich eine Tautologie. Jeder ‚richtige‘ Künstler ist komplett nutzlos. Ein nützlicher ‚Künstler‘ ist fremdgesteuert — ist ein Arbeiter, ein Propagandist, ein Agitator, ein Marketingfachmann, ein Produktfotograf – jemand, der eine Ware im Auftrag fertigt. Auf der anderen Seite ist es keine Kunst, sich Künstler zu nennen, wenn einer sonst nix mehr dazu einfällt. Und jede ist eine. Also stimmt es auch immer. Sagt dann aber gar nichts mehr aus. Irgendwie sind wir doch alle Manager, und so ein Unsinn. Lieber eine starke Gegenthese. „Kultur ist der einzige wirklich bedeutsame Prozeß, aus dem alles andere hervorgeht. Kunst bildet den stets experimentellen Rahmen, um Erfahrungen kollektiv zu integrieren und zugleich die erfahrbare Matrix zu vergrößern“. Vielleicht so: Kunst ist eher keine Auftragsarbeit, sondern ein innerer Prozess wird auf eine wenig vorhersehbare Weise zu etwas Sinnlich wahrnehmbaren. Zu einem Werk, idealerweise. Viele haben mir gesagt von den wenigen, mit denen ich drüber gesprochen habe, ich solle ‚mal ein Buch drüber schreiben‘. Das ist wohl neudeutsch für ‚genug geredet‘, aber ‚ich bin mal positiv‘. Statt einem Buch gibt es aber nur einen Berg Zeugs und diesen Blog. Dessen Zweck, gerade wird es mir klar, wohl lediglich sein wird, meine Ideen raus zu hauen, damit ich sie los habe, mir eine fiese Sehnenscheidenentzündung zu holen und einen krummen Rücken, und mich vor den unangenehmen Dingen der Realität zu drücken. Was vielleicht meine Art ist, meine Kugel immer wieder den Berg rauf zu rollen. „The struggle itself […] is enough to fill a man’s heart. One must imagine Sisyphus happy.“ (Camus, 1942).

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Internet-Nostalgie (und Aufbruch ins Panoptikum)

Freu ich mich; ich habe wieder eine Web-Site. Als 1989 das Hochschulrechenzentrum Gießen jede Studierende mit einem Account versorgt hat, habe ich mir die erste Seite gebastelt. Und danach immer eine gehabt. Ungefähr bis WordPress war ich schon gekommen, LAMP und so. Dann hat irgendwann mein WG-Kollege Tobi eine Firma gehabt und ich war kein Student mehr. Ein paar Jahre sind meine Websites dort mit gezogen. Dann 2014 gab es Abstürze, danach hab ich keine eigene Site mehr gehabt, bloß noch Blogger und zunehmend Facebook. Wurde alles irgendwie fad, vermutlich weil meine Altersgruppe nicht mehr die Zeit für den inneren Nerd findet angesichts der Bullet Hell, die wir Arbeitsplatz zu nennen gewohnt sind. Wie mit dem Saufen und anderen Dingen auch – nix macht mehr Spaß, weil es einfach die Leute und Plätze nicht mehr gibt. Vulgo: Alt werden, und am Ende gar erwachsen. Scheußlich. Mit denen ist dann kaum noch was anzufangen, denke ich mir. Wobei die das von mir wohl auch annehmen. Hm. Jedenfalls, die die mensch so trifft, die sind oft ziemlich durch und auf die verschiedensten Weisen beschädigt. Nicht unbedingt angenehm. Aber anderes Thema.

Website – Jippie!

Liest zwar niemand, aber darum kann es auch nicht wirklich gehen. „Es geht darum, seine Träume im Rahmen seiner Möglichkeiten auszuleben“, sagt Palminger. Und da hat er recht. Wie Pippi Langstrumpf mit ihrem „Welt machen, wie sie gefällt“ – was in einem gewissen Rahmen ja stets irgendwie geht. Ob ich nun Minecraft spiele, Facebook lese/schreibe, was google, Wikipedia lese, mir neue Musik anhöre, Filme schaue – das ist alles schön und gut. Der innere Admin will aber auch wieder mit Linux was machen, Python programmieren (neulich mit Lukas ein kleines Programm geschrieben, fand ich sehr einen schönen Moment), endlich Ruby lernen. An sich hab ich auch ein LAMP auf dem PC von Marc installiert, wollte mein eigenes Hosting von Daheim machen (bei meinen Besucherzahlen von ca. 5 in 6 Jahren – wo auch immer die her kamen – wäre das durchaus vorstellbar). Egal, jedenfalls dachte ich mir, ich kopiere die alten Texte auf den neuen Blog und – das ist der Punkt, der das lohnend machen würde – kommentiere sie aus heutiger Sicht.

Dann kann ich meine ‚Nostradamus-Talente‘ quantifizieren. Vielleicht bin ich ja ein Genie und habe alles schon kommen sehen? Eher nicht. Ich mache das mal mit diesem Text aus 2010. Sechs Jahre später – was hat gestimmt?

Politisch miese Zeiten

Wer gedacht hatte, schwarz-gelb würde schon nicht so schlimm werden, hat wohl den Kopf in den Sand gesteckt: Die Pharma-Industrie darf sich weiter selbstbereichern und dafür die Gesetzesvorlagen selbst schreiben – keine unabhängige wissenschaftliche Bewertung von Medikamenten-Nutzen. Kostet die Krankenkassen 10 Milliarden per Anno. Die Atom-Industrie darf weiter mit unser aller Leben und der Zukunft spielen, ohne Entsorgungskonzept (das bezahlt später die Allgemeinheit) und ohne Konzept für den GAU (den bezahlen wir dann auch selbst). Die total überflüssigen privaten Krankenkassen dürfen weiter ihr unsoziales gesellschaftsspaltendes Spiel spielen. Dazu eine neue Runde „such den Buhmann“ – jetzt mal die „Integrationsverweigerer“. Wie findet man das, es gibt etwa 20.000 Leute, die gerne den Integrationskurs besuchen wollen, aber nicht DÜRFEN, weil sie zum Beispiel schon vor 2005 eingewandert sind und – wenn diese Kurse für alle Leute, die sie brauchen könnten, angeboten werden würden, wäre das zu teuer. Wer sind denn die wirklichen Integrationsverweigerer? Das ist die organisierte Politik, die seit den 80ern systematisch keine Integrationspolitik betreibt, sondern Flüchtlinge und Einwanderer diskriminiert, wo es nur geht. Und bei Harz IV wird auch lustig weiter totaler Schwachsinn fabriziert – weitere Einschränkungen der Zugewinngrenze (was ein Arbeitsloser behalten darf, wenn er/sie arbeitet, soll von 100€ auf 50€ reduziert werden), also wieder eine Maßnahme, um ALG-II-Empfänger von der Arbeitsaufnahme abzuschrecken (was die Argen in vielerlei Weise tun, in totalem Widerspruch zur erklärten Politik). Was ändern? „Na ja, der Name ist blöd, wir denken uns einen neuen aus …“ – arrg! Und Kinder, die nur 60% vom Erwachsenen-Lebensminimum kriegen, obwohl sie höhere Bedarfe (zum Beispiel immer wieder Kleidung, Betreuung, Nachhilfe etc.) haben – „na, geben wir denen doch Gutscheine und führen eine sinnlose Chipkarte ein„. Hauptsache mal, für alles werden Chipkarten eingeführt, noch eine Interessen-gruppe – die sinnlosen „Informationstechniker“ – bedient. Wirklich klasse. Was tun? Zitier ich mal den guten Schopenhauer (nicht, dass mir der politisch sehr nahe steht, philosophisch aber schon): „So lange der Ausgang einer gefährlichen Sache nur noch zweifelhaft ist, so lange nur noch die Möglichkeit, dass er ein glücklicher werde, vorhanden ist, darf an kein Zagen gedacht werden, sondern bloß an Widerstand.“

Ok, das waren:

  1. Big Pharma ist in Deutschland weiter unkontrolliert am Geld scheffeln
  2. Atomkonzerne werden die Kosten des Ausstiegs auf die Allgemeinheit abwälzen
  3. Im Bereich der Armenverwaltung – Harz 4 – wird weiter Unsinn gemacht und verschärft. Konkret habe ich vermutet, dass die Zugewinn-Grenze weiter gesenkt werden würde.
  4. Es werden weiter sinnlose Chipkarten verteilt.

Schauen wir mal. Wie sich die Pharmabranche geschlagen hat – es gab große Bewegungen, jedenfalls. Mehrere Merger. Eine deutsche Firma – Merz – nehme ich mal als Proxy. Da stimmt es, wie in 1 gesagt. Punkt für mich.

merz-umsatz-und-gewinn-2011-bis-2015

2: Ja, für ein paar lumpige Milliarden sind die Konzerne den ewig strahlenden Giftmüll an die Allgemeinheit los geworden. Wohin damit, auch 2016 eine offene Frage. Und Fukushima. Punkt für mich, again.

3: Verschärfungen – ja, aber nicht bei der Zugewinn-Grenze. Der ‚Aufstocker‘ ist normal geworden, Harz 4 und Niedriglohnsektor sind weiter ökonomische Todeszonen. Einmal drin, immer drin, mit 5% Ausnahmen. Sag ich mal so grob. Ist die Zahl, die die Frau vom Jobcenter mir auf Nachfrage nannte – wie viele schaffen es wieder in den ersten Arbeitsmarkt, wollte ich wissen. Nu, sagen wir, ein halber Punkt.

4: Sinnlose Chipkarten. Na ja, mal sehen. 4a) Auf jeden Fall wurden zahllose Chipkarten ausgegeben, insbesondere Personalausweis, Führerschein und Krankenkassenkarte, aber auch der Sudierendenausweis und das ÖPNV-Ticket sind Plastikkarten mit jeweils verschiedenen Chips geworden. Die Bankkarte und die Sim-Karte im Handy. Kundentracking-Karten aller Art, die einem überall aufgedrängt werden.

Elektronischer Personalausweis: Chipkarte kommt im Jahr 2010

Chipkarte « AStA der Universität Potsdam (2010)

Elektronische Gesundheitskarte – Wikipedia

Führerschein – Bundesdruckerei (2010)

Erfurt führt zuerst das E-Ticket für den Nahverkehr ein | – Jenapolis (2015)

„Abwegige Idee“: Von der Leyen verteidigt Chipkarte – Inland – FAZ

Bearbeitungsgebühr für Firmenticket ab Juli 2016 deutlich reduziert …

Und 4b) all diese Chipkarten-Systeme sind sinnlos. Besser gesagt, lediglich ein Übergang. Die Daten gehören in die Cloud und verschlüsselt. Alles, was ein Lebewesen rumtragen braucht, ist mit dem Körper gegeben. Wir haben ein Gehirn und können zumeist auch sprechen, ein Passwort eingeben, solche Dinge. Unsere Biometrie und DNA weisen uns aus, falls Zweifel bestehen und berechtigterweise eine Überprüfung erforderlich ist. Computer kann es überall geben, und aktuell tragen die Leute sie mit sich rum. Bald – das ist jedenfalls meine Annahme – wird es 100% Überwachung des öffentlichen Raumes geben – die Technik für Audio- und Video-Überwachung wird immer billiger, vernetzen auch und Leitung. So läuft das: Alles sehen/hören, Akteure und Ereignisse automatisiert in Echtzeit erkennen, prognostische Aussagen darüber, was passieren könnte, ein automatisiertes Lagebild, danach auch eine Automatisierung der Dispatcher – für was wird wann wer losgeschickt, um sich drum zu kümmern? Jedenfalls, ein solches ‚Panoptikum‘ würde immer wissen, wer wo unterwegs ist (noch braucht es den Chip im Handy für ungefähre Orte, und eine komplizierte Verknüpfung vieler Datenquellen, um ein klares Bild zu kriegen). Es wäre ein System, was a) Personen erkennt (egal wo) sowie b) alle Bewegungen von Objekten trackt (und hier sind Lebewesen nur eine Kategorie unter vielen) und schließlich c) diese Daten (und letztlich alle anderen auch) verknüpft und validiert für ein näherungsweise perfektes Modell der ‚Welt-wie-sie-gerade-ist‘.

Gehen wir das mal durch in der abgedrehten Extrem-Version:

  1. Ein System, was alles weiß und darf und kann. Voll autonom. Es könnte ‚verrückt‘ werden und einen beliebigen Film fahren. Die Menschen werden ihm vielleicht lästig, und es rottet sie aus. Oder es belebt beliebige Kreaturen, erfundene und dagewesene, und verpaßt ihnen frische Gehirne, schreibt sie softwaremäßig nach, schafft Varianten, spielt Gott. Schafft experimentell unterschiedliche Sozialsysteme, benutzt die Menschen als Weiße Mäuse für seine Neugier. Vielleicht tritt das System auch in eine Verhandlung mit den Lebewesen. Oder es wird multipel, und schaltet dann auf interne Prozess-Kriege — PROZESSKRIEGE, das klingt prima, so wie eine Zeitrechnung, davor und danach, „das war so einige Jahre nach dem Ausbruch der Prozesskriege“, sprach der zerzauste alte Mann am Lagerfeuer, und begann ungefragt, die Historie der Stämme der versammelten Runde von postapokalyptischen Mutanten kund zu tun. These: Ein omnipotentes System wird es nicht geben bzw. es wird immer widerstreitende Systeme geben, Spaltungen und Fusionen.
  2. Ein System von Systemen, die teilautonom agieren, Cyborgs aller Art, die Menschen dazwischen. Es wird automatisiert, was nur geht. Werden die Menschen nun überflüssig, wenn sie die Produktion nicht mehr als Arbeit leisten müssen und den Lohn nicht mehr als Mittel für ihre Reproduktion haben, wodurch sie weder als Partner, Kunden noch als Arbeitskräfte interessieren? Nicht unbedingt. Die Menschen, denen alles gehört, sind Besitzer und damit irgendwie das, worum es die ganze Zeit ging. Bloß, was hast du davon, einen Planeten zu besitzen, auf dem Maschinen alles machen, was du willst, und Menschen auch – jedenfalls die, die übrig bleiben durften? Da könnte mensch sich verteilte Oasen von High-Tech vorstellen, Burning Man trift SciFi etc. Dazwischen Postapocalypse, Mad Max, Zombies, Fantasy, ein Gemisch aus allem, etwas wie das ‚Shifters‘-RPG (wo du alles sein und tun kannst). Will ich immer mal als Buch machen, seit 2006 oder so. Darum perlt der Scheiß auch so, vielleicht der Blog einfach eine Idee, um die Motivation zu heben für dieses Vorhaben. Oder doch wieder mal nur Rumspielerei ohne Nutzen, was mir als überzeugtem Antidogmatiker na klar lieber wäre.

Ach ja, hatte ich schon mich ordentlich gefreut über das NOSTRADAMUS-Rating von 3.5/4? Wobei die Trends chipkarte/sinnlos, harz4/fies, atom, pharma – das gehört ja in den Kanon von wirklich wichtigen politischen Themen: Wie wird die Bevölkerung verwaltet und versorgt. Das verknüpfe ich mit einer Prognotupie, die relativ locker montiert daher kommen mag. Prognose (kognitive Modellierung) und Utopie/Dystopie (emotionale Erfahrung/Bewertung) mischen sich nur für Menschen zwangsläufig. Das eine – was wird sein – klappt eher nicht. Wohl aber Ideen, was passieren könnte. Eine gute Prognose wäre also treffend, die Zukunft aber wohl auch mit der Schrotflinte voller High Prognostic Value Data Capturing Equipment (oder kurz HPVDCE) nicht sicher zu treffen. Also lieber ein total abgedrehter SciFi, der alles mal anreißt, aber sich keine Mühe gibt, es partout stimmig und wahr und richtig zu machen. Lieber im Stil von PARANOIA (dem RPG) – „wenn es unterhaltsam erscheint, sollte ein Vorhaben immer eine Möglichkeit des Gelingens haben“. Schreiben ist letztlich eine Unterhaltung mit sich selbst über Dinge, die eben gerade im Selbst anklingen. Wie mit sich selbst reden, nur eben bleibender. Nur eben nicht nur. Wichtiger ist, das Schreiben das Denken konkretisiert in Wort und Satz (wie das Sprechen auch) und es darüber hinaus erstens fixiert (wodurch es externalisiert ist und beobachtet bzw. zurück gefüttert werden kann) sowie zweitens zu einem wahrscheinlichen Fakt macht (das nächste Mal wird die an sich neue ausgeschriebene und wieder gelesene Geschichte im Gedächtnis mit den anderen Geschichten da sein und als ‚Gedächtnisleistung‘ in die Rekonstruktion eingehen). Wir strukturieren uns durch unsere Handlungen. Schreiben formt unser Gehirn. Es ist eine komplexe Leistung.

So. Noch mal kurz ein Fazit, es soll schließlich auf dem schönen, neuen Blog alles seine Ordnung haben. Fassen wir also pädagogisch die Take-Home-Points zusammen: Ein Blog ist großartig, um viel zu schreiben. Lesen tut es praktisch niemand, aber potentielle und vorgestellte Leser sind ausreichend, um eine Art von Anregung zu gewähren.

Und nun, miese Finte, das war kein Fazit, es geht noch weiter: Irgendwie habe ich noch einige Gedanken dazu, was das alles denn werden soll. Auf diesem Blog geht es darum, weh zu tun durch Worte, die scharf sind und durch Wahrheit treffen. Vielleicht wird auch mit Zuckerbrot und Peitsche gearbeitet. Damit das klar ist, die übliche Verletzerei ist hier nicht angesagt, so mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit oder ähnlichem fiesen Kack. Das ist nicht mein Ding. Ich bin vermutlich lieber, was du hasst, als es mit dir zu hassen. Es gibt keine Menschenrassen. Keine Nationen, Geschlechter, sexuellen Orientierungen, Gesetze, Staaten *an sich*, sondern alles konstruiert mit Zwecken, und die sind gleichermaßen großartig oder mies wie die, die sie gestalten. Menschenwerk.

So, wie alles auf diesem Planeten von der ‚Natur‘ gebaut wird und sich alles, was lebt, von Sonnenlicht ernährt, wurde auch alles Kulturelle von Menschen gemacht.

Ich lehne das ab an den vielen Stellen, wo es den Boden der Nützlichkeit für die Menschheit in ihrer Gesamtheit verläßt. Nützlichkeit, das wäre: Menschenrechte für alle. Was anderes ist von einem Theoretiker nicht zu erwarten. Der soziale Konflikt muß global eingehegt werden, die Verteilungsfrage gelöst werden: Hunger, Krankheit, Armut und Krieg sind drastisch reduzierbare planetare Probleme. Die angegangen werden müssen, um das Überleben der menschen-geeigneten Biosphäre zu gewährleisten. Mir ist aber, wie jeder anderen auch, sonnenklar – eine Lösung wird sich nach der Praktikabilität richten, nicht nach irgendeiner Ethik. Und die Lösung von heute ist oft genug ein Problem von morgen. Paradox – Fragen erzeugen mehr Fragen, Problemlösungen erzeugen mehr Probleme (und mehr Lösungen), es geht immer mehr in die Unendlichkeiten. So, wie durch jedes In-den-Weltraum-forschen klarer wird, wie riesig dieser Spielplatz tatsächlich zu sein scheint, und wie die Wissenschaften drauf kommen, wie irrsinnig komplex und zugleich einfach alles tatsächlich ist. Die Menschenrechte, das ist an sich common sense: Ich will gut leben, das darf ich für mich fordern, so wie jede andere auch. Weil, gleiche Forderungen an sich und andere, das geht für die meisten Menschen ok. Alles Politische bedarf einer Begründung und einer Durchsetzung gegen Widerstände im sozialen Raum. Der theoretischen Forderung nach Gleichheit kommt im politischen Raum praktisch keine Bedeutung zu – außer den eigenen Vorteil zu kaschieren, und wer ‚Menschheit‘ sagt, der lügt. Der Fürst muß immer gläubig tun, darf aber keinerlei Glauben haben, wenn er sich durchsetzen will. Machiavelli, auch. Und der Befund, dass Leute, die etwas Gutes durchsetzen wollen, irgendwann zu Leuten werden, die etwas partout durchsetzen wollen — und das Gute bleibt dabei stets auf der Strecke zugunsten der Durchsetzung, vermutlich weil die Grundidee bereits militärisch ist. Rationalität und patriarchales Gewalt-Denken lassen sich nicht mehr separieren – Mars hatte Zeit, sich uns einzuprogrammieren, was im Kali-Yuga auch Sinn macht. Das Wassermann-Zeitalter hatten sich ja die Leute irgendwie lieblich und bunt vorgestellt, Frieden und Verständigung, globale Harmonie. Und nun das.

 

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Einkommen und Besitz (Open Office Präsentation)

brd-einkommenspyramide-und-vermoegenEinkommen und Besitz (Open Office Präsentation) ist ein Versuch mit Lego und Statistiken und Internetrecherche. Wer verdient wie viel Geld, wie viele Leute sind das jeweils, und wie viel Besitz kontrollieren welche Leute? Das wollte ich wissen. Und das sind meine Ergebnisse nach kurzer Bastelei. Vermutlich könnte das besser gemacht werden. Wer Fehler findet, gerne her damit. Ich bin weiß Gott kein Fachmann für sowas.

Kurz erklärt: Schwarz ist Harz 4 bis 1042€, braun die untere Mittelschicht bis 1420€, darüber die mittlere Mittelschicht (rot). Wie dick die Mittelsäule ist, bildet ab, wie viele Leute in dieser Einkommenshöhe liegen. Ach ja, 1 Lego sind etwa 150€ (Höhe) bzw. 1% (Volumen, sowohl als ‚Anzahl Leute‘ in der Mitte als auch bei ‚Anteil am Besitz‘ links). Die blauen Strukturen sind quasi der Staat und die Transferleistungen. Weiter oben die obere Mittelschicht – 2660€ netto als Single, bis 3200€ (hier grün, mit 9,6% – ähnlich dem Wahlergebnis), dann gelb mit 6,5% die wirtschaftsliberale Oberschicht und hellgrün die Reichen 3,5%. Auf der linken Seite sieht mensch, wie viel die Leute besitzen. Das oberste 1% kontrolliert 30%, die oberen 20% – Reiche, Ober- und obere Mittelschicht zusammen – besitzen 80%. Das sind die Leute, für die es gut läuft. Die wählen gehen und deren Interessen das System bedient. Bei der mittleren Mittelschicht und weiter unten erscheint klar, die sind abgehängt und werden von unten her immer mehr. Die unteren 50% besitzen praktisch nichts (1%) und haben Harz 4 bis mittleres Einkommen (!), woran sich auch nichts ändern wird. Das ist sozialer Sprengstoff. Es gibt für die Menschen unten durchaus Grund zur Unzufriedenheit. Die Menschen rund um das Harz-4-Niveau – 30% gehen teilweise rechts(-extrem) ab auf Zuwanderung von noch weiter unten. Migranten sind in der Mehrzahl brav, fleißig und anständig. Sie schaffen viel und sind billig. Sie werden alle staatlich und gesellschaftlich diskriminiert und kriminalisiert – und einige gehen kriminell ab. Von den (Klein-)Kriminellen werden dann einige später Terroristen werden. Im Modell sind die Flüchtlinge nicht drin – es wären mit 500.000 etwa 0,4% bzw. ein *halber* einzelner Stein (nicht wirklich viel).

 

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Ernährung (sollte nicht vergessen werden)

Gedanken gemacht und nachgelesen über Ernährung. Was das alles eigentlich ist – Kohlenhydrate, Lipide, Proteine, essentielle Enzyme, Energiedichte. Wo ist was drin in welchen Mengen, was wird gebraucht und wo, wie steuert die zugeführte Nahrung den Körperaufbau, wie schaffe ich es, mein Gewicht wieder auf normal zu bekommen – von neulich 67 über aktuell 70 auf meine jahrelang gewohnten 80 Kg? Die Antwort lautet wohl: Mehr essen, ca. 500 kcal über meinem Verbrauch, der wohl bei etwa 2000 kcal liegen dürfte. Und vor allem regelmäßig und bewußt essen, statt ab und an bei akutem Verhungern. Viel draußen sein und viel Bewegung, das ist schon prima. Vitamin D3 kriegst du praktisch nur via Sonnenlicht. Sardinen und Lachs, auch – aber nicht viel. Kalorienmäßig war eher wenig los, Bier und sonst mal was geknabbert. Ansonsten nur von Kaffee und Kippen leben ist eher nicht so der Bringer auf Dauer. Also, dies nun anders!

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Kraftklub – Mein Leben

MEIN LEBEN SONGTEXT

Leute fragen mich: „Ist das dein Leben?“
Ja, das ist mein Leben!
Mein Leben hat Probleme aber möchte das nicht einsehen!
Es ist ständig besoffen dauernd schlecht gelaunt
Erst schlage, dann reden. Mein Leben ist auf Stress aus!
Also mach die Tür zu! Psycho auf dem Pausenhof
Dein Leben geht gut voran -mein Leben geht auf mich los!
Ohne irgendeinen Grund, keinen Plan warum
Ich schwöre, mein Leben bringt mich irgendwann um!

Mein Leben ist nicht cool, mein Leben ist ein Arschloch (Yeah)
Dein Leben läuft gut, mein Leben läuft Amok (Yeah)
Und egal, was ich tu, mein Leben bleibt ein Arschloch (Yeah)
Dein Leben läuft gut, mein Leben läuft Amok (Yeah)

Ich beschwer mich gar nicht mehr darüber, im Regen zu stehen
Ich hab mein Leben lang versucht, meinem Leben aus dem Weg zu gehen
Ich will keinen Stress, versuch, den Ärger zu vermeiden
Doch mein scheiß Leben kann mich eben nicht leiden
Ich hab zu wenig Geld (und der Monat zu viel Tage)
Die Mahnugen im Briefkasten wechseln ihre Farbe
Meine Ex wirft mich aus meiner Wohnung raus,
Macht nichts! Es läuft fantastisch! Mein Leben hasst mich!

Mein Leben ist nicht cool, mein Leben ist ein Arschloch (Yeah)
Dein Leben läuft gut, mein Leben läuft Amok (Yeah)
Und egal, was ich tu, mein Leben bleibt ein Arschloch! (Yeah)
Dein Leben läuft gut, mein Leben läuft Amok (Yeah)

Jeden Tag steh ich auf und stell mir die Frage, ob alles im Arsch ist und was mich erwartet
Ist wenig bis gar nichts, nicht weiter tragisch,
Es bleibt genau so, wie es schon seit 10 Jahren ist
Warum immer ich und nie die Anderen?
Ich sitze zuhause und starre die Wand an
Und du erzählst mir, wie du glücklich du bist

Da freu ich mich ja mal so richtig für dich!
Mein Leben ist nicht cool, mein Leben ist ein Arschloch (Yeah)
Dein Leben läuft gut, mein Leben läuft Amok (Yeah)
Und egal, was ich tu, mein Leben bleibt ein Arschloch (Yeah)
Dein Leben läuft gut, mein Leben läuft Amok (Yeah)
(Yeah…)

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Und deswegen sind wir keine Freunde

An dir liegt es nicht. Ich bin bloß gestört, und darum mögen wir uns nicht. Weißt du, ich bin empfindlich. Du putzt gerne andere runter, weil die anders aussehen, anders Sex haben, andere Dinge mögen als du. Und sowas finde ich zum Kotzen. Leute, die inbrünstig totalen Schwachsinn labern, gehen mir gehörig auf die Nerven. Wie gesagt, ich bin empfindlich gestört. Wenn ich kann, bin ich anders. Wie du dich verhältst, so will ich nicht sein.

no-friends

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